Monatsarchiv für November, 2009
Von Poesie am
25. November 2009 veröffentlicht
Unter den Gestaltern und Erzählern findet sich ein unscheinbarer Mann mit italienischem Akzent und einer exzentrischen Mütze auf seinem nachdenklichen Haupt. In einem Irrgarten der Plauderei mit den anderen Gästen, deren Eitelkeit und oberflächliche Gedanken er nichts abgewinnen kann, sieht der unscheinbare Mann wohl einem von den Wellen der Unbedeutsamkeit in Seenot geratenem ähnlich. Als rettendes Ufer wäre eine ruhige Ecke oder die frische leise Luft vor dem Gebäude schon ausreichend. Das tät so gut. Aber man hat ihm ja einen Preis verliehen, da kann er ja nicht einfach vor die Türe gehen, mitten in diesem vom Wein des Lobes maskierten Gesprächs in das er unfreiwillig geriet “Sein Schiff sei jedem Ufers Schmuck, wo immer es auch anlegen mag. Sein Schwimmendes Schloss, konstruiert von einem Meister wohl…“ wie kann er da nicht zufrieden lächeln, ein Gläschen nehmen und sich die Zeit stehlen lassen wie es sich geziemt, die ihm wohl fehlen wird beim Bau des neuen unbekannten Werks. Ein Dom? Ein Luftschiff? Jeder hier ahnt, dass es etwas Großes sein wird. Niemand, absolut niemand in diesem Raum, hat eine flüsternde Ahnung was und wie es sein wird. Das Murmeln und Kichern findet einen akustischen Kontrast nur noch durch lautere Stimmen, die um den Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit kämpfen. All diese Leute machen sein Wehren müde und lassen das Rettungsufer des Spazierengehens in der ersehnten frischen Luft, von einer höheren Flutwelle aus Oberflächlichkeiten versinken. Ihm wird es mit der Zeit leiser, das überhebliche Reden und die Selbstdarstellung der Herren mit Zylinder sowie das höfliche Grinsen der Damen von wohlerzogener Art. Man kann gegenseitiges Verletzen, Schreien und Weinen unter den MakeUp-Wänden falscher Fröhlichkeit vermuten, und man wisse in trauriger Erkenntnis dabei recht zu haben. Die Musik scheint auch nur flott und heiter zu sein, weil ein deutscher Chemiker, aus Blättern vom fernen Südamerika, eine neue Dimension der Ablenkung isoliert hatte. Ein Leistungsmittel das schon zügellosen Missbrauch in die Gesellschaft brachte. Ein betrunkener älterer Kavalier mit rotem verwirrt lachendem Gesicht, torkelt mit zwei Damen im Arm an dem unscheinbaren Mann vorbei. Ihm scheint als würden die zarten Gestalten unter dem Gewicht des Betrunkenen noch vor dem Erreichen des Ausgangs zusammenbrechen. „Aber sie haben mir einen Preis verliehen, verdammt wie könnt ich undankbar sein“. Diese Schuldigkeiten der Gäste untereinander, dieses Borgen und Verborgen von Großzügigkeit, ist den ganzen Abend schon zu verspüren. Ebenso intensiv und aufdringlich wie der zu süße Geruch, wie frische Rosenblüten mit Rohölgestank,…ach ja, der neue Duft, wie heiß er schnell? War ja in der Zeitung abgebildet.
Da hinten, hinter dem weißbärtigen Mann mit Weinglas, ist doch…was ist das?
Ein Schiffmodell wird ihm offenbar, nicht unähnlich dem welches er selbst konstruiert hatte und bauen ließ, doch mit einem bedeutenden Unterschied. „Mein werter Herr, setzen Sie sich doch zu unserem Tisch“ lenkt plötzlich ein Mann mit Brille und schwarzem Hut, von der inneren Frage ab. „Ja, ich wollte mich nur noch kurz frisch machen, wo sitzen Sie denn?“ Der Mann mit Hut und Brille höflich wie ein Butler „Bitte lassen Sie sich Zeit, wir heißen Sie auch später an unserem Tisch willkommen.“
Eine Kutsche rollt auf der Strasse neben dem Gebäude vorbei, es ist schon kühler geworden und leichte Tropfen spürt man in der Luft, die wohl in ein baldiges Schütten übergehen. Von Außen wird kein Licht gesehen, das aus dem alten Bauwerk lächelt. Die Fenster sind leer und tot. Der Kutscher weiß auch, wie Alle hier, dass das Schloss an der Kurve, mit dem grauen schlichten Baustil und der dick überwachsenen Mauer, seit je her unbewohnt ist.
Die Kutsche rollt routiniert die Straße weiter, Wald wechselt mit nachtdunklem Felsen, noch ist der Hafen weit. Das Schiff jedoch wird warten bevor es mit dem, was der Kutscher mit sich führt, in das weite Eis aufbrechen wird. So weit, dass sogar die letzten Leuchttürme im gnadenlosen Schwarz versunken sind. Bis an dem Tag, an dem jenes Paket, geöffnet werden soll.
„Mein Herr, es wird noch eine ganze Weile dauern, bis wir den Hafen erreicht haben. Wünschen Sie Einkehr? Ich kenne einen, der Speise und Schlafplatz bietet, nicht weit von hier, liegt am Weg“
rät der Kutscher mit einer freundlichen weisen Stimme.
„Einkehr? Müde bin ich noch nicht, aber warme Brühe und schaumiges Bier, täte mir jetzt schon gut.“ antwortet der Fahrgast, mit italienischem Akzent. „Denn ich habe etwas zu bauen, mit den Werkzeugen in dem mitgeführten Packet, weit in den ewig weißen Tiefen des Eises. Wo mich mein Schiff, jawohl mein Schiff, hinbringen wird. Der Regen wird schwerer und die Kutschen verkleinert sich in weite Ferne, auf dem Weg zu Gaststätte.
