Short Story

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Archiv der Kategorie ‘Sonstiges’

Ich fange an als Praktikant

Von tigerchen am 3. März 2010 veröffentlicht

Mein erstes (und hoffentlich letztes) Praktikum habe ich mir bei einer Werbeagentur ausgesucht. Werbung und Marketing ist immer gut und weil die Agentur gut läuft, wird es nicht nur Kaffeekochen sein. Ich meine, da gibt es halt ganz viele kleine Arbeiten, durch die man sich in den Arbeitsalltag hineinarbeiten kann.

Nun, ganz ehrlich, war auch ein bisschen Glück und noch mehr Geschick dabei: Da ich ganz genau weiß, dass die geisteswissenschaftliche Ecke, aus der ich herkomme, nicht so ein Renner ist und weil ich niemals an Soft-Skills-Gerede richtig geglaubt hatte, habe ich mir auf einer Messe-Exkursion im letzten Semester die ausgefeiltesten Firmenpräsentationen angesehen und dann die Macher im Internet ausgefischt. Und danach meine Bewerbungsanschreiben mit einer konkreten-Impression aufgebohrt. Ich denke, das zählt.

Geantwortet hat gleich eine Werbeagentur, ich habe „nur“ 10 Anschreiben verschickt, die weitere Messeauftritte ihrer Kunden in kommenden Monaten vorbereitet. Da sollte ich wohl mitmachen, nicht schlecht für einen Geisti. Ich werde wohl, abgesehen von den Kaffeepausen …, mir die Projektskizzen mit ansehen dürfen. Ebenso, wenn wir Messestand mieten oder leasen, sowas gibt es auch, wie ich erfahren habe, werde ich meinen Chef begleiten. Und noch viel mehr. Das nennt sich wechselnde Zuständigkeiten.

Nett ist auf jeden Fall eine zwanglose und ungebundene Stimmung in der Agentur, obwohl man mir schon etwas über die Horrorstunden vor den absoluten Deadlines erzählt hatte. Angeblich eine Deadline ist dann nur zur Probe und immer etwas zeitlich vorgeschoben, weil die Verspätungen einprogrammiert sind. Da bin ich schon gespannt.

3 Stunden

Von Andreas am 21. Januar 2010 veröffentlicht

Ein Knall. Ich schrak hoch. Wo war ich? Dunkelheit! Langsam gewöhnten sich meine Augen an das schummrige Licht und ich erkannte Einzelheiten.
Die Augen reibend, versuchte ich mich zu erinnern.

Das Zimmer war mir fremd.

Langsam fiel mir wieder die gestrige Feier ein. Diese war wohl auch der Grund, warum ich mich so schlapp fühlte.

Partys, eine der wenigen Möglichkeiten dem stupiden, monotonen Alltag ein wenig zu entfliehen. Es ist traurig. In dieser heutigen modernen Welt muss man sich um die Sinne trinken, um zu leben. Ich schaute mich weiter um. Die Tapeten waren pink, mit roten Herzen darauf. Weibisch.

Ich erinnerte mich nun auch wieder an die kleine Blonde.
Gut, ich wusste langsam wo ich war, doch was hat den Knall verursacht?

Es lagen zwei Gläser zerbrochen auf dem Boden. Sie standen wohl auf dem kleinen roten Tisch. Der Kater warf sie herunter.
Typisch! Das Tier sprang auf den Tisch, ohne daran zu denken, dass die Gläser herunter fallen könnten.
Was unterscheidet mich von diesem Kater, der nun zufrieden schnurrend in der Ecke lag und sich die Pfote leckte?
Dachte ich über die Konsequenzen meines Handelns nach?
Anscheinend nicht, da ich mich nicht erinnern konnte, ein Kondom benutzt zu haben. Obwohl ich mir nicht einmal sicher war, mit der Kleinen Sex gehabt zu haben.

Aber was mache ich denn sonst hier?

Ich beschloss aufzustehen und suchte meine Klamotten zusammen. Eine Cordhose, ein schwarzes T-Shirt und ein Hemd.

Natürlich trat ich in die Scherben der Gläser und fluchte über den Kater in der Ecke und über den in meinem Kopf.
Ich suchte das Bad und zog gleichgültig die Scherbe heraus und band mir Toilettenpapier um den Fuß.

Wo war die Kleine? Wie alt sie wohl sein mag? Wohnte sie hier allein? Ich wusch mein Gesicht und zog mein Hemd über. In der Küche fand ich schließlich meine gestrige Eroberung. Sie hatte für uns Frühstück gemacht.
„Morgen, na gut geschlafen?“, fragte sie lächelnd.

Schade das ich mich nicht mehr an die Nacht erinnerte, denn sie war echt hübsch.
„Morgen“, entgegnete ich, „ wohnst du hier allein?“
„Nein, meine Eltern sind noch im Urlaub.“

Wie hatte ich sie kennen gelernt? Wie hieß sie eigentlich? Es war mir egal.
Ich trank meinen Kaffee hastig und schnappte mir einige Brötchen.
„Ich muss los“, sagte ich und stand auf.
„Schon? Wollen wir nicht frühstücken?“ fragte sie erstaunt.
„Ich ruf dich an.“, entgegnete ich trocken und wusste genau, dass ich es nicht tun würde.

Sie redete von „im Kontakt bleiben“ und von dem Wunsch nicht nur eine Nummer für eine Nacht sein zu wollen.

Eine Nummer? Anscheinend hatten wir doch etwas. Ich ging, ohne ein Wort zu sagen und fühlte mich wie ein Mann. Eine weitere Eroberung. Unbedeutend, doch für das Ego wichtig.

Es war Sonntag. Ein Blick auf mein Handy: 8:26 Uhr. Noch viel zu früh!
Ich ging durch die Stadt. Dort kam mir ein Mann entgegen. Er schien in Gedanken zu sein und hätte mich fast um gelaufen. Er war wohl auf den Weg in die Kirche.
Damit habe ich nicht viel am Hut. Es passt einfach in mein Leben.

Ich bin zwar nicht gottlos, schließlich bin ich Katholik, aber ich glaube auf meine Weise.

Die Bibel ist für mich ein Märchenbuch. Gute Geschichten und um sie verstehen zu können, darf man sie nicht wörtlich nehmen, sondern muss die Bilder die sie vermitteln deuten und interpretieren. Wie bei Märchen.

Ich kam zu Hause an und ging als erstes duschen.
Anschließend legte ich mich auf mein Sofa und hörte Musik und entspannte mich. Ich lauschte dem Text und spürte die Emotion der Worte, der Gitarre, des Rock
Gerade lief ein Lied, in dem der Sänger metaphorische Vergleiche zwischen seinen Emotionen für das Mädchen und der Natur zog.
Solche klassischen Vorstellungen von Liebe sind nichts für einen Realisten wie mich..
Ich weiß nicht, warum der Gedanke an Liebe mich an meine Freundin erinnerte. Wahrscheinlich weil sie behauptete mich zu lieben.

Wieder einmal habe ich betrogen.

Keine Spur von schlechten Gewissen.

Wir waren nun mehr als zwei Jahren zusammen.

Ich rief sie an.
Wir redeten über unwichtiges Zeug und sie beendete das Gespräch mit dem Satz „Ich liebe Dich.“
Das brachte mich erneut zum Nachdenken.
Für mich ist das nur eine neu interpretierte Floskel des Alltags und wird völlig überbewertet.
Es ist nur eine Standartaussage, ähnlich wie „ mit freundlichen Grüßen“, nur bedeutungsloser.
„Ich dich auch“, sprach ich und legte auf.

Mein Blick fiel auf die Uhr: 11:26 Uhr und anschließend aus dem Fenster.

„Ist das nicht nicht…?“, sprach ich leise in den Raum und schrie laut auf, als es geschah.

Oh mein Gott was habe ich getan?!.

Ich frühstückte. Meine Frau saß vor mir. Sie machte mir mal wieder Vorwürfe.
Am Freitag verlor ich meinen Job. 15 Jahre meines Lebens arbeitete ich für diese Firma. Nichts Besonderes. Ein einfaches Industrieunternehmen.

Die Kündigung kam, nachdem ich einen kleinen Arbeitsunfall verursacht hatte, wirklich nichts Großes, aber für die kalten Kapitalisten ein gefundenes Fressen.

Sie mussten eh rationalisieren.

Während sie mich enttäuscht und wütend anschaute, aß ich meine Brötchen.

„Wie soll das nun weitergehen?“, fragte sie.
„Ich finde schon wieder etwas anderes.“,antwortete ich und hoffte auf ihre Unterstützung

„Das ist nicht das Einzige. wir befinden uns schon seit Jahren in einer emotionalen Sackgasse.
Ich fühle mich schon lange unwohl und dir ist es egal. Ich habe darüber nachgedacht und ich habe jemanden kennen gelernt, bei dem ich mich geborgen fühle. Es tut mir leid.“
Überrascht war ich nicht. Ich hatte so eine Ahnung. Die ständigen Anrufe und „Frauenabende“.
„Es wäre besser, wenn du dir vorerst was anderes zum Wohnen suchst.“, fügte sie hinzu.
Ist sie nicht süß? Wo soll ich denn hin?
Ich verlor meinen Job, nun verliere ich meine Frau?
Rückschläge im Leben gewohnt bin ich gewohnt. Muss ich halt wieder beruflich und in Sachen Liebe neu Anfang. Na und? Ich bin nun 38 Jahre alt und habe meinen Halt im Leben, im Glauben gefunden.

Ich aß noch immer, als sie schon längst fort war und machte mich anschließend auf den Weg zur Kirche.
Ein kurzer Blick auf die Uhr: 8:26 Uhr.

Ich dachte noch mal über alles nach. Ich liebte meine Frau, aber ich schien es ihr nie richtig gezeigt zu haben.

Natürlich war ich innerlich schwer verletzt. aber ich bin ein Mann und habe meinen Stolz. Wieso in Tränen ausbrechen und um Vergebung flehen. Gott wird mir schon meinen Weg zeigen.
Ich versank in Gedanken und wäre fast gegen einen jungen Mann gelaufen.

Hatte er denn keine Augen im Kopf? Ich vergaß ihn schnell wieder, als ich an der Kirche ankam.

Es half mir, mich mit meinen Problemen an Gott zu wenden. Der Glaube allein gab mir wieder neue Kraft.

Um kurz nach zehn machte ich mich wohl zum letzten Mal auf meinen alten Heimweg. Ich wollte kurzfristig bei meinem Bruder wohnen, bis ich was Eigenes gefunden hatte.

Zu Hause angekommen packte ich meine „sieben Sachen“ und setzte mich in mein Auto. Wo meine Frau war, wusste ich nicht. Aber warum sollte mich das denn noch kümmern? Ich fuhr los und schaltete das Radio ein. Wieder verlor ich mich in Gedanken. Wie wird’s nun weiter gehen? Würde ich wieder arbeiten können? Wie teuer wird die Scheidung? War ihr Neuer „besser“ als ich? . Um zwölf Uhr wollte ich bei meinem Bruder sein.

Ein kurzer Blick, es war genau 11:26 Uhr und als ich wieder auf die Straße schaute, war es bereits zu spät.

Ich wachte auf, er war noch da und lag neben mir.

Gestern habe ich ihn endlich angesprochen. Er war mir schon vor einiger Zeit aufgefallen.

Ich arbeite als Zahnarzthelferin.
Jeden morgen gehe ich aus dem Haus, die Straße herunter, durch einen kleinen Park in Richtung Innenstadt. Dort kam er mir des Öfteren entgegen.

Ich fiel ihn ebenfalls auf, jedenfalls glaubte ich das, obwohl das schwer zu sagen war. Er fuhr immer auf seinem Fahrrad in Richtung Uni. Gestern Abend erfuhr ich, dass er Germanistik studiert.

Ich bin keine „Schlampe“. Es ist für mich nicht normal einen Mann, den ich erst gerade kennen gelernt habe, mit zu mir zu nehmen, aber ich bin mir sicher, dass wir zusammen gehören. Wir unterhielten uns. Mir fielen viele Gemeinsamkeiten auf und er war mir auf Anhieb total sympathisch. Er schien auch interessiert zu sein, also lud ich ihn mit zu mir ein, da meine Eltern eh gerade vereist waren.

Ist das so schlimm? Bin ich deswegen eine Schlampe? Wir verbrachten die Nacht zusammen.

Es war herrlich!

Ich stand auf und ging leise in die Küche und backte Brötchen auf und kochte Kaffee. Plötzlich hörte ich einen Knall. Wahrscheinlich hatte mein Kater wieder irgendetwas herunter geworfen.

Endlich kam er in die Küche und ich begrüßte ihn.
„Morgen, na gut geschlafen?“
„Morgen“, entgegnete er, „ wohnst du hier allein?“.
„Nein, meine Eltern sind noch im Urlaub.“
Er trank seinen Kaffee hastig und nahm seine Brötchen.
„Ich muss los“, sagte er und stand auf.
„Schon? Wollen wir nicht frühstücken?“ fragte ich erstaunt.
„Ich ruf dich an.“, entgegnete er trocken und ich wusste genau, dass er es nicht tun würde.
Ich wollte ihm meine Gefühle erklären, aber es gelang mir nicht.

Ich redete nur von „im Kontakt bleiben“ und dass ich nicht nur Nummer sein wollte.

Er war weg, ich schaute auf die Uhr. Es war 8:26 Uhr.
Tränen liefen mir übers Gesicht.

Dieser Schmerz! Ich bin keine Schlampe, doch sicher denkt er das nun!

Solange habe ich gehofft, mich gescheut und endlich hatte ich ihn.

Und nun war er weg!

Warum habe ich kein Glück mit Männern?! Ich fühlte mich auf einmal so schmutzig und ging duschen.

Als ich ins Zimmer kam, sah ich die Scherben auf dem Boden. Es war Blut daran. Ich untersuchte meinen Kater, aber das Blut musste von „ihm“ stammen.

Es war mir egal. Ich machte mein Zimmer sauber und wechselte die Bettwäsche.

Dadurch beruhigte mich ein wenig und beschloss, spazieren zu gehen. Ich ging wieder durch den kleinen Park und war in Gedanken.

Wieso der nicht geglückten Liebe immer wieder nachtrauern? Ich bin selbstständig, jung und hübsch.

Wenn er mich nicht zu schätzen weiß, ist er selbst Schuld.
Ich ging über die Straße und es war für mich klar, dass auch diese Wunde heilen würde.
Plötzlich hörte ich nur noch eine Hupe und Reifen quietschen. Dann wurde es dunkel.
Zeitpunkt des Todes: 11:26Uhr.

Ende

Die freundliche Alternative zu Märchen

Von koenig70 am 17. Dezember 2009 veröffentlicht

Viele Eltern machen sich Gedanken wie sie ihren Kindern das Lesen und Schreiben beibringen sollen. Die meisten Kinder beginnen mit fünf oder sechs zu lesen, dies meist kurz vor oder in der ersten Klasse. Experten sind der Meinung, dass sie erst im Alter von 5 die nötigen neuronalen Verbindungen im Gehirn gebildet haben. Erst ab diesem Zeitpunkt ist es ihnen erst möglich Buchstaben zu entschlüsseln und Wörter zusammenzusetzen. Es ist also nicht nötig dem Kind sehr früh das Lesen beizubringen, aber das Interesse an Büchern und am Lesen sollte schon früh geweckt werden. Man kann seinen Kindern Bücher nahe bringen und sie auf die Geschichten neugierig machen und immer vermitteln, dass Bücher wichtig sind und viel Spaß machen. Der beste Weg ist es, wenn man seinem Kind vor liest. Mit sechs Monaten sehen Babys sich schon gerne Bilderbücher an , im Alter von 2 sind Bücher mit Wiederholungen und Reimen geeignet und danach kann man mit einfachen Geschichten anfangen. Später dann eignen sich besonders Detektivgeschichten, da die Kinder in diesen mit rätseln können.

Die meisten sind mit Märchen aufgewachsen die eher für Erwachsene geeignet sind. Es wurde immer gesagt, dass die Weisheiten eines Märchens Kindern helfen soll. Doch die Brutalität, die in diesen Geschichten beschrieben wird ist heutzutage nicht mehr für Kinder geeignet. In Aschenputtel hackt die Stiefmutter ihren Töchtern die Zehen und Fersen ab, damit ihnen der Schuh nicht passt. Doch auch in Rotkäppchen gibt es solche Szenen, in der der Jäger den Wolf aufschneidet und die Großmutter rettet. Alternativ zu solchen Büchern gibt es jetzt auch ein personalisiertes Kinderbuch in den die Eltern eine Geschichte aussuchen können und die Namen des Kindes und auch seiner Freunde in die Geschichte integrieren. Somit sind die Eltern auch sicher, dass die Geschichte geeignet ist.

 

Tanzschule, Tanzen und ich – nicht kompatibel oder doch?

Von Ralf am 21. November 2009 veröffentlicht

Wer hätte das für möglich gehalten?
Hätte ich noch vor ein paar Jahren gesagt, ich war tanzen, man hätte mich gefragt ob eventuell etwas geraucht habe oder gar einen Kasper gefrühstückt hätte. Tanzen ist doch etwas für Weicheier, ich fahre Motorrad und tanze doch nicht. Ich trage Motorradstiefel, doch keine Tanzschuhe, ich höre Heavy Metal und keine Tanzmusik. Wir können gerne ein Bierchen trinken gehen, aber doch nicht tanzen. Es gibt sogar Leute die hätten Haus und Hof darauf verwettet, dass ich im Leben nie eine Tanzfläche, geschweige denn eine Tanzschule, betreten würde.
Ich muss hier wohl nicht extra erwähnen das Frauen naturgemäß gerne Tanzen, ist wohl genetisch bedingt bei der Frau. Wie oft hatte Sie schon auf irgendwelchen Feiern versucht mich zum Tanzen zu bewegen und jedes Mal hatte ich ihr einen Korb gegeben.
Als ich dann eines Tages gefragt wurde was sich meine Frau zum Geburtstag wünscht, fiel mir ein Tanzkurs ein. Ich hatte mich zuvor 3 Jahre lang mit dem Gedanken auseinander gesetzt. Einmal unter professioneller Anleitung tanzen, einen richtigen Kurs belegen. Danach könnte ich dann sagen, ich habe es wenigstens versucht, so war der Plan! ;-)
Ich machte mich also auf die Suche nach einer Tanzschule in Hamburg und durchforstete das Internet. Es gab ein paar Tanzschulen in meiner Nähe die ich dann genauer unter die Lupe nahm. Der Internetauftritt, insbesondere die Bilder der Tanzschule der Elbvororte, sprachen mich sehr an. Es gab dort nicht nur einen großen Tanzsaal, sondern auch noch eine große Bar und alles sehr nett eingerichtet. Ich machte mich also auf den Weg und überzeugte mich persönlich von dem Ambiente und wurde nicht enttäuscht.
Als ich die Tanzschule betrat, wurde ich freundlich von Herrn Melfsen, dem Inhaber der Tanzschule und seiner charmanten Tochter empfangen. Nach einem kurzem Gespräch nahmen die Beiden mir sogar ein wenig die Abneigung gegen das Tanzen. Ich kaufte also einen Gutschein für einen Anfängerkurs, den meine Frau dann zum Geburtstag bekam.
Tja, was soll ich sagen, das ist nun einige Jahre her und ich tanze immer noch dort. Ich habe im Laufe der Jahre einige Tanzschulen in Hamburg kennen gelernt, doch nach wie vor gefällt es mir in der Tanzschule der Elbvororte am Besten. Der Unterricht ist wirklich sehr gut und auch noch witzig. Es ist in keinster Weise steif oder unangenehm, alles locker flockig. Hätte ich das bloß schon viel früher gewusst. Na ja, besser spät als nie.
Ich hoffe ich habe viele Leute neugierig gemacht!?
Männer schnappt euch eure Frauen und kommt in die Tanzschule und lernt Sven, seine Tochter Svenja und die gute Seele der Tanzschule Giesela kennen. Mir sind sie jedenfalls alle ans Herz gewachsen.
Neugierig geworden? Einfach mal in einer Suchmaschine Tanzschule der Elbvororte eingeben und dann drauf klicken.

Viel Spaß und hoffentlich bis bald! :-)
 
Ralf

Gedicht des Diamanten

Von Edelsteinsucher am 18. Oktober 2009 veröffentlicht

Viele Edelsteine waren im Land,
von dem nur wenig war bekannt,
nur dass man zur Liebe sich verband,
mit einem Diamanten an der Hand,
dieser golden eingebunden
in einem Ring, der sich gewunden,
um den Finger, sollt er als Verbunden,
für Lieb’ und Freude geltend sein.
Zwar war er klein der Stein im Ring,
doch groß das Herz, das an ihm hing.

Viele Edelsteine waren im Land,
nur ein kleiner auf der Hand,
die andren wohnten noch im Gestein,
verborgen war noch dessen Schein.

Doch eines Tages sich hin gesellte,
der Juwelier die etwas bestellte,
aus dem Steinbruch frisch gefunden,
andre Steine, die als Ring gebunden.

Nach Tagen war der Steinbruch leer,
jeder Edelstein war jetzt wer,
auf Halsketten und Ringen,
glänzten sie sehr und hingen,
an allen Blicken die sie fingen.
Herzensfreuden sie zum Singen bringen,
als Schmuckstück edel und geschliffen,
sie viele Augen tief ergriffen.

Im leeren Steinbruch, sehr sehr tief,
ein kleiner Rohdiamant dort schlief,
er war froh ganz roh zu sein,
und kein eitler Edelstein.
 
Gedichtet vom Admin des Poeten Logs,
nur für short-story.info

Eine kleine Kindergeschichte

Von Rosa am 1. Oktober 2009 veröffentlicht

Dies ist eine kleine Kindergeschichte.

Die Sonne Sunny erlebt zusammen mit ihren Freunden Maduk und Peter lustige Sachen.

Wenn sie gerade nicht gerade Spieletipps untereinander austauchen, erleben sie eine Menge Abenteuer. Maduk hat Peter und Sunny von der Schule abgeholt. Stolz zeigte er ihnen sein neues rotes Halsband, welches ihm sein Herrchen geschenkt hatte. Es stand sogar sein Name drauf. Maduk war so fröhlich und schlug vor, dass die Freunde zusammen zum Kornblumenfeld gehen. So machten sie sich gleich auf den Weg. Schon von weiten konnten sie die leuchtenden blauen Kornblumen erkennen. Dazwischen fanden sich auch viele rote Mohnblumen. Plötzlich hatte Sunny die Idee ein paar Kornblumenkränze für Peter, Maduk und mich zu flechten.  Maduk und Peter halfen ihr beim Kornblumenpflücken und immerhalb kürzester Zeit hatten sie schon einen riesigen Strauß. Dann fing Sunny mit dem Flechten an. Gespannt schauten Maduk und Peter ihr dabei zu. Es dauerte nicht lange und sie hatte alle drei Kränze fertig geflochten. Dann setzten sie sich die Kränze auf. Maduk und Peter sahen damit besonders niedlich aus. Sie tobten noch eine ganze Weile im Feld weiter. Auf dem Weg nach Hause trafen sie viele Kinder, die sie begeistert anschauten, weil sie die Kornblumenkränze der drei Freunde so schön fanden.

Große Liebe

Von RobertN am 2. September 2009 veröffentlicht

Er war ein etwa 1.80m großer, graumelierter, Mitvierziger, der gerade eben dabei beobachtet wurde, wie er mit seiner 9 jährigen Tochter Frisbee auf der Wiese des kleinen Stadtparks spielte; einer der wenigen Orte, wo man noch einigermaßen entspannen konnte.

Und trotz der vielen Strapazen der vergangenen Jahre, trotz der Verluste und der vielen Mühseeligkeiten vergaßen sie hier für ein paar Stunden all den Stress und lachten und hatten Spaß, als ob all das nicht gewesen wäre.

Als die kleine Laura damals vor 9 Jahren zur Welt kam, war das Glück der beiden perfekt. Simone und Jan lebten damals schon viele Jahre zusammen, waren glücklich, hatten ihr Studium beendet und bewohnten ein Reihenhaus in einem Randbezirk der Stadt.

Als Laura 2 war und Simone schon wieder eine Zeit arbeitete wurde sie immer häufiger krank. Häufiges Unwohlsein mit Schwindelgefühlen und einem Überlkeitsgefühl waren an der Tagesordnung. Kurz darauf dann die Diagnse des Arztes: Tumor im Pankreas, Bauchspeicheldrüsenkrebs, der nicht operabel sei.

Der Schock saß tief und obwohl das Paar sich schwor zu kämpfen fiel Simone bald in ein tiefes emotionales Loch. Nach etwa 3 Jahren konnte sie nicht mehr arbeiten. Die einzige Hoffnung, die die drei noch hatten, war ein Spender, eine Hoffnung, an die sich vor allem Jan zu klammern schien, der regelmäßig recherchierte und alles für seine Frau tat. Diese schien jedoch innerlich schon zerbrochen zu sein, hat die psychologische Beratung aufgegeben.

Als Jan im März des darauffolgenden Jahres nach Hause kam, nachdem er seine Tochter aus dem Kindergarten abholte, fand er seine große Liebe tot im Bett.

“Mami schläft jetzt für immer” sagte er seiner Tochter, als der Krankenwagen sein halbes Leben mitnahmen. Die andere Hälfte seines Lebens stand neben ihm und weinte nicht.

Er glaubte, dass sie es noch nicht verstand, was da passiert ist, dass Mami tot ist und nicht wieder kam. Er verstand es ja nicht mal selbst, dass all das, was sie erlebt hatten, in den verganenen 15 Jahren, jetzt vorbei sein sollte. Dabei hatte er sich in den letzten Wochen immer wieder ausgemalt, dass der Tag bis zu ihrem Tod nicht mehr weit sein würde, dass sich alle irgendwie damit zurechtfinden müssten. 2 tage bevor er sie fand sagte sie ihm noch, dass er sich keine Sorgen machen brauche, und dass es nunmal so komme, was aber nicht schlimm sei, da sie ein schönes Leben mit ihm hatte. Das war im Gegensatz zu all den anderen Wochen ein ganz anderes bild von ihr, das komplette Gegenteil ihrer sonstigen Gemütszustände und er dachte, dass es jetzt vielleicht nochmal besser werden würde.

Nun lebt er schon mehrere Jahre alleine mit seiner Tochter und hat sich geschworen sie gut zu erziehen, hat sich geschworen nie wieder einen Fehler zu machen und immer einen Platz für Simone in seinem herzen zu behalten.

Der ewige Kreislauf

Von MalerMirco am 25. August 2009 veröffentlicht

Ich lag zu Hause auf dem Sofa und war geschafft, geschafft von der harten Arbeitswoche im Büro. Der Fernseher vor mir flimmerte viele bunte Bilder, die ich aber gar nicht richtig wahrnahm. Ich schaute nur auf das Bild und ließ mich berieseln. Ich wurde erst wieder richtig aufmerksam, als sich ein Pärchen lautstark küsste und es sehr übertrieben durch den Ton dargestellt wurde. In mir staute sich plötzlich wieder dieses Hassgefühl auf, dieses Hassgefühl auf glückliche Paare. Aber was will man erwarten, wenn man bereits jahrelang Single ist und glückliche Pärchen sieht? – Soll man sich darüber freuen? Ich kann es zumindest nicht. Im Gegenteil, mich nervt es ziemlich und es ruft in mir jedesmal wieder starke Bedürfnisse hervor und die Sehnsucht nach Zweisamkeit. Mit der Zeit wurde dies immer schlimmer, es wurde schon fast zu einer Phobie. So werde ich in kürzester Zeit zu einem seelischen Frack. Zum Glück klingelte das Telefon und ich wurde aus diesem zunehmenden Sog entrissen. Selbst schaffe ich es kaum mich davon schnell loszureißen. Aber ich erwartete noch einen Anruf von meinem Chef, der mir noch Termine für die anstehenden Meetings durchgeben wollte. Dieser Anruf kam genau zur richtigen Zeit. Ich ging an das Telefon und meldete mich wie immer sehr höflich und freundlich. Doch es war nicht die Stimme meines Chefs, sondern ein angenehme Frauenstimme. Ich war sehr überrascht und fing komischerweise an zu stottern. Die Frau wollte eine gewisse Frau Niedermeyer sprechen, aber die gab es bei mir leider nicht. Mir wurde sofort klar, dass sich diese Frau an der anderen Leitung verwählt hatte und ich hackte das Gespräch schon ab. Ich wollte schon auflegen und merkte noch an, dass es kein Problem sei sich verwählt zu haben. Doch darauf hin fragte mich die Frau, ob ich denn schon einmal gesagt hätte bekommen, dass ich eine sehr angenehme und beruhigende Stimme hätte. Ich war total perplex. Einerseits habe ich mit so einem Entgegenkommen nicht gerechnet, andererseits hatte das wirklich noch nie jemand zu mir gesagt. Ich wusste wirklich nicht was ich darauf sagen und blieb stumm. Ich bin eigentlich kein schüchterner Mensch, aber dass mir das letzte mal eine Frau ein Kompliment gemacht hatte ist es schon eine lange Zeit her. Deswegen auch diese ewige Leerlaufzeit in mir. Ich wurde erst wieder auf den Boden der Tatsachen geholt als mich die Frau erneut fragte. Ich sagte nein und hielt diese Antwort sehr kurz. Das einzige was ich darauf noch anhängen konnte war, dass sie ebenfalls eine sehr schöne Stimme habe. Sie bedankte sich und stellte sofort die nächste Frage. Ich wusste gar nicht wie mir geschieh. Es war nicht unangenehm für mich, aber so sehr hatte sich eine Frau in den letzten Jahren nie für mich interessiert. So langsam pegelte ich mich wieder ein und bekam Gefallen an dieser Situation. Ohne überhaupt zu fragen was das denn soll oder wer sie denn überhaupt ist ließ ich mich auf dieses Gespräch ein. Sie fragte mich nach meinen Interessen, Hobbys und ob ich denn in einer Beziehung wäre. Ich war ehrlich und schilderte ihr mein langes Single-dasein. Ich dachte es wirkte auf sie abschreckend, da Frauen wohl möglich denken wer lange Single ist ist unattraktiv und bekommt keine ab. Aber sie verstand mich und erzählte dass sie auch schon recht lange Single sei. Der letzte Mann von ihr kam nicht mit ihrem Damenschuh-Tick zurecht, ihrem Schuhtick.. Ich musste sehr darüber lachen, da ich davon auch irgendwie betroffen war. In diesem Moment stellte ich mir bildliche meinen Schuhschrank vor und zählte an den Fingern ab, wie viel Paare Herrenschuhe ich denn beherberge. Durch meinen Job in der Modebranche habe ich beruflich viel mit der Mode von Schuhen zu tun und besitze aus eigenem Interesse auch eine Vielzahl an Schuhpaaren. Ich wirkte auf einmal noch viel interessanter auf sie, da ich wohl einen entscheidenden Nerv von ihr getroffen hatte. Welcher Mann kann auch schon diese Leidenschaft mit einer Frau teilen. Daraufhin zählte sie mir ihre Lieblingspaare auf und fragte mich welcher Kleidungsstil zu Pumps, Mokassins oder Ballerinas passe. Da dies ja wirklich auch unter meine Interessen fällt konnte ich ihr diese Fragen auch beantworten. Es stellte sich auch heraus, dass sie auch mit Schuhen beruflich zu tun habe. Sie arbeitet für einen Online Shop, der Schuhe vertreibt. Wir unterhielten uns mit der Zeit als ob wie uns schon ewig kannten. Ich fühlte mich in so kurzer Zeit noch nie so sehr zu einer Frau hingezogen. Ich möchte nicht sagen, dass ich mich verliebt hatte aber es war schon ziemlich nahe dran und sie merkte auch dass die Chemie zwischen uns sehr gut ist, nahezu perfekt. Denn nach so kurzer Zeit sich jemanden hingezogen zu fühlen ist auch für mich Neuland gewesen. Für sie ebenso. Ich war so verblüfft und wusste, so etwas wird dir nie noch einmal passieren und vielleicht ist das die Frau, die du schon immer gesucht hattest. Ich nahm meinen ganz Mut zusammen und fragte sie, ob sie denn Lust hätte sich mit mir mal zu treffen. Sie sagte sofort ja, als ob sie auf diese Frage schon die ganze Zeit gewartet hätte. Mir kam es so vor, als hätten wir beide Schmetterlinge im Bauch, obwohl wir uns noch nie gesehen hatten. Sie schwärmte regelrecht von mir und ich von ihr. Wir beschlossen uns am Abend zu treffen, da es auch Freitag war und wir somit genügend Zeit hatten. Sie lud mich zu ihr nach Hause ein, um sich dort weiterhin in gemütlicher Atmosphäre kennenzulernen. Sie gab mir ihre Adresse und wir verabschiedeten uns mit einem sehr tollen Gefühl, ein Gefühl auf Wolke Sieben zu schweben. Ein paar Stunden später begab ich mich voller Freude und Spannung auf den Weg zu ihr. Ich nahm ein Taxi und sagte dem Fahrer die Adresse. Er fuhr mich zu der gesagten Adresse und ich stieg aus. Doch dann traute ich meinen Augen nicht, diese Adresse führte mich zu einem halb abgerissenem Gebäude. Hier wohnte keiner. Ich blieb regungslos vor dem heruntergekommenen Gebäude stehen und fühlte mich urplötzlich wieder genauso wie vor dem Anruf auf der Couch.

 

Blauer Fisch

Von caspar4000 am 24. Februar 2009 veröffentlicht

Blauer Fisch

Ich gehe ja selten aus dem Haus.Höchstens mal für ein paar Besorgungen.Man muß essen und trinken,sicher.Und das ist dann auch für mich ein Grund vor die Türe zugehen.Kalkweißer Himmel,winkende Nußbaumäste vor dem fenster,die mich manchmal locken,aber auf funierte Straßen hinaus und die Reibung an den Schuhsohlen?Das hält mich schon ab.Ameisenmenschen huschen strebsam am Fleckenglas vorbei und drohen mit Fleiß.Sie bauen am Hügel mit und brauchen Unterstützung.Nur ich brauche Einsamkeit.Wenn alles schön schummerig ist,Miles Davis im Radio,die warmen Wollhausschue an den Füßen,das Summen von Evas Leierkasten,auf dem die morgendliche Meditationsmusik heult.Es gibt schon Gründe zur Einsiedelei.

Doch es gibt halt auch Gründe hinaus zu gehen.Nun,ich schlüpfe in die Hosenbeine und hole den Mantel aus dem Schrank und greife zum Stock,ich bin altmodisch.Meine Kleidung gibt mir etwas Sittsames,das wahre Geblüt bleibt versteckt.Man kann doch leicht hinter´s Licht führen…

Draußen dann:jumm,jumm…lat.: von selbst bewegt.Genau,die unendlichen Linien der Großausgaben von Sikku und Matchbox.Autos.Überall liegen sie auf der Lauer oder verfolgen mich,um ihren Hunger zu stillen.Wonach sie gieren ist uneinsichtlich,weil sie kaum die Schnauze ausbekommen.Ich laufe davon und krieche in den nächsten Unterschlupf.Ein nach Tabak duftender laden mit Holzwänden,voller Zeitungspapiergeruch.Ich kaufe eine tageszeitung,nur zum Zeitvertreib und um die Blechkisten auf eine andere Fährte zu locken.Sie sind ja nicht besonders schlau,nachts blind und taub und wenn nicht die vielen Zoowärter das tägliche Mahl bringen würden,sie müßten wohl jämmerlich krepieren.ich klämme die Zeitung unter die Achsel und trete hinaus ins Chaos zurück.So.Ach!…

Schnell noch eine Tasse Kaffee bei Brinkmann an der Ecke und ein weiches Rosinenbrötchen dazu,dann geht es ab nach Hause.An Evas Hintern.

Die Hindenburgstraße ist mit Menschengepflastert und man zieht sich an unsichtbaren Stricken durch ein Nichts.Wenn ich nicht die Glatzenköpfe unten zählen würde,die Muster herausfinden und über grenzen springen könnte,träfe mich jeder Blick wie ein Excaliburstoß ins Herz.Ich wandle mitten unter ihnen,unerkannt und hungrig nach Rosinenbrötchen.

Bei Brinkmann ist ein Tisch am großen Fenster frei.Ich stürme energisch die Treppen hoch und reiße den Vorhang beiseite.Es ist kalt und die Tür wird durch Wollstoff verdeckt.Ich stehe mitten im Raum,alle Augenpaare sind auf mich gerichtete.Man ist ja neu,wird beschaut und gemustert.Erst nachdem ich sitze gehöre ich dazu,man nickt,grüßt auchmit lautlosen Worten,indem man die Lippen bewegt.Da geht erneut die Klingel an der Eingangstür und die Blicke wandern zeitgleich zumTonzeichen dorthin.Wieder ein Neuer.Der gast ist weiblich.Sie trägt einen graugrünen Mantel,einen etwas großen Federhut.Fasan.Mephistoschuhwerk,bequem und für Krampfaderbeine tauglich.Federnden Schrittes kommt sie in mein Revier und schwenkt den Wedel am Hut.Leise,sage ich mir,verscheuch´mir nicht das Wild.Hier auf meinem Hochsitz will ich ungestört bleiben.

“Ist noch ein Plätzchen frei?” fragt sie und zieht schon männerhaft an dr Stuhllehne.

“Nein!”,will ich sagen,”Ja,natürlich!”antworte ich.Man ist immer zu gut zu den Menschen.Die Tierfeder schaut mich mißbilligend an,erkennt wohl meine wahre gesinnung.Ich gehe halt selten hinaus und scheue den Kontakt.Ich ärgere mich über meine Inkonsequenz.Begucke das Tun der weiblichPerson und senke den Blick,um nur ja nicht ein Gespräch zu bekommen.

Sie hängt ihren häßlichen Mantel an dieGarderobe und stolziert zum Stuhl zurück,direkt vor mir.Ich bewege nur die Augäