Short Story

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Archiv der Kategorie ‘Romantik’

Ein neuer Beginn

Von gleichklang am 8. Februar 2010 veröffentlicht

Eigentlich wusste er selbst nicht, warum, als er die Web-Adresse www.Gleichklang.de in den frühen Morgenstunden  in den Browser seines Laptops eintippte.  Seit dem Unfall waren erst 3 Wochen vergangen. Für ihn war es aber, als ob es  erst gestern  geschehen wäre. Oder war es nur ein böser Traum?  Würde Bernd morgen zur Tür hinein kommen? Als ob nie etwas gewesen wäre?

Irgendwie riss ihn der Zettel, den er in Schublade fand,  aus seiner Lethargie: “Partneragentur verspricht Hilfe auch bei schwierigen Fällen – Nur ernsthaft Suchende, keine toten Profile” . Er arbeitete sich durch die Fragen, beantwortete , ob er auch eine platonische Beziehung suche, ob er sich für BDSM interessiere, ob er Vegetarier, alleinerziehend, psychisch oder körperlich behindert sei, ob er sich esoterisch oder spirituell interessiere und unzählige weitere Fragen. Sogar war anzugeben, ob er sich eine Partnerschaft mit einem Intersexuellen oder Transsexuellen vorstellen könne. Nach einem Klick auf die 9,90 EUR Start-Gebühr, hieß es, Partnervorschläge würden über Nacht zugestellt.

Sofort nach dem Aufstehen war er wieder am Rechner und tippte erneut das www.Gleichklang.de ein. “Bernd” und “Ichliebedich” hießen Benutzernamen und Passwort. “Sie haben einen Partnervorschlag”, hieß es und schon flimmerte das Profil der ihm vorgeschlagenen Person auf. 32 jahre alt, also 2 Jahre älter als er, groß und schlank, computerbegeistert und sportlich aktiv, mit Interessen an Kunst und Literatur. “Genau wie Bernd”, dachte er noch, als das Foto auch schon auf dem Bildschirm erschein.  Schwindelig und wie benommen las er den freien Text: ” Ich bin ein lebenslustiger 32 Jahre alter Typ, noch in fester Beziehung, aber zu einem Neustart entschlossen. Bis du bereit? Dann schreib mir ganz schnell! “.  Login-Info: “Das letzte mal eingeloggt vor 21 Tagen”.

Der Isländer

Von twenni am 26. Januar 2010 veröffentlicht

Ich beschloss, diesen Sommer allein in den Urlaub zu fahren. Warum auch nicht, schließlich war ich noch nie allein irgendwo hingefahren. Also wird es Zeit, dachte ich. Island wäre gut, da gibt’s eine Menge Island Pferde. Ich liebe Island Pferde. Ein Pferdehof schien mir genau das richtige zu sein, reiten kann ich ja sowieso und das hatte ich ohnehin lange schon wieder mal vor.

Meine Maschine landete bei bestem isländischen Wetter in Reykjavik.  Es war ein sonniger Tag bei gemäßigtem Wind und den typischen fünfzehn Grad Lufttemperatur. Mir war etwas mulmig zumute, so ganz allein in diesem fremden Land. Hoffentlich komme ich hier klar, ich kenne ja niemanden hier, dachte ich. Doch ich schob die Zweifel beiseite und steuerte auf ein parkendes Taxi zu. Der Fahrer war sehr freundlich und verstand mich zudem auch noch gut. Wir fuhren in Richtung Reiterhof, der etwa 30 Kilometer südlich von Reykjavik gelegen war und wo ich ein Appartment gebucht hatte.
Ich war von der bizarren Natur des Inselstaates beeindruckt. Die Landschaft aus Lavawüsten, Seen, Wasserfällen und zerklüfteten Fjorden muteten abenteuerlich, aber auch romatisch an. Ich versuchte mir gerade vorzustellen,wie es wohl wäre hier zu leben, als wir auf “meinem” Reiterhof ankamen.

Das Gestüt sah fast so aus, wie ich es mir vorgestellt hatte. Zwei Ställe, ein großes Wohnhaus mit angrenzendem Wirtschaftsbereich und einige kleinere Nebengebäude, alles im skandinavischen Stil und angrenzende, schier endlos wirkende Weideflächen mit saftigem grünen Gras, an dem sich eine Herde Island Pferde labte.
Ein blonder Mann mit freundlichem Lächeln, den ich auf Mitte dreißig schätzte, kam auf mich zu.  “Mein Name ist Brynjar”, stellte er sich in erstaunlich gutem Deutsch vor und drückte meine rechte Hand fest, aber auch nicht zu kräftig. “Ich heiße Anne”, antwortete ich und begann zu überlegen, ob Brynjar nun sein Vorname oder sein Familienname sei. Er sah mich mit seinen stahlblauen Augen durchdringend an. Als würde er Gedanken lesen können, sagte er: “Brynjar ist übrigens mein erster Vornahme, bitte nennen Sie mich so. Aber erstmal herzlich Willkommen auf Island und meinem Hof. Ich zeige ihnen gleich ihr Appartement”. Ich fühlte mich irdendwie ertappt. Brynjar verunsicherte mich und ich vermochte es nur schwer, mich von seinen Augen zu lösen. “…ähh ja” gab ich irretiert zur Antwort. Er nahm mein Gepäck von dem Taxifahrer entgegen und ich zahlte die Fahrt. Während der blonde Isländer mit meinen Taschen in Richtung eines der Nebengebäude ging, viel mir sein schlanker, aber gleichermaßen auch zäh-kräftiger Körperbau auf. Die Adern seiner Unterarme traten unter der Last meines Gepäcks markant empor. Brynjar gefiel mir irgendwie.

In den folgenden zwei Wochen erkundete ich auf meinen Ausritten die Umgebung und beobachtete das Treiben auf dem Hof. Besser gesagt, beobachtete ich bei eigentlich jeder Gelegenheit Brynjar. Ich hatte mich in ihn verliebt. Ich lief ihm schon auffällig oft “zufällig” über den Weg, hoffend auf eine Situation, die mich ihm näher bringen würde. Dann endlich fragte mich Brynjar, ob es mir etwas ausmachen würde, heute Abend im Stall auszuhelfen. Eine Stute stand kurz vor der Geburt eines Fohlens und der Stalljunge, der sonst bei Geburten immer dabei war, lag mit Fieber krank im Bett. Natürlich sagte ich zu, lehnte aber seine vorgeschlagene Bezahlung ab.

Die Geburt des Island- Fohlen verlief ohne Komplikationen. Nachdem sich der Tierarzt verabschiedet hatte, holte Brynjar eine Flasche eines mir unbekannten Schnaps und zwei Gläser. “Lass uns auf das Neugeborene anstoßen, das ist so Brauch bei uns”, schlug er vor und ließ sich in einer Ecke auf einem Strohballen nieder. Er schenkte uns beiden ein und bedankte sich, sichtlich erschöpft, für meine Hilfe. Wir tranken. Brynjar erzählte davon, wieviel Arbeit und Entbehrung ihm das Gestüt abverlangte und dass er stolz war, den elterlichen Pferdehof unter den widrigen isländischen Bedingungen zu einem gefragten Zuchtgestüt und beliebten Urlaubsort für europäische Touristen gemacht zu haben. Ich hörte ihm gespannt zu, sog jedes Wort auf und fühlte mich wie durch eine magische Kraft von ihm angezogen. Nach dem vierten Glas des seltsam schmeckenden Getränks ließ ich meinem Bedürfnis freien Lauf und lehnte mich an seine Schulter.  Ich begann, sanft seine Haare zu kraulen. Er reagierte überhaupt nicht. Nicht abweisend und nicht annähernd. Männer werde ich wohl nie verstehen, dachte ich. Warum küsst er mich nicht, reißt mir nicht die Kleidung vom Körper oder sonst was, fragte ich mich.

Doch just, als ich schon einen Anflug von Liebeskummer zu fühlen begann, erwiderte Brynjar meine Liebkosungen. Ich spürte seine kräftige Hand auf meinem Rücken und er zog mich an sich. “Lass uns in dein Appartment gehen…” murmelte er leise. Wir gingen. Die Nacht war wunderschön.

Die nächsten Tage kamen wir uns noch häufig sehr nahe und ich genoß die letzte Zeit auf dem Hof mit ihm. Dann kam der Tag des Abschieds. “Besuchst du mich mal in Deutschland?”, fragte ich Brynjar. “Ja gerne”, antwortete er. “Aber du solltest wissen, dass meine Frau nächste Woche aus Dänemark zurück kommt”. Dann schwieg er. Ich stieg wortlos in das wartetende Taxi und schaute mich nicht mehr um.

Endlosschleife

Von Andreas am 21. Januar 2010 veröffentlicht

Der spärlich beleuchtete Flur bot ein Bild des Abschieds, das nicht besser zu dieser Nacht hätte passen können.

Ein schlampig abgestelltes Fahrrad und ein Kinderwagen, in dem hoffentlich nie ein Kind würde liegen müssen, standen nur noch zwischen mir und der alten, schwarzen Haustür.

„Willst du wirklich nicht zum Frühstück bleiben?“, rief es/sie hinter mir aus der kleinen, gemütlichen Altbauwohnung.

Mit einem Knall schlug die Tür hinter mir zu und teilte dem halb nackten Mädchen meine Antwort mit.

Natürlich hätte ich auch zum Frühstück bleiben können, natürlich hätte ich bei ihr im Arm liegen können, und natürlich wäre es schön, mal wieder neben einem Mädchen aufzuwachen.

Aber der Preis dafür war mir einfach zu hoch. Nähe aufbauen heißt, auch immer wieder los lassen zu müssen.

Für diese Nacht hatte ich genug menschliche Nähe und ging entspannt – und ich glaube, auch etwas zerzaust – durch den langsam nahenden Sonnenaufgang nach Hause.

Während ich meine Wohnungstür aufschob, wurden im Innern dadurch ein paar leere Flaschen und etwas Pappe beiseite geschoben. Ein weiterer Grund, warum ich grundsätzlich zu den Frauen ging.

Wichtiger jedoch ist es, die Anonymität zu bewahren. Nachdem ich meinen Kaputzenpulli in die Ecke geschmissen, meine Schuhe von den Füßen getreten und meine Hose herunter geschält hatte, ging ich an meinem großen, mit grünen hängenden Blättern behafteten Staubfänger, auch Yucca-Palme genannt, vorbei und fiel erschöpft in mein Bett und starrte zur Decke.

Irgendetwas fehlte dort oben …. nur was?

In diesen Gedanken versunken überkam mich der Schlaf.

Wie immer an der besten Stelle des Traumes klingelte mein Handy und teilte mir mit, dass es Zeit zum Aufstehen sei.

Ein Gutes hatte das abrupte Aufschlagen meiner Augen jedoch. Ich nahm den Edding von der Fensterbank, stellte mich auf das Bett und begann sofort, an einer noch leeren Stelle meiner Decke zu schreiben.

Glück?
Du schaust mich an und weinst,
so frage ich dich, wieso liebst du mich?
Glücklich werd ich nicht, so glaube mir!
Mit mir wärst du es ebenfalls nicht!

Der Weg zum Glück ist steinig,
eine Zweigung fordert eine Entscheidung.
Kopf und Herz sind sich dabei nie einig

Nun mache einen Schritt voran,
lasse dabei ein Stück von dir zurück.
Deine Vergangenheit erinnert dich daran,
dies ist nicht der Weg zum Glück!

Das Gedicht immer wieder lesend wunderte ich mich auch auf dem Weg zur Uni immer noch über diese Worte, deren Bedeutung sich mir zu diesem Zeitpunkt nicht erschließen wollte.

Die Vorlesung war langweilig. Die Statistik und Stochastik. Testverfahren, Verteilung und jede Menge Variablen, Wahrscheinlichkeiten und Varianzen.

Eine 20-seitige Formelsammlung soll uns diese Welt erklären.

Welche Formelsammlung benutze ich für meine Welt?

Gibt es eine Formel, die mir das Gefühl erklärt, wie es ist, eine liebende Mutter zu haben? Aufgewachsen bin ich seit meinem dritten Lebensjahr bei meiner Oma. Eine gütige Frau, doch der Altersunterschied war einfach zu groß und als die Pubertät kam, wurde ich etwas “schwierig”, wie sie es ausgedrückt hatte. Von da an übernahm ein Heim und dadurch hauptsächlich die Straße meine Erziehung. Das Leben lehrte mich einiges über zwischenmenschliche Beziehungen.

Betrogen, verraten, bestohlen, belogen, verlassen und enttäuscht werden wollte ich niemals mehr und beschloss daher, niemanden mehr diese Macht über mich zu geben.

Den Rest der Vorlesung beschäftigte ich mich damit, meine Gedanken in meinem Notizblock zu skizzieren, um ein weiteres Gedicht meiner Zimmerdecke hinzufügen zu können.

Leben nach Maß

Wozu das ständige Lachen

und das ständige Reden?

Wieso kann man nicht einfach sehen,

dass ich allein sein will,

weil ich alleine glücklich bin.

Was bringt es mir, so zu sein wie ihr?

Immer nach dem Normmaß leben,

bloß nicht zu viel von sich geben.

Abstand bringt Sicherheit. Doch

ist dies der Weg zur Einsamkeit?

Struktur im Leben,

wie im klassischen Gedicht?

Das kann ich euch nicht geben.

Nein, das will ich nicht!

Anschließend, nach der Vorlesung, war mein wöchentlicher Männerabend mit meinem besten Kumpel.

„Schreibst du zur Zeit an einer interessanten Geschichte?“, fragte mich Mike in unserer Stammkneipe.

„Mir fehlt zur Zeit die Inspiration.“

„Ich fand deine letzte Story ziemlich spannend.“, versuchte er das Gespräch weiterzuführen, schaute mich aber dann an und fügte besorgt hinzu, „ Es scheint mir, als ob du etwas auf den Herzen hast. Also lass hören.“

„Warum ist das Leben eine einzige Grauzone?“, fragte ich ihn, nachdenklich am Tresen sitzend.

„Ist es das? Ich empfinde es eher als Achterbahnfahrt! Aber es wundert mich nicht, dass es für dich nur grau aussieht.!“, antwortete er mir und leerte sein Glas.

Überrascht setzte ich meine Flasche ab.

„Wieso wundert es dich nicht?“

„Weißt du“; begann er ,“ du siehst alles grau, weil du dem Schwarzen aus dem Weg gehst. Du lässt, seit ich dich kenne, keinen Menschen wirklich nah an dich heran, um nicht verletzt zu werden. Nur um nicht zu scheitern, studierst du etwas, dass dich nicht ausfüllt, anstatt deinem Traum zu folgen.“

Er schaute in sein leeres Glas und erzählte weiter.

„Es gibt ein schönes Zitat, das finde ich ganz passend: Es gibt Risiken, die einzugehen man sich nicht leisten kann- aber auch solche, bei denen man es sich nicht leisten kann, sie nicht einzugehen.“

„Ein weiser Satz“, pflichtete ich ihm bei.

„Es kommt noch besser. Er stammt von Peter Ferdinand Drucker, einem Ökonom.“

Mit seiner einzigartigen Fähigkeit, immer zur richtigen Zeit die passenden Zitate und Sprüche aus seinem Archiv zu kramen, überraschte und begeisterte mich Mike jedes Mal aufs Neue.

„Es fällt mir halt schwer mich zu öffnen.“, entgegnete ich ihm und fügte noch hinzu, dass ich froh war, wenigstens mit ihm über solche Dinge reden zu können.

Nachdem ich noch etwas geflirtet hatte, verließ ich den Ort doch alleine, da ich nicht in Stimmung war.

Etwas in Gedanken ging in ich an diesem kalten Winterabend durch die verlassenen Straßen. Plötzlich konnte ich nicht mehr aufhören, an meine Vergangenheit zu denken. Meine Mutter wurde von einem betrunkenen Alkoholiker in einer zwielichtigen Bar niedergestochen, da war ich gerade drei Jahre alt. Trotzdem trinke ich und treibe mich ebenso in diesen Bars herum, was einerseits kein Problem darstellt. Auf der anderen Seite ist es ein Konflikt, den zu lösen ich nicht in Stande bin, geschweige denn ihn zu definieren.

Manchmal komme ich mir vor wie ein Raucher, dessen rauchender Vater an Lungenkrebs gestorben ist und auf seiner Beerdigung auf seinen Sarg ascht.

Im Augenwinkel nahm ich eine junge attraktive Frau wahr, die mir entgegen kam, dann an mir vorbei ging. Als ich diesen kurzen Moment der Begegnung schon fast wieder vergessen hatte, kam ich zu einer roten Fußgängerampel. Die Straßen waren alle schon längst verlassen und leer.

Als ich gerade hinübergehen wollte, fiel mir die junge Blondine von vorhin wieder auf. Sie stand diesmal direkt neben mir und lächelte mich an. Ihr Lächeln fror meine Bewegungen ein, so dass ich mit dem rechten Bein auf der Straße und mit dem linken noch auf dem Bürgersteig verweilte/stand, und ich lächelte zurück.

Sie passte sich meiner wahrscheinlich etwas seltsam wirkenden Postion an, in dem sie ihr rechtes Bein ebenfalls auf Straße stellte und mich fragte, ob wir es wagen sollten, über die rote Ampel zu gehen.

„Wir wagen es.“ , antwortete ich und löste mich aus meiner Nagetierstarre.

Unsere Wege verliefen lang genug parallel, um ihren Vornamen, ihren Beruf und ihre restabendliche Aktivitäten herauszufinden.

Dass sie nur umgekehrt war, um mich kennen zu lernen, erfuhr ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

An einer Kreuzung trennten sich unsere Wege, und ich lud sie auf einen Kaffee ein.

„Ich kann dir auch genau einen guten Grund nennen, warum du nicht ablehnen solltest.“,versuchte ich, ihr meine Einladung noch schmackhafter zu machen.

„Da bin ich aber mal gespannt…“, meinte sie und schaute mich mit ihren großen blauen Augen erwartungsvoll an.

„Weil es ein witziger und origineller Anfang einer sehr guten Geschichte wäre..“

Am nächsten Abend saß ich wieder am Tresen und schilderte mein Erlebnis.

„Und, hat sie ja gesagt?“, fragte mich Mike, nachdem er die erste Runde bestellt hatte.

„Ja, sie hat ja gesagt. Ich werde mich morgen Abend mit ihr im Café Cult treffen!“, antwortete ich.

„Den Spruch werde ich mir merken…“, wir stießen an, und er fügte die Frage hinzu, ob ich diesmal bei ihr zum Frühstück bleiben würde.

„Ich will dich nicht schockieren, aber diesmal werde ich es anders machen und sie erst kennen lernen.“

„Du willst also sagen, dass unser letzter Dialog über grau und schwarz dir gezeigt hat, dass es auch Vorteile haben kann, einen Menschen näher als nur körperlich kennen zu lernen?“ Einen gewissen sarkastischen Ton konnte Mike sich bei dieser Aussage nicht verkneifen.

„Vielleicht…“

„Hört, hört! Hast du dir denn schon Gedanken gemacht, wie euer erstes Date nach der Tasse Kaffee weiter geht?“

„Nein, aber das ist in Ordnung. Ich bin der Meinung, dass man nicht soviel planen sollte, da sich schöne Momente am besten ohne Rahmen entfalten können.”

Später am Abend kam ich in meine Wohnung. Nachdem ich richtig aufgeräumt und geputzt hatte, setzte ich mich auf mein Sofa und schaute mich um. Mir fiel die goldene Figur des Feuervogels Phoenix auf, die mir Mike zum Geburtstag geschenkt hatte. Er verglich mich gerne immer wieder aufgrund meiner Vergangenheit mit Phoenix aus der Asche, und als er sie bei Ebay fand, musste er sie mir kaufen. Mit warmen Wasser säuberte ich sie und dekorierte anschließend mit ihr eine leere Stelle auf meinem Badezimmerregal.

„Schön hier.“, sprach ich, als ich mein Zimmer wieder betrat, in den leeren Raum, und mein Blick fiel auf meine große Yucca-Palme.

„Durch dich wird mein Zimmer zum Ort der Ruhe und Entspannung“,sagte ich, säuberte mit einem nassen Lappen ihre Blätter und goss sie anschließend.

„Wie war dein Date letzte Woche?“, mit dieser Frage wurde unser wöchentliches Treffen in unserer Stammkneipe von Mike eröffnet.

„Welches meinst du?“, entgegnete ich trocken.

„Wieviel hattest du denn letzte Woche?“

„Vier.“

„Ich dachte, du wolltest dich ändern. Also braucht man sich den Namen Jenny nicht zu merken?“

„Doch natürlich. Wir haben uns letzte Woche viermal gesehen….“ Zufrieden lächelte ich ihn an.

„Glückwunsch! Wird es ein fünftes geben? Ich meine, mehr als vier sind bei dir ja sonst nicht drin gewesen.“

„Morgen Abend koche ich für sie bei mir…“

„Bei dir? Ich dachte du nimmst nie eine Frau mit zu dir. Hat es dich endlich erwischt?“

Schnell mit einem Achselzucken beantwortet brachte mich diese Frage trotzdem zum Nachdenken.

Hatte es mich erwischt?

Am nächsten Abend klingelte es pünktlich an meiner Tür, und etwas nervös öffnete ich.

„Was gibt es denn Leckeres zu Essen?“, fragte mich Jenny und betrat meine Wohnung.

„Laut “Google” das beste Date-Menü. Salat als Vorspeise, Pasta als Hauptgericht und Schockladeneis zum Nachtisch.“

„Klingt, als hättest du dir wirklich Gedanken gemacht ..“

Der Abend verlief harmonisch und romantisch. Nach dem Essen saßen wir noch lange auf dem Sofa, und es kam auch zum dem ersten Kuss.

„Ich denke, ich werde mich langsam auf dem Heimweg machen, es ist schon spät geworden.“

„Ich mache nicht nur ein gutes Abendessen, sondern auch ein sehr gutes Frühstück“, flüsterte ich ihr ins Ohr und küsste ihren Hals.

„Wenn das so ist, werde ich diese wilde Behauptung doch einmal auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen müssen.“

Die nächsten Wochen waren einfach traumhaft. Wir sahen uns regelmäßig und waren beide der Meinung, dass dies der Beginn von etwas Großem war.

„Weißt du“, fing sie an, als sie in meinem Arm lag, „ ich lese gerne deine Gedichte an deiner Zimmerdecke. Ich finde es sehr schön, dass du schreibst, aber dort steht kein einziges positives Gedicht. Auch kein Liebesgedicht. Hast du nie schöne Momente gehabt, worüber es sich zu schreiben lohnt?“

Mir lief es kalt den Rücken herunter. Dem Thema Vergangenheit konnte ich bis jetzt ja immer gut aus dem Weg gehen. Sie sprach selbst nicht viel von ihrem Elternhaus und wir trafen uns grundsätz nie bei ihr. Um keine Gegenfragen zu riskieren, sprach ich dieses Thema selbst nicht an.

„Kannst du mir einen Gefallen tun und in meinem Notizblock auf der letzten beschriebenen Seite nachsehen? Dort steht ein Gedicht, das du mir bitte vorliest..“, sprach ich, nahm den Edding und stellte mich auf das Bett.

Ferdinand und Luise

Die aufgehende Sonne,
das Licht von mir nicht erkannt.
Schleich ich durchs Dunkel,
und reiche dir meine Hand.

Ein Schritt ins Leere,
und der Schmerz wär’ groß.
Angst begleitet mich,
doch ich lasse dich nicht los:

Naiv ist die liebende Seele,
doch nur diese ist in der Lage,
auch größte Gefahren zu überwinden,
um zu dir zu finden.

„Das finde ich schön. Wieso hast du es denn Ferdinand und Luise genannt?“, fragte sie mich und, froh darüber, das Thema von meiner Vergangenheit auf Lyrik gelenkt zu haben, antwortete ich:

„Es ist eine Hommage an Schillers Kabale und Liebe. Die Protagonisten heißen halt so.“

„Sie war schon wieder bei dir? Wie lange seit ihr nun schon zusammen? Vier oder fünf Monate?“, fragte mich mein bester Freund bei unserem nächsten Treffen.

„Fünf. Es (was denn???) hat sich noch nicht wirklich ergeben, zusammenzuziehen (?). Tatsächlich habe ich sie auch neulich darauf angesprochen. Sie meinte, bei mir wäre es leichter, da sie noch bei ihrem Vater wohne und er es nicht gerne sehe, wenn fremde Männer bei ihm im Haus übernachten würden.

„Gut, mag sein, aber warst du denn schon überhaupt bei ihr? Ich meine, auch mal tagsüber?“

„Nein, nicht in der Wonung. Wieso ist das denn so wichtig?“

„Es wird dir nicht gefallen. Aber meiner Meinung nach ist die Vergangenheit eines Menschen ein wichtiger Aspekt für die Entwicklung seiner Persönlichkeit. Du weißt ja nichts von ihr. Wie war ihre Kindheit? Wie sieht ihr Zimmer aus? Ein Buch kaufst du auch nicht, ohne wenigstens den Klappentext gelesen zu haben.“

„So bleibt es spannend.“, erwiderte ich kurz und knapp.

„Offenheit ist der Weg zum Glück. Öffne dich ihr und teile ihr deine Vergangenheit und Gefühle mit, dann wird sie sich auch öffnen. Wie viel hast du ihr denn von dir erzählt?“

Mein Schweigen zeigte ihm meine Antwort und dass eine weitere Diskussion über dieses Thema nicht in meinem Sinne war.

Eines Abend lag ich mit Jenny im Bett und scherzte herum. Ein halbes Jahr lang hatte sie mir nun schon mein Leben veschönert, und es war jetzt der richtige Moment, ihr das auch zu sagen.

„Weißt du“, begann ich „ seit einem halben Jahr hast du mein Leben bereichert. Aus meinen Gefühlen für dich heraus könnte ich nun drei einfache Worte sagen, doch diese werden in dieser Welt so oft zum falschen Zeitpunkt und zu wenig zu den richtigen Personen gesagt, dass sie dem, was ich empfinde, nicht wirklich gerecht werden. Also habe ich versucht, meine Gefühle für dich, in vier Versen auszudrücken“

Zu ihr gebeugt flüsterte ich ihr ins Ohr: „Jede Sekunde ohne dich ist wie eine Woche ohne Sonnenschein. Jeder Atemzug ohne dich ist wie ein Monat ohne Glücklichsein. Jeder Augenblick ohne dich ist wie tausend Hiebe. Ein Leben ohne dich wäre ein Leben ohne Liebe.“

Ich schaute ihr in ihre tränennassen Augen, nahm ihre Hand und sprach weiter:

„Liebe ist Vertrauen.“

Mit ihrer Hand auf meiner Brust erzählte ich ihr von meiner Vergangenheit, dem frühen Verlust meiner Mutter durch einen Betrunkenen., die Jahre bei meiner Oma und auf der Straße. Vom Gefühl, wie es war, keinen Vater zu haben, weil dieser mich aus religiösen Gründen verstieß und vieles mehr beschrieb ich ihr.

Es war eine wunderbare Nacht, und so nah wie ihr hatte ich mich vorher noch keinem Menschen gefühlt.

Am nächsten Abend fand wieder unser kleiner Stammtisch statt.

„Der Verlust meiner Mutter durch einen Betrunkenen schien ihr sehr nah zu gehen“, erklärte ich meinem Freund am gewohnten Ort.

„Natürlich – die Frau ist eben sehr einfühlsam. Ich finde es klasse, dass du diesen Weg gegangen bist. Willkommen in der weißen Lebenszone.“, wir stießen an.

„Schade ist, dass sie mir so wenig erzählt hat. Über ihren Vater zum Beispiel, bei dem sie lebt, hat sie gar nicht gesprochen. Und bei ihr war ich immer noch nicht.“

„Hat sie es dir denn verboten?“, wollte Mike wissen.

„Nein, das nicht. Wir meiden das Thema bloß,“ entgegnete ich ihm.

„Kauf ihr einen Blumenstrauß und überrasche sie. Klingel einfach an ihrer Tür und sage ihr, dass du Sehnsucht hattest.“

„Weißt du was, dass mache ich vielleicht!“, antwortete ich und ignorierte, wie immer, die anderen hübschen Mädchen im Raum.

Tatsächlich befolgte ich seinen Rat und einige Tage später stand ich abends mit einem Blumenstrauß vor Jennys Haustür und klingelte.

Erstaunt schaute sie mich an, war aber erfreut und nach einer stürmischen Begrüßung schauten wir uns in ihrem Zimmer einen Film an.

„Wieso hattest du immer etwas dagegen, dass wir hier Zeit miteinander verbringen?“, fragte ich sie.

Sie schien etwas verunsichert und antwortete: “In Ordnung Marc, ich wollte es dir nicht sagen, aber mein Vater hat Probleme und ich bin das Einzige, was er noch hat…“

Auf einmal riss ein wütender Mann mittleren Alters die Zimmertür auf und schaute mich aus seinen roten, hasserfüllten Augen an.

„ Wer ist denn dieser Bastard?“ schrie er in unsere Richtung und schlug die Zimmertür wieder zu.

„Jennifer, bewege gefälligst deinen Hurenkörper in den Flur, ich muss mit dir reden.“, tönte es von draußen.

„Was ist denn hier los?“, flüsterte ich und war völlig geschockt.

„Ich habe dir doch gesagt, dass mein Vater keinen Männerbesuch duldet. Außerdem ist er ein starker Trinker. Er hat Probleme…“

„Sofort!“, donnerte es erneut aus dem Flur.

Sie stand auf, und meine Versuche, sie davon abzuhalten, waren genauso zwecklos, wie einer rasenden Wildschweinmutter zu erklären, dass man ihren Ferkeln nichts tun würde.

Wie paralysiert liefen Bilder vor meinem inneren Auge ab. Meine Mutter blutüberströmt in dieser Bar. Die Jahre auf der Straße und die wohlhabenden, nach Alkohol stinkenden Männer, die ich dort kennen lernte.

Es gab einen höllischen Lärm, und als Jenny schrie und der Knall einer Ohrfeige noch im Flur verhallte, riss ich die Tür auf und sah, wie sie sich auf dem Boden liegend vor Schmerzen wand.

Ihr Erzeuger schüttelte sich die rechte Hand und blickte mit leeren, vom flüssigen Teufel rot gefärbten Augen in mein wahrscheinlich zu erst geschocktes, dann von vor Wut verzerrtes Gesicht.

Dem unkontrollierten Herumgefuchtel des Betrunken ausweichend streckte ich ihn mit einem Schlag nieder. Ich trat ihm noch zwei Mal in die Seite, und als ich sicher war, dass er erst einmal nicht mehr aufstehen würde, drehte ich mich zu meiner Freundin um.

Sie stand schon wieder aufrecht und schaute an mir vorbei auf den langsam atmeten Männerkörper.

„ Papa!“, schrie sie und kniete sich neben den Mann, der sie ein paar Minuten zuvor noch als Schlampe beschimpft und geschlagen hatte.

„Was hast du getan, Marc? Warum bist du bloß hierher gekommen?“, schrie sie mich an.

Nachdem sie sich davon überzeugt hatte, dass ihr Vater nicht ernsthaft verletzt war, warf sie mich mit den Worten, ich sei der schlimmste Fehler, den sie je begangen hätte und sie würde mich nie wieder sehen wollen, aus ihrem Haus.

Alle Erklärungsversuche und Liebesschwüre zerschellten an der kalten Mauer, die binnen Sekunden zwischen uns hoch gezogen worden war.

Mein Kummer führte mich schnurstracks in einen Spirituosengeschäft und anschließend in meine Wohnung.

Ein junger Mann, der mir fremd zu sein schien, schaute mir mit roten Augen und zerzausten Haaren aus dem Badezimmerspiegel entgegen.

„Ich schaudere nicht, den kalten schrecklichen Kelch zu fassen, aus dem ich den Taumel des Todes trinken soll!“, sprach das fremde Spiegelbild.

„Was willst du mir sagen?“, fragte ich. Doch ich wusste schon, worauf er hinaus wollte. Das Werk, aus dem das Zitat stammte, war mir mehr als nur bekannt und es lag aufgeschlagen auf meinem Schreibtisch

„Du reichtest ihn mir und ich zage nicht. All! All! So sind alle die Wünsche und Hoffnungen meines Lebens erfüllt! So kalt, so starr an der Pforte des Todes anzuklopfen.“, zitierte mein Spiegelbild weiter aus Die Leiden des jungen Werther von Johann Wolfang von Goethe

„Dass ich des Glückes hätte teilhaftig werden können, für dich zu sterben! Ich wollte mutig, ich wollte freudig sterben. Wenn ich dir die Ruhe, die Wonne deines Lebens wieder schaffen könne.“, fuhr ich, etwas nuschelnd durch die halbe Flasche russischen Trosts, fort.

Mein Blick fiel auf den Fön, die Steckdose und die Badewanne. Sollte es nun so enden?

„Aber ach! Das ward nur wenigen Edlen gegeben, ihr Blut für die…“, sprach der Mann aus dem Spiegel weiter und verstummte plötzlich mitten im Satz. Der Feuervogel Phoenix, vom Badezimmerregal, kam mir gerade recht, um mit ihm die Gedanken in tausend Teile zu zerschlagen.

„Sieben Jahre Pech sind mir lieber, als das Ende von Werther zu teilen“, sprach ich, ging in mein Zimmer, warf meine Yucca-Palme um, schnappte mir den Edding und schrieb an meine Wand:

Himmel und Hölle

Schön war die Zeit, der Himmel nah

Heute, groß das Leid!

Langsam wird mir klar,

es wird niemals mehr so sein,

wie es einmal war!

Ich sehe dich,

du siehst mich nich’!

Der Himmel ist fern.

Gute Erfahrungen wünsche ich mir,

doch nur aus schlechten kann man lernen.

Wo ist die Liebe, die uns verband?

Ich erreiche des Wahnsinns Rand!

Die Hölle bricht ein!

Doch ich spüre, ohne das Schwarze

wäre das Weiße nicht so rein

Weitere Versuche, den Kontakt zu Jenny wieder aufzunehmen, blieben erfolglos, und ich lernte mit der Zeit, damit umzugehen. Trotzdem treffe ich mich nun auch wieder mit Mike. Nachdem ich ihm zunächst die Schuld an allem gegeben hatte, wurde mir klar, dass seine Ratschläge nur die Ratschläge eines Freundes waren, und am Abend sahen wir uns wie gewohnt an unserem Erholungsort.

„Du hast dich weiterentwickelt, und sie war noch nicht so weit. Das Wichtigste ist nun, nicht wieder in dein altes Muster zurück zu fallen.“, betonte er.

Zustimmend schaute ich hinüber zu einem sehr hübschen Mädchen am anderen Ende des Tresens.

Der gut beleuchtete Hausflur bot ein Bild des Abschieds, das nicht besser zu dieser Nacht hätte passen können.

Die Mülltonnen warenschlampig abgestellt und versperrten den Weg nach draußen.

„Warum gehst du denn? Ich dachte du wolltest mit mir frühstücken?“, sprach das Mädchen vom Tresenende. „Wir sind fast Nachbarn und ich frühstücke grundsätzlich allein“, antwortete ich. „Echt – wo wohnst du denn?“

Der Knall der zufallenden Tür teilte ihr meine Antwort mit, nur diesmal konnte ich mir, als ich entspannt – und ich glaube, auch etwas zerzaust – durch den Sonnenaufgang nach Hause ging, ein Lächeln nicht verkneifen.

Verlassen

Von Bigmul am 20. Januar 2010 veröffentlicht

Taschentücher habe ich mir gekauft. Gleich eine ganze Familienpackung. Dazu einen Liter Schokoladeneis, die traurigsten Liebesfilme aller Zeiten und eine Flasche des besten französischen Rotweins, den ich je besessen habe.  Eigentlich hatte ich die Flasche für ein besonderes Abendessen mit Mark vorgesehen, aber nun ist alles anders. Mark ist weg, ich sitze allein in unserer Wohnung und das einzige, was von ihm übrig geblieben ist, sind Umzugskartons, die sich im Flur aufeinander stapeln. Jedes Mal, wenn ich in die Küche gehe, um mir Seelennahrung zu holen, muss ich an ihnen vorbei. Jedes Mal könnte ich  bei ihren Anblick zusammenbrechen, mich auf den Boden legen und verzweifeln. Mark bedeutet mir alles. Er war einst meine Vergangenheit, meine Gegenwart und meine Zukunft. Nun mache ich Planungen, wie ich die Wochenenden ohne Arbeit am besten überstehe und vor allem, wie ich nachts schlafen kann. Die Nächte: Sie sind überhaupt das Schlimmste für jeden, der an Liebeskummer leidet. In unserem gemeinsamen Bett kann ich ohnehin nicht mehr schlafen, denn es ist so leer und kalt ohne ihn. Meistens liege ich auf der Couch und schaue mir alte „Friends“ Folgen im Rotationsmodus an. Oft frage ich mich, wie lange dieser Zustand noch anhält. Wie lange dauert es, bis man den einstigen Traumpartner aus seinem Herzen verbannt hat?  Noch versinke ich in Selbstmitleid und bin mir bewusst, dass ich auf diese Art und Weise keinen Weg aus meinem persönlichen Unheil finden werde. Meine besorgten Freunde raten mir Ablenkung und mein Verstand sagt mir, dass sie Recht haben, aber ich nähre meinen Körper lieber mit dem, was er verlangt: Ruhe, Abgeschiedenheit und Betäubung. Das Selbstmitleid zu überwinden, würde bedeuten, dass eine Veränderung eingetreten wäre. Noch bin ich dazu nicht bereit, noch will ich Mark und mein altes Leben zurück.  Früh genug wird das Erwachen kommen – und die Veränderung.

Die Liebe und die Lyrik

Von Poesie am 6. Januar 2010 veröffentlicht

Es ging die Liebe in die Stadt, nahm einen kleinen Korb mit um Früchte zu kaufen.  Der Weg zur Stadt war nicht sehr weit entfernt, etwa zwei oder drei steinige Meilen. Der Boden wurde auch immer trockener je näher die Liebe den großen Toren kam. Endlich erreicht, marschierte sie geradewegs auf den Hauptplatz zu. Dieser mit Marmor und Glas überwachsen, spiegelte wärmend das Sonnengrell vom weiten Blau des Himmels.

„Wo ist denn die Lyrik, das Warten ist so heiß“ dachte die Liebe, ihren Arm um die Stirn reibend. Schwitzende Stunden vergingen, der Vormittag ging in den späten Nachmittag über,

die Liebe war zornig. „Wie kann mich die Lyrik nur warten lassen ?“  Ungeduldig stieß sie vor in den kühlenden Tempel dessen Wandschmuck aus Mobiltelefonen und Sonderangebote von Urlaubsreisen bestand. „Solchen Durst habe ich, entschuldigen Sie, edler Herr, wo finde ich ein Lokal oder eine Lounge. Ich hätte so gerne einen eisigen Schluck Zitronenlimonade. Hallo…Hallo…Hört mich niemand?“ Die Leute gingen an der Liebe vorbei, kalt und von willkürlichen Einflüssen gesteuert. Wie vom Wind getrieben. Niemand hörte sie rufen und  fragen. Keiner spürte sie auf die Schulter klopfen.

Weinend saß sie auf den Stufen einer Seitengasse, hindurchgegangen und ignoriert. Da endlich klopft ihr jemand auf die Schulter. „Hallo Liebe, es tut mir leid, dass ich dich so lange hab warten lassen.“ „Lyrik! Na endlich. Wo warst du denn?“ Die Lyrik sah nachdenklich zu Boden. „Die Leute habe mich unnutz gebraucht. In sinnlosen leeren Gedichten war ich aufgehalten und eingesperrt.“ Die Liebe und die Lyrik hielten sich in Händen und strahlten.

Der Nachmittag kühlte merklich in den späten Abend über.

„Lass uns Liebesgedichte machen“ flüsterten sie sich gegenseitig zu, mit einem Zwinkern. Sie küssten sich und verließen die Stadt umarmt, etwa zwei bis drei Meilen zu Hütte wo alles seinen Anfang nahm.

Von Shanghai nach Dänemark

Von smallone am 6. Oktober 2009 veröffentlicht

Shanghai, eine asiatische Metropole, der Herzschlag von China. Shanghai pulsiert, das merkt man auch in Dänemark. Und Dänemark ist auch der Ursprung dieser Kurzgeschichte – eine Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruht. Und wie so oft handelt es sich um Liebe, um Liebe zwischen zwei Personen die sich zu einem Zeitpunkt gefunden haben, der es ihnen nicht gerade leicht gemacht hat. Sie in Shanghai, er in Dänemark.

Der Kampf der Wirtschaftsgiganten erweitert sich tagtäglich. Die Globalisierung hat sich längst professionalisiert. So passiert es nicht selten, dass im Westen populäre Waren wie beispielsweise trendiger Intimschmuck aus Fernost in den Westen importiert werden, sondern auch westliches Personal nach Asien exportiert wird. Eine unglaubliche Überwindung, denn schließlich ist ein Mensch ein emotionales Wesen. Es hat darunter zu kämpfen, wenn der Freundeskreis tausende von Kilometern entfernt ist. Die gewohnte Umgebung, die Romantik am Nyhavn, die immer wieder anders wirkenden Dänemark Sehenswürdigkeiten wie auch das milde Klima sind ein krasser Gegensatz zu der boomenden Metropole Shanghai. Doch der Aufenthalt in Shanghai fällt umso leichter, wenn man dort eine neue Liebe findet. So ist es auch passiert: Eine neue Liebe in Shanghai! Doch eigentlich gestaltet es sich schwieriger. Denn eine neue Liebe hat Mai-Lin in Shanghai zwar gefunden. Doch ihr Geliebter, den sie in Dänemark zwar schon vom sehen kannte, aber noch kein Wort mit ihm gewechselt hat, hielt sich in Dänemark auf. Oft gesehen, oft rüber geschaut und viel zu oft weggeschaut. Eine real verpasste Liebe, die in der virtuellen Welt sich doch fand.

Doch die Perspektiven waren nicht gut, denn sie hatte noch 10 Monate vor sich. Wie soll so eine Liebe zwischen Personen, die jahrelang aneinander vorbei gelaufen sind und ihre Anziehung erst in der virtuellen Welt bemerkten, dieses Hindernis von tausenden Kilometern überstehen? Zu viel hat sie in Kauf genommen, zu groß war die Überwindung, die Zelte in Shanghai abzureißen, um herauszufinden, ob die Liebe die auf sie in Dänemark wartet, die wahre Liebe ist. Doch wie ging es ihm, der in Dänemark arbeitete, Shanghai nie gesehen hat aber sein Herz ihm sagte, du liebst jemanden in Shanghai? Für Krzysztof waren die Barrieren geringer. Eine Flugbuchung, ein Visum, ein Koffer. Die Shanghai-Liebe blühte auf, zwischen hupenden Taxen, verrauchtem Himmel, endlosen Hochhäusern. Viele Fahrräder, viele teure Autos und doch auch so viele arme Menschen, die in Slums leben. Erlebnisse, die die intensive Liebe nicht ausblenden konnte. Sie konnte aber die schwierige Zukunft, die der neuen Liebe bevor steht, ausblenden.

10 Monate voller Glück, Schmetterlingen im Bauch. Aber auch Eifersucht, Angst und die Ungewissheit was passiert, wenn die Liebe sich in Dänemark wieder sieht. Die virtuelle Welt im Internet hat ihren Beitrag geleistet. Die vielen kommunikativen Medien konnten die Liebe am Leben erhalten, die Eifersucht bändigen, die Ungewissheit ausblenden.

freundschaft oder liebe

Von sonnenschein am 2. Oktober 2009 veröffentlicht

eine reale geschichte aus der heutigen singlewelt

es war herbst 2007……
die blätter fielen,die abende wurden immer länger.
eine für singles nicht sehr prickelnde jahreszeit brach heran,in der sich die frage stellte wie man denn die nun vielen langen abende sinnvoll füllen könnte,ohne ständig vor dem TV zu verkümmern.
jeder wusste die dunkle jahreszeit ist lang,sämtliche befreundete paare beschätitgen sich nun mehr innerhalb der familie,hatte somit weniger zeit für gemeinsame aktivitäten.
für paare brach die kuschelzeit an,verständlich,auch für singles.
zum glück hatte die moderne zeit das internet geschaffen,mit vielen kontakt+singlebörsen,chats und gesprächsforen – eine beliebte abwechslung für singles,vor allem in den herbst und wintermonaten.
in einer kleinen stadt NRW`s saß K.-H. in seiner kleinen dachgeschosswohnung,er,48 und single,war nach über 1 jahr solo-dasein das alleinsein satt.
mit seinem ehrlichen wesen hatte er dennoch bisher nicht geschafft,auf abendlichen unternehmungen eine frau kennenzulernen,die er sich als partnerin vorstellen konnte,oder eine die interesse ihrerseits erwiderte.
auch wenn er samstags abends in die in der nachbarstadt gelegene disco ging,kam er nur einsam nach hause zurück.
zur gleichen zeit,etwas 40km entfernt,saß daggi,49 jahe alt,mit ihrem studierenden sohn in einem großen haus lebend,auch allein auf dem sofa.wie an so vielen abenden zuvor.
sie hatte sich nach einer gescheiterten beziehung erst einmal in ihre 4 wände eingegraben.
sie ging zum job,verbrachte zeit mit ihren kids,enkelkind und ab und an mit freunden.
ansonsten hielt ie sich dem leben da draussen mehr fern,sie hatte beschlossen nun erstmal solo zu bleiben.
ihre letzte beziehungspleite lernte sie geanu auf dieser singlebörse kennen.
sie zog sich dort zurück nach aussen,war nur noch für dort auch vertretene bekannte online.
an einem abend im september ging sie wie häufig abends an den pc,um nachzuschauen ob einer ihrer bekannten online sei.
im TV lief eh nichts gescheites,also lieber ein bißchen unterhaltung per mail.
ups-da hatte sie ja eine zuschrift von einem ihr unbekannten!wieder einer dieser hier reichlich vertretenen baggertypen ?
der nickname sagte ihr nichts,nun,dann war er bisher zumindest noch nicht unangenehm aufgefallen.-))
sie dachte:mal schaun was er so schreibt?
eine sehr nette,unaufdringliche mail war in ihrem postfach.
eine rarität hier!
sie hatte hier nie jemanden verletzt,zumindest immer freundlich und höflich ablehnend geantwortet.
diese mail beantwortete sie freundlich und zurückhaltend,sie hatte das gefühl dort hatte ihr ein zurückhaltender und ehrlicher mann geschrieben.
kein schönling,kein charmeur,kein aufdringling wie sonst meistens….
aber sehr sympathisch.
vom text wie vom foto.
daraus ergab sich in den folgenden tagen und wochen eine beständige hin+hermailerei.
in der kleinen dachgeschosswohnung saß k.-h. am pc,traurig über das alleinsein…..ups-eine antwort!
die ersten mails wurden ausgetauscht,er fragte zurückhaltend nach einem foto von ihr.
und?-er bekam es auch einige tage später.
schon vom profil und mailen her,hatte er das gefühl am pc gegenüber säße eine besondere frau?!
zurückhaltend,vorsichtig und dennoch sehr ehrlich und herzlich wirkend.
als das foto eintraf war er irgendwie sofort wie “verzaubert” von ihr.
ab da war er fest entschlossen diese frau auch real kennenzulernen!
doch sobald er in mails auf ein telefonat oder sogar persönliches treffen zu sprechen kam,merkte er wie sie sich wieder zurückzog!
für ihn jedoch keinesfalls eine motivation seine bemühungen dahingehend einzustellen!
steinböcke sind hartnäckig!
die mails gaben ihm sehr viel-dort war eine frau die ihm zuhörte,ihn als mensch akzeptierte.
genauso ging es ihr.
erstaunt darüber das es wirklich noch männer gab,die trotz einiger vergeblicher versuche die tel.-nr. zu erringen,nicht aufgaben,freute sich abend für abend darüber von ihm zu lesen.
so vergingen einige wochen.
jeder für sich abends allein am pc – und doch irgendwie gemeinsam,keiner fühlte sich mehr soo sehr allein.
k.-h. hatte sein ziel fest vor augen : ich muss sie persönlich kennenlernen,ihr in die augen sehen!
und dieses ziel verfolgte er langsam stück für stück jeden tag aufs neue.
nach ein paar wochen war es soweit!
das erste telefonat stand bevor,er hatte sie mit seiner beharrlichkeit,auf unaufdringliche art,überzeugt!
aufgeregtheit bei ihm-skepsis bei ihr.
und doch ,dieses erste telefonat wurde sehr lang…..
die sympathie der vorherigen mails wurde in dem telefonat bekräftigt.
so wurden aus den abendlichen mails,nun immer öfter ein persönliches gespräch am telefon.
gut das beide eine flat hatten.-))
denn finaziell ging es beiden aus gründen vorheriger arbeitslosigkeit nicht gerade rosig.
sie hatten viele geminsamkeiten bezüglich ihrer lebenserfahrung-situation und auch interessen.
musik und tanzen liebten sie beide sehr.
nach und nach versuchte k.-h. nun auch ein persönliches treffen zu vereinbaren.
doch daggi ging diesem nach wie vor aus dem weg.
aus feigheit?aus angst vor neuer enttäuschung?
je mehr er darauf zu sprechen kam.desto mehr zog sie sich wieder zurück hinter ihre mauer.
so kam es das auch zeitweise die liebgewonnen telefonate wieder weniger wurden.
die weihnachtszeit stand nun bevor.
die frage für jeden single:wie verbringe ich diese tage der besinnlichkeit?allein?
mit wem?
als fünftes rad am wagen in befreundeten familien?
gut,der 24.12. gehört auch bei sinles meist der familie,eltern und kindern.
die kennen einen ja solo!denen macht es auch nichts aus!
und der 1.+2.feiertag?
k.-h. versuchte sie zu einem treffen zu überrreden.
sie sagte sogar zu…….doch kurz vor knapp versagte daggi`s courage!
sie sagte ab!
in der kleinen dachgeschoßwohnung kehrte die enttäuschung zurück……wieder allein an weihnachten.
und doch hatte er das gefühl,er wüßte das diese absage aus angst geschehen war.
also,nicht verzagen-weiter fragen!
silvester stand nun unmittelbat bevor.
die gleiche frage wie eine woche zuvor……wo?mit wem?……
er fragte sie erneut: gehst du mit mir aus?zum tanzen vielleicht?
sie erwiderte : nein,ich habe meine enkelin am 31.12. über nacht,damit die kids feiern können.
k.-h. dachte:muss die frau immer so für andere da sein?kann sie nicht mal an sich selbst denken,ausgehen und einfach fröhlich sein?
aber er war auch da sehr verständnisvoll!
er erzählte daggi das er dann mit bekannten im cafe zentral abends feiern wolle,ob er ihr denn um 0.00uhr eine sms schicken dürfe?
da hatte sie nicht gegen- sie saß ja sicher daheim,mit enkelin und einer bekannten die versuchte ihr alleinsein bei daggi zu vergessen an diesem abend.
um punkt null uhr kam diese sms,und einige mehr flogen daraufhin hin + her!
später in der nacht,k.-h. war inzwischen zuhause,klingelte das tel bei daggi.
er wollte ihre stimme hören-hatte kurz nach dem jahreswechsel keine lust mehr “allein” in dem lokal mit seinen bekannten zu bleiben.
ihre stimme war ihm wichtiger!
die chance das sie auch noch wach war,er mit ihr telefonieren könnte…….
auch diese gespräch dauerte wieder recht lange – beide waren froh,wieder hatte jeder das gefühl nicht alleine zu sein……..
an einem abend der für die meisten menschen am schwersten allein zu überstehen ist.
und er rang ihr in dieser nacht das versprechen ab,am nächsten WE tanzen zu gehen-endlich ein persönliches treffen.real und live!
war der sekt schuld??- dachte sie am nächsten morgen.
nein,spürte sie,der war es nicht.
und doch blieb diese unsicherheit ob sie es wagen sollte!
so auch bei ihm : sagt sie wieder ab?
doch daggi war ne frau die hielt was sie versprach,sie dachte: nocheinmal absagen geht nicht,das wäre mehr als unfair!
und k.-h. fieberte dem WE entgegen,mit der ungewissheit ob sie diesmal wort hielt?
der samstag abend kam.
ziel war eine beiden aus früheren zeiten bekannte tanzlokalität in dortmund.
gegenüber dem HBF.
dort ,wo einer frau bei dem menschenzulauf eigentlich nichts an risiko entsteht bei einem treffen mit einem relativ fremden mann.
sie erkannten sich auf anhieb-ohne die manchmal üblichen erkennungszeichen bei so einem ersten date.
nervös,aber dennoch irgendwie vertraut ,begrüssten sie sich.
und mit jeder minute verlor sich jede fremdheit zwischen ihnen.
der abend war schön und lang.
gemeinsame tänze,lange gesrpäche,lachen und sogar so etwas wie flirt erfüllte den abend.
selbst auf der tanzfläche waren sie nach den ersten 2 tänzen fast vertraut in ihren schritten.
es wurde morgen……die lokalität würde bald schliessen,und sie beschlossen aufzubrechen.
k.-h. brachte daggi zu ihrem aut,das nebenan auf dem parkülatz stand-ganz gentlemen.
es war anfang januar und bitterkalt.
doch das zittern der beiden rührte nicht nur von der kälte dieser winternacht!
aufregung,nervösität…….nun DIE frage – sehen wir uns wieder???
k.-h. nahm daggi in den arm – und stellte diese frage mit viel unsicherheit?
wie hatte sie den abend empfunden?genauso wie er?
war sie genauso “verzaubert”von ihm wie er von ihr?
er konnte es zuerst nicht fassen-sie sagte ja!
er küsste sie zart auf die wange,wartete bis sie sicher in ihrem alten auto saß,sagte : fahre vorsichtig!und winkte ihr nocheinmal zu.
in dieser nacht gingen noch ein paar sms hin und her…….
und in der dachgeschoßwohnung wie in dem großen haus war an schlaf noch lange nicht zu denken.
etwas war geschehen in dieser nacht!?
zwei recht einsame menschen dachten darüber nach ob dieses ein anfang für eine zweisamkeit sein könnte?
und so begann das neue jahr.
schon tags darauf ein erneutes treffen.
er holte sie an einem vereinbarten treffpunkt ab – einem parkplatz.
daggi war noch immer sehr vorsichtig – zu ihr nach hause kam niemand,auch der so sehr solide k.h. nicht.
er fragte wohin sie wolle,ob sie einen kaffee bei ihm trinken würde?
sie war erstaunt über ihren mut!
sie sagte ja,zu einem mann den sie erst wenige stunden real kannte.
in ihrem kopf rotierte es : das alles hatte sie schon mal erlebt…….warum war sie wieder so unvorsichtig?
doch seltsam : sie vertraute ihm auf anhieb.
zog gar nicht in erwägung das er irgendetwas tun würde was sie in bedrängnis bringen würde!
so fuhren sie zu seiner wohnung,klein,gemütlich – und halt jungesellenlike.-))
wieder unterhielten sie sich,mal ernsthaft ,mal lustiger……
und die zaghaft entstandenen “schmetterlinge” bewirkten erste zaghafte annäherungen …….
küsse und umarmungen.
k.-h.`s unsicherheit in solchen dingen war nicht zu übersehen……ein baggertyp war er bestimmt nicht.
das stand nun feste für daggi!
sie genoß diese ihr fremde zurückhaltung eines mannes.
die anderen gingen ran wie hacke!
eben verführungskünstler wie sie im buche stehn,doch rein menschlich die allergrößten nieten!
und hier war plötzlich ein sehr unsicherer und doch anziehender mann.
spät in der nacht brachte k.-h. sie zu ihrem auto zurück – sichtlich verliebt…..verknallt ,verzaubert von ihr.
und sie ähnlich : sie konnte nicht fassen das ihr nach all den 2gleisig fahrenden typen so ein mann begegnet war,einer der ihr auch noch zeigte wieviel ihm an ihr lag!
konnte das sein?
ausgerechnet ihr passieren?
daggi-die in den letztenjahren bewies das sie großes talent hatte sich die A..löcher rauszusuchen?
die die nur auf das eine aus waren?
nein-so einer war ER nicht!!!
er lud sie für die nächste woche gleich ein – sein geburtstag stand an!
mit allen freunden,und seinen kids,seiner family!
gab es sowas noch heutzutage?
ein mann der nach so kurzer zeit allen denen er kannte seine “traumfrau”vorstellen wollte?
schon vor der ersten gemeinsamen nacht??
nach ein paar küssen…….ohne zu wissen was daraus wird?
ja-er tat genau das!
und daggi dachte : das überrollt mich nun……macht mir angst,geht alles sooo sehr schnell?
am nächsten tag machte sich die grippewelle bei daggi breit……war der geburtstag damit gegessen?
nein,auch sie wollte ihn nicht wieder enttäuschen!
denn auch bei ihr hatten sich die schmetterlinge niedergelassen……
also,medikamente gegen grippe einwerfen – es wird schon gehen!
was schenkt man einem fast fremden mann,ohne geld zu haben……..?
eine kleinigkeit und etwas was man nicht kaufen kann in der form : einen selbstgebackenen käsekuchen.-))
kochen und backen ist schließlich eine der stärken von daggi………sooo viele hat sie nicht.-))
sie freute sich auf den nachmittag und abend bei ihm!
obwilh gut ging es ihr wirklich nicht – verdammte grippeviren,warum kommen die immer so sehr unpassend??
unpassendes timing!!

Die Liebe ist eine Gratwanderung

Von smallone am 15. September 2009 veröffentlicht

Liebe ist kein Dauerbrenner. Liebe ist auch kein Kinofilm. Liebe ist eine Momentaufnahme. Drei Sätze, die zum weiterlesen motivieren. Denn Magowan musste feststellen, dass er zwar verliebt war und Liebe spürte. Insbesondere in den Momenten, in denen er um die Liebe kämpfte. Magowan bemühte sich, genoß das Gefühl, etwas für die junge Beziehung zu tun. Das einzige was ihm blieb, war durch Liebessprüche und Versprechen die Flamme am brennen zu erhalten. Das Ziel war eine weite Reise. Weite Reise und ein großes Risiko, viel Geld – spielte keine Rolle, um sich der Liebe hinzugeben, die er haben wollte. Nun ist Magowan in einer perfekten Beziehung. Es ist jene Frau, um die er vor paar Monaten kämpfte. Aber von Liebe zu sprechen fällt nun schwer.

Denn der Alltag ist schon nach der ersten Woche eingebrochen, indem Magowan zu seiner Geliebten gereist ist. Wie lange dauerte diese Verliebtheit, diese Liebe? Wann hat sie aufgehört? Hat die Verliebtheit aufgehört, nachdem klar war, dass er in einer Beziehung ist? Magowan ist eigentlich kein Beziehungsmensch. Er sehnt sich zwar nach Nähe, Zuneigung und Aufmerksamkeit. Dennoch ist für ihn eine Beziehung ein aufwendiger und anstrengender Akt. Wenn eine Beziehung scheitert, bedeutet das für Magowan eine schwere Niederlage. Es folgt eine lange Zeit des Single-Daseins, der Sehnsucht nach einer glücklichen Beziehung. Eigentlich ist Magowan mehr single als vergeben. Doch dafür ist keine Zeit, es ist nicht wichtig, zu dieser sentimentalen Zeit zurückzukehren.

Magowan hat genug gelitten und genug Zeit gehabt, sich über gescheiterte Beziehungen Gedanken zu machen. Die aktuelle Beziehung scheint perfekt zu sein: Wenig Konflikte, einige Gemeinsamkeiten, weitreichende Zukunft. Doch die Zeiten, während Magowan die Beziehung aufbaute, sind eindeutig vorbei. Die Freude, die Schmetterlinge. Die vielen Dinge, die man sich leidenschaftlich erzählte, ja es kaum abwarten konnte, wieder zu Wort zu kommen, weil man das Gefühl hatte, von der Welle getragen werden. Ihr Resonanz zu verpassen und maximale Leidenschaft zu spüren. Das Gefühl, den Deckel für den Topf gefunden zu haben. Schweigen. Kühle Mimik. Sekunden die in Stunden ticken. Manchmal auch bisschen Zweifel. Manchmal auch ein bisschen Selbstaufgabe, um Liebe zu erhalten. Das ist Liebe.

*Magowan ist ein Fantasiename. Der Autor wurde von wahren Begebenheiten inspiriert.

Der schwere Gang

Von Karsten am 30. März 2008 veröffentlicht

Als ich gestern mit meinen Eltern redete, ihnen sagte, dass ich den Studienplatz in der Schweiz bekommen habe, sollte es eigentlich ein Tag der Freude sein. Meine Mutter nahm mich auch gleich in die Arme und freute sich für mich so sehr, dass ihr sogar die Tränen in den Augen standen.

Als sie mir dann ins Gesicht sah, bemerkte sie meine ernsten Gesichtszüge, die zwar auch Freude, aber auch traurige Züge enthielten. Fragend sah sie mich an und mein Vater sagte aus dem Hintergrund, dass ich noch jung sei und mein Freund bald vergessen würde.

Ich dachte aber die ganze Zeit nur daran, dass ich ihn lange nicht mehr sehen würde, vielleicht auch unsere noch junge Liebe vorbei sein könnte, bevor sie überhaupt richtig angefangen hätte. Meine Eltern waren mit den Eltern meines Freundes sehr gut befreundet und sahen es eher als Freundschaft an, was mich mit meinen Freund verband.

Heute wachte ich früh auf, weil ich eher als sonst zur Schule wollte und Frank, so hieß mein Freund abfangen wollte. Ich wollte ihm schonend beibringen, dass sich unsere Wege für eine ganze Weile trennen würden und hatte auch sehr viel Angst vor seiner Reaktion.

Ich duschte schnell und setzte mich an den Frühstückstisch, wo mir unsere Katze um die Beine streichelte. Sie schien mich trösten zu wollen, als wen sie ahnte, welch schwerer Gang zur Schule mir bevor stand. Nach nur einer halben Stunde, in der ich schnell eine Schale Müsli lustlos hinunter würgte und einen Kaffe trank. Kam meine Mutter mit einen etwas seltsamen Gesichtsausdruck in die Küche, die den hinteren Teil unserer Wohnung bildete.

Ich verabschiedete mich kurz und zog meine Jacke an, um kurz darauf die Wohnung zu verlassen und meinen schweren Gang anzutreten.

Um so näher ich der Schule kam, umso langsamer wurden meine Schritte. In Gedanken überlegte ich mir die Worte, die ich Frank sagen wollte. Immer wieder warf ich ganze Sätze um, weil ich ihm das Gefühl geben wollte, mich zu verstehen. Das Studium bedeutete mir sehr viel, weil es ein Wegweiser für meine berufliche Zukunft war.

Schon von weitem sah ich, wie Frank auf der kleinen Bank vor unserer Schule saß und in Gedanken versunken vor sich hin sah. In der Hand hielt er einen Brief, den er scheinbar nur ansah, aber nicht las.

Plötzlich schaute er auf und sah mich kommen. Sein Gesicht blieb aber ernst und er kam auch nicht wie sonst, auf mich zu, sondern wartete sitzend auf mich. Ein Lächeln abringend nahm ich ihn die Arme, weil ich ihn nicht ansehen wollte, wenn ich ihm die schlechte Nachricht unserer Trennung sagte. Mein Blick führte dabei an seinem Rücken nach unten zu seiner Hand, die den Brief hielt, den er vorhin so ernst angeschaut hatte.

Meine tränenden Augen sahen den Brief nur verschwommen und wie aus weiter Ferne hörte ich seine Worte, die keinen Sinn ergaben und nur Worte in bedeutungslosem Zusammenhang waren.

Ich wischte mir über die Augen und las ein Wort im Briefkopf, das ich gestern sehr oft vor mich hin gesprochen hatte, weil es mein Leben verändern sollte.

Nach genauerem hinsehen las ich die Adresse, die oben stand und hatte vor meinem geistigen Auge den gleichen Brief, der zu Hause in meinem Zimmer lag.

Seine Worte wurden für mich nun deutlicher und als das Wort Schweiz fiel, fing ich hemmungslos an zu weinen. Frank nahm diesen Gefühlsausbruch mit Trauer auf, weil er glaubte, ich weinte wegen unserer bevorstehenden Trennung.

Lautstark hörte ich meinen Namen, der aber nicht von Frank gesprochen wurde, sondern von meiner Mutter, die zusammen mit meinem Vater und den Eltern von Frank, die Strasse entlang auf uns zu kamen. Mit unsicherem Blick schaute Frank auf mich und dann auf die uns entgegen kommenden Eltern. Meine Mutter hatte meinen Brief in der Hand und als Frank ihn erkannte, verschlangen wir uns in den Armen und lachten beide vor Glück. Wir würden beide die Reise zusammen antreten.