Archiv der Kategorie ‘Märchen’
Von Halogenlicht am
30. Juni 2010 veröffentlicht
Es war schon ziemlich spät, aber Lena hatte keine Lust schon wieder ins Bett zu gehen und auf den nächsten Tag zu warten, sie war wie so oft, noch gar nicht müde. Stattdessen machte sie es sich in ihrem Zimmer gemütlich und freute sich darauf, ihr spannendes Buch weiter lesen zu können. Sie wusste genau, dass ihre Mutter es gar nicht gerne sah, wenn sie so spät noch ein Buch las, zumindest schien es Lena so, als ob ihre Mutter es nicht gerne sah. Aber die Geschichte war einfach zu spannend, so dass sich Lena jeden Abend auf die Fortsetzung freute. Immer wenn sie las, vergaß sie die Welt um sich herum und alles schien so einfach.
Ob ihre Mutter wusste, dass sie immer heimlich unter der Bettdecke mit Taschenlampe las? Wahrscheinlich wusste sie es, aber tolerierte es, weil sie es in ihren jungen Jahren wohl auch nicht anders gemacht hatte. Lenas Mutter wusste, dass das Lesen vor dem Schlafen gehen die Fantasie für Träume anregen konnte und die Gedanken für den nächsten Tag positiver erscheinen ließ.
Lena machte sich für ihr Bett fertig und wünschte ihren Eltern eine gute Nacht. Ins Bett gekrochen, machte sie die Taschenlampe an und schlug ihr Buch auf. Es handelte von einem Jungen, der etwa in ihrem Alter war. Sie bewunderte diesen Jungen und beneidete ihn um seine Abenteuer die er bestehen durfte. Fast schon empfand sie kleine Schmetterlinge im Bauch, wenn sie von ihm las, er war so mutig und gleichzeitig auch so feinfühlig und intelligent. Er war sehr hübsch, zumindest das was Lena in ihrer Geschichte über den Jungen las, empfand sie als hübsch, die Jungs in ihrer Klasse waren da anders. Vielleicht verstanden sie einfach noch nicht so viel vom Leben wie der Junge in Lenas Buch. Die Jungs aus ihrer Klasse fanden Mädchen zwar spannend, aber hatten andere Dinge im Kopf. Für diese Jungs war es „uncool“, sich mit einem Mädchen zu unterhalten oder etwas zu unternehmen. Insgeheim übten die Mädchen für die Jungs aber schon in diesem Alter eine gewisse Faszination aus, die sie aber noch nicht richtig interpretieren konnten.
Lena hatte schon die Hälfte des Buches gelesen und hoffte, dass es eine Fortsetzung dieses Buches geben würde, sie wollte das Leben diese Jungen weiterverfolgen und diesen Jungen nicht mit dem Buch zur Seite legen.
