Monatsarchiv für September, 2009
Von eftos am
28. September 2009 veröffentlicht
(X) Ich-Transportik
Draußen angekommen standen Koldrust und Abendroth mehr oder weniger dumm herum obwohl beide mit Ihren Comms beschäftigt waren.
Dr. Abendroths Comm surrte. „Besprechung Noktios bezgl. Rebelkov“ wurde angezeigt. Somit ist er, ab diesen Zeitpunkt, exakt zehn Uhr, zum ersten Mal aufnahmebereit.
„Sie sind aber auf Zack, mein lieber Abenroth“ sagte Noktios, „ja, es ist genau zehn, Zeit für die eigentliche Besprechung. Wenn Sie mir bitte folgen wollen.“ So machte sich die Kompetenztruppe inklusive Generalmajor auf Ihren Weg rüber in den Konferenzsaal.
„Ich schlage vor“ begann Noktios “Kollege Koldrust beginnt mit dem was wir vorhaben, später ziehen wir dann Ihre Expertise bezüglich der Technik hinzu Dr. Abendroth“.
Dr. Septimus Koldrust begann sofort ohne jegliches Palaver oder Gedöns. Er fiel sozusagen mit der Tür ins Haus:
„Früher versuchte man in Tierversuchen eine Gehirn-Transplantation indem man das Gesamthirn oben am Rückenmark abtrennte. Mit fatalen Folgen.“
„Die Nervenfasern wachsen falsch zusammen und von daher ist im Optimal fall das Denken im fremden Körper zwar noch möglich, aber es kommt fast kein Input mehr außer die kompletten Augen und Ohren würden anstatt abgetrennt mit übertragen, was nie gelungen ist.“
„ Output, also die Organsteuerung, das Atmen und Sprechen, das Bewegen oder den Gleichgewichtssinn zu erhalten ist aber unmöglich. Man erhält höchstens eine Art locked-in Syndrom, dann lieber tot.“
„Das ist immer die bessere Alternative“ So Dr. Theoplus Noktios, wobei er schmunzelte.
Septimus fuhr fort: „Die OP an sich ist höchst kompliziert. Man braucht eine Herz-Lungen Maschine, da das Herz zwar weiterschlägt, weil es seine Erregung selbst produziert, aber der restliche Kreislauf zusammenbricht, da zu viele Gefäße dilatieren, durch die fehlende neuronale Kontrolle nach Unterbrechung der entsprechenden Nerven vom Gehirn ausgehend.“
„Um diesen aufwendigen Eingriff durchzuführen muss zuerst der Schädel geöffnet werden. Das kann jeder Neurochirurg nach dem ersten Weiterbildungsjahr. Das alte Gehirn kann man bequem an der Schädelbasis ablösen. Dabei gehen dann schon mal die 12 Hirnnervenpaare kaputt. Danach den Hirnstamm im Bereich der Verbindung zum Rückenmark durchtrennen. Das bedeutet eine komplette hohe Querschnittslähmung.“
„Dann müsste man die großen Blutgefäße durchtrennen und mit denen des neuen Gehirns neu vernähen, technisch fast undenkbar. Selbst wenn das überstanden sein sollte, kann der Patient nie mehr selbstständig atmen oder sich bewegen. Er hat keinerlei Empfinden mehr. Darm- und Blasenentleerung ist unmöglich und so weiter. Kurz: das ist der falsche Weg.“
Er sah sich um: Rebelkov war irgendwie abwesend. Tilon Abendroth schien gelangweilt, Noktios sah ihn aufmerksam an.
„Soviel zur Geschichte“ sagte er schließlich „aber Sie haben da ja was neues entwickelt, mein Lieber Koldrust.“ Dieser nickte.