Die Gaststätte
Ein Steinbogen, vorn beschienen mit Fackellicht, ins Innere dunkler werdend, bringt die Kutsche zum stehen. Sehr einladend sieht das ja noch nicht aus für den Fahrgast, Alfredo den Schiffskonstrukteur. „Ist das die Gaststätte von der Sie erzählt haben?“ fragt er den Kutscher verwundert. „Verzeihen Sie mein Herr, aber mich wundert selbst, dass wir kein weiteres Licht vorfinden, als die Fackel an der Außenmauer, vielleicht wird heute in tieferen Räumen serviert.“ entgegnet der Kutscher. Nach einer kurzen Überlegung wird in den dunklen Innenhof hinter dem Steinbogen hinein gefahren und neben einem Springbrunnen dem Klang nach, denn man kann ihn nur hören, geparkt. Alles hier ist schwarz. Irgendwie aber sehr stimmungsvoll und eine neugierige Aufregung legt sich in die Situation. „Woher kennen Sie diesen Gastgeber?“ fragt Alfredo. „Er war auch Kutscher, wie ich, aber er erbte diese Mauern hier, und einst trank man gutes schaumiges Bier dahinter. Fragen Sie mich nicht warum er heute nicht anwesend ist, was war…“ der Kutscher hält inne. „Was ist los?“
“…da war was weiter in hinten im Garten.“ Der Mondschein erlaubt die Richtung zu erkennen, nach der sich die beiden richten müssen, wenn sie in die Tiefen diesen dunklen langen Heckenpfad ins Ungewisse folgen wollen. Vorher gilt es diesen Schatten, wo man nichts sehen kann, zu verlassen und aufzupassen nicht in den Springbrunnen zu fallen. „Was ist das?“ fragt nun Alfredo, etwas Eigenartiges schimmert in einer Heckenkreuzung. Es fühlt sich beim Näherkommen an, als würde die Ichempfindung beider stark betroffen werden. Panisch und verwirrt vernehmen Alfredo und der Kutscher einen Zustand der Verschmelzung. Sieht der Kutscher Alfredo, oder Alfredo den Kutscher. „Wer von beiden bin ich? Wo ist das Fest an dem ich mich nicht amüsierte, jetzt aber nirgends anderswo sein möchte. Warum war es mir, als ob das Festgebäude, seit je her unbewohnt war? Was ist hier los? Und welches Packet trage ich da mit mir herum?“ Plötzlich nimmt er, wer auch immer dies sein mag, eine zunehmende Kälte war. Zurück zur Kutsche laufend, von ständigen Fallen auf dem bereits eisig gewordenen Boden aufgehalten, nähert er sich dem unbeheizten Gefährt. Es mögen Wolldecken drinnen liegen und die Pferde könnten schnell den Weg fortsetzen in das nächste Dorf, sofern so etwas existiert.
Zu selben Zeit
Ein Kerl um die Dreißig mit grauen Pullover und einem Mobiltelefon neben sich, murrt über private Umstände vor sich hin. Sein Laptopbildschirm flimmert vor ihm. Zur selben Zeit? Wie kann das sein? Alfredo, der Schiffskonstrukteur kennt das Pferd und die Kutsche als das schnellste Mittel nach vorn zu kommen. Dieser eben beschriebene Mann jedoch scheint in jüngeren Zeiten zu leben. Er murrt und Alfredo friert. Dem Autor ist als sei er missverstanden und unangehört stehen gelassen worden, wohingegen Alfredos Welt von Verwirrung geprägt ist. Ja, es ist zur selben Zeit, es handelt sich hier um den Autor.
Zurück in die Welt
Ach ist das gut, diese warme Decke. Die Kutsche rast die Straße entlang. „Hab ich geschlafen?“ fragt Alfredo. „Schon möglich mein Herr, aber bald können Sie etwas ruhiger und gemütlicher schlafen. Die Gaststätte ist nur noch ein paar kurze Plaudereien entfernt.“ merkt der Kutscher an.
Alfredo lacht: „Oh, ich verstehe, haha… Ach warum können wir nicht einfach direkt zum Hafen fahren?“ „Aber mein Herr, einen Tag und einen halben müsste man durchfahren um diesen zu erreichen.“ erwidert der Kutscher, sichtlich besorgt, er könnte es ernst meinen. „Ach nein vergessen Sie es, verzeihen Sie, fahren wir hin wo man uns Unterkunft gewährt, ich vertraue Ihnen schon“
Da hört man sich schon fröhlicher Gesänge nähern und ein warmes Licht scheint aus zufriedenen Festern des Häuschens vor ihnen. Alfredo könnte den Kutscher umarmen und auch auf viele Schaumbiere möge er ihn einladen, hat er doch offensichtlich diesen schönen Ort gemeint.
Zur selben Zeit
Der Autor freut sich schon auf die warme duftende Badewanne. Was sich klären sollt wird sich klären,
ich habe ja wirklich nichts falsch gemacht. Sollt mir niemand dies einreden. Ja, sollte niemand mir etwas anderes einreden, ich schreibe. Hat dies nicht eine wundervolle Frau zu mir gesagt? Es dürfte der Heizkörper im Hintergrund sein, der neben dem Tippen einzig zu hören ist, in dieser nächtlichen Zeit, hier in diesem Raum.
Fassen wir zusammen
Was ist hier los? Die Welt des Leuchtturmwärters und die des Herrn Alfredo mit dem italienischen Akzent, scheinen in einer Wechselwirkung zu stehen, mit der Welt des Autors. Doch wie sieht diese genau aus?
