Short Story

Kurzgeschichten mit Links

Monatsarchiv für Dezember, 2011

Winterzauber in den Bergen

Von Valle Gran Rey am 19. Dezember 2011 veröffentlicht

Wie jedes Jahr zur Weihnachtszeit steht bei Familie Salvenmoser, der lang erwartete Winterurlaub an. Auch dieses Jahr soll es wieder nach Österreich zum Skigebiet Wilder Kaiser gehen. Dort befindet sich ein kleines, aber feines Bergdorf, das sich Ellmau nennt und schon seit Jahren das Haupturlaubsziel der Familie Salvenmoser ist.

Einen Tag vor Heilig Abend soll es nun soweit sein. Lilli, die Tochter der Salvenmosers ist mittlerweile sechzehn Jahre alt und hatte eigentlich besseres vor, als mit ihren Eltern gemeinsam in den Skiurlaub zu fahren. Viel lieber wäre sie mit Freundin Sarah nach New York geflogen, um dort mit einer riesigen Party ins neue Jahr zu feiern. Dabei hat sie allerdings nicht mit ihrem Vater gerechnet. Für Martin Salvenmoser ist es unverzichtbar, dass die ganze Familie an Weihnachten zusammen ist.

Völlig unmotiviert und mit schlechter Laune packt Lilli ihren Koffer ins Auto. Die gesamte Fahrt redet sie kein Wort mit ihrem Vater. Auch auf ihre Mutter Elisabeth ist sie nicht gut zu sprechen. Wenigstens von ihr hätte sie sich mehr Unterstützung erhofft, aber auch Elisabeth Salvenmoser hat es nicht geschafft ihren Mann umzustimmen.

In Ellmau angekommen wurden erst einmal die Hotelzimmer bezogen. Zum Glück hatte Lilli ein Einzelzimmer und konnte zumindest in der Nacht ihre Privatsphäre genießen. Gleich in der ersten Nacht, nahm sie ihr Handy zur Hand und rief Freundin Sarah an und klagte ihr ihr Leid. Lilli hatte keinen blassen Schimmer, wie sie diese verflixten zehn Tage in diesem Dorf überstehen sollte….

Der erste Tag war angebrochen und Lilli saß gemeinsam mit ihren Eltern am Frühstückstisch. Draußen schneite es und Ellmau verwandelte sich nach und nach in das reinste Winterparadies. Ganz leise schneite es vor sich hin und Lilli wollte am liebsten den Tag auf ihrem Zimmer verbringen. Martin Salvenmoser dagegen hatte etwas Besseres vor und schlug vor, mit der Familie eine Winterwanderung zu unternehmen. Elisabeth Salvenmoser fand das eine super Idee und so musste eben auch Lilli mit.

Wohl oder übel fügte sich Lilli, zog ihre Schneehose, ihre Moonboots, Schal, Mütze und Handschuhe an und los konnte es gehen. Der Weg ging um den Hintersteiner See. Martin Salvenmoser war der Meinung, dass sich der Rundgang um maximal eine Stunde handeln sollte. Für Lilli dauerte es allerdings schon geschätzte drei Stunden und ein Ende war noch lange nicht in Sicht. Im Gegenteil: Es schneite immer heftiger und man sah beinahe die Hand vor seinen Augen nicht mehr. Noch dazu fegte mittlerweile ein eisiger Wind, der Lilli die Schneeflocken nur so ins Gesicht blies. Das schlimmste war jedoch, das weit und breit kein Mensch außer ihrem Vater und ihrer Mutter zu sehen war.

Es sollte noch schlimmer kommen, als Lilli auf der Wandertour plötzlich ihren menschlichen Bedürfnissen nachgehen musste. Da keine Toilette zu sehen war, blieb ihr nichts anderes übrig, als in den Wald zu gehen. Langsam und vorsichtig tastete sie sich von Baum zu Baum und fand irgendwann das passende Plätzchen. Als sie das so saß, entdeckte sie hinter einem Baum einen kleinen Hundewelpen, der vor lauter Kälte zitterte. Sie nahm ihn zu sich, unter ihre Daunenjacke, um ihn zu wärmen und suchte links und recht nach seinem Herrchen ab. Jedoch konnte Lilli niemanden finden. Auch ihre Rufe wurden nicht erwidert. Also entschied sie sich, den kleinen Welpen erst einmal mitzunehmen. Hätte sie das nicht getan, wäre er sicherlich innerhalb kürzester Zeit im Wald erfroren.

Lillis Vater war über ihr Mitbringsel nicht begeistert. Er fragte sie, wie sie sich das vorstellen würde. Im Hotel seien keine Hunde erlaubt und ihn einfach einzuschmuggeln erlaubte er auch nicht. Martin Salvenmoser schlug vor, den Hund auf dem nächsten Bauernhof abzugeben. Lilli schossen die Tränen in die Augen, denn sie konnte nicht verstehen, dass ihr Vater so herzlos gegenüber diesem kleinen Welpen sein konnte. Auch Elisabeth Salvenmoser konnte sich das nicht länger mit ansehen. Sie erlaubte Lilli, den Welpen vorerst, auch ohne Einwilligung des Hotels, mit auf ihr Zimmer zu nehmen. Lilli strahlte über beide Ohren, während ihre Eltern einen heftigen Streit wegen dieser Sache hatten.

Von diesem Tag an, war für Lilli der Urlaub gerettet. Täglich ging sie mehrmals mit dem Kleinen raus, damit er sein Geschäft erledigen konnte. Hier in der schönen Umgebung Tirols konnte Sie Ihren Urlaub mit Hund so richtig genießen. Insgeheim hoffte sie, dass niemand den kleinen Mann vermissen würde, denn dann würde sie ihn selbstverständlich mit nach Hause nehmen. Diese Rechnung hatte sie jedoch ohne ihren Vater gemacht. Martin Salvenmoser bestand darauf, dass sie sein Herrchen ausfindig machen sollte oder ihn an jemanden abgeben würde, der gut für ihn sorgen kann. Lilli wurde ein weiteres Mal von ihrem Vater enttäuscht.

Es war Samstagabend, als Lilli ihre Mutter bat, abends auf den Kleinen aufzupassen. Inzwischen waren drei Tage vergangen und niemand hatte sich gemeldet, dass er einen Hundewelpen vermissen würde. An diesem Abend wollte Lilli mit einigen Mädchen, die sie im Hotel kennen lernte, auf eine Party gehen. Die Party fand in einer kleinen, beschaulichen Kneipe statt. Die Kneipe war mit vielen Kerzen, romantisch aufgemacht und Lilli fühlte sich gleich pudelwohl. Es war ein lustiger Abend. Sie unterhielt sich über Gott und die Welt mit ihren Mädels und merkte dabei gar nicht, wie die Stunden vergingen. Immer wieder fiel ihr dabei ein Junge auf, der auch mit ein paar Freunden unterwegs war und eine ziemlich traurige Miene machte.

Lilli ging auf ihn zu und fragte ihn nach seinem Namen und weshalb er denn so traurig sei. Er sagte er hieße Mario und sein Hund sei vor drei Tagen weggelaufen. Des Weiteren glaubte er nicht mehr daran, dass dieser noch leben würde, bei diesem harten Winter. Lilli konnte nicht glauben, was sie da zu hören bekam. Sie erzählte Mario davon, dass sie seinen Hund am See gefunden hatte und er bei ihrer Mutter, im warmen Hotelzimmer lag. Mario war überglücklich und umarmte Lilli.

Von diesem Tag an waren Lilli und Mario unzertrennlich. Sie verbrachten den gesamten Urlaub gemeinsam und verliebten sich unsterblich ineinander. Für Lilli war der kleine Welpe ein Zeichen. Ein Zeichen dafür, dass es einen Sinn haben sollte, in diesem Urlaub dabei zu sein. Der Sinn war es, in diesem Bergdorf die ganz große Liebe zu finden.

Eine romantische Geburtstagsfeier

Von stefaniegerste am 19. Dezember 2011 veröffentlicht

Katja wusste nicht so recht, was sie an diesem Abend erwarten würde. Sie hatte Franz schon seit Monaten im Auge, ach, seit Jahren wollte sie nur Eines: Mit ihm zusammen sein. Er hat sie zwar oft angeschaut, aber man hat ja von hier und da gehört, dass er ein sprunghafter Mensch ist.

Jetzt hat er sie angeschrieben… Über das Internet auch noch, wie unromantisch. Naja, besser als gar nicht, denkt sie sich und schlüpft in ihre schicken englischen Pumps. Nun geht es also auf eine Geburtstagsfeier. Robin, ein Freund von Franz. Den kennt sie zwar vom Sehen, aber auch nicht näher und ein richtiges Geschenk ist ihr auch nicht eingefallen…

“Ach, über dieses Bastel-Geldgeschenk wird er sich schon freuen”, redet sich Katja ein. In Wirklichkeit hat sie große Angst davor, auf der Geburtstagsparty schräge Blicke zu ernten und schlecht anzukommen. Sie werden sich ein paar Meter weg von der Wohnung treffen, und zusammen hinlaufen. Sie ist schon ganz entspannt.

