Monatsarchiv für Mai, 2008
Von tiny story am
29. Mai 2008 veröffentlicht
Herr und Frau Bürger gehen zum Amt
Montag
„Ach, heute kommen manche Kollegen später und müssen dann die Arbeiten für die ganze Woche vorbereiten. Kommen Sie einfach morgen wieder.“
Dienstag
„Heute ist auch der Amtsleiter im Haus und hat alle zu einer Besprechung einberufen, besser Sie kommen morgen wieder.“
Mittwoch
„Mitten in der Woche ist viel zu tun, das ist immer ein schlechter Termin, besser Sie versuchen es morgen wieder.“
Donnerstag
„Heute sind alle mit dem Abarbeiten der vielen Anträge dieser Woche beschäftigt, daher werden heute keine neuen Anfragen angenommen, versuchen Sie es einfach morgen wieder.“
Freitag
„Aufgrund der vielen Überstunden haben heute alle Zeitausgleich genommen. Aber am Montag sind alle wieder da.“
Von GabiEP am
22. Mai 2008 veröffentlicht
Ich glaubte, als ich träumte, dachte ich, dass ich ihren schlanken, warmen Körper in mich eingerollt atmen spürte, indem sich Brustkorb sanft ausdehnte und wieder in sich zusammenfiel. Ich tat alles, um nicht doch in betrügerischen Schlaf zu fallen, da ich keine Nanosekunde des Spürens dieses atmenden Fleisches versäumen wollte, dachte ich, als ich glaubte, dass ich träumte. Ich glaubte, als ich träumte, dass ich mich frug, ob es mir gelänge, unseren Herzschlag willentlich zu synchronisieren, indem ich meinen Atem anhielt oder in kürzerer Frequenz kleine Atemstöße einsog und ausspieh.
Ich glaubte, als ich träumte, dachte ich, ich hätte sie nicht verdient und man würde mich deshalb strafen, hart bestrafen, weil ich sie geschändet, ihr meine ganze Liebe geschenkt und die ihrige anzunehmen gewagt hatte. Man müsste sie noch weitaus stärker lieben als die stärkste Liebe, dachte ich, als ich glaubte, dass ich träumte. Ich glaubte, als ich träumte, dass ich mich frug, ob Liebe gesättigt sein könne, bis hin zum Überdruss und Ekel. Darüber schlief ich ein, dachte ich, als ich träumte.
Als ich aufwachte, dachte ich, ich glaubte, dass jeder Mensch einen anderen Menschen brauche, erst zweisam menscht der Mensch, könnte man meinen, als ich träumte. Nur die Liebe existiert auf allen Bewusstseinsebenen gleichermaßen, gleichzeitig, gleichgültig. Ich glaubte, ich dachte, dass ich aufgewacht war, als ich meine Einsamkeit spürte, zunächst als kalten, immer eisiger werdender Lufthauch, dann als Dekonstruktion der Differenz zwischen Mensch und Tier, als antiintelligible, reine Sorge um sich selbst. Was stellt das Alleinsein mit dir bloß an, fragte ich mich weinerlich selbstbesorgt, als ich dachte, ich glaubte, ich sei aufgewacht. Könnte man doch nur schlafen, seine eigene Einsamkeit verschlafen, forderte ich, bevor ich entschlief.
Ich glaubte, als ich träumte, dachte ich, kein Wort, das je über Mann und Frau gesprochen wurde, sei wahr – nicht gelogen, aber auch nicht wahr. Die Liebe ist ganz anders, sie bedarf nicht einmal eines Selbstzweckes, sie ist einfach und begründet damit alles Seiende, spekulierte ich, als ich träumte, dass ich denke.
Ich glaubte, als ich träumte, sie läge atmend bei mir, dass ich dachte, es bestünde die Gefahr, sich auszulieben, sich zu überlieben, doch dehnt sich der heterotopische Raum der Liebe umso stärker aus, je tiefer man in ihn eindringt. Als verorteter Nicht-Ort verbleibt die Liebe immer, was sie ist, ohne Selbstzweck, ohne Sinn, ziellos, erfüllt, ganz sich selbst, träumte ich, als ich glaubte, dass ich dachte. Die Liebe eines anderen Menschen ist der einzige Weg für ein holistisches, wahrhaftiges Kennenlernen der Welt, alles andere bleibt Fragment, Rudiment.