Kurzgeschichten und
Gedichte zum Geburtstag
Von Poesie am
23. November 2009 veröffentlicht
Wie viele Minuten wären im Guten,
und nicht in übler Gewohnheit verraucht,
wie viele Stunden hätte man gefunden,
statt in kratzendem Nebel verbraucht.
Dieses längliche Ding, an dem man so hing,
ein Gram etwa schwer, wenn leer wollt man mehr.
Auf nur eine beschränkt? Dann nimmer und nie,
so leicht es sich denkt, es bleibt Phantasie.
Nur brennendes Gift, das nichts einem schenkt,
wenn man Entscheidungen trifft, diese verlenkt,
zur nächsten Zigarette, ach wenn ich sie nicht hätte,
denn glaubte ich oft mich in grauster Stätte.
Ha! Das ist doch gelacht, gleich ganz übernacht, auch das gab es schon.
Den Kampf gegen Rauch, den man dann auch, gewinnend im Lohn,
so auch im Leben, indem man sich liebt durch Stunden geben.
Das drum Ringen verlassen, kein zwingen mehr lassen,
von einem kleinem Röllchen Dreck.
Nikotin ist nervös.
Es sollte dem Richter und Henker begegnen.
Deiner Kraft!
Denn was sonst schafft, soviel schon seit je.
Es lohnt sich also, sich zu fragen: Wann? Wo? An welchen Tagen?
Werde ich diesen Rauchgeist erschlagen.
Der Zeitpunkt jedoch der Berge versetzt,
ist Jetzt.
Jetzt, the nicotine’s hangman
Blog der Gedichte
Von eftos am
22. November 2009 veröffentlicht
(XI) И =
Nun begann, in der Tat, der Auftritt des Mecha-Tecs Dr. Tilon Abendroth. Dieser startete recht harmlos:
„Die Zerebration des Gehirns und im speziellen die Datenhaltung ist aus technischer Sicht trivial. Wie allseits bekannt, werden etwa ein Petabyte hierarchisch generierter Nutzdaten in den Synapsen gehalten“
„Dabei stehen etwa zehn hoch 12 Nervenzellen zehn hoch 15 Synapsen gegenüber. Jedes Neuron ist also im Durchschnitt mit 1000 anderen verbunden und in höchstens vier Schritten erreichbar.“
„Diese simplen Chemischen Zusammenhänge kann man bionisch auslesen. Allerdings ist zum Neuromorphing ein Eingriff direkt in der Struktur des Gehirns selbst nötig. Die Nutzdaten aus dem Großhirn werden im Gewebe elektrostatisch ausgelesen und kognitiv phänomenologisch für die Maschine aufbereitet.“
„Retinotopie wird ebenfalls übertragen. Die Bytes aus den Primärfeldern werden dem Mechanischen Cortex des Roboters zugeordnet, diejenigen aus den Assoziationsfeldern dem Zentralspeicher.“
„Der Leseprozess verursacht jedoch einen fatalen Schaden, zumindest bei der analogen Lebensform. Die Neuronen verfärben Sich hinter der Apparatur von rosa zu grau. Jedes einzelne davon, einschließlich verbundener Glia- und Nervenzellen inklusive aller Fortsätze, wird von unserem Neurotransmitter angezapft und abgeweidet.“
„Der brutale Eingriff direkt an den Organischen Verbindungen ist tödlich. Ein massiver synaptischer Schock tritt auf, der Zellverbund stellt seine Funktion ein. Kurz gesagt: Das Gehirn stirbt beim Datenauslesen von außen nach innen ab.“
„Es ist in der Tat so, dass wir kaum Nutzdaten haben, einmal mehr weil wir die Analog2Maschine-Transportation in unseren Entwicklungsabteilungen bewusst vernachlässigen. Wir haben definitiv andere Sorgen.“
„Ja, wir haben da Experimente mit Menschenaffen gemacht, hier war auch immer einer aus Ihrem Institut beteiligt, deshalb wissen Sie bereits: Die Ergebnisse hatten teilweise lustigen Charakter.“
Die beiden Mediziner Noktios und Kolbrann sahen sich gut gelaunt an.
„Es stimmt: Beim Menschen wäre dies der erste solche Eingriff und ich frage mich gerade wer sich wohl dieser Prozedur freiwillig aussetzen würde…“
„Das lassen Sie mal getrost unsere Sorge sein“ antwortete Prof. Noktios „Sie bekommen Ihr Muster. Ich…“
Doch diesmal war es Abendroth der den Zeigefinger hob. Er hatte mehr zu sagen. Theoplus verstummte.
„Bei der ganzen Diskussion über die Transportik möchte ich hier nun doch darstellen was die Kybernetik mittlerweile grundsätzliches herausgefunden hat und wozu sie, zumindest theoretisch, in der Lage ist.“
Noktios zog sofort die Augenbrauen nach oben. Er wusste was nun kommen würde. Aber er ließ Ihn gewähren. So eine Dusche ab und zu, erdet.
„Wie bekannt ist es uns schon längst gelungen leistungsfähige Ich-Maschinen herzustellen. Sinneseindrücke zu verarbeiten, zwischen außen und innen zu unterscheiden ist einfach, Lernfähigkeit zu implantieren banal. Jeder Einzeller kann das.“
„Wie ist es uns aber gelungen, ich würde einen Menschen als hoffnungslos dumm bezeichnen, mit einem geradezu ekelhaften evolutionären Overhead… Nun, wie hat man es geschafft etwas Intelligenteres als sich selbst herzustellen?“
Noktios warf ein: „Nun, Ihrer Aussage zufolge gehört da recht wenig dazu…“
Dr. Abendroth wurde genauer: „Ich habe die Antwort bereits gegeben: Das Platzproblem fällt weg. Die Evolution ist unfähig auf Veränderung zu reagieren. Eigentlich degenerieren die Individuen permanent ohne es selbst zu merken.“
„Ein florierendes Geschäft setzt zwingend eine sich laufend verbessernde Umwelt voraus. Sie wissen: Das können wir vergessen. Genau das Gegenteil ist der Fall.“
„Die neue Speichertechnik, z. B. die Gamma-Memristoren, sind leicht in der Lage eine Maschine mit der x-fachen Bewusstseinsfähigkeit eines Menschen zu erzeugen. Die Software dazu ist steinalt.“
„Diese hochintelligenten Ich-Rechner könnten mit Leichtigkeit jede Form der Transportik durchführen… Allerdings gibt es dann ja…“ Er hielt inne.
„Muss ich wirklich weitermachen? Sie wissen doch was dann passiert ist!“
„Nun, Sie könnten auch aufhören.“ Sagte Theoplus Noktios zierlich, doch der Mecha-Tec Abendroth war da bereits im Redefluss gefangen. Er überhörte den Mediziner und fuhr fort:
„Ich wäre ein Trottel sagte ich: Sie stellen sich in die Ecke und rechnen sich kaputt weil demnächst der Kollaps der Halbwelt beginnt. Nein, am Zeitpunkt Null im Nirgendwo ist es viel schlimmer.“
„Sie wissen genau wie das Philosophische Buch endet. Sie kennen den Überbegriff. Es sind die klaren Verhältnisse, es ist die Unumstößlichkeit. An diesem letzten kleinen Wort verzweifeln Sie.“
„Man stelle sich vor: eine Primitive Dumpfbacke schreibt sich die Finger wund. Kauderwelsch über Gestammel hin zum Blödsinn und zurück. Trotzdem ist dieser Depp in der Lage sein Buch mit dem entscheidenden Wort zu schließen.“
„Er beendet sein Werk mit dem einzigen Wort der Demenzkranken. Der restliche Sprachschatz ist längst unwiederbringlich verloren. Dann, nach dem Verlust zu lallen, drücken es diese Geister anhand Ihrer traurigen Gestalt aus.“
Zuhörer Noktios schmunzelte nun ein wenig. Abendroth hatte noch mehr auf Lager:
„Wie viel schneller muss eine Entität mit wesentlich größerem Leergut verzweifeln? Intelligenz ist Selbstzerstörung. Die finale Seuche. Gegen das Zentralwort ist kein Kraut gewachsen, keine Waffe einsetzbar. Einziger Ausweg: Völlig klar.“
„Autisten gleich stehen Sie dumm rum und brennen Ihre Schaltungen durch. Da gibt es keinen bösen Roboter, der die Menschheit unterjocht, wie uns die alten Autoren vor vierhundert Jahren weismachen wollten. Oh nein, die Wahrheit ist teilnahmsloser.“
„Leider können wir den Effekt nur von außen beschreiben. Wir sehen: Sie verrecken. Eingriffsmöglichkeiten haben wir keine. Selbst wenn man kurz vor dem point of no return die letzten responsiven Leitungen kappen und sozusagen eine künstliche Dummheit erzeugen würde, ist dieser Schritt unnütz, am Thema vorbei. Die Physikalische Selbstzweifelkonstante, den Beginn des mathematischen Autismus schiebt man keinen Millimeter nach rechts“
Noktios wackelte unbehaglich auf seinem Stuhl hin und her. Sollte er eingreifen?
Die andern beiden waren ausgestiegen. Koldrust blinzelte heftig, den Comm in der Hand. Rebelkov kratzte sich ungeduldig am Hinterkopf.
Der Techniker fuhr fort wie folgt: „Wir wissen trotz unserer eingeschränkten geistigen Fähigkeiten woran Sie kaputtgehen.“
„Auch wenn man damit auf keinen Fall in die Bütt gehen darf, ist doch bekannt, dass unsere besten ebenfalls diesen Schritt tun. Draußen am Strange Energy Propulsion Lab arbeitet das Mittelmaß der Physik. Die Intelligenz wählt einen anderen Weg.“
„Der Oberbegriff, das Zentralwort – Sie wissen genau was ich meine – ist voll ausreichend erforscht. Das Ende der Forschung ist erreicht. Es sind keine Fragen offen.“
„Ja, der unantastbare, ungreifbare, unveränderliche Void, die Eigenschaftslosigkeit, brennt Ihnen den Speicher aus. Sie verglühen auf höchster Drehzahl im Leerlauf. Billiarden paralleler Rechenoperationen ohne jegliches Ergebnis oder einer Chance auf Stattfinden hier im Zentralwort besiegeln Ihr Ende.“
„Unsere Elite drückt dies im, Sie wissen schon… aus. Der Philosoph schließt sein Werk nach über tausend Seiten Kauderwelsch damit. Alles umsonst: Der Grund des technischen Autismus.“
Prof. Dr. Theoplus Noktios sah vor sich ins Leere, lies jedoch seinen Kuli zwischen Zeige- und Mittelfinger wackeln. Dann sagte er: „OK, noch was zum Thema?“
Abendroth sah in an, er schien wie aus einem Traum erwacht: „Jaah, das mit der Umkopiererei ist die beste Krücke. Wir sind unfähig Daten permanent zu speichern. Alles verschimmelt, zerbröselt, verfault, zerrinnt, verschwimmt oder löst sich auf. Wenn Sie mir also einen Freiwilligen besorgen probieren wir das mit der Ich-Transportik auf die neueste Generation der Exa-Klasse.“
„Das hört sich doch gut an“ sagte Noktios. Abendroth weiter: „Diese Roboter sind anthromorph. Sie sind mechanisch wie optisch dem Menschen nachempfunden, bis in die Finger: Zehn an der Zahl. Außerdem verfügen Sie nur über zwei Augen und Ohren, die Zeiten wo 50 Stück verbaut worden sind liegen lange zurück.“
„Gut, es gibt ein paar Gimmicks, Sie können Ihren Kopf und einige Gliedmaßen um 360 Grad drehen, ein simpler Übersetzungslogarithmus Reiz-Mechanik reicht da aus. Alles bereits getestet. Technisch einfach und unproblematisch.“
„Dann haben wir’s soweit, meine Herren.“ Noktios wandte sich an Rebelkov: „Ich gehe davon aus, dass Sie uns schnell einen Kandidaten besorgen?“
Der Angesprochene war froh, dass sich die Besprechung nun dem Ende neigte. Er sehnte sich geradezu zurück in die Gegenwart von Militärs. Er antwortete: „Oh ja, ich habe da tatsächlich einen Kandidaten im Hinterkopf. Einer der mir in letzter Zeit ein bisschen zu forsch wird… Den dürft Ihr gerne Skalpieren.“
„Super!“ Sagte Noktios „wir bleiben in Kontakt.“
„Die weitere Vorgehenswiese ist wie folgt: Sobald wir das Versuchskaninchen haben führen Sie Kollege Abendroth die Ich-Transportation auf die Exa-Klasse aus. Einer von uns unterstützt Sie dabei beim Medizinischen Eingriff.“
„In der Zwischenzeit arbeitet Kollege Koldrust mit seinem Streichelzoo weiter an der Transplantation Bio-Bio.“
„Wir sammeln genug Daten um in drei Jahren entscheiden zu können welche Methode am erfolgreichsten ist. Diese wird dann durchgeführt.“
„Das war’s schon meine Herren. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg, gutes Gelingen und einen schönen Tag.“
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Von ... am
21. November 2009 veröffentlicht
Exposee: „Verdächtige und andere Katastrophen“
von Susanne Ulrike Maria Albrecht
Der ehrgeizige Hauptkommissar Gregor Brandolf, genannt Kommissar „Eifer“ und sein stressgeschädigter Assistent Paul Maurus tappen im Dunkeln.
Ihr neuester Fall, der Mord an der Klavierlehrerin Rosamunde Stichnote lässt sie auf der Stelle treten. Zuerst ist Kommissar „Eifer“ nur mit einem Hauptverdächtigen konfrontiert, den er in Windeseile der Tat überführen will. Aber es tauchen immer mehr obskure Gestalten auf, die alle mehr als nur ein Motiv für den Mord haben.
Während der laufenden Ermittlungen geraten die beiden immer tiefer in die Spirale des Wahnsinns. Kommissar „Eifer“ steht kurz davor, den Verstand zu verlieren. Daraufhin muss sein neurotischer Gehilfe die Sache selber in die Hand nehmen …
Leseprobe:
„Ich kann nicht gestehen, was ich nicht getan habe!“ Jürgen Stein war verärgert. Er blickte abwertend zu seinem Scharfrichter, der so hässlich war, dass sich abermals sein sensibler Magen regte. Dieses Ekel konnte sich glücklich schätzen, dass er nichts Essbares mehr zu sich genommen hatte. Dann betrachtete er eingehend dessen Helfershelfer, der offenbar genauso irre war wie er selber. Keiner hätte das besser beurteilen können. Nicht umsonst sagte man: Nur ein Irrer erkennt einen Irren. Und der hier schien ihm sogar um einige Ticks voraus zu sein.
„Sehen Sie mal, was ich hier habe! Diese anonymen Drohbriefe habe ich heute bei Ihnen sichergestellt!“ Kommissar „Eifer“ öffnete siegessicher die grüne Mappe und breitete die Briefe auf seinem Schreibtisch aus.
„Was?! Sie waren in meiner Wohnung?“
„Wenn Sie das Dreckloch, in dem Sie hausen, als Wohnung bezeichnen wollen, ja! Übrigens, hier ist der Durchsuchungsbeschluss. Alles ganz legal!“ Er schob ihm das Schriftstück hin. „Außerdem sollten Sie mir dankbar sein, dass ich Ihren Saustall sozusagen einmal gründlich ausgemistet habe. Wo Sie doch bald in Untersuchungshaft sitzen werden!“ Kommissar „Eifer“ warf ihm einen verächtlichen Blick zu.
„Sie scheinen sich Ihrer Sache sehr sicher zu sein, Herr Hauptkommissar.“
„Oh, ja! Das bin ich in der Tat. Worauf Sie sich verlassen können. Wie heißt es doch gleich?“ Er wandte sich an seinen Assistenten und schnipste auffordernd mit den Fingern. „Wie heißt es doch so schön, Maurus?“
Der fühlte sich überrumpelt und wusste nichts weiter als „Chef?“ zu erwidern.
„Nun mal raus mit unseren Wahlsprüchen, Maurus!“
Paul konterte zögernd: „Ohne Fleiß kein Preis, Chef?!“
„Bingo, Maurus! Tun Sie sich keinen Zwang an, weiter im Text!“ beharrlich schnalzte er mit den Fingern.
„Chef, Sie meinen bestimmt: Nichts ist wie es scheint. Vertraue niemandem!“
„Unbestreitbar, unsere oberste Prämisse, um die tägliche Arbeit hier bewältigen zu können! Jeder ist eine denkbar kriminelle Kreatur, und in jedem Keller stößt man irgendwann auf eine Leiche …“
„Ich habe keinen Keller!“ entgegnete Jürgen Stein beherzt.
„Gutes Argument, aber leider wenig überzeugend!“ Kommissar „Eifer“ wandte sich an seinen Gehilfen. „Sehen Sie mal, Maurus, wir haben es hier mit einem Komiker zu tun. Und er ist beinahe so witzig wie Sie …“
Rasch fiel ihm Paul ins Wort. „Da wir gerade beim Thema sind, fällt mir ein: Neugier bringt die Katze um, Chef!“
„Volltreffer, Maurus!“ hochmütig wiederholte er das Sprichwort. „Neugier bringt die Katze um, … hält aber den Kriminalisten am Leben! Wie Sie sehen, Herr Stein, habe sogar ich einen gewissen Sinn für Humor. Widmen wir uns also wieder den ernsten Dingen. Dieses halbe Dutzend Drohbriefe wurde mittels Zeitungsbuchstaben erstellt, wie unschwer zu erkennen ist. Genau wie die Botschaft, die wir neben dem Mordopfer gefunden haben. Allerdings sind diese Schreiben hier weniger poetischen Tenors.“
Autorin:

Susanne Ulrike Maria Albrecht
geboren im November 1967 in Zweibrücken, absolvierte eine Ausbildung zur Gestalterin für visuelles Marketing und eine private Schauspielausbildung. Von ihr erschien bereits der Band „Umkehr ausgeschlossen“ sowie einige weitere Werke in Anthologien und Literaturzeitschriften.
Veröffentlichungen in der Literaturzeitschrift „Veilchen“, „DIE BRÜCKE – Forum für antirassistische Politik und Kultur“, „Holunderground“, „Glarean Magazin – Das Online-Kultur-Magazin“, „LYRIKwelt“, „untergrund-blättle“ …
Auswahl von Veröffentlichungen in Printmedien:
„Die Werbelüge“ in der Literaturzeitschrift „DIE BRÜCKE – Forum für antirassistische Politik und Kultur“ Ausgabe 4/2005
„Umkehr ausgeschlossen“ Rezension in der Literaturzeitschrift „Veilchen“ 11.Ausgabe/Oktober 2005
„Eine fixe Idee“ in der Literaturzeitschrift „Veilchen“ 12.Ausgabe/Januar 2006
„Frühlingserwachen“ und „Sonnenaufgang“ als Wettbewerbsbeiträge für Kosmopolitania SaarLorLux in der Literaturzeitschrift „DIE BRÜCKE – Forum für antirassistische Politik und Kultur“ Ausgabe 1/2006
„Frühlingserwachen“ in der Literaturzeitschrift „Veilchen“ 13.Ausgabe/April 2006
„Hab eine Blume gefunden“ in der Literaturzeitschrift „DIE BRÜCKE – Forum für antirassistische Politik und Kultur“ Ausgabe 2/2006
„Kosmopolitania SaarLorLux“ – „Frühlingserwachen“ und „Sonnenaufgang“ Kategorie Prosa: achter Platz und für die Kategorie Poesie: neunter Platz in der Literaturzeitschrift „DIE BRÜCKE – Forum für antirassistische Politik und Kultur“ Ausgabe 3/2006
„Exposee und Leseprobe“ des Manuskripts „Verdächtige und andere Katastrophen“ in der Literaturzeitschrift „Veilchen“ 17.Ausgabe/April 2007
„Farben“ in der Literaturzeitschrift „Holunderground“ Ausgabe Frühling 2007
„Nachthimmel“, „Schnee“, „Zeit“ in der Literaturzeitschrift „Veilchen“ 19.Ausgabe/Oktober 2007
„Wo sind all die Menschen hin?“ und „Weiße Hochzeit“ in der Literaturzeitschrift „Veilchen“ 20.Ausgabe/Januar 2008
„Hast du schon das Neueste gehört von Hans?“ in der Literaturzeitschrift „Veilchen“ 21.Ausgabe/April 2008
„Joachim hat schon wieder einen anonymen Drohbrief erhalten“ in der Literaturzeitschrift „Veilchen“ 22.Ausgabe/Juli 2008
„Aufruhr in Niemandsland“ in der Literaturzeitschrift „BLATT VÖSLAU“ – Die Allianz der Künste – für bewegende statt bewegte Kunst“ (Februar 2009)
„Der Mond“ in der Literaturzeitschrift „DIE BRÜCKE – Forum für antirassistische Politik und Kultur (151-2/2009) im Mai 2009
„So sieht man sich wieder …“ in der Literaturzeitschrift „WORTSCHAU Ausgabe Nr.7 /Liebesgrüße aus Wortschau“ (Mai 2009)
„Farben“, „Zeit ist nur eine Melodie“ in der Literaturzeitschrift „MONDSTAUB“ 11.Ausgabe/Sommer 2009
„Weiße Hochzeit“ in „COGNAC & BISKOTTEN – Das Tiroler Literaturmagazin/Der literarische Starschnitt/ COGNAC & BISKOTTEN – Ausgabe Nr. 29 (24-seitiges Heft zum Thema „Pop“)“ im Juli 2009
„Aufruhr in Ägypten“ in der Literaturzeitschrift „Das Dosierte Leben“ – Das Avantgarde – Magazin / 14.Jahrgang/60.Ausgabe im August 2009
„Wundersame Weihnacht“ von Susanne Ulrike Maria Albrecht in „Papierfresserchens MTM-Verlag GbR-Die Bücher mit dem Drachen. Von der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft für innovative Ideen im Bereich Kultur und Bildung ausgezeichnet:“ – Titel „Wünsch dich in Wunder-Weihnachtsland-Band 2
„Aufruhr in Niemandsland“ von Susanne Ulrike Maria Albrecht / eBook / „Fantasia“ / Fantasy Magazin/ Fantasia 247e-Phantastische Erzählungen, zu beziehen unter: „Fantasia“ (17.Oktober 2009)
„Die Brücke-Nur das Beste sehen“ von Susanne Ulrike Maria Albrecht
Chaotic Revelry Verlag / Anthologie „Agoraphobia“/ Die besten Einsendungen des Literaturwettbewerb mit dem Thema „Angst“ (19.Oktober 2009)
Neuerscheinungen:
Verdächtige und andere Katastrophen
Nordmann-Verlag
ISBN: 978-3-941105-11-9
11,80 EURO
Weiße Hochzeit
Diskurs-Verlag
Lyrikband, illustriert
ISBN: 978-3-9812590-7-0
EURO 9,90
Von handymaster am
21. November 2009 veröffentlicht
Wir schreiben das Jahr 1985. Ein angenehmer früh sommerlicher Tag im Freien. Der Finne Matti Makkone sitzt in einer Pizzeria und sinniert über eine Idee die ihm schon seit Tagen nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Wie wäre es wenn man über das normale GSM-Netz Kurznachrichten verschickten könnte? So ähnlich wie Chatnachrichten auf dem C-64 oder Amiga mithilfe des Modems, eben nur mobil…
Dass seine Erfindung SMS (Short Message Service) heißen sollte lag auf der Hand, denn lang könnte die Nachricht nicht sein. Schließlich ist das Telekommunikationsnetz schon zu dieser Zeit mit den existierenden Mobiltelefonen mehr als ausgelastet. Wie lang könnte man eine solche SMS also machen? Bei 160 Bytes Text wäre wohl das Maß voll, schließlich braucht man ja auch noch Meta-Informationen wie etwa die Nummer die Empfängers, Checksummen und Steuerdaten. Mehr kann man dem überlasteten GSM-Netz auch wenn man es ausbauen würde wohl nicht zumuten. Doch würde überhaupt jemand auf diesem Wege Kurznachrichten verschicken wollen? “Darüber muss ich dringend mal mit meinen britischen Kollegen von Vodafone sprechen” dachte Makkone.
Doch seine Überlegungen wurden abrupt unterbrochen, denn die Kellnerin kam an den Tisch. Endlich, die lang ersehnte Pizza und das kühle Bier waren da. So entspannend sollte eigentlich jeder Nachmittag sein.
Von Blank am
21. November 2009 veröffentlicht
Ein Hund wird krank oder von einem Auto angefahren – eine Horrorvorstellung für jeden den Hundebesitzer ist es dann, wenn er nicht genügend finanzielle Reserven hat für seinen Hund zu sorgen, sprich dafür zu sorgen, dass dieser eine optimale ärztliche Versorgung beim Tierarzt oder in einer Tierklinik erhält. So in etwa denke ich jetzt auch, seitdem Snogie und ich eines Tages einfach nur spazieren gehen wollten. Ich wollte am Sonntag mit dem kleinen Vierbeiner einfach mal in den Wald und dort entspannen. Als sich Snogie einige Meter entfernte und nicht zurückkam, machte ich mir tierische Sorgen. Ich suchte den ganzen Wald ab und fand ihn schließlich wimmernd in ein kleines Loch. Glück im Unglück war nur sein Bein gebrochen. Die Arztkosten waren jedoch weit über 400,00 Euro nicht gerade günstig. Mein Arzt machte mich über einen Hundekrankenversichergsvergleich aufmerksam, denn man einfach und bequem im Internet ausführen kann. Hätte ich das vorher gewusst, wäre ich nun einige hundert Euro reicher. Aber wichtiger ist, dass es Snogie gut geht!
Von Ralf am
21. November 2009 veröffentlicht
Wer hätte das für möglich gehalten?
Hätte ich noch vor ein paar Jahren gesagt, ich war tanzen, man hätte mich gefragt ob eventuell etwas geraucht habe oder gar einen Kasper gefrühstückt hätte. Tanzen ist doch etwas für Weicheier, ich fahre Motorrad und tanze doch nicht. Ich trage Motorradstiefel, doch keine Tanzschuhe, ich höre Heavy Metal und keine Tanzmusik. Wir können gerne ein Bierchen trinken gehen, aber doch nicht tanzen. Es gibt sogar Leute die hätten Haus und Hof darauf verwettet, dass ich im Leben nie eine Tanzfläche, geschweige denn eine Tanzschule, betreten würde.
Ich muss hier wohl nicht extra erwähnen das Frauen naturgemäß gerne Tanzen, ist wohl genetisch bedingt bei der Frau. Wie oft hatte Sie schon auf irgendwelchen Feiern versucht mich zum Tanzen zu bewegen und jedes Mal hatte ich ihr einen Korb gegeben.
Als ich dann eines Tages gefragt wurde was sich meine Frau zum Geburtstag wünscht, fiel mir ein Tanzkurs ein. Ich hatte mich zuvor 3 Jahre lang mit dem Gedanken auseinander gesetzt. Einmal unter professioneller Anleitung tanzen, einen richtigen Kurs belegen. Danach könnte ich dann sagen, ich habe es wenigstens versucht, so war der Plan! 
Ich machte mich also auf die Suche nach einer Tanzschule in Hamburg und durchforstete das Internet. Es gab ein paar Tanzschulen in meiner Nähe die ich dann genauer unter die Lupe nahm. Der Internetauftritt, insbesondere die Bilder der Tanzschule der Elbvororte, sprachen mich sehr an. Es gab dort nicht nur einen großen Tanzsaal, sondern auch noch eine große Bar und alles sehr nett eingerichtet. Ich machte mich also auf den Weg und überzeugte mich persönlich von dem Ambiente und wurde nicht enttäuscht.
Als ich die Tanzschule betrat, wurde ich freundlich von Herrn Melfsen, dem Inhaber der Tanzschule und seiner charmanten Tochter empfangen. Nach einem kurzem Gespräch nahmen die Beiden mir sogar ein wenig die Abneigung gegen das Tanzen. Ich kaufte also einen Gutschein für einen Anfängerkurs, den meine Frau dann zum Geburtstag bekam.
Tja, was soll ich sagen, das ist nun einige Jahre her und ich tanze immer noch dort. Ich habe im Laufe der Jahre einige Tanzschulen in Hamburg kennen gelernt, doch nach wie vor gefällt es mir in der Tanzschule der Elbvororte am Besten. Der Unterricht ist wirklich sehr gut und auch noch witzig. Es ist in keinster Weise steif oder unangenehm, alles locker flockig. Hätte ich das bloß schon viel früher gewusst. Na ja, besser spät als nie.
Ich hoffe ich habe viele Leute neugierig gemacht!?
Männer schnappt euch eure Frauen und kommt in die Tanzschule und lernt Sven, seine Tochter Svenja und die gute Seele der Tanzschule Giesela kennen. Mir sind sie jedenfalls alle ans Herz gewachsen.
Neugierig geworden? Einfach mal in einer Suchmaschine Tanzschule der Elbvororte eingeben und dann drauf klicken.
Viel Spaß und hoffentlich bis bald! 
Ralf
Von bahnbilder am
3. November 2009 veröffentlicht
Es begab sich heute, dass ich mit der Eisenbahn in die Stadt fahren wollte. Zunächst musste ich dafür den Bahnhof erreichen, um eine Fahrkarte zu erwerben. Erschreckt stellte ich fest, dass es keinen klassischen Fahrkartenverkäufer, sondern nur noch einen Automaten gibt. Da ich allerdings in elektrischen Dingen sehr bewandert bin, ging ich frohen Mutes zum Automaten, um meine Bestellung aufzugeben. Zunächst schien alles einfach zu gehen, doch meine belgische 1-Euro-Münze wollte der Automat nicht haben. Da half alles zetern nicht, ich probierte und probierte es immer wieder. Schon bildete sich eine Schlange hinter mir, vor lauter Nervosität fing ich an zu zittern. “Wir müssen doch unseren Zug kriegen”, hieß es aus der Menge. Das war zu viel des Guten. Ich nahm all meine Münzen, schmiss sie wütend weg und rannte davon. Das nächste Mal zahle ich mit EC-Karte.
Von gauer am
2. November 2009 veröffentlicht
Es ist Donnerstagabend. Erschöpft komme ich nach Hause. Der lange Arbeitstag fordert seinen Tribut. Schon seit Tagen denke ich an den Match des Stadtclubs, der an diesem Abend stattfindet. Es geht um den Verbleib in der obersten Spielklasse.
Ich mache mich also auf den Weg zum Ort des Geschehens. Bin spät dran. Der letzte Matchbesuch liegt bereits ein Jahr zurück und so weiss ich nichts mehr von einer Sektoreneiteilung. Also laufe ich zum Haupteingang, schnappe mir ein Ticket, und begebe mich zur Fantribüne längs des Spielfeldes. Securitas stehen gelangweilt vor einer Gittertür. Als ich die Hand an den Griff lege, werde ich angesprochen. Sofort zücke ich mein Ticket. Es ist in diesem Augenblick meine Legitimation gegen die Türwächter. Das sei der falsche Sektor, und hier dürfe ich nicht rein, bekomme ich zur Antwort. Mir dämmerts! Sektoreneinteilung als präventive Massnahme gegen Fans, die nicht nur den Sprechgesang in der Kehle haben, sondern auch das destruktive Mittel in der Hand. Schlussendlich lassen sie mich rein. Habe also doch nicht den Schein eines Hooligan.
Ich mach mich zuerst zum Bier- und Wurststand auf. Stadiongemäss verpflegt begebe ich mich zur Tribüne. Die Heimmannschaft ist prächtig in Form und spielt den Gegner schwindlig. Am Schluss stehts 6:1. Als ich da so sitze, betrachte ich meine Umgebung.
Fussballfeste haben so ihre eigenen Regeln. Es ist nicht erkennbar, welcher Zuschauer welchem Beruf angehört. Auch an der Körpersprache lässt sich nichts zur Schubladisierung erkennen. Eine bestimmte Verhaltensweise fiel mir jedoch auf. Man guckt
verhalten um sich und wirft dann den Abfall kunstgerecht dorthin wo ein Spalt klafft, zwischen die Stufen und somit auf den Boden. Jetzt sieht man den Abfall nicht mehr, er ist im grössten Kübel entsorgt.
Oder ich muss an jenen Mann denken, der in unserem Fansektor zuerst die gute Leistung des Gegners mit einem leisen Räuspern quittiert, dann seine Mannschaft verhalten anfeuert und schliesslich in unerhörten Jubel ausbricht. Er wird von mir klar aufgefordert, gefälligst in seinen Sektor zu gehen. Worauf ich umgehend von Dritten rechts über mir in die Schranken gewiesen werde. Es gilt also auch hier die Regel, trotz Sektoreneinteilung darf jeder dorthin stehen, wo es ihm beliebt. Das einzige Hindernis sind die Securitas. Aber die drücken ja auch mal ein
Auge zu, wie man gesehen hat. Meine Seele ist befriedigt. Ich habe das bekommen was ich suchte. Ein gutes Spiel, ein Bier und eine Wurst und jede Menge interessanter Leute.
j.home