Natürlich ist Katja pünktlich am Treffpunkt, es schneit und ihr ist kalt. Als Franz nach gut 10 Minuten immer noch nicht da ist, bekommt sie ein ungutes Gefühl. Hat er mich sitzen lassen? Möchte er nicht mir zu dieser Party? Ist ihm gar etwas übles zugestoßen?

Doch sie hat sich mal wieder unnötig große Sorgen gemacht: Prompt erhält sie eine Kurzmitteilung auf ihr Mobiltelefon, dass Franz in ein paar Minuten am Treffpunkt sein wird. Ihr Herz schlägt immer schneller. Insgeheim wünscht sie sich, er würde sie fragen, ob sie nicht zu zwei essen gehen wollen, statt zur überfüllten Party.

Natürlich kommt es aber anders. Franz begrüßt sie schüchtern und fragt sie, ob sie gleich zur Party gehen wollen. Sie bejaht die Frage sofort, obwohl sie innerlich das Gegenteil fühlt und spürt. Beim Haus des Gastgebers angekommen, staunen beide plötzlich nicht schlecht, als nirgendwo in der Wohnung von Robin Licht brennt. Nur ein Zettel hängt an der Tür: “Ich feier meinen Geburtstag dieses Jahr im warmen Süden mit meiner Ehefrau. Und Katja und Franz: Unternehmt etwas zusammen, ich kann eure beider Sehnsüchte nicht mehr hören!”

Franz grinst Katja wissend an, sie schließt ihre Augen und er küsst sie sanft, aber intensiv. Katja öffnet ihre Augen, lacht, und sagt: “Was für eine gelungene Geburtstagsparty!”.

Zur Zeit der Hexenhysterie

Von R.R. am 19. Dezember 2011 veröffentlicht

Zur Zeit der Hexenhysterie wurden oft Tiere beschuldigt, mit Hexen im Bunde zu sein. Die Tiere wurden als Begleiter der Hexe oder des Magiers angesehen. Sie sollten mutmaßlich ihrem Meister bei der Planung und Durchführung ihrer bösen Machenschaften gedient haben. Igel, Amseln, Kröten, Eulen und Krähen galten als wahrscheinliche Gefährten der Hexe. Nicht selten dienten diese tierischen Gefährten als Beweismaterial in den Hexenprozessen. Zur Zeit des englischen König Jakobs VI. wurden Magier, Heiden und auch Randgruppen als Gefolgsleute des Satans und Herold des Bösen angesehen. Die Kirche nutze ihren Einfluss, um die vermeitlichen Hexen und Hexer zum Sündenpunkt für alles schlechte in dieser Welt zu machen. Besonders gefahrvoll waren Gruppen dieser Hexenmeister und Magiekundigen. Der Mensch wurde nicht als Hexe und Herold des Bösen geboren, viel mehr war er ein früherer Christ, der den rechten Weg aus den Augen verloren hat und den Verlockungen des Teufels erlagen. Wer der Hexerei angeklagt wurde hatte nur wenig Hoffnung von der Inquisition als unschuldig befunden zu werden. Angeklagte, die auch unter der Folter zunächst zu keine Geständnissen abgaben, durften gelegentlich eine sogenannte Gottesprüfung ablegen. Im Falle einer Gottesprüfung überprüfte ein Tribunal sorgfältig, ob der Verdächtigte einen Pakt mit dem Satan geschlossen hatte und/oder seinem schändlichen Einfluss erlag. Viele dieser Gottesprüfungen waren ausgeschlossen zu Bestehen oder das Bestehen war einzig und allein dem Zufall überlassen. Dennoch, falls es dem Angeklagten gelang die Aufgabe zu bestehen war er frei und niemand durfte seine Unschuld mehr infrage stellen. Nach Aussagen waren die Prüfungen bewusst so aufgestellt dsas sie vom Menschen als unlösbar wenn nicht sogar als aberwitzig empfunden wurden. Die Kirche wollte somit prüfen, ob der Angeklagte das Wohlwollen Gottes auf seiner Seite hatte. Während der Hexenhysterie gab es Tausende Menschen, die dem Wahn zum Opfer fielen. Darunter vorallem Frauen, auch Männer und sogar Kinder.Mehr über die Hexenhysterie wird auf www.antike-kulturen.com vorgestellt.