Short Story

Kurzgeschichten mit Links

Archiv der Kategorie ‘Alltag’

Lena und die Blumen

Von bs am 25. November 2011 veröffentlicht

Lena ist sechs Jahre alt. Sie liebt es mit ihrer Mutter und dem Vater ihre Zeit zu verbringen. Am liebsten geht sie raus in den Garten und genießt die frische Luft an warmen Sommertagen, während Mama ein paar Blumen pflanzt. Wenn es besonders heiß ist springt Lena auch gerne einmal durch die Sprinkleranlage und genießt das herrlich frische Wasser, wie es auf sie herab rieselt. Ihr größter Wunsch ist auch einmal ein so schönes Beet zu pflegen, wie es ihre Mama tut. Sie ist so geschickt damit und die Pflanzen gedeien prächtig in ihrer Obhut.

Eines Tages ruft die Mutter ihr kleines Mädchen. Sie fordert Lena auf, doch mal ein eigenes Beet zu pflanzen. Lena freut sich riesig und kann es kaum erwarten loszulegen. Ihre Mutter hat schon ein paar hübsche Blumen für sie zurecht gemacht. Da stehen auf dem Rasen, drei strahlende Sonnenblumen, vier Vergiss-mein-nicht und eine kleine Rose, die nur darauf warten eingepflanzt zu werden. Schon beim Anblick dieser schönen Pflanzen, kann es das Mädchen kaum erwarten sie groß zu ziehen. Lena zieht sich die Gartenhandschuhe über und fängt an zu buddeln. Ein Loch in die Erde für jede Blume. Als sie fertig ist und jedes zarte Pflänzchen seinen Platz gefunden hat, ist Lena mächtig stolz. Endlich hat sie ein eigenes Beet, endlich ist sie Pflanzenmutti für ihre eigenen Blumen.

Der blaue Himmel

Von AdrianeFranz am 25. November 2011 veröffentlicht

Auf einer Städtereise Wien in der letzten Oktoberwoche erlebte ich eine Offenbarung über eine Sache, von der ich nicht gedacht hatte, sie gerade auf einer Urlaubsreise nach Österreich zu machen. Über Städtereisen Wien hatte ich die Fahrt gebucht und machte über kurze Zeit die Bekanntschaft mit etlichen interessanten Leuten. Den ganzen Beitrag lesen »

Das kleine Mädchen auf der Suche nach den kostenlosen Spielen

Von Koppensteiner am 20. Oktober 2011 veröffentlicht

Die kleine Susi war doch erst neun Jahre alt, fühlte sich aber so, als müsse sie nicht mehr mit Puppen und sonstigem Spielzeug spielen. Das kleine Mädchen wurde schon längst auf die Vorzüge von Konsolen- und PC-Spielen aufmerksam, mit ihrem jungen Alter fehlte es Susi aber an Argumenten, um ihren Vater Rüdiger vom Kauf eines solchen Spiels zu überzeugen.

Doch an jenem Tag sollte sich das Leben dieses Mädchens drastisch ändern, als Rüdiger plötzlich mit einer in einem schmuddeligen Karton verpackten Box nach Hause kam. “Das ist unsere neue hochmoderene Internet-Box”, meinte er voller Stolz. Als Rüdiger wieder auf die Arbeit musste, setzte sich die kleine Susi vor den Computer und surfte mit dem neu erworbenen Internetzugang. Schnell stieß sie über eine Suchmaschine, wo sie direkt nach Alternativen zu herkömmlichen PC- und Konsolen-Games suchte.

Das Mädchen war gewitzt, denn schon kurze Zeit später fand sie einige Webseiten mit Möglichkeiten, kostenlose Spiele direkt online zu spielen, ohne auch nur einen Cent dafür bezahlen zu müssen. Nun war es endgültig aus mit dem Spielen von Puppen und Susi war nun vollkommen von der modernen Welt angetan. Seither schlich sie sich jeden Tag in Rüdigers Arbeitszimmer, wenn dieser wieder einen Einsatz hatte, und spielte jeden Tag ein neues Onlinespiel.

Die Geschichte vom kleinen Einrad

Von Jeratsch am 20. Oktober 2011 veröffentlicht

Das kleine Einrad lebte  war in einem Varieté Theater angestellt und beglückte jedem Abend das Publikum mit sagenhaften Kunststücken und Tricks. Sein Besitzer Herr Apel war jedoch ein griesgrämiger Mann, der nur auf seinen Profit aus war und behandelte das Einrad gar nicht gut.

Eines schönen Tages beschloss unser Einrad, dass es genug hatte von dem immer gleichen Leben im Varieté Theater, zwar mochte es den Beifall des Publikums, stetig den Launen des Herrn Apel ausgesetzt zu sein, dass konnte es jedoch einfach nicht länger ertragen. Kurzerhand packte das Einrad seine sieben Sachen und verließ beim ersten Morgenkrähen die Stadt. Frohen Mutes und überaus Stolz über seine Entscheidung machte es sich auf in die große weite Welt um Abenteuer zu erleben und auf Gleichgesinnte zu treffen. Noch nie in seinem Leben hatte unser Einrad ein anderes seiner Art getroffen und zweifelte allmählich ob es außer ihm überhaupt noch Einräder gab.

Als es eine Weile gefahren war entdeckte das Einrad ein großes buntes Zelt, das in der Sonne leuchtete und schimmerte wie ein Diamant. Neugierig lief es auf sein Ziel zu und geriet dabei inmitten ein buntes Treiben. Hier gab es unzählige Menschen und Tiere, Kinderlachen und Wohnwagen, alle waren fröhlich und alles war voller Leben, ganz anders als es das kleine Einrad von zu Hause kannte. „He, bist du der neue?“ kam ihm plötzlich eine Stimme entgegen und als sich unser Einrad umdrehte traute es seinen Augen nicht. Hinter ihm standen fünf Einräder, große und kleine, bunte und einfarbige und schauten ihn erwartungsvoll an.“Äh, ja?“ sprach das Einrad und ehe es sich versah befand es sich auch schon in der Zirkusmanege und flitzte fröhlich mit den anderen Einrädern um die Wette.

Seit jenem Tag lebt unser Einrad glücklich und zufrieden bei dem fröhlichen Wanderzirkus, schläft und isst mit Gleichgesinnten und erlebt Tag für Tag spannende neue Abenteuer! Und wenn es nicht gestorben ist dann zieht es noch heute mit dem Zirkus um die Welt und zaubert täglich ein Lächeln auf die Gesichter seines begeisterten Publikums.

Der alte Mann und die Lampen und Leuchten

Von Jeratsch am 20. Oktober 2011 veröffentlicht

Ein weiser alter Mann hat mir eine Geschichte erzählt, eine Geschichte von Lampen und Leuchten wie aus 1001 Nacht und diese möchte ich euch gerne weiter geben.

Es war kalt an jenem Tag im April als er zum ersten Mal auf die Lampen und Leuchten stieß, die sein Leben verändern sollten, so kalt, wie es noch nie war mitten im Frühling wenn sonst der Schnee längst geschmolzen ist und das satte Grün der Natur zum Vorschein kommt.

Der alte Mann war alleine unterwegs auf einer langen Wanderung und hatte schon viele Kilometer hinter sich gebracht als es plötzlich am Fuße eines hohen Berges wie verrückt zu schneien begann. Halb erfroren und völlig außer Kraft dachte er bereits ans Aufgeben als er in einer Höhle plötzlich das helle licht von zwei Lampen und Leuchten aufblitzen sah. Wie ferngesteuert zogen sie ihn magisch dorthin. Hell und klar funkelten die Beleuchtungskörper und erhellten die schmuddelige Höhle mit ihrem schönen Schein. Als der alte Mann langsam auf die Lampen und Leuchten zuging und seinen Rucksack fallen ließ passierte das Wunder. Wie von Zauberhand begann der Schnee zu schmelzen und eine laue Frühlingsluft breitete sich aus. Blumen begannen zu sprießen und das Gezwitscher von Vögeln erfüllte die Luft. Als der Mann seine halb erfrorenen Hände wieder spürte und einigermaßen zu Atem gekommen war betrachtete er die Lampen und Leuchten noch einmal näher und siehe da, genauso selbstverständlich wie sie dort noch eben gestanden und geleuchtet hatten, lösten sie sich plötzlich in Luft auf. Ein schwarzer Rauch wie das Abklingen eines Feuers war alles was noch auf die Lampen und Leuchten hinwies und der einzige Beweis für den Helden unserer Geschichte, dass es sie tatsächlich gegeben hatte.

Als er sein Ziel nach langer langer Zeit des Wandern endlich erreicht hatte kaufte er sich sofort zwei prachtvolle Lampen und Leuchten. Sie schmücken bis heute seine Wohnung und erinnern ihn tagtäglich an jenen wundervollen Moment, in denen ausgerechnet zwei Lampen und Leuchten ihm das Leben gerettet haben.

Mit der E-Gitarre zum Schulrockstar

Von bs am 8. September 2011 veröffentlicht

Schon als Baby hat sich Tim von der Musik begeistern lassen. Die Rassel war immer der absolute Hit und Kochtopf und Kochlöffel wurden als ganz eigenes Musikinstrument genötigt. Außerdem begann er sehr früh zu den Liedern zu klatschen oder sich zu bewegen. Tim konnte es kaum abwarten, den ersten richtigen Musikunterricht in der Grundschule zu besuchen und neue Instrumente zu entdecken. Auch das Lesen der Noten wollte er endlich beherrschen. Schließlich gehört das zu einem richtigen Musiker dazu.

Das Instrument, das Tim am aller meisten begeistert, ist die E-Gitarre. Immer wenn sein älterer Bruder Markus das Instrument spielt will Tim sofort wissen, wie das Instrument funktioniert und wie genau er an die Saiten greifen muss. Zu seinem nächsten Geburtstag will Tim unbedingt eine eigene E-Gitarre bekommen und genauso „cool“ wie sein Bruder Markus sein. Tims Lehrerin sieht die Begeisterung und die Fähigkeiten des Jungen und bringt ihm im Musikunterricht zunächst die einfachen Griffe bei.

Als Tim in die Realschule kommt ist es endlich so weit. Seine Eltern haben ihm eine Gitarre gekauft, mit der er nun endlich auch ein Rockstar sein kann. Schon nach dem ersten halben Schuljahr bekommt Tim das Angebot, die Schulband mit seinem Instrument zu begleiten. Genau das ist es, was er sich schon als Kleinkind immer gewünscht hat. Ein Publikum mit der Musik zu begeistern.

Träume und Schäume

Von Lukas Gabriel am 8. September 2011 veröffentlicht

Armin F. war überdurchschnittlich begabt. Seine Statur ließ vermuten, daß er regelmäßig Sport betrieb, und so seinem schlanken, hoch gewachsenen Körper in seiner Natürlichkeit zu Ausdauer und Zähigkeit verhalf. Auch wirkte sich diese Physis auf seinen Geist aus, und so war Armin F. daran gewöhnt, jeden Tag um 5:00 aufzustehen, um in einen geregelten, mehr oder weniger vorherbestimmten Alltag zu tauchen.

Wie jeder Arbeitstag hätte auch dieser mit dem gleichen Frühstück, zwei Semmeln mit Butter und Honig, sowie eine Tasse Filtercafé und genug Flüssigkeit, am besten in Form von frisch gepreßtem Orangensaft, oder klarem Leitungswasser, begonnen, hätte Armin F.´s Blick nicht eine kleine Zeitungsannonce gestriffen, wodurch seine Aufmerksamkeit zur Gänze eben auf diesen fokusiert wurde.

„Gitarrist für gut gebuchte Band gesucht! Bei Interesse melden“

In Armin F. flammte das Gefühl von Liebe und Freiheit auf. Er spürte seine alte Sehnsucht, wie sie erwachte, und ihn mit Gedanken und Ideen bombardierte, um ihn schwindelig werden zu lassen, und um ihn von seinem Weg abzubringen, um auf den Abgrund einer menschlichen Existenz zu zusteuern, der es nicht gelungen war, seine innersten Träume in eine lebenswerte Realität zu verwandeln.

Es schauderte ihn. Und doch konnte sich sein aufgewühltes Inneres nicht beruhigen, und schon gar nicht verließ ihn der boshafteste aller Gedanken, nämlich dass sein Leben einer Themaverfehlung glich, und er die wichtigste Aufgabe in seinem Dasein nicht erfüllen würde.

Langsam und besonnen streckte Armin F. seine Hand nach dem Orangensaft, der ihm Abkühlung und Klarheit bescheren sollte, und trank das halbe Glas in einem Zug aus. Die säuerliche Frische konnte dem zerstreuten Geist, eine Richtung geben und so trat eine bekannte und bewährte Taktik in seinen Fokus. Armin F. ging in Gedanken das Leben einiger Freunde durch, die, sofern er davon wusste, den unsicheren Weg des Künstlers eingeschlagen hatten, und sich damit abseits der oft gegangenen Pfade in Gefahr begaben. Sein Traum war immer in einer Band für Hochzeitsmusik zuspielen.

Schon fing sein Bauch an, sich zu entspannen, und er merkte, wie sein Atem sich wieder in seinen Unterleib verlagerte, wie er es als sportlich aktiver Mensch anstrebte, denn er wusste, nur durch die Bauchatmung können Körper und Geist konzentriert ihre Leistungen erbringen. Angetrieben durch diesen Gedanken fühlte Armin F. wie Klarheit und Optimismus zurückkehrten und ihn auf das vertraute Plateau von physischer sowie mentaler Stärke zurück hievten.

Sein Blick wanderte mit morgentlicher Leichtigkeit ein paar Centimeter nach rechts und siehe da! Welch erfreulicher Anblick! Der Kurs der Aktien, die er vor Kurzem in hoffnungsvoller Absicht gekauft hatte, war gestiegen! Entspannt griff Armin F. zu seiner Tasse Café und wiegte sich in Bestätigung und Zuversicht.

Die verwunderte Kneipenrunde

Von AdrianeFranz am 22. August 2011 veröffentlicht

Einmal in der Woche treffen sie sich in der Kneipe und treten ein in die grosse Arena des Weltgeschehens. Von Fussball bis Politik und allerlei Ereignissen erörtern sie zum Teil erhitzt die Lage und finden die Freiheit, mit nichts zurück zu halten.
Einmal erzählte ein passionierter Angler die Geschichte vom grossen Fang seines Lebens. Sooo gross sei sein Fang gewesen, sagte er und streckte seine Arme weit aus. Die Zuhörer wollten ihm so recht nicht glauben, weil er, ihrer Meinung nach, immer so masslos übertreiben würde.
Also hielten sie ihn fest und banden einen Strick um seine Armgelenke, damit der seine Arme nicht mehr ausstrecken konnte.
Den Angler jedoch konnte das nicht beeindrucken. Mit verbundenen Armen formte er mit beiden Händen einen grossen Kreis und meinte, der von ihm gefangene Fisch hätte sooo grosse Augen.
Ein anderes mal erzählte einer, er hätte an einem Wüstenrennen teilgenommen. Auf dem Weg sei er irgendwo in der Wüste auf einen Porsche mit einer halbverdursteten Frau gestossen. Die Frau läge nur mit Slip bekleidet neben dem Wagen und bat inständig um Wasser und Hilfe, wobei er haben könne, was er wollte.
Ja, sagte der, da habe ich nicht lange überlegt. Ich habe den Porsche genommen. Logisch, sagte da ein anderer Kneipenfreund, kann ich verstehen. Der Slip hätte dir sowieso nicht gepasst.
Nun, solch illusteres Geschehen verlieh einem anderen Mut zu seiner Geschichte. Er erzählte, er sei letztens in Australien gewesen, Ja, und da hätte er in einem Hotel Austria geschlafen, mitten in der Bergen, und es hätten da Indianer sogar eine Herberge mit dem für Australien seltsamen namen Tirol Hotel in Besitz.
Da verging der Kneipenrunde das Lachen. Solcherlei Witz, meinten sie, sei doch zu sehr an den Haaren herbei gezogen. Sie seien doch eine ernste Runde, nicht wahr?

“Allez Lausanne”

Von Fabio Del Bianco am 3. August 2011 veröffentlicht

FC Basel –Lausanne Sports irgendwann in der Saison 1977/78

Als Fan des damals amtierenden Schweizer Meister, hatte man natürlich Ansprüche. Diese mussten natürlich erfüllt werden. Selbstredend, klar! Zu jener Zeit war ich 14 Jahre alt. Die Samstage gehörten dem FCB; ganz klar! Lausanne Sports war zu Gast im Joggeli. Ob es ein Sieg werden würde stand nicht zur Debatte. Wie hoch der FC Basel gewinnen würde, darüber wurde „gewerweist“. Lausanne war nun wirklich kein Gegner in unseren Augen. Soweit ich mich erinnere regnete es an diesem Abend. Die ersten Minuten in Verbindung mit dem Sch….. Wetter erzeugten bei einigen Fans eine etwas gereizte Stimmung. Lausanne hielt dagegen. Nein, um bei der Wahrheit zu bleiben, die spielten sogar besser als der FCB.

Tatsächlich wagten die es sogar noch in Führung zu gehen. Die Torabfolge weiss ich nicht mehr genau, ist auch nicht so wichtig. Tatsache war, dass irgendwann lang in der zweiten Halbzeit, unser FC Basel mit sage und schreibe 1-4 hinten lag. Was für eine Demütigung. Ich zumindest kannte solche Szenarien nicht. Praktisch immer wurden Heimspiele gewonnen. Zu meiner äussersten Befriedung wurden die Auswärtigen mit Packungen nach Hause geschickt. Die Protagonisten trugen ROT-BLAU. Das war einfach so. Der Gegner stand zwar auch auf dem Platz, doch dieser spielte den Part des Statisten.