Noktios hob abwehrend die Hand und fuhr fort:“Bevor wir auf Ihre neue Methode zu sprechen kommen, Herr Kollege, fasse ich hier nochmal den derzeitigen Stand der Technik, genauer gesagt die vier Möglichkeiten der Bewusstseinsübertragung zusammen.“
„Wie Ihnen bekannt, gibt es genau vier Möglichkeiten der Ich-Transportik, wie es so schön neusprachlich heißt.“
„Die beste währe sicherlich man löscht erstens den Speicher des neuen Gehirns. Danach liest man die in Chemischer Form vorliegende Information des alten Hirns aus und überträgt drittens diesen Inhalt auf das neue Gehirn.“
„Leider ist dies derzeit noch Science-Fiction. Ich glaube die Technik-Abteilung sagt da später noch mehr als genug dazu.“
Er sah kurz rüber zu Tilon Abendroth, dieser jedoch schüttelte den Kopf. „Ah richtig, das soll ja ich machen.“
„In aller Kürze: Das Hauptproblem ist die Löschung. Es handelt sich halt um ein Organ und langsam gewachsene, hochdifferenzierte Strukturen. Man kann diese zwar auslesen aber die Rücksetzung aller Synapsen in einen hypothetischen Leerzustand ist derzeit reine Theorie. Selbst wenn dies gelänge so ist es fast ausgeschlossen das Neuronale Netz des Althirns mittels Lese- und Schreibapparatur ins neue Großhirn zu übertragen.“
„Lesen ist kein Problem, aber das Schreiben. Auch hier verhindern die komplex verwobenen, über einen langen Zeitraum ausgewucherten Nervenbahnen im Zielhirn eine Übertragung.“
„Diese Krankheit benötigt eben seine Zeit“ warf der Kybernetiker ein. Schmunzelnd fuhr Noktios fort:
“Die zweite Möglichkeit währe das Gehirn zu entnehmen und an die Mechanik eines Roboters anzuschließen. Nun, ums kurz zu machen, dies ist die schlechteste der denkbaren Möglichkeiten. Zwei Sätze, Abendroth?“
Der angesprochene antwortete „Ja, unmöglich. Das Gehirn stirbt ruck zuck ab. Unsere im Baukastenprinzip aufgebauten, multi-Schicht prioritätsgesteuerten 4D-Temporalspeicher, zusammen mit diesem verwucherten, analogen, unflexiblen, organischen Klumpen? Dieses verwachsene Geschwür, das geht nie mit der modernen Technik einher.“
„Mechanisch betrachtet bräuchte man einen eigenen Biokreislauf nur um diesen leistungsschwachen Rechner mit Energie zu versorgen. Dazu müsste man dann quasi einen Wirt hinten auf den Roboter drauf schnallen. Trotz dieser Klimmzüge lebt das abgetrennte Gehirn übrigens keine Sekunde länger. Das ist eine totale Sackgasse.“
„Wie Sie schon eingangs erwähnten, Herr Professor, ist es besser man liest die Chemische Information aus und überträgt diese dann in die Maschine. Mit allen Problemen. Ich komme später noch einmal darauf zurück.“
„Damit sind wir bereits bei der Dritten Möglichkeit der Bewusstseinsübertragung angekommen.“ Antwortete Noktios mit erhobenen Zeigefinger: “Die Ich-Transportation mittels Auslesen des Gehirns und der Übertragung in assemblierter Form auf eine Maschine. Dies wollen wir am Schluss verhandeln.“
„Jetzt kommen wir zur vierten und letzten Möglichkeit: der Transplantation organisch-organisch. Sie haben erneut das Wort, Dr. Koldrust. Was haben Sie auf der Platte?“
Dieser begann ohne Umschweife: „Die Intensivmedizinische Betreuung werde ich aus Trivialitätsgründen weglassen. Ich denke allen ist klar wie durch Intubation, Kreislaufmedikation etc. Hirntote am Leben gehalten werden. Ich gehe deshalb nun gleich zum eigentlichen Eingriff über.“
„Wie bereits angesprochen habe ich einen Oberflächensensitiven Laser entwickelt der hierbei zum Einsatz kommt. Die Technischen Spezifikationen sind an anderer Stelle veröffentlicht, glauben Sie mir, der Teufel liegt im Detail, es ist eine recht komplizierte Apparatur. Im Folgenden werde ich nur darauf eingehen wie dieser beim Eingriff fachgerecht eingesetzt wird.“
Selbst Abendroth nickte hier kurz, der Laser schien Ihn milde zu Interessieren.