Während ich träumte, überlegte ich mir, dass ich mich frug, welche eine Kraft das Verlieben eigentlich darstelle, ja, es müsse doch eine Kraft sein oder so etwas, eine Kraft, welche die Welt im Innersten … nein, das wohl doch nicht, dachte ich mir, als ich glaubte, dass ich träumte. Sich ganz an ihr festzulieben, sich in sie hineinzulieben – das müsste das größte Glück sein.
Jeder glaubt, wenn er träumt, dass er glaubt, er habe unglaublich viel Liebe zu geben, die nur von irgendjemandem abgerufen werden müsse, quasi wie einen sehr großen Lagerbestand, luxuriös zwar in Zeiten des Just-in-time, doch nicht verringerbar ohne eine feste Partnerschaft, eine Partnerschaft, die jeder erträumt, wenn er glaubt, was er sich wünscht, wenn er denkt.
Ich glaubte, als ich träumte, dachte ich, dass kein größeres Glück denkbar sei als einen Menschen zu lieben, so sehr zu lieben, dass man auch den Menschen liebt, den dieser Mensch aus einem selbst gemacht hat durch seine Liebe und dadurch, dass er sich lieben lässt. Die translatorischen Verluste sind erheblich zu hoch, wenn man die Liebe sprachlich zu fassen sucht, da sie ein ganz eigenes Zeichensystem darstellt, das sich gewaltsam gegen jede Entzifferung zu sperren sucht, dachte ich, als ich glaubte, dass ich träumte. Wie eine Krypta, die als solche nur im Verborgenen existiert, wie ein Mythos, der nur in der Vorgeschichte leben kann, wie das Nichts, das niemals Bedeutung erlangen können wird, bleibt die Liebe so sehr rätselhaft, dass man ihr mit keiner Kryptonymie ihr näher kommen kann, verglich ich, als ich träumte, dass ich dachte. Die Liebe ist hermetisch und doch für alle offen, sie überkommt alles und jeden, macht farbloses bunt, verleiht Sinn und Bedeutung zugleich, ist also zugleich Referent und dessen Bezeichnung.
Ein Traum hat nicht dieselbe Bedeutung wie die Realität, dachte ich, als ich realisierte, dass ich glaubte, dass ich träume. Wie aber kann Bedeutung hierarchisiert oder sonstwie bewertet werden, wenn die Bewusstseinsebenen gar nicht mehr bewertbar, untrennbar verschmolzen sind, frug ich mich, als ich träumte, dass ich dachte. Das Verlieben ist eine Art Dating mit der Unendlichkeit, mit dem ganz Großen, dessen man niemals gewachsen sein könnte, das man aber dennoch, Sisyphos gleich, unablässig sich einzuverleiben sucht. Der größte Feind der Liebe, träumte ich, als ich glaubte, ich denke, ist keineswegs der Hass. Die Liebe und der Hass sind einfach sehr verschiedene Brüder, die sich nicht mögen aber unabhängig voneinander existieren können: Man kann also sowohl gleichzeitig lieben als auch hassen, Hass und Liebe haben den gemeinsamen Feind, dachte ich, dass ich träumte, dass ich glaubte: die Gleichgültigkeit, nur die Gleichgültigkeit kann die Liebe besiegen und auch den Hass, unmöglich kann man nur die Liebe oder nur den Hass besiegen, nein, man kann nur beides gleichzeitig zerstören, das ist ja das Schlimme, beklagte ich, als ich träumte, dass ich dachte.