Lena hörte, dass ihre Mutter die Treppe heraufkam und machte schnell die Taschenlampe aus, weil sie wusste, dass ihre Mutter immer noch einmal ins Zimmer schaute, um zu sehen, ob ihre Tochter schon schlief und erst wieder aus dem Zimmer ging, wenn sie sich sicher war, dass Lena schlief. Auch dieses Mal öffnete ihre Mutter leise die Tür und schaute ins Zimmer hinein, alles schien in Ordnung. Lena schloss unter ihrer Decke die Augen und tat so, als ob sie schlief, bewegungslos lag sie da. Wenn sie gewusst hätte, dass sie in diesem Moment auch eingeschlafen war, wäre das folgende Erlebnis halb so spannend für sie gewesen: Als sie die Augen wieder öffnete, war sie nicht mehr in ihrem Bett, sondern in einem verwilderten Garten, rote und weiße Rosen rankten am verwitterten Gartenzaun und das Gras wuchs in alle Richtungen, der Garten wirkte so als sei er aus einem Märchen entsprungen. Lena hatte den Garten zuvor noch nie gesehen, erinnerte sich aber, dass der Junge in ihrem Buch eine Großmutter hatte, die einen solchen Garten besaß und der Junge sich sehr gerne darin aufhielt. Neugierig ging sie ein paar Schritte und schaute sich um, es war ein großer Garten, sehr geheimnisvoll und unberührt. Lena dachte daran, wie oft der Junge sich in diesem Garten aufhielt und wie oft er dabei das nächste Abenteuer plante. Plötzlich hörte sie es hinter sich rascheln, ruckartig drehte sie sich herum. Sie glaubte ihren Augen kaum, als sie den blonden Jungen aus dem Buch vor sich stehen sah. Sie blickte in seine Augen und war verwirrt, offensichtlich hatte auch er nicht mit ihr gerechnet. Sie wusste so viel über ihn und doch auch wieder nichts. Es war ein komisches Gefühl für Lena zu spüren, wie die beiden Realitäten ineinander verschmolzen und zu einer einzigen Realität wurden. Der Junge war es, der als erster das Wort ergriff und Lena fragte, wer sie sei. Lena antwortete, dass sie sich kennen würden und dass sie wisse, was er für tolle Abenteuer erlebt hatte. Der Junge lächelte. Lena fand den Augenblick bezaubernd und wünschte sich, dass er nie vorübergehen würde. Sie vergaß alles um sich herum, ihre Gedanken kreisten nur um diesen Jungen. Plötzlich erschien alles andere unwichtig. Gerade wollte sie ansetzen zu sprechen, als sie ihren Wecker hörte. Ein komisches Gefühl überkam sie, was hatte der Klang des Weckers in diesem Augenblick und in diesem geheimnisvollen Garten zu suchen? Sie hörte, wie jemand ihren Namen rief, es war eine Stimme die sie kannte, aber in diesem Moment nicht zuordnen konnte. Plötzlich wurde ihr klar, dass sie geträumt hatte. Enttäuscht öffnete sie die Augen und sah ihre Mutter vor ihrem Bett stehen. „Aufstehen Lena!“ sagte ihre Mutter sanft. Wie schade, dass sie ihren Helden, den blonden Jungen, nicht noch fragen konnte, ob sie ihn einmal bei seinen Abenteuern begleiten durfte. Unwillig stieg Lena aus dem Bett und ging ins Bad und putzte sich die Zähne. Warum wacht man immer auf, wenn es am schönsten ist, fragte sie sich. Auf dem Schulweg dachte sie darüber nach, was wohl der blonde Junge aus dem Buch über sie dachte, fand er sie sympathisch? Genauso sympathisch wie sie ihn fand? Diese und andere Fragen geisterten ihr im Kopf herum, als sie das Klassenzimmer erreichte. Sie hoffte, dass der Tag bald vorübergehen würde und sie in ihrem Buch weiter lesen konnte. Sie war gespannt darauf, ob sie wieder einmal die Möglichkeit bekommen würde, mit dem blonden Jungen zu sprechen, das nächste Mal würde sie sofort nach den wichtigen Dingen fragen.
Leider hatte sie nicht mehr einen solchen Traum, wahrscheinlich weil sie zu sehr hoffte, dass sie den geheimnisvollen Garten noch einmal betreten durfte. Es gibt eben Dinge, die darf man sich nicht wünschen, damit sie in Erfüllung gehen!
Von Judith Schomaker am
22. Dezember 2009 veröffentlicht
Da habe ich euch jetzt aber ordentlich an der Nase herumgeführt! Ich heiße zwar Mausi, aber in Wirklichkeit bin ich eine Katze, meine Menscheneltern haben mich nur so genannt. Warum, das weiß ich auch nicht so genau, denn eigentlich verstehe ich mich mit Mäusen nicht so gut, ich fange sie viel lieber. Dazu müsst ihr wissen, dass ich auf einem großen Bauernhof lebe. Hier gibt es allerhand Tiere. Pferde, Hühner und Gänse, Schweine, Schafe und natürlich einen Hofhund. Der ist aber ganz lieb und lässt uns Katzen in Ruhe. Mit uns meine ich mich und die anderen 5 Katzen auf dem Hof. Eine, Mia, könnte meine Oma sein, so alt ist sie schon. Dann sind da noch Kascha, eine Katze, die den ganzen Tag nichts besseres zu tun hat, als zu schlafen, Peter, der uns nur ab und zu einmal einen Besuch abstattet, weil er sich auch bei den Nachbarn durchfuttert und Matscho. Der ist genauso alt wie ich, nämlich ein halbes Jahr und mit dem kann man toll spielen und spannende Abenteuer erleben.
Heute möchte ich euch einmal erzählen, was mir passiert ist, als ich wieder einmal mit Matscho zusammen den Hof unsicher gemacht habe. Eigentlich fing der Tag wie jeder andere an. Früh morgens hat unserer Menschenmama uns unser Futter in den Napf gefüllt und ein Schälchen Katzenmilch gab`s auch noch dazu. Wir stehen dann schon immer ganz ungeduldig vor der Tür und warten, denn manchmal können wir ins Haus huschen und dort ein bisschen toben oder es uns vor dem Kamin gemütlich machen – natürlich nur so lange, bis wir entdeckt werden. Aber irgendwas lief an diesem Tag gehörig schief.
Nachdem wir uns eine ordentliche Portion Futter abgeholt hatten, man muss immer schnell sein, denn die anderen Katzen sind ganz schon gefräßig, sind Matscho und ich auf Streifzug gegangen. Es schneite draußen wie verrückt, super Wetter also zum Schneeflocken jagen. Das wurde dann langsam ganz schön kalt unter den Pfoten und so haben wir uns lieber zu den Pferden ins Stroh gesellt.
Komisch, irgendwie war es heut anders im Stall und der Geruch war auch nicht so, wie er eigentlich sein sollte. Es roch genauso, wie am Kamin. Oh nein, wie am Kamin! Das konnte nichts Gutes bedeuten, denn eigentlich riecht es hier nur nach frischem Heu. Jetzt viel uns auch auf, dass die Pferde viel unruhiger waren als sonst und wir ganz schön aufpassen musst, dass sie uns nicht auf die Pfoten treten. Das mussten erst einmal genauer erforschen. Schließlich ist unsere Nase ganz hervorragend und so erschnupperten wir uns den Weg, um dem Ursprung des merkwürdigen Geruches auf den Grund zu gehen.
Unterwegs lief uns Bobby der Hofhund über den Weg, auch er hatte etwas bemerkt und gemeinsam folgten wir dem seltsamen Kamin-Geruch. Da war es, das Übel! In einer Ecke der Diele entdeckten wir Feuer, das konnte nur eine Katastrophe geben. Das ganze Stroh und Heu, das Holz – das Feuer war nicht mehr weit von alledem entfernt. Wir mussten etwas tun. Gemeinsam mit Bobby alarmierten wir Kascha und Mia. Die sonst so verschlafene Katze war im Nu hellwach. Peter war mal wieder nicht da. Typisch, immer, wenn man ihn brauchte, war er unterwegs. Gut, dass Bobby da war, denn er konnte Türen öffnen und hatte noch so einige nützliche Tricks mehr auf Lager. Wir mussten das Feuer löschen, aber wie? Doch da hatte Bobby die rettende Idee.
Zusammen mit den anderen beiden Katzen schnappten Matscho und ich uns den Wasserschlauch, der zusammengerollt an der Dielenwand hing. Das war gar nicht so einfach, aber mit vereinten Kräften schafften wir es, ihn von seiner Halterung zu werfen. Zusammen mit Bobby schleppten wir ihn dann direkt zum Feuer. Man was war das heiß hier, wir mussten aufpassen, dass wir uns nicht die Pfoten verbrannten. Doch was nützte uns der Schlauch, ohne Wasser lässt sich schließlich kein Feuer löschen. Aber wir hatten Bobby unterschätzt. Der konnte nämlich den Hebel vom Wasserhahn mit der Schnauze zur Seite drücken – welch ein Glück. Jetzt mussten wir nur noch den Schlauch näher an das Feuer bekommen. Wir wollten gerade zurück zum Feuer, als wir plötzlich ein grässliches Miau hörten. Es kam aus der Richtung, wo das Feuer mittlerweile schon recht großflächig wütete.
Da stand Peter, sein Fell war zum Teil verbrannt und es roch fürchterlich nach verkohltem Haar, doch der Schlauch lag nun fast in den Flammen und das sprudelnde Wasser brachte die heiße Glut ordentlich zum Zischen. Peter hatte die Gefahr wohl gespürt und war von seinen täglichen Wanderungen vorzeitig zurückgekehrt. Mit aller Kraft hatte er den Wasserschlauch näher zum Feuer gezogen und sich dabei das Fell an Rücken und Schwanz verbrannt – daher auch sein schmerzliches Miau. Wir hatten es geschafft, langsam aber sicher erlosch der Brand und Bobby konnte den Hebel des Wasserhahns wieder in die andere Richtung drücken. Peter hingegen konnte man noch lange ansehen, was passiert war und auch sonst hielt er sich seither oft in der Nähe des Hofes auf.
Von Judith Schomaker am
21. Dezember 2009 veröffentlicht
Zusammen mit seiner Mama wohnt Felix in einem kleinen Haus. Das Haus ist ganz in der Nähe von Felix`Kindergarten. Es sind nur ein paar Minuten mit dem Auto und manchmal darf Felix auch schon mit dem Schulbus zum Kindergarten fahren. Mit 5 Jahren ist man schließlich schon fast so groß wie ein Schulkind. Zum Haus gehört ein großer Garten, der bis an den Wald geht. Hier kann man wunderbar spielen nur Abends, wenn es dunkel wird, ist es hier ein wenig unheimlich.
Und weil Mama und Felix so alleine wohnen, hat Mama beschlossen, einen richtigen Wachhund zu kaufen. Der soll auf sie aufpassen, damit es Nachts nicht mehr so gruselig ist. Ein echter Wachhund ist also eine gute Idee und Felix freut sich schon ganz doll auf den neuen Mitbewohner.
Endlich ist es soweit, Maxi zieht mitsamt seinem Körbchen und ganz viel Hundespielzeug in sein neues Zuhause bei Felix und Mama. Maxi ist ein riesiger weißer, ganz wuscheliger Hund, mit dem man toll spielen kann. Den ganzen Tag toben Felix und Maxi zusammen, spielen Fangen und Stöckchen holen, bis es Abend wird. Jetzt muss Felix langsam ins Bett, schließlich ist morgen Kindergarten und das heißt, früh aufstehen.
Felix hat eigentlich gar keine Lust und würde viel lieber noch weiter mit Maxi spielen. Aber alles Betteln hilft nichts, Mama schickt Felix ins Bett und Maxi in sein Körbchen. “Morgen ist auch noch ein Tag!” sagt Mama.
Als es schon ganz spät ist und Felix bereits seinen ersten Traum geträumt hat, wird er plötzlich von Maxis lautem Gebell geweckt. Mama scheint von dem Radau nichts gehört zu haben und so schleicht Felix im Dunkeln durch das Haus, um nachzusehen, warum Maxi so bellt. Ein wenig Angst hat er dabei schon, doch es kann ja nichts passieren, Maxi ist schließlich da. Aber warum bellt er nur so, kommen Einbrecher oder gibt es vielleicht doch Trolle im Wald. Davon haben die Nachbarkinder morgens im Schulbus nämlich schon einmal erzählt.
Oh nein, Maxi bellt genau in Richtung Wald. Felix` Befürchtungen wegen der Trolle werden immer mehr. Was soll er jetzt nur machen? “Am besten wird es sein”, denkt sich Felix “ich lasse Maxi nach draußen, damit er die Trolle, oder was auch immer da im Wald ist, verjagen kann.” Also gut, gesagt getan. Felix macht die Tür ganz vorsichtig auf, aber nur so weit, dass Maxi gerade hindurchschlüpfen kann. Mit lautem Gebell jagt er in Richtung Wald und verschwindet in der Dunkelheit.
Felix kann Maxi schon nach kurzer Zeit weder hören noch sehen und bekommt plötzlich fürchterliche Angst. Was ist, wenn Maxi nicht stark genug für einen Trollkampf ist? Schnell rennt er zu Mama und weckt sie. Ganz aufgeregt erzählt er von Maxis Gebell und dass er ihn nach draussen gelassen hat, damit er die Trolle verjagt. Mama lacht nur und erklärt Felix, dass es bestimmt keine Trolle gibt, bestimmt jagt Maxi hinter einer Katze oder einem Hasen her. Davon ist Felix aber nicht überzeugt!
Als Mama und Felix endlich bei der Haustür ankommen, ist Maxi immernoch verschwunden. Rufen nützt auch nichts und Mama hat selber ein bißchen Angst, Nachts im Wald nach dem verschollenen Hund zu suchen. Auch am nächsten Morgen, als Felix zum Kindergarten muss, ist Maxi noch nicht wieder aufgetaucht. Mama verspricht, Maxi zu suchen, während Felix im Kindergarten ist.
Den ganzen Morgen muss Felix nur an Maxi denken. Was er heute Nacht wohl gesehen hat und wo er jetzt wohl ist? Lust zum Spielen hat er jetzt vor lauter Sorge um Maxi auch überhaupt nicht und so ist Felix heilfroh, als der Kindergarten zu Ende ist und er endlich nach Hause kann. Sofort guckt er in Maxis Körbchen, aber das ist noch genauso leer wie heute Nacht. Hätte er Maxi doch bloß nicht nach draußen gelassen!
Traurig geht Felix zu Mama, die ihn erst einmal in den Arm nimmt. Obwohl Felix dicke Tränen über die Wangen kullern, strahlt Mama immer noch wie ein Honigkuchenpferd. “Komm mal mit, ich muss dir etwas zeigen.” sagt sie. Nach Überraschungen steht Felix nun wirklich nicht der Sinn, trotzdem folgt er Mama artig in den Holzschuppen, der direkt am Waldrand steht.
Und siehe da, plötzlich strahlt auch Felix wie ein Honigkuchenpferd. Da liegt Maxi in einer Ecke vom Holzschuppen und neben ihm der vermeintliche Troll von heute Nacht. Nein, natürlich kein Troll, ein kleines, mutterloses Rehkitz hat sich an Maxi gekuschelt und guckt Felix aus großen, braunen Augen an. Deswegen hat Maxi heute Nacht also gebellt. Jetzt ist sich Felix ganz sicher, dass es im Wald keine Trolle gibt.
Von Poesie am
21. Oktober 2009 veröffentlicht
In den nahezu englosen Weiten Australiens wurde von zwei Stammesführen und etwa 72 schräg daneben schwebenden Mini-Telefonzellen aus Blätterteig, ein kleines weinendes Känguru neben einem hellbraun heißen Felsen wahrgenommen. „Warum bist du so frohlos, du liebes Tier?“ fragte der ältere Stammesführer mit weisem Mitgefühl in seiner Stimme. „Ich finde meine Mama nicht mehr und einen Buntstift hab ich auch verloren“ weint das kleine Hümpftier. Ohne zu zögern hob der eine Stammesführer das Känguru zärtlich hoch und legte es in die starken Arme des anderen. „Komm lass es uns zu unserem Dorf tragen, und es groß pflegen“.
Das langsame niedersinken der Sonne an der weiten Wand des Horizonts sog die drei förmlich Richtung Dorf. Herrlich wie es da nach Suppe roch, als man sich der Dorfmitte näherte. So würzig und fruchtig einerseits und deftig sättigend auf der anderen Seite hätten die drei genussvoll lächelnden Nasen wohl diesen Duft beschrieben. Zwei Holzstühle wurden in ihrem gegenseitigen Anstarren unterbrochen als sich die zwei Stammesführer darauf niederließen, im selben Schwung machten sie aus dem jungen Känguru, eines von am-Boden-sitzender Art.
Der Suppenduft jedoch, war so stark in seiner Güte und so weit reichend, dass sich auch ein anderes älteres Känguru des Dorfs näherte. Als das Junge Tier die Mutter sah, hüpfte es vor Freude derselben um den Hals. Nun waren da zwei unglaublich fröhliche Kängurus. Die zwei Stammesführer lächelten einander an und waren sich zufrieden einig „Die Suppe schmeckt heute einfach wunderbar“
Nur für short-story info,
vom Admin des Poeten Logs
Von Augur am
22. Juli 2009 veröffentlicht
Es gab einmal ein Land, in dem drei Prinzessinnen lebten. Ihr Alter lag nicht so weit auseinander, sodass alle drei von demselben Lehrer unterrichtet wurden. Dieser war ein sehr weiser Gelehrter, der sich in vielen Dingen auskannte. Gleichzeitig galt er als Hellseher und Prophet. Seine Vorhersagen waren stets gut durchdacht und beruhten selten auf reinem Bauchgefühl. Vielmehr versuche dieser Wahrsager, bei seinen Prophezeiungen stets die Vernunft einzuschalten. Das war auch dringend ratsam. Schließlich baute der König höchstpersönlich auf seine Meinung.
Die Schwestern vertrauten dem Gelehrten, ebenso wie der König. Als die drei Mädchen langsam in das heiratsfähige Alter kamen, wollten sie stets in Erfahrung bringen, wer ihr zukünftiger Gemahl sein könnte.
Der Wahrsager versuchte sein bestes, doch in Liebesdingen ward er nicht bewandert. So sehr er seine Quellen auch bemühte, das Einzige, was er vom zukünftigen Liebesleben seiner drei langsam erwachsen werdenden Prinzessinnen zu sehen bekam, war Dunkelheit. So traf er den Entschluss, allen Schestern das Gleiche zu für die Zukunft zu versprechen, nämlich die Erfüllung aller ihrer Wünsche. Im Zweifelsfall funktionierte das immer. Schließlich hatte er es mit richtigen Prinzessinnen zu tun. Natürlich würden alle ihre Wünsche erfüllt werden. So war das schon immer, in ihrem gesamten Leben.
Die Jüngste wünschte sich einen starken Krieger als Gemahl. Er sollte die Armeen des Landes anführen können und sie bei Gefahr beschützen.
Die Zweitjüngste wünschte sich einen Schönling, der gut reden und tanzen konnte. Sie hoffte, dass ein geselliger Prinz viel mehr Zeit für sie übrig hat.
Die Älteste wünschte sich einen reichen Kaufmann. Der würde ihr täglich Schmuck und andere Geschenke kaufen.
Wie das Schicksal es wollte, bekam jede der Prinzessinnen ihren gewünschten Verehrer. Schließlich wandte sich der König an den Wahrsager. Es sollte prüfen, unter welchem Stern diese sich anbahnenden Romanzen standen. Schließlich ging es um die Zukunft des Königreiches.
Der Gelehrte traute sich nicht, dem König auch nur das zu erzählen, was dieser hören wollte und machte sich auf dem Weg zu einem geheimen Liebesorakel. Dieses war nur wenigen Eingeweihten bekannt und sollte angeblich stets einen passenden Orakelspruch bereithalten.
Doch die Antworten des Liebesorakels waren gar nicht das, was der Wahrsager sich erhoffte. Er erhielt die widersprüchlichsten Prophezeiungen. Nur selten ergab die vorausgesehene Zukunft einen Sinn. Sie rannte regelrecht davon, wenn der Wahrsager sie zu erfassen versuchte.
Schließlich kehrte der Gelehrte heim zu dem König und den drei ungeduldig wartenden Prinzessinnen. Alle wollten sie wissen, was der kluge Hellseher in Erfahrung bringen konnte. Dieser dachte lange nach, bevor er den Prinzessinnen wie auch dem König seinen Segen gab. Und das tat er ohne Bedenken. Er hatte zwar keine Ahnung, wie sich die Ehen der Schestern entwickeln sollten, doch er wusste, dass Liebe im Spiel war. Denn nur diese konnten eine alte Einrichtung wie das Liebesorakel derart zum Rotieren bringen, wie es der Fall war, als der Wahrsager die Partnerschaften der drei Prinzessinnen vorhersehen wollte.
Von Theli am
11. Juni 2009 veröffentlicht
Ein Neuzeit Märchen.
Es war einmal, ein kleines und äußerst hübsches Mädchen aus dem Allgäu. Sie war eine echte Frohnatur. Bei gutem Wetter sprang sie nackig über die blühenden Wiesen, liebte es im Bergsee schwimmen zu gehen, in den Bergen zu wandern, sie liebte einfach die Natur und die Tiere. Wenn Beerenzeit war, ging sie Tag für Tag mit ihrer Großmutter in den Wald um Beeren zu pflücken. Beeren waren eine Gottes Gabe und sollten auch genutzt werden. Häufig radelte Sie mit ihrem bunt angemalten Fahrrad, Namens “Lieselotte” um den Bergsee. Sie fühlte sich in den Idylle einfach Pudel Wohl. Eines Tages hatte sie das Gefühl sie will einfach mal mehr sehen von der Welt, als sie einen jungen, großen, muskulösen Jungen aus der Stadt kennenlernten. Dadurch hatte sie immer mehr den Drang das Stadtleben kennenzulernen. Sie dachte in der Stadt gibt es keine Grenzen, die Stadt ist Himmlisch. Sie dachte dort gibt es viele Menschen, viele Geschäfte und verrückte Partys. Man würde sich einfach niemals langweilen. Der Junge aus der Großstadt, der es im Allgäu sehr schön fand, erzählte ihr schwärmend Geschichten aus der Großstadt vor. Und wie es nicht anders passieren konnte, verliebte sich das Landmädchen aus dem Allgäu in den großen Stadtjungen. Bedauernder Weise musste der Junge jedoch einige Zeit später in die Großstadt zurück kehren. Das Landmädchen saß mit dem Gefühl völlig alleingelassen zu sein im Allgäu. Da kam die Kurzschluss Reaktion einen Flug zu buchen. Und dem Jungen hinter her zu fliegen und in die Großstadt zu folgen. Im Gedanken an die bevorstehende Reise, war sie sehr nervös. Sie dachte ständig an das glamouröse Stadtleben, an die vielen Menschen und an die langen Partynächte. Besonders auf die Partys, war sie schon ganz aufgeregt. Da sie ein großer Fan von Electronischer Tanzmusik war. Diese hatte sie nämlich schon verbotener Weise in einem Radiosender gehört. Als sie dan endlich in der Stadt ankam. Freute sie sich die ganzen Interessanten sachen kennenzulernen. Sie sah die ganzen Geschäften, viele verschiedene Menschen sogar zum Teil sehr interessante Persönlichkeiten. Feierte Nächtelang, und genoss die Zeit mit ihrem neuen Freund. Alles fühlte sich super an. Allerding zeigten sich schnell die Schattenseiten des Stadtlebens. Die Menschen waren deutlich unfreundlicher als auf dem Land, es gab kein Ort an dem man sich alleine zurückziehen konnten. Die Natur war eher mangel Ware. Die Partynächste mit viel Alkohol hinterließen ihre Spuren. Sie vermisste immer mehr die Idylle im Allgäu. Ach wie gerne würde Sie jetzt Beeren pflücken gehen oder um den Bergsee radeln. Im Sommer ist es in der Stadt ja noch ganz schön, aber im Herbst und im Winter ist alles Grau in Grau. Der Winter im Allgäu ist um einiges schöner. Alle Bäume, Häuser, Wiesen versinken im Schnee. Die Natur schaut aus wie ein Land aus Puderzucker. Nach und nach vermisste sie das Allgäu so sehr, dass sie kurzerhand ihe Sachen zusammenpackte und versuchte ohne Geld ins Allgäu per Anhalter zu fahren. Anfangs ging dies noch ganz gut, eine nette Lastwagen Fahrerin nahm sie mit bis nach Stuttgart. Sie kam nachts in Stuttgart an, hatte kein Geld und auch keine Übernachtungsmöglichkeit. Sie entschied sie am Bahnhof, wo sie auch ausgesetzt wurde, zu übernachten und am nächsten Morgen im Morgengrauen wieder aufzubrechen.
Am nächsten Morgen wachte sie auf, weil sie jemand rüttelte. Es war ein alter Herr, mit krausigem Vollbart. „Mädchen, du zitterst ja, du holst dir hier den Tod“ „Wie viel Uhr ist es denn“ antwortete sie. „Es ist jetzt halb 9 morgens“ antwortete der hilfsbedürftige Herr. „Oh je ich habe verschlafen, danke für alles ich muss los“ Der Man blieb kopfschüttelnd zurück. An der Autobahnauffahrt, stand sie lange, ungefähr eine Stunde. Es kam dem Landmädchen wie eine Ewigkeit vor. Sie hatte Hunger und die Wasserflasche war auch schon fast leer. Endlich, es hielt eine junge Familie an, die sogar bis nach Füssen in Urlaub fahren wollte. Das war schon fast perfekt. Sie stieg ein, wurde von der Familie mit verköstig und schlief dann ruhig ein. Bis man sie weckte und meinte, sie seien nun langsam da. Langsam dachte sie wieder zurück an die vergangene schöne Zeit in der Stadt und schaltete ihr Handy wieder an. Zwanzig Anrufe in Abwesenheit. Sie wollte mit niemand reden und schon klingelte wieder das Handy „Wo bist du hingegangen? Wieso bist du nicht mehr hier? Und wie bist du überhaupt weggekommen?“ Ich erzählte ihm, dass er in 5min noch mal anrufen solle weil der Zeitpunkt eher gerade ungünstig sei. Die Familie ließ mich am Bahnhof raus. Das Gespräch am Telefon war sehr lange aber der Stadtjunge verstand alles war sehr schockiert über die Variante per Anhalter ins Allgäu zu fahren. Er hätte ihr sogar Geld geliehen. Ihr Bus nachhause kam und das Telefon war langsam beendet. Die ganze Familie war sehr erfreut, dass sie wieder zurück ist. Das Haus wieder mehr belebt ist. Alle saßen gerade am Mittagstisch als die Tür aufging. Sie traute ihren Augen nicht, da stand er, sie schloss noch mal die Augen und dachte es wäre Einbildung doch er war es wirklich. Der Junge aus der Stadt stand da einfach so und sagte „Wenn du gehst, komm ich halt nach“ Sie sprang ihm um den Hals und war sehr erleichtert. „Ich hab sogar schon ein Jobangebot bekommen hier in der Gegend, ich will hier mit dir leben.“ Monate später als sich langsam der Allgäu einpendelte, sagte er eines Morgens zu ihr „ Du weist gar nicht wie gut mir das Land leben tut, ich fühle mich inzwischen richtig wohl hier“
Uns sie leben glücklich noch bis zum heutigen Tage auf dem Land in ihrem eigenen Haus.
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