„Zuerst Schnitt von oben durch das Großhirn. Aufklappen und ablösen der beiden Hemisphären um den Corpus callosum auf dem Grund der großen Hirnlängsspalte. Danach Zellgenaues Ausschalen um den Nucleus caudatus, dem Stria terminalis et Vena thalamostriata superior, dem Thalamus, Substantia nigra und dem Tractus cerebellorubralis mittels der struktursensiblen Multispektralstrahlen.“
„Nun splicen der beiden abgelösten Hälften auf den Zielorganismus unter Einsatz von Neurozellstimulatoren aus gezüchteten Nervenkeimen und neuralen Stammzellen. Zur Synaptogenese Laser-Transplantation von embryonalen Nervengewebe auf die Schnittflächen. Danach Applikation neurotropher Nervenwachstumfaktoren z.B. NGF unter Ausschaltung der Nogo-Inhibitoren zur Aggregation der Neuro-Angio-genese.“
Anerkennendes nicken seitens Prof. Dr. Theoplus Noktios. Rebelkov war jetzt nur noch körperlich anwesend, den Techniker Abendroth interessierten diese Details wenig. Koldrust fuhr fort:
„Für die Synapsen-Engergieversorgung des Gewebes wird selfish-brain, also die Potentialerhaltung ausgenutzt. Synapsen werden aktiviert durch die neu aussprossenden Axome in die Leitschienen. Das alte Stammhirn verwebt durch die künstliche Anregung, der Membrankompatibilität des Klons und aufgrund der Energieerhaltung on-demand innerhalb kürzester Zeit.“
„Astrozyten rufen Blutenergie ab. Neue Nervenfasern übernehmen Kommunikationsfunktionen hin zum Hirnstamm. Die Nerven-Neuralkommunikation setzt ein, dadurch ist Großhirnfunktionalität auf der Zielperson nun hergestellt.“
Theoplus Noktios hielt sich nun die Hand ans Kinn, er sah rüber zum Generalmajor, dieser schluckte leicht. Der Assistenzarzt schloss wie folgt seinen Vortrag:
„Obwohl es sich beim Menschen um eine Proto-Operation handelt die zum ersten Mal ausgeführt wird, haben Tierversuche den Erfolg obiger Vorgehensweise bereits bestätigt. Man kann schon sagen dass sich bei den Alt-Tieren, meistens Schimpansen, eine deutliche Verbesserung Ihrer Situation eingestellt hat. Man muss bedenken, diese alten Affen waren normalerweise am Ende. Durch den neuen Rumpf haben Sie ein Stückweit an Qualität gewonnen.“
Pause. Die Zuhörer, eigentlich war es nur Noktios, ließen all dies ein paar Sekunden sacken. Dann sagte der Professor:
„Danke für diesen beeindruckenden Vortrag, mein lieber Koldrust. Wie immer eine zielgenaue Landung. Nun haben wir genau drei Jahre Zeit dieses Verfahren an den Primaten zu testen und Echtdaten zu sammeln. Ihnen steht ein ganzer Zoo zur Verfügung.“ Dabei lächelte er.
„Kommen wir nun noch einmal zurück zur Möglichkeit drei. Der Gehirninhaltsübertragung auf eine Maschine. Hierbei kommt erschwerend hinzu dass leider noch weniger Nutzdaten vorliegen. Es läuft wohl auf einen ‚freiwilligen‘ hinaus… Ihnen ist somit das Wort erteilt, Herr Kollege Abendroth“
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Von Miss-BH am
17. September 2009 veröffentlicht
Meine kleine Kurzgeschichte beginnt an einem sonnigen Samstagmorgen. Ich bin noch am frühstücken und meine Freundin klingelt gerade an der Tür. „So früh?“ rief ich ihr zu und öffnete dabei die Tür. Sie grinste mich an und kam herein. Sie setzte sich noch kurz zu mir an den Frühstückstisch. Als ich fertig war ging ich mich schnell umziehen. Einfach schnell den auf dem Boden liegenden Passionata Dessous angezogen, Madonna top, Jeans, Socken und los geht’s.
Wir machten unsere monatliche Shopping-Tour durch die Stadt. Wir klapperten alle große Geschäfte der Stadt ab. In dem einen gab es so viele tolle BHs. Die Hälfte unserer Einkäufe waren BHs, Dessous, also allgemein gesagt Unterwäsche.
Es hat tierischen Spaß gemacht mit ihr. Leider habe ich erst die Wochen danach bemerkt, dass die BHs die wir gekauft haben mir gar nicht richtig passen. Fast alle BHs drückten oder zwickten irgendwo oder waren zu groß oder zu klein
Wir waren wohl so in Shopping-Extase, dass uns das beim Anprobieren gar nicht aufgefallen ist… Naja aber zum Glück ist eine Freundin von uns Schneiderin. Sie hat uns dann zumindestens ein paar BHs retten können und sie uns zurechtgeschneidert. Es hat uns zwar im Endeffekt ein bisschen geärgert, aber ein lustiges Erlebnis war es trotzdem.
Von smallone am
15. September 2009 veröffentlicht
Liebe ist kein Dauerbrenner. Liebe ist auch kein Kinofilm. Liebe ist eine Momentaufnahme. Drei Sätze, die zum weiterlesen motivieren. Denn Magowan musste feststellen, dass er zwar verliebt war und Liebe spürte. Insbesondere in den Momenten, in denen er um die Liebe kämpfte. Magowan bemühte sich, genoß das Gefühl, etwas für die junge Beziehung zu tun. Das einzige was ihm blieb, war durch Liebessprüche und Versprechen die Flamme am brennen zu erhalten. Das Ziel war eine weite Reise. Weite Reise und ein großes Risiko, viel Geld – spielte keine Rolle, um sich der Liebe hinzugeben, die er haben wollte. Nun ist Magowan in einer perfekten Beziehung. Es ist jene Frau, um die er vor paar Monaten kämpfte. Aber von Liebe zu sprechen fällt nun schwer.
Denn der Alltag ist schon nach der ersten Woche eingebrochen, indem Magowan zu seiner Geliebten gereist ist. Wie lange dauerte diese Verliebtheit, diese Liebe? Wann hat sie aufgehört? Hat die Verliebtheit aufgehört, nachdem klar war, dass er in einer Beziehung ist? Magowan ist eigentlich kein Beziehungsmensch. Er sehnt sich zwar nach Nähe, Zuneigung und Aufmerksamkeit. Dennoch ist für ihn eine Beziehung ein aufwendiger und anstrengender Akt. Wenn eine Beziehung scheitert, bedeutet das für Magowan eine schwere Niederlage. Es folgt eine lange Zeit des Single-Daseins, der Sehnsucht nach einer glücklichen Beziehung. Eigentlich ist Magowan mehr single als vergeben. Doch dafür ist keine Zeit, es ist nicht wichtig, zu dieser sentimentalen Zeit zurückzukehren.
Magowan hat genug gelitten und genug Zeit gehabt, sich über gescheiterte Beziehungen Gedanken zu machen. Die aktuelle Beziehung scheint perfekt zu sein: Wenig Konflikte, einige Gemeinsamkeiten, weitreichende Zukunft. Doch die Zeiten, während Magowan die Beziehung aufbaute, sind eindeutig vorbei. Die Freude, die Schmetterlinge. Die vielen Dinge, die man sich leidenschaftlich erzählte, ja es kaum abwarten konnte, wieder zu Wort zu kommen, weil man das Gefühl hatte, von der Welle getragen werden. Ihr Resonanz zu verpassen und maximale Leidenschaft zu spüren. Das Gefühl, den Deckel für den Topf gefunden zu haben. Schweigen. Kühle Mimik. Sekunden die in Stunden ticken. Manchmal auch bisschen Zweifel. Manchmal auch ein bisschen Selbstaufgabe, um Liebe zu erhalten. Das ist Liebe.
*Magowan ist ein Fantasiename. Der Autor wurde von wahren Begebenheiten inspiriert.
Von emmanuel am
10. September 2009 veröffentlicht
Ich wache auf, mir schmerzt der Kopf, ich greife mir auf den selbigen, spüre eine Beule, ich rolle aus dem Bett, schleppe mich ins Bad, stecke den Kopf ins Waschbecken.
Ich blicke in den Spiegel, ein unglücklicher armer Tropf schaut mich an, ich habe Mitleid mit ihm, hasse mich dafür was ich ihm antue.
Gestern ist nicht mehr, war gestern überhaupt? Ich weiß es nicht, meine Erinnerung daran ist verloren.
Ich kotze in die Toilette, der Anblick läßt mich erneut erbrechen, welches Arschloch hat mir das angetan, das war ICH.
Mein Kopf bleibt am Rand der Kloschüssel liegen, ich denke nach, ich denke an Erbrochenes, Schmerz, Leid und den Tod.
ICH WILL NICHT MEHR! ICH KANN NICHT MEHR! WARUM? FUCK! ICH HABS SATT! WAS SOLL DAS
ALLES!?!
Am liebsten würde ich so liegen bleiben, es ist nicht angenehm aber der Gedanke an körperliche Anstrengung läßt mich verharren.
Es wird erträglicher, angenehm, ich schlafe ein, Wolken, Sahne und Erdbeertraum.
Es knallt, ich reiße den Kopf in die Höhe, blicke mitten ins Klo und kotze.
Das Leben ist Dreck, nicht wert gelebt zu werden, mein Leben ist Dreck, mein Leben ist nicht wert gelebt zu werden. ICH HASSE ES; ich hasse alles,
ICH HASSE, dieses Bad, die mit Kotze verschmierte Kloschüssel, meinen gottverdammten Kopf der mir diese höllischen Schmerzen zufügt.
Ein glückliches EEEEEMMMMAAAANNNUUUEEEELLLL reißt mich aus meiner Untergangsstimmung, mein Name, gepaart mit diesem verdammten glücklichen Unterton bringt mich erneut zum kotzen.