Und dann plötzlich drehte sich alles: Ich glaubte, dass ich träumte, dass ich dachte, der Traum sei vorbei. Eine Sekunde lang, hoffte ich, dass ich glaubte, ich selbst könne über die Beendigung des Traums bestimmen oder seine Dauer zumindest etwas beeinflussen, nur ein Weilchen noch, bitte, bitte, nur eine Minute. Aber ich war mir gar nicht sicher, ob ich weiterträumen wollte, dachte ich, als ich träumte, dass ich glaubte. Ich meinte, es sei die reine Liebe, welche mich als einzige es vermöchte, mich aus dem Traum zu wecken, aus einem Traum der Einsamkeit und der Kälte, während einem der Alb auf der Brust das Leben allmählich ausdrückt, die Animierte entgleitet, der letzte Hauch schwindet, dachte ich, während ich träumte, dass ich glaubte, dass ich stürbe.
Von Teufel100 am
13. Mai 2008 veröffentlicht
Es war eigentlich ein ganz normaler Tag. Ich putzte mir am Morgen die Zähne, wie jeden Morgen. Ich Duschte mich und zog mich an, aß etwas zum Frühstück und machte mich dann auf den Weg zur Arbeit, so wie jeden Morgen, außer Samstags und Sonntags natürlich, da muss ich nämlich nicht arbeiten gehen. Aber es war kein Samstag und es war auch kein Sonntag und darum musste ich auch zur Arbeit.
Als ich in meinen Klassenzimmer ankam war dieses leer, so wie jeden Morgen wenn ich in mein Klassenzimmer komme, denn ich bin immer früher da als meine Schüler, um mich auf diesen Schultag vorzubereiten, wo ich hoffentlich den Jungen und den Mädels wieder eines beibringen konnte, was sie später im Leben brauchen könnten.
Ich glaube ich vergaß zu erwähnen, dass ich Lehrer bin? Dies sei hiermit getan! Und zwar bin ich Lehrer an einer Gesamtschule, ich mache das nun schon einige Jahre und habe, was schon an ein Wunder grenzt, immer noch Spaß daran. Meine Kollegen fragen mich immer und immer wieder wie ich das mache, wie ich es schaffe nach so langer Zeit (fünf Jahre, sind ja eine so lange Zeit) immer noch mit solch einer Motivation in den Klassenraum zu gehen um den Schülern etwas beizubringen? Aber ich weiß keine Antwort darauf, ich glaube es liegt einfach nur an meiner Einstellung zu diesem Beruf und daran, dass ich Lehrer aus Überzeugung bin.
Nun wie oben schon erwähnt ging ich also wie jeden Tag in mein Klassenzimmer, welcher, dass muss ich wohl zugeben, wenn ich jetzt im nach hinein darüber nachdenke, schon verändert war, leider viel mir das damals nicht auf, denn dann hätte ich vielleicht bemerkt welche seltsamen Gestalten sich mir da näherten.
Mir fällt gerade auf das ich mich auch noch gar nicht vorgestellt habe. Also will ich das jetzt mal schnell nachholen. Ich bin der Joachim. Ja ich weiß, Joachim ein passender Name für einen Lehrer. Meine Eltern wussten das wahrscheinlich früher schon und haben sich darum überlegt, wie man einen angehenden Lehrer wohl nennen könnte und sie kamen zu dem Entschluss mich Joachim zu nennen, später auch noch auf diesen Namen taufen zu lassen und sie brachten mir sogar bei, auf diesen Namen zu hören. Aber das spielt hier keine Rolle, da es ja um das geht was mir in den letzten Wochen so passiert ist.
Wie oben nun schon erwähnt, war ich wie jeden Tag, außer Samstags und Sonntags, in meinen Klassenzimmer als mich plötzlich etwas Stach. Das war nichts ungewöhnliches, war es doch draußen ein wundervoller Sommertag und stand unsere Schule doch in der Nähe eines kleinen Baches, so dass wir hier öfter mal von einer Mücke gestochen werden. Was ich noch nicht ahnen konnte ist, dass es sich hierbei gar nicht um eine Mücke gehandelt hat, sondern um einen kleinen Pfeil welcher mit einem Schlafmittel versehen war. Da ich das nicht wusste, wusste ich natürlich auch nicht, dass es ohne Schmerzen für mich verlaufen würde, wenn ich mich auf meinen Stuhl setze. Ich ging also weiter durch meine Klassenzimmer, bis ich dann kurz vor dem Klassenzimmerbecken den halt verlor und mit dem Hinterkopf gegen den Klassenzimmerbecken-Unterschrank knallte.
Das nächste an was ich mich erinnern kann war, dass ich irgendwo aufwachte, und dieses irgendwo war garantiert nicht mein Klassenzimmer. Es war auch nicht das Krankenzimmer unserer Schule und auch kein anderer Raum den ich irgendwoher kannte. Plötzlich vernahm ich eine Stimme die ich nicht wirklich einordnen konnte. Die Stimme kam immer näher auf mich zu, bis ich dann auch die Gestalt sah, von welcher diese Stimme abgegeben wurde. Eine Gestalt die mir sehr bekannt vor kam, welche ich aber zu diesem Zeitpunkt noch nirgendwo einordnen konnte.
Als die Figur merkte, dass ich wach war, stellte sie sich zu mir, gab mir etwas zu trinken, ich gehe davon aus das es Wasser war und fragte mich, wie es mir ginge? Nun, soweit ich fühlen konnte ging es mir eigentlich sehr gut, bis auf die Kopfschmerzen die ich hatte, von meinen feindlichen Kontakt mit dem sonst immer so netten Klassenzimmerbecken- Unterschrank.
Nun war es aber für mich an der Zeit einige Fragen zu stellen, denn wenn ich eines nicht abstreiten kann, dann ist es meine Neugier. Ich wollte natürlich wissen wo und warum ich hier bin. Wie ich wieder nach Hause komme und vor allen, wieso ich nicht mehr in meinen Klassenraum war?
Die Gestalt, ich wusste immer noch nicht wo ich sie einordnen sollte, schaute mich an und sagte, dass sie (die Gestalt) mir doch gerne alles erklärt. Die Geschichte die mir hier erzählt wurde war alles andere als Glaubhaft und ich dachte schon, dass mir meine Schüler einen Streich spielen wollten, aber ihr dürft das gerne selber beurteilen. Hier nun also die Geschichte bzw. der Grund, warum ich nicht in meinen Klassenzimmer bin bzw. war.
Als erstes muss ich wohl erwähnen das ich nicht in meiner, mir bekannten Welt war, sondern in einen Parallel Universum. Ihr denkt nun wahrscheinlich das selbe was ich denke, dass gab es doch nun schon Hundertmal, mindestens. Aber es gibt hier einen kleinen Unterschied, diese Hundertmal gab es nur im Fernsehen, diesmal bin ich allerdings Live dabei oder wie sie im DSF damals zu sagen pflegten, Mittendrin statt nur dabei. Und es geht auch nicht um irgendwelche Aliens die die Welt erobern wollen, oder um Diamanten die notwendig sind um das Gleichgewicht der beiden Welten zu garantieren, also unserer und ihrer Welt. Nein ich war einzig und allein darum hier in dieser Welt gelandet um sie, diese Gestalten, (nein er war nicht allein) auf einen Quizwettkampf vorzubereiten. Ich sollte ihnen dabei helfen zu lernen wie man Lernt. Warum gerade ich das tun sollte konnten sie mir auch schnell erklären. Sie haben schon lange verschiedene Lehrer beobachtet um den richtigen zu finden und mich haben sie ausgewählt, weil ich die besten und ausgefallensten Ideen hatte wie man das Lernen interessant gestalten könne. Auch ist ihnen meine unglaubliche Motivation und meine Freude aufgefallen, die ich beim vermitteln von Lehrstoff habe. Es gab natürlich auch ein paar Haken an der ganzen Sache, denn der Wettkampf im allgemeinen Wissen wurde darum abgehalten, damit diese Gestalten aus ihrer Gefangenschaft befreit werden konnten. Denn wenn sie es schaffen zu gewinnen, dann werden sie von ihren Herrschern freigelassen.
Dass diese Wesen nun allerdings kaum eine Vorbildung hatten, konnte ich nun wirklich nicht ahnen, aber ich habe mich bisher noch vor keinen Herausforderungen gedrückt. Als erstes musste ich nun allerdings erst mal damit beginnen mir selber einen Überblick zu verschaffen über das Wissen, welches es hier gab und welches es zu vermitteln galt. Ich wurde von dem Wesen in einen großen Saal geführt wo das ganze Wissen von diesem Volk gelagert war. Wie man sich sicher vorstellen kann, war das nicht gerade wenig! Darum bat ich die Wesen mir doch eine Liste zu geben auf welcher sie die wichtigsten Punkte festhalten, die sie lernen müssten. Auch wollte ich gerne den Zeitrahmen erfahren, den ich hatte um ihnen das alles beizubringen. Die Liste konnten sie mir ziemlich schnell anfertigen und die Antwort auf die Frage wie viel Zeit ich hätte, schockierte mich nicht, nun gut, vielleicht ein klein wenig, aber das kann man getrost vernachlässigen, vielleicht war es auch ein wenig mehr, eventuell auch schon soviel das man es nicht mehr vernachlässigen konnte, aber eine Wahl hatte ich sowieso nicht. Denn das war ein weiterer Haken an dieser Sache, bevor der Wettkampf stattgefunden hat, würden sie mich nicht gehen lassen, bzw. würden sie mich nicht wieder in meine Welt bringen und ob ich nach dem Wettkampf nach Hause komme hing auch ein wenig vom Ausgang ab. Wenn sie Gewinnen würden, würden sie mich sofort wieder nach Hause schicken, wenn nicht, käme es auf die Herrscher an, ob ich wieder nach Hause darf oder nicht. Für mich also schon Anreiz genug ihnen soviel beizubringen, dass sie nur noch gewinnen können.
Ich studierte nun also die Liste und suchte mir die passenden Bücher dazu raus, die, was mich doch immer wieder überrascht, natürlich in meiner Sprache verfasst waren und welche ich ohne Probleme lesen konnte, so wie es halt in jeder guten Fantasy-Geschichte ist. Ich brauchte einige Tage um den gesamten Lernstoff aufzuarbeiten und auch um einen Lernplan zu erstellen, damit ich in der knappen Zeit die mir zur Verfügung stand, auch den gesamten Lehrstoff vermitteln konnte. Über die Methoden, welche ich zur Vermittlung verwenden konnte, machte ich mir noch keine weiteren Gedanken, da ich dazu erst meine Schüler besser kennen lernen musste.
Diese lernte ich am nächsten Tag kennen. Ich wurde von dem Wesen, von dem ich immer noch nicht den Namen kannte, in einen kleinen Raum geführt, wo sieben weitere Wesen auf mich warteten. Das Wesen, welches mich hierher geführt hatte, erklärte mir das diese sieben meine Schüler währen. Sie wurden ausgewählt, da sie die schlausten ihrer Art waren und da eh nur sieben von ihnen am Wettkampf teilnehmen durften.
Ich machte mich also daran sie kennen zu lernen. Es waren vier weibliche und drei männliche Wesen, alle noch ziemlich Jung, aber mit sehr vertrauten Namen. Sie hießen Anne, Maria, Jenny, Jasmin, Paul, Mario und Ernesto. Alles Namen die auch in unserer Welt verwendet wurden und die man auch aussprechen konnte. Ich musste mir also keine seltsamen Namen einprägen, wie man sie aus verschiedenen anderen Büchern oder Filmen her kannte.
Es gab auch keine wirklichen Überraschungen! Alle konnten lesen und schreiben und auch das Rechnen viel ihnen nicht schwer. Was ihnen fehlte war das allgemeine Wissen, denn sie konnten nicht wirklich viel Lesen, da sie nur sehr wenig Freizeit hatten. Die meiste Zeit mussten sie für ihre Herrscher arbeiten und sie waren schon Glücklich das sie für diesen Wettkampf freigestellt wurden sind. Wir verschwendeten auch nicht viel Zeit, von der wir eh viel zu wenig hatten, und begannen gleich damit die Lehrpläne durch zu sprechen und zu schauen, wie wir am besten an ihren, bzw. an unseren Ziel arbeiten konnten um dieses zu erreichen. Ich fand heraus das drei von ihnen besonders gut visuell lernen konnten der Rest durch hören und schreiben. So setzte ich mich hin, um für alle eine passende Methode zum lernen zu finden. So vergingen einige Wochen, es gab viele kleine Rückschläge, aber sehr viel mehr große Erfolge und der Wettkampf kam immer näher.
Als nun der Tag des Wettkampfes gekommen war, ging es meinen sieben Schülern gar nicht so gut. Zu viel konnte verloren werden und der Druck der auf ihren Schultern lastete, wenn sie denn welche hatten, war enorm. Ich zwang sie regelrecht ein anständiges Frühstück zu sich zu nehmen und sorgte auch für genügend Flüssigkeit, damit nachher niemand unter Konzentrationsschwäche litt. Langsam aber sicher gingen wir dann zusammen in die Arena, wo ich das erste mal den Gegnern begegnete. Sie waren von genau derselben Art wie die Wesen die ich Unterrichtet habe, nur sehr viel Nobler gekleidet. Auch schienen sie nicht wirklich viel zu arbeiten, was mich nicht verwunderte, da dieses ja ihre Untertanen für sie erledigten. Man begrüßte sich kurz und schon ging der Wettkampf los.
Nun wissen wir ja alle aus Filmen und auch aus Büchern das am Ende immer das gute Gewinnt und man sich eigentlich keine Sorgen machen muss. Genau darauf habe ich mich auch eingestellt. Es musste einfach funktionieren, haben meine Schüler doch wirklich viel gelernt und große Fortschritte gemacht. Natürlich wissen wir auch alle, dass am Anfang immer die schlechten die Punkte machen und die Guten erst im zweiten Teil des Spiels aufholen, aber diesmal war dies nicht der Fall. Beide Seiten waren gut und es war wirklich knapp, jeder Punkt war umkämpft.
Als es nun zur letzten und somit alles entscheidenden Frage kam waren alle so ziemlich gespannt was wohl passieren würde, wer wohl als allererstes die Richtige Antwort geben und somit das Spiel entscheiden würde. Als Frage kam ein Rätsel das ich auch schon lange kannte und auf welches ich auch die Antwort wusste. Aber da wir hier nicht in meiner Welt waren, war es für beide ein ziemlich schwere Aufgabe. Und zwar war es die Frage: „Was läuft am Morgen auf vier Beinen, am Mittag auf drei Beinen und am Abend auf zwei Beinen?“ Die Antwort darauf war natürlich „Der Mensch“. Dieser krabbelt nach der Geburt auf vier Beinen (Arme und Beine), geht wenn er dann Erwachsen, bzw. alt genug ist auf zwei Beinen und am Ende, wenn er dann schon alt ist, läuft er mit einen Geh-Stock, also auf drei Beinen.
Zur Überraschung aller, wusste keiner die Antwort darauf und so kam es zu einen Unentschieden. Niemand wusste jetzt, wie es weitergehen soll, denn es gab keinen Gewinner. Man entschied sich aber dennoch den Wesen die Freiheit zu schenken, da sie bewiesen haben, dass sie nicht nur für die Arbeit zu gebrauchen sind, sondern durchaus auch in der Lage sind, geistige Aufgaben zu bewältigen. Also doch wieder ein Happy End, so wie wir es aus allen Geschichten kennen.
Ich wurde wieder zurück in meine Welt gebracht, wo ich nun meinerseits erklären musste, wo ich die ganze Zeit war, und warum ich nicht auf Arbeit erschienen bin. Dies habe ich nun wohl mit diesen Bericht ausreichend gemacht und ich hoffe doch sehr, dass ich meine Anstellung als Lehrer behalten darf, auch wenn die Geschichte wohl nicht so Glaubwürdig ist, wie ich es mir gewünscht hätte.
Inzwischen ist mir übrigens auch eingefallen woher ich die Wesen kannte. Als kleiner Junge und als Jugendlicher habe ich sehr gerne Comics gemalt und in einen dieser Comics ging es um genau diese Wesen. Darum war es wohl auch nur Gerecht, dass ich ihnen helfen musste die Freiheit zu erlangen, da ich sie ja auch erschaffen habe.
© Sven Buchien