Short Story

Kurzgeschichten mit Links

Monatsarchiv für Oktober, 2010

Hanni im Goldrausch

Von Samsa am 29. Oktober 2010 veröffentlicht

Es war einmal ein kleines Mädchen mit knallrotem, gelockten Haar und vielen Sommersproßen im Gesicht. Ihr Name war Hanni und es lebte einsam, arm und allein in einem kleinen Städtchen namens Küstrin. Küstrin liegt heute in Polen. Es gehörte aber im 19. Jahrhundert noch zu Deutschland oder besser gesagt zu Preußen. Hanni war 10 Jahre alt und war einsam, da sie ihre Eltern verloren hatte. Ihre Eltern kamen bei einer großen Flut um. Küstrin lag an einem großen Fluss, der Oder. Die Oder war ein gefährliches Fluss, da sie oft Hochwasser hatte. In manchen Jahren aber war das Hochwasser so schlimm, dass es weit über die Ufer stieg und viele Häuser überflutete. Außerdem konnte der Fluss dabei eine starke Strömung entwickeln und Menschen und Tiere einfach mit sich mitziehen. Dies passiert Hannis Eltern, vermutete man jedenfalls. Denn sie wurden nie wieder gesehen nach der Flut.

Niemand wollte sich jedoch so recht um das kleine Mädchen kümmern, welches die liebenden Eltern nach ihrem Verschwinden hinterlassen hatten. So war Hanni bereits mit neuen Jahren ganz auf sich allein gestellt und musste sich um Essen, Trinken und Geld bemühen. Da sie jedoch noch so jung war, wollte ihr niemand eine Anstellung geben und somit konnte sie auch kein Geld verdienen. Ohne Geld jedoch konnte sie sich nichts zu essen oder zu trinken kaufen. Also, versuchte sie wohlhabende Leute zu bitten, ihr eine kleine Spende oder ein Stück Brot zu geben. Die reichen Leute aber waren häufig sehr erzürnt, wenn sie sie anbettelte. Als Antwort bekam sie oft: “Wir sind ehrliche Leute und gehen ehrlichen Arbeiten nach, wieso sollten wir die Gesindel was geben?!”. Hanni war an vielen Tagen sehr verzweifelt, aber sie hatte einen großen Traum. Wenn sie erwachsen war, wollte sie auch wohlhabend sein und mit ihrem Geld anderen armen Kindern helfen, ihnen Unterkunft, Essen und Trinken geben. Deshalb überlegte sie oft, wie sie an so viel Geld kommen könnte.

Mitte des 19. Jahrhunderts gab es plötzlich großes Aufsehen unter den Geschäfts- und Handelsmännern in Küstrin und auch in anderen Städten. Viele von ihnen zogen in die neue Welt, genannt Amerika, denn sie hatten gehört, dass man dort mit einem Metall sehr reich werden konnte. Dieses Metall hieß Gold und war unsagbar wertvoll. Hanni war inzwischen 14 Jahre alt und hatte schon einige kleinere, eher niedere Tätigkeiten in Küstrin wahrgenommen. Für gehobenere Arbeiten empfand man sie nicht als qualifiziert genug,  da sie nur eine arme dumme Waise war.

Als sie von dem sogenannten Goldrausch in Amerika hörte, hatte sie die Idee ihr Glück auch in der neuen Welt zu suchen. Doch wie sollte sie bloß eine teure Fahrkarte für das Schiff bezahlen? Denn man musste ganze drei Monate auf dem Schiff bleiben, um nach Amerika zu schippen. Da traf sie einen Jungen, der nur ein Jahr älter als sie war. John war auch eine arme Waise und hielt sich mit Matrosenarbeiten über dem Wasser. Er kam eigentlich aus England, sprach aber inzwischen ein wenig Deutsch, da die Schiffe, auf denen er arbeitete häufig in Deutschland anlegten und deutsche Passagiere mitnahmen. Er freute sich sehr darüber, jemanden in seinem Alter kennenzulernen, der seine Probleme so gut verstehen konnte. Also, niemand konnte das besser als die arme Hanni! Da er nicht mehr allein sein wollte und Hanni gern nach Amerika wollte, bot er ihr an, sie heimlich mit auf das Schiff zu nehmen und sie dort zu verstecken, bis sie Amerika erreicht hatten. Hanni war begeistert! Also zogen sie beide in der Nacht auf das Schiff, damit sie in der Dunkelheit niemand sehen konnte und in der Früh des folgenden Tages legte das Schiff ab. Hanni war sehr aufgeregt, da sie noch nie auf einem Schiff war, noch nicht einmal auf einem Boot. Sie konnte noch nicht mal schwimmen, warum sie auch ein bisschen Angst hatte. Sie verstand sich jedoch sehr gut mit John und sie hatten viel Spaß gemeinsam.