Die Badezimmertür geht auf, ich erwarte das schlimmste, meine Ex-Freundin steht bekleidet mit meiner Boxershorts in der Tür, eigentlich sollte ich kotzen, doch leider ist mein Magen mittlerweile leer und nur noch Galle läuft mir übers Kinn.
Sie gibt mir einen Kuß, ich ekel mich an ihrer Stelle vor mir.
Mit angsterfüllter Stimme frage ich sie ob ich sie gefickt habe, bzw. ob wir liebe gemacht haben, sie lächelt mich an, ich hasse dieses Lächeln, nein geschlafen haben wir nicht miteinander, aber du hast mir gesagt wie sehr du mich liebst.
Mein Kopf schreit, ich blicke nur blöd,
Verhurte Drogen, verdammte Glückshormone…..
Ich bitte sie darum mir Badewasser einzulassen, frohlockend hüpfelt sie durchs Bad, öffnet den Hahn, gibt Badeschaum dazu und verläßt tänzelnden Schrittes das Bad und verspricht mir ein Frühstück, tolle Frau, ich hasse sie.
Ich schaffe es meinen Kopf von der Kloschüssel zu manövrieren, jedoch nur mit dem Erfolg das dieser auf den Badezimmerboden aufschlägt.
Ich schwimme in einem See, um mich herum wachsen tropische
Früchte, ein klarer Wasserfall ergießt sich über meinem Kopf.
Ich schnappe nach Luft, das heiße Badewasser plätschert auf mich ein, der Schaum brennt in meinen Augen, ich raffe mich auf, bekomme den Hahn zu fassen.
Ich verliere das Gleichgewicht, stürze in die Wanne, tauche kopfüber ein, meine Beine hängen aus der Wanne.
Nun, das war’s, in einer Badewanne mit rosa Schaum, nach Himbeeren duftend, den Kopf unter Wasser, den Arsch in der Höhe, so verrecke ich nun also.
Heilige Maria Mutter Gottes, Jesus Christus, Vater im Himmel, heiliger Geist und Weihnachtsmann, vergebt mir meine Sünden!
Gottverdammter Scheißfuck, mir sind meine Sünden egal, Himmel gibt es keinen und in der Hölle war ich schon.
Ich nehme einen tiefen Schluck Himbeerschaumwasser, und blicke heroisch, mit dem Arsch in der Luft dem Tod entgegen.
Auf einmal spüre ich einen Zug an meinen Füssen, meine Freundin, Exfreundin, zieht mich an den Beinen aus der Wanne heraus, ich klatsche wie ein toter Fisch auf den nassen Boden, sie weint.
ich liebe sie,
ICH HASSE MICH.
Von admin am
9. September 2009 veröffentlicht
Autor: Alex Koob
Veröffentlicht: workablogic.de
Diese Kurzgeschichte ist Teil einer Serie:
- Wenn der Postmann 2x klingelt
- Messer, Gabel, Schere, Licht, ist für diese Frisöse nicht
“Pfui Taxi, pfui!” Mein Hund hat irgendwie die Angewohnheit am liebsten gegen die Mauer unseres Nachbarwohnhauses zu machen. Es ist ja verständlich dass er den Druck sofort mal abbauen will sobald wir bei uns aus dem Haus sind aber muss es denn immer direkt an der nächstbesten Wohnhausmauer sein? Wie sieht das denn aus? Dann wird doch wieder sofort getuschelt: “Ah hier, die Frau Soundso, die läßt Ihren Hund wieder überall seine Geschäfte verrichten.” Es wäre ja nicht zum ersten Mal wo ich von einem Nachbarn bei der Gemeinde angeschwärzt werden würde. Jetzt kommt auch noch der Briefträger um die Ecke gefahren. “Taxi, komm weiter, komm…” und ich zwinker ganz verrucht meinem Lieblingspostboten entgegen. Ich wette ich komme gut bei dem an.
Voller Selbstbewusstsein stolziere ich also weiter den Bürgersteig entlang und sehe am Kirchenturm dass es bereits 8:27 ist. Bald muss ich also wieder zur Wohnung umkehren damit ich auch pünktlich um 9Uhr im Frisörladen stehe. Nicht dass es wieder einen Rüffel von der Chefin gibt.
Och man, Chefin… was wäre ich gerne selbst meine eigene Chefin, hätte meinen eigenen Frisörsalon und könnte den mal so richtig peppig einrichten wie es mir gerade gefällt. Nicht alles so grau in grau und langweilig wie es bei meiner Chefin der Fall ist. Aber nun gut… mein eigener Frisörsalon ist vermutlich noch Lichtjahre entfernt, 9Uhr allerdings rückt immer näher und somit heißt es bald wieder: Schnipp, Schnapp!
Auf der Arbeit angekommen bin ich zuerstmal froh dass es noch recht ruhig ist. Nicht nur von den Kunden her, sondern auch die anderen Frisösen sind noch nicht vollzählig erschienen und somit ist es um einiges ruhiger als wenn 4 Tratschweiber auf einem Haufen sind. Ich habe natürlich nichts gegen eine solche Kaffeekränzchen-Atmosphäre aber morgens früh kann es gerne etwas ruhiger zugehen.
Die ersten Kunden sind bereits überstanden. Einer Hausfrau aus der Gegend habe ich eine Dauerwelle verpasst, einem dicklichen Taxifahrer sein graues Haar mit neuer Farbe vertuscht und ich durfte sogar einem Piloten die Haare stutzen. Aufregend, aufregend. Nicht was sie jetzt denken, sondern seine Arbeit. Was muss es toll sein über den Wolken zu schweben…
Meine Chefin ruft mich mit ihrer schrillen Stimme allerdings wieder schnell auf den Boden der Tatsachen zurück, der nächste Kunde steht an. Oder besser, die nächste Kundin. Eine liebenswerte Omi, auf den ersten Blick.
Hier die Haare gestutzt, dort wieder ein bisschen Farbe in die Haare gebracht und zack unter die Haube. Während die alte Dame also nun gemütlich Zeitung liest und die Haube ihre Arbeit verrichtet, kümmere ich mich um einen Jungen im Teenager Alter, der mir das Leben sehr einfach macht. “Einmal bitte rundum auf 10mm gestutzt” sagte der kleine Mann. Wow, sogar ein Bitte habe ich gerade bekommen. Da soll mal einer sagen die Jugend von heute wäre nicht mehr das was sie mal war?!
Ich habe also mal alles mit der Schere schon etwas ausgedünnt und kurzgeschnitten ehe ich die Haarschneidemaschine ansetze, alles bis auf 10mm abrasiert habe und vor lauter Rasieren habe ich doch glatt unsere liebe Omi vergessen, die mittlerweile fast unter der Haube dahin geschmolzen wäre, wäre sie nicht so tief in Ihre Zeitschriften versunken. Es roch sogar schon etwas komisch aus ihrer Gegend, ob es aber nun der Apparat oder doch schon ihre Haare sind, sei mal lieber dahin gestellt. Nur gut dass die älteren Mitmenschen wohl nicht mehr den besten Riecher haben und gottseidank fiel der guten Dame mein Malheur auch nicht auf und als die geschätzte 80jährige den Salon verlassen hatte, musste ich erst einmal gut durchpusten. Uffh, nichts passiert.
Ordentliches Trinkgeld bekam ich ebenfalls von ihr – danke gnädige Frau. Bestimmt war sie froh dass ich ihr mehr als genügend Zeit gegeben hatte um die Klatsch&Tratsch Zeitschriften in Ruhe fertig zu lesen.
Nun ging es auch schon zielsicher in Richtung Feierabend und dort wartet mein kleiner Vierbeiner auch sicherlich schon auf seine nächste Portion im Fressnapf. Vielleicht lache ich mir ja auch mal endlich wieder einen Zweibeiner an, doch vom Letzten ist halt nur der kleine Taxi geblieben. Meinem Ex selbst, dem waren seine Tüfteleien und sein Tuning an seinem Manta halt wichtiger als ich und somit war dieser Lebensabschnitt auch wieder schnell beendet.
Von Hickey1 am
2. September 2009 veröffentlicht
Der Wecker klingelte Punkt 6Uhr morgens. Ich musste mich diesmal wieder richtig aus dem Bett rausqüälen. Mir kam es so vor als wäre ich gerade erst eingeschlafen und ich hätte noch ein paar Stunden zu schlafen. Ich war noch total benebelt, als hätte ich gestern Abend ein paar Bier getrunken. Aber die Nacht war schon wieder vorbei. Ich arbeitete in der letzten Zeit sehr hart, weiß manchmal gar nicht mehr wo ich anfangen soll, wo vorne und hinten ist. Ich stand auf und ging ins Bad, schaute in den Spiegel und sah wie fertig ich aussah. Ich nahm meine Hände voll kaltem Wasser und rieb sie mir ins Gesicht, um versuchen etwas frischer auszusehen. Aber es half nichts. Ich zog mich an und musste auch sofort los, da ich diesmal zur Arbeit laufen musste, da mein Fahrrad einen Platten hatte und ich seit Tagen zu faul bin diesen zu flicken. Außerdem habe ich dafür gar keine Zeit. Davor gab ich aber wie jeden Tag Futter in mein Aquarium zu den Fischen. Die Fische waren in der letzten Zeit meine einzigen Freunde, mehr Zeit hatte ich einfach nicht für jemand anderen. Ich ging aus dem Haus und wollte schnell noch auf dem Weg zu meinem Bäcker, um wenigstens etwas kleines zu essen. Denn erst gegen Mittag hätte ich wieder die Möglichkeit gehabt etwas zu essen. Und bis dahin kommt es mir oft wie eine ewigkeit vor. Komischerweise war es diesmal gar nicht voll beim Bäcker, denn sonst stehen um diese Zeit eine Menge Leute an, die auch noch schnell etwas kaufen möchten, bevor sie sich hektisch weiter zu ihrem Job machen. Ich fand es gut und war sofort an der Reihe und hatte somit wieder Fünf Minuten gut gemacht. Ich lief weiter zur Arbeit und es fiel mir auf, dass die Straßen ziemlich leer waren, sonst ist hier an den Kreuzungen doch immer reger Verkehr, die ganzen Pendler die aus den Nachbarstädten kommen. Aber daran hielt ich ich mich nicht lange auf, ich war immernoch dabei erstmal wach zu werden. Ich dachte eher an die Stellenanzeigen die ich neulich in der Zeitung laß, weil mir der Job doch etwas über den Kopf wächst. Denn momentan gibt der Stellenmarkt einiges für mich und meine Qualikationen her. Ich lief weiter und überlegte in der Zeit weiter welche Aufgaben ich die letzten Tage alles nicht geschafft habe und noch beenden muss. Der Chef wird wohl wieder Stunk machen und den ganzen Tag schlechte Laune haben. So wie ich, denn wenn er am Tag zehnmal zu mir ins Büro kommt und ständig neue Aufgaben und Prioriäten erklärt sehe ich auch kein Land in Sicht und habe wie jeder sicherlich verstehen kann nicht die beste Laune. Wenn ich da meine Mitarbeiter beobachte, die zwischenzeitlich noch 20 Minuten mit der Freundin telefonieren und zigmal zum Rauchen gehen kommt mir das schon etwas spanisch vor. Wenn ich mich nicht täusche haben die sich doch auf das gleiche Stellenangebot beworben wie ich. Nur kam es mir noch nie so vor, als ob diese Leute den gleichen Stress wie ich haben oder so viele Überstunden machen wie ich. Mit ihnen macht der Chef sogar ab und zu Witze und das vor meiner Anwesenheit. Sie lachen zusammen und haben einen lockeren Umgangston. Hinzukommt, dass der Chef selbst oft von seinem Privatleben erzählt und mir dieses immer vorenthält. Wenn er zu mir kommt hat er immer nur negative Nachrichten für mich oder eben neue Aufgaben, die so schnellst wie möglich zu bearbeiten sind. Was er den Kollegen erzählt erfahre ich immer erst viel später von den anderen Kollegen. Diese meinen aber, er verhält sich doch zu jedem Mitarbeiter gleich. Aber so ist es nicht. Manchal denke ich auch, dass einige Mitarbeiter gegen mich sind und mich nicht ganz ernst nehmen, obwohl ich von allen als erster hier angefangen habe zu arbeiten. Normalerweise müssten ja alle neuen Mitarbeiter vor den bereits Arbeitenden Respekt haben. Aber hier läuft einiges anders so wie ich mir das eigentlich vorstelle. Viele solcher Gedanken schwirrten in meinem Kopf umher, dazu musste ich noch immer mit meiner Müdigkeit kämpfen. Ich träumte sogar diese Nacht wieder über meine Arbeit, da mich das wohl so sehr beschäftigt. Der Traum spiegelte sogar die Realität wieder. Ich musste als einziger Überstunden machen und bis Mitternacht im Büro bleiben. Dazu alterte ich in diesem Abend körperlich um 10 Jahre, ich bekam einen grauen Bart und bekam einen dicken Bierbauch. Ich selbst bekam dieses gar nicht mit. Am nächsten Tag lachten mich alle aus wie ich aussah und ich wurde durch einen jüngeren neuen Mitarbeiter ersetzt und wurde einfach so rausgeschmissen. Es war ein schlimmer Traum. Ich kam nun endlich nach einem langen und schnellen Fussmarsch am Bürogebäude an, total durchgeschwitzt und abgekämpft. Für Sport hatte ich auch keine Zeit mehr, denn sonst bin ich eigentlich ganz fit. Auf dem Parkplatz vor dem Gebäude stand aber noch nicht auf dem fest reservierten Parkplatz das Auto von meinem Chef. So dachte ich mir, er wird wohl schon wieder außer Haus sein, um zu einem Meeting zu fahren. Obwohl es für die Zeit nun wirklich zu früh war. Ich ging zu der Tür des Bürokomplexes und klingelte, sodass mir unsere Sekretärin die Tür aufmacht. Aber da tat sich nichts. Ich klingelte und klingelte aber keiner machte auf. Darauf kam mir urplötzlich ein Blitzgedanke, ich schaute auf meine Uhr auf das Datum und sah dass heute Samstag ist. Ich konnte es nicht fassen, jetzt erklärten sich auch alle Dinge, die mir auf dem Weg bisher komisch vorkamen. Es ist Wochenende. Durch meinen Trott wusste ich schon gar nicht mehr welcher Tag es ist, da ich so gestresst von Tag zu Tag von früh bis abends arbeitete. In dieser Situation wusste ich, so kann es nicht weiter gehen. Auf dem Heimweg kaufte ich mir noch eine Tageszeitung mit neuen Jobangeboten, um nun endlich einen Neuanfang zu wagen. Als ich zu Hause war fühlte ich mich richtig schlecht und ich legte mich wieder in mein Bett und schlief bis in die Mittagsstunden durch.
Von RobertN am
2. September 2009 veröffentlicht
Er war ein etwa 1.80m großer, graumelierter, Mitvierziger, der gerade eben dabei beobachtet wurde, wie er mit seiner 9 jährigen Tochter Frisbee auf der Wiese des kleinen Stadtparks spielte; einer der wenigen Orte, wo man noch einigermaßen entspannen konnte.
Und trotz der vielen Strapazen der vergangenen Jahre, trotz der Verluste und der vielen Mühseeligkeiten vergaßen sie hier für ein paar Stunden all den Stress und lachten und hatten Spaß, als ob all das nicht gewesen wäre.
Als die kleine Laura damals vor 9 Jahren zur Welt kam, war das Glück der beiden perfekt. Simone und Jan lebten damals schon viele Jahre zusammen, waren glücklich, hatten ihr Studium beendet und bewohnten ein Reihenhaus in einem Randbezirk der Stadt.
Als Laura 2 war und Simone schon wieder eine Zeit arbeitete wurde sie immer häufiger krank. Häufiges Unwohlsein mit Schwindelgefühlen und einem Überlkeitsgefühl waren an der Tagesordnung. Kurz darauf dann die Diagnse des Arztes: Tumor im Pankreas, Bauchspeicheldrüsenkrebs, der nicht operabel sei.
Der Schock saß tief und obwohl das Paar sich schwor zu kämpfen fiel Simone bald in ein tiefes emotionales Loch. Nach etwa 3 Jahren konnte sie nicht mehr arbeiten. Die einzige Hoffnung, die die drei noch hatten, war ein Spender, eine Hoffnung, an die sich vor allem Jan zu klammern schien, der regelmäßig recherchierte und alles für seine Frau tat. Diese schien jedoch innerlich schon zerbrochen zu sein, hat die psychologische Beratung aufgegeben.
Als Jan im März des darauffolgenden Jahres nach Hause kam, nachdem er seine Tochter aus dem Kindergarten abholte, fand er seine große Liebe tot im Bett.
“Mami schläft jetzt für immer” sagte er seiner Tochter, als der Krankenwagen sein halbes Leben mitnahmen. Die andere Hälfte seines Lebens stand neben ihm und weinte nicht.
Er glaubte, dass sie es noch nicht verstand, was da passiert ist, dass Mami tot ist und nicht wieder kam. Er verstand es ja nicht mal selbst, dass all das, was sie erlebt hatten, in den verganenen 15 Jahren, jetzt vorbei sein sollte. Dabei hatte er sich in den letzten Wochen immer wieder ausgemalt, dass der Tag bis zu ihrem Tod nicht mehr weit sein würde, dass sich alle irgendwie damit zurechtfinden müssten. 2 tage bevor er sie fand sagte sie ihm noch, dass er sich keine Sorgen machen brauche, und dass es nunmal so komme, was aber nicht schlimm sei, da sie ein schönes Leben mit ihm hatte. Das war im Gegensatz zu all den anderen Wochen ein ganz anderes bild von ihr, das komplette Gegenteil ihrer sonstigen Gemütszustände und er dachte, dass es jetzt vielleicht nochmal besser werden würde.
Nun lebt er schon mehrere Jahre alleine mit seiner Tochter und hat sich geschworen sie gut zu erziehen, hat sich geschworen nie wieder einen Fehler zu machen und immer einen Platz für Simone in seinem herzen zu behalten.