Was auch immer an diesem Tag schief lief, es lief gründlich schief.  Das was dann aber ab der achtzigsten Minute im „FCB-Egge“ ablief, hab ich weder vorher, noch Gott sei Dank nachher wieder erleben müssen. Nun, wie es bei meinen „Mit-Fans“ in ihrem Inneren aussah, kann ich nicht genau sagen. Ich auf jeden Fall, war auf das Maximum genervt und enttäuscht. Ein Blick, ein Wort, dann mehrere gegenseitige Blicke und eins oder zwei nicht druckreife Sätze. Die Eigendynamik nahm ihren Lauf.  Der erste, ich war es zu meiner Entschuldigung nicht, begann zu schreien: „Allez Lausanne, allez Lausanne“ Wir Basler neigen eben zu einer gewissen Selbstironie. Der ganze Fan-Block begann inbrünstig, aber auch mit einem verschmitzten Lachen, zu skandieren: „Aaallleeee Looosaaann“

Fürwahr, wir waren in diesem Moment wirkliche Egoisten. Die Mannschaft hatte gefälligst zu gewinnen. Die sollten uns bei guter Laune halten. Die hatten die verdammte Pflicht unseren Selbstwert zu stärken. Für was denn sonst ins Stadion gehen? Wir hatten einfach keine Übung im Verlieren von Heimspielen.

Der Fan des FC Basel sollte später aber noch Übung bekommen. Gut wussten wir das in jenen Tagen nicht. Wir wären wohl vollends zum Gegner übergelaufen!

Nein, natürlich nicht. Im Herzen waren, sind und werden wir auf Gedeih und Verderb FCBeeeler bleiben.

Ihr fragt mich, ob ich mich dafür schäme, dass ich für 10 Minuten ein Überläufer wurde?  Sag ich nicht. Bleibt mein Geheimnis.

Nur soviel; ich habs` ja jetzt gebeichtet. Danke habt ihr zu ge(lesen). Jetzt muss ich aber aufhören. Muss zur Strafe noch zehn „AVE FC BASEL“ aufsagen.

So sei es!

Fabio Del Bianco

 

Der neue Mitbewohner meiner Großeltern.

Von Tina Wagner am 1. Juni 2011 veröffentlicht

Neulich habe ich mich mal wieder dazu entschlossen meine Großeltern zu besuchen. Da ich ein Familienmensch bin, telefonieren wir recht häufig miteinander und beim letzten Telefonat haben sie mich mit der Neuigkeit überrascht, dass sie jetzt einen Untermieter haben. Dazu muss man sagen, dass meine Großeltern eigentlich nicht so dafür zu haben sind, Menschen, die sie nicht kennen einfach willkommen zu heißen und erst recht nicht gleich bei sich aufzunehmen. Aus diesem Grunde war ich sehr überrascht und begierig darauf den „Neuen“ kennenzulernen.

Also machte ich mich am Sonntag auf den Weg, um bei einem Stück Kuchen und einer Tasse Kaffee meine Neugier befriedigen zu lassen. Es stellte sich heraus, dass der Untermieter, sein Name ist David, aus Barcelona stammt und in Deutschland ein Auslandsstudienjahr eingelegt hat. Im Studentenwerk hat von dem Projekt „Wohnen für Hilfe“ gehört, welches Studenten die Möglichkeit gibt, bei älteren Menschen zur Untermiete einzuziehen und die Miete quasi in Arbeitsleistung zu vergelten. Da seine finanziellen Mittel begrenzt sind und er auch die deutsche Sprache noch nicht so gut beherrscht, hatte diese Variante des Wohnens eindeutig seine Reize für ihn.

Soweit so gut, doch was hat meine Großeltern dazu bewegt einen Fremden bei sich wohnen zu lassen? Nun gut, sie sind nicht mehr die Jüngsten und ein großes Haus mit entsprechend großen Grundstück haben sie auch. Dies muss alles gepflegt werden und erfordert von ihnen immer größere Anstrengungen. Auf der Suche nach einer Lösung, ein Verkauf stand dabei nie zur Debatte, sind sie in der Regionalzeitung auf die Anzeige „Wohnen für Hilfe“ gestoßen. Lustigerweise war die Auswahl des passenden Untermieters ähnlich gestrickt wie meine Suche nach einer günstigen Wohngemeinschaft. Nachdem sich alle Interessenten vorgestellt hatten, ist die Wahl auf David gefallen. Er kennt das Leben auf einem Bauernhof sehr gut, da er viel Zeit bei seinen eigenen Großeltern, die ebenfalls eine große Wirtschaft besitzen, verbracht hat und war deswegen prädestiniert als Untermieter.

Dieser Besuch war sehr aufschlussreich und ich werde wohl ab nun öfter dort sein, da ich so auch gut mein Spanisch aufbessern kann.