Nach zweieinhalb Monaten anstrengender Schifffahrt erreichten sie endlich das von allen Passagieren heiß ersehnte Amerika! Nun trennten sich die Wege Johns und Hannis wieder und sie waren deshalb sehr betrübt aber sicher, dass sie sich eines Tages wiedersehen würden als reiche Menschen.

Hanni betrat die kleine Stadt San Francisco und begab sich sofort daran, herauszufinden, wie und wo man nun dieses Gold herbekommt. Einige Goldsucher waren sehr überrascht, dass ein junges deutsches Mädchen sich auf die anstrengende Suche nach Gold begeben wollte. Denn die meisten Goldsucher waren graubärtige Männer. Sie wiesen sie zum American River in den Sierra Nevada, einem großen Gebirge. Als sie dort ankam, sah sie viele Männer mit eigenartigen Schüssel in der Hand. All diese Menschen standen mit hochgekrämpelten Hosen im Wasser und schienen dieses zu waschen! Sie fragte ein paar von den Männern, was sie da taten und diese erklärten ihr den Vorgang des Goldwaschens. Man füllte dazu die Schüsseln, die statt eines Bodens ein Sieb hatten, mit Kies vom Flussgrund und siebte es in der Hoffnung auch nur einen winzigen Brösel Gold zu finden.

Hanni lieh sich von einem Goldsucher solch eine Schüssel und begann zu waschen. Bereits nach einer Stunde hatte sie einen etwa einen Zentimeter großen Goldklumpen gefunden. Sie selbst konnte den Wert dieses Stückchens jedoch noch nicht wirklich einschätzen und freute sich daher nicht übermäßig. Am Ende des Tages, nachdem sie 16 Stunden lang Gold gewaschen hatte, hatte sie einen stattlichen Haufen gesammelt. Mit ihrem Fund ging sie zum Tauschbüro und zeigte ihn vor. Der Angestellt war außerordentlich überrascht und erfreut über ihren großen Fund, den sie selbst gar nicht als solchen empfunden hatte. Er gab ihr daraufhin einen großen Sack mit Goldmünzen und sagte zu ihr: “Mein liebes Mädchen, nun musst du nie wieder arbeiten, denn du bist unschätzbar reich!”. Hanni fiel aus allen Wolken, als sie die ganzen Münzen betrachtete und konnte es kaum glauben, dass sie nach einem Tag Arbeit bereits alles geschafft hatte, was sie erreichen wollte. Sie fuhr in die Stadt San Francisco zurück, um das Schiff zurück nach Deutschland zu nehmen. Auf dem Weg durch die Stadt jedoch fiel ihr auf, dass es auch in Amerika viele arme Kinder und Familien gab. So entschied sie sich in diesem wundervollen Land zu bleiben, was ihr schließlich den Reichtum geschenkt hatte, und eröffnete in San Francisco ein Waisenhaus mit einem wunderschönen Tag, einem kleinen Bach. Sie nannte das Haus Goldkinder. Die Goldsuche führte sie jedoch fort und schickte immer wieder Briefgold zu ihrem alten Freund John nach England.

Schreie aus dem Wald

Von Heike Noll am 11. Oktober 2010 veröffentlicht
 Als Jenny abends nach der Arbeit mit dem Fahrrad nach Hause fuhr, befand sie sich gerade auf dem Waldweg, den sie täglich auf dem Arbeitsweg passieren musste. Es war zwar erst 19:00 Uhr aber da es Winter war, war es bereits schon sehr dunkel. Dazu war der Weg menschenleer, da es sich um eine Abkürzung handelte, die Jenny für sich entdeckt hatte. So konnte sie sich täglich mehr als 20 Minuten beim Arbeitsweg einsparen.
An diesem Tag war es irgendwie anders als sonst, konnte Jenny spüren. Sie konnte nicht Beschreiben was es war, aber sie hatte so ein komisches Gefühl.
Immer wieder sah sie nach links und rechts in den dunkeln Wald, während ihre Geschwindigkeit schneller und sie immer nervöser wurde. Hatte sie da nicht ein knacken gehört? Vielleicht bilde ich mir das nur ein, weil ich mich bei dieser Kälte auch etwas unwohl fühle. Dachte sie.

Es war sehr still. Man hörte nur das Rollen des Fahrrades und das Streifen des Dynamos am Fahrradreifen. Plötzlich hörte sie aus dem Dunkel des Waldes eine tiefe Männerstimme sagen: “Na los du Schlampe. Mach schon!“ „Bitte tu mir nichts“, schrie eine zitternde Frauenstimme. Jenny erschrak heftig. „Wer ist da?“ rief sie entsetzt in den dunkeln Wald, in dem man nichts erkennen konnte und bremste ab, bis ihr Fahrrad zum Stehen kam und die Fahrradlampe erlosch. Ihre Angst war zurückgewichen und sie machte sich nur noch große Sorgen um diese arme scheinbar hilflose Frau, der sie jetzt zur Hilfe kommen wollte. Keiner antwortete ihr. „Hallo? Wer ist da und was ist los? Bitte sagen sie etwas!“ rief Jenny laut in den Wald. Absolute Stille und Dunkelheit. Jenny stand da und versuchte etwas zu hören. Es war aber nichts zu hören.

Dann plötzlich hörte sie ein Geräusch, das sich schnell von ihr wegbewegte. Hörbar immer tiefer in den Wald hinein. Jenny zog sofort ihr Handy aus der Tasche und rief die Polizei. Etwa 15 Minuten später trafen drei Polizeiwagen mit Blaulicht dort ein. Sie nahmen die Adressdaten von Jenny auf, bevor sie dann endlich nach Hause fahren durfte.

Etwa so gegen 23:00 Uhr klingelte bei Jenny das Telefon: “Hallo hier spricht die Kriminalpolizei. Wir hatten den ganzen Wald durchkämmt und nichts gefunden. Keine Spur irgendeines Verbrechens. Sie sind wirklich sicher, dass Sie etwas gehört haben? Oder kann es ein Geräusch gewesen sein, das Ihr Fahrrad verursacht hat?“ meldete sich die Stimme am Telefon. Jenny war sehr empört über diese Unterstellung. Leicht sauer erwiderte sie:“ Natürlich bin ich sicher, dass ich die Stimmen gehört habe, sonst hätte ich ja wohl nicht die Polizei verständigt.“ „Wie schon gesagt: Wir haben nichts finden können. Wir werden morgen noch einmal einen Suchtrupp losschicken. Falls wir etwas Verdächtiges finden, rufen wir sie an.“ Sagte die Stimme am Telefon. „Ok. Vielen Dank.“ antwortete Jenny. Was kann das nur gewesen sein? Dachte sie.

Am nächsten Abend war Jenny bei ihrem nach Hause Weg mit einer Taschenlampe bewaffnet. Wieder fast an der gleichen Stelle ertönte plötzlich dieselbe Männerstimme wie am Tag zuvor: „Na los du Schlampe. Mach schon!“ „Bitte tu mir nichts!“ schrie wieder wie am Tag zuvor eine zitternde Frauenstimme. Jenny bremste sofort, ließ ihr Fahrrad zu Boden fallen, rannte in den Wald, wo die Stimme herkam, während sie die Taschenlampe aus ihrer Jackentasche zog und anknipste. Sie leuchtete um sich, konnte aber niemand sehen. „Hallo!“ schrie sie sehr verärgert. Keine Antwort. Plötzlich hörte sie hinter sich ein Geräusch, einen lauten Schrei, spürte wie etwas ihren Hinterkopf berührte, dann wie ihr etwas in die rechte Schulter krallt. Es ist etwas auf meiner Schulter“ dachte Jenny und hatte jetzt wahnsinnige Angst. Langsam drehte sie- mit geschlossene Augen-den Kopf um, leuchtete mit der Taschenlampe auf ihre Schulter und machte die Augen langsam auf.

„Oh mein Gott! Wer bist du denn? Wie süß!“ rief sie. „Oh mein Gott! Oh mein Gott!“ erwiderte der Papagei der auf ihrer Schulter saß. Jenny nahm das Tier mit nach Hause und machte Meldung bei der Polizei. Einige Tage später kam eine ältere Dame, um ihn abzuholen. „Er schaut so gerne Filme. Nur plappert er dann soviel nach, was er hört.“ Sagte sie.

 

Kurztrip nach Wernigerode – Ein Reisebericht

Von Artikelpro am 11. Oktober 2010 veröffentlicht

Kurz entschlossen hatten wir uns, meine Frau und ich, für einen Kurztrip nach Wernigerode entschieden. Die Stadt die am Nordrand des Harzes liegt. Sie wird auch die “Bunte Stadt am Harz” genannt. Schon bei der Anreise konnten wir das auf einem Hügel liegende neugotische Wernigeröder Schloss, dass erhaben über der Stadt thront, bewundern.

Im Stadtkern faszinierte uns vom ersten Augenblick an, die Vielfalt der prachtvollen Fachwerkhäuser, die sicher auf alle Besucher einen besonderen Reiz ausüben. Aus dem umfangreichen Übernachtungsangebot hatten wir uns für das KW Hotel Wernigerode entschieden.

Für unseren ersten Rundgang hatten wir uns für das Gelände, auf dem 2006 die Landesgartenschau stattfand, entschieden. Hier ist der Wernigeröder Bürgerpark entstanden. Im Jahr 2009 wurde hier der “Kleine Harz” eröffnet. Sehenswerte Gebäude, Kirchen und sonstige Bauwerke aus dem gesamten Harz sind hier im Maßstab 1:25 nachgebildet worden.

Im Umfeld des Kongresszentrums beginnt der Planetenweg, hier wird dem interessierten Gast unser Planetensystem leicht und verständlich dargestellt. Ein lohnenswertes Ziel liegt am Ende dieses Erlebnispfades, das Harzplanetarium. Astronomieinteressierte Besucher werden begeistert sein. Ein besonderes Erlebnis für uns war die Fahrt mit der Harzer Schmalspurbahn zum Brocken.

Aus dem guten und reichhaltigen Restaurantangebot fanden wir täglich etwas Passendes für uns.

Unser Fazit: In Wernigerode findet, ob Einzelreisender oder Familien, jeder etwas für ihn passendes. Wir werden bestimmt wieder kommen.

Das Monster

Von Heike Noll am 11. Oktober 2010 veröffentlicht

Als ich abends mein Wohnraum verließ, um mir etwas zum Essen zu besorgen, spürte ich einen warmen Atem in meinem Genick. Als ich mich gerade umdrehen wollte, sah ich ein riesiges schwarzes haariges Monster, das mich verfolgte. Daraufhin fing ich an zu rennen und es rannte hinter mir her. Immer wieder versuchte es mit seinen riesigen Tatzen mich zu schnappen. Schließlich kam ich auf eine Wiese und konnte in eine nahgelegene Felsspalte flüchten. Das war gerade nochmal gut gegangen. Immer wieder versuchte das haarige Monster mich zu krallen, indem es seine Pranken versuchte in den Felsspalt zu rammen. Glücklicherweise war der Spalt für die großen Pranken zu eng und somit hatte es keinen Erfolg. Dann wurde es eine Weile ruhig. Ich konnte das Monster nicht mehr sehen. Als ich nach draußen schauen wollte, lauerte es vor der Felsspalte und fuhr seine Pranken nach mir aus. Wieder konnte ich mich gerade so in der Spalte in Sicherheit bringen. Ich konnte das Monster jetzt genau beobachten, wie es in den Spalt reinlauerte. Plötzlich ertönte eine Stimme: „Max, komm es gibt Guterle!“

Das Monster lies von mir ab und rannte zu der Frau, die es gerufen hatte. Ich war in Sicherheit und konnte ohne Gefahr meine Essensuche fortsetzen. Wieder war ein Gecko einer Katze entkommen.

Es ist alles eine Frage der Ansicht.

                                                                                                                      Autorin: Heike Noll

Kalt

Von kolossaler knabe am 1. Oktober 2010 veröffentlicht

Er wachte auf und bemerkte, dass er auf dem Boden lag.
Erstmalig spürte er die harten Holzbretter und er merkte, wie sich hervorstehende Nägel und Schrauben langsam in seinen Rücken bohrten. Vom Flur floss etwas Wasser herein. Es war sehr still. Er war allein. Es wurde mehr Wasser und er begann in Richtung Wand zu rutschen. Wo waren die anderen? Das Wasser im Raum wurde langsam rot. Er wollte aufstehen. Aus dem Flur floss weiter Wasser nach. Als er aufstand, merkte er, wie schief alles war. Er fiel gleich wieder um.
Sie rührte ihren Kaffee um. Der Regen trommelte gegen das Fenster. Es war dunkel draußen. Sie war allein. Der Regen wurde stärker. Sie fröstelte. Sie schlürfte ihren Kaffee. Ihr Mund lief voll. Sie fragte sich, wo er sein möge. Weit weg, mehr wusste sie nicht.
Ihm war es gelungen, an Deck zu gelangen. Die Segel flatterten und übertönten die Schreie der über Bord gehenden Menschen. Die Wellen brachen über das Schiff und spülten alles ins Wasser.
Sie gab ein wenig Milch in ihren Kaffee und rührte erneut um. Es schwappte etwas über den Rand. Sie hörte, wie der Tropfen auf die Tischplatte fiel. Sie bekam Gänsehaut.
Er hatte sich an einen Mast angebunden. Das Flattern der Segel wurde leiser. Trotzdem hörte er sonst nichts. Er fühlte keine Nässe und keine Kälte. Er fragte sich, was sie wohl gerade machen würde. Ihm war nicht kalt. Er konnte nichts sehen. Eine Welle kam genau auf ihn zu. Er spürte es. Sie brach über ihm herein.
Sie fror. Die Tasse war leer. Nur eine kleine Pfütze stand noch auf dem Boden. Der Raum war geheizt, aber ihr war kalt. Es regnete draußen. Sie nahm ihre Tasche und stand auf. Sie wollt ein Taxi nehmen, ging dann aber zu Fuß. Ihr wurde wärmer. Der Regen durchnässte sie. Sie blieb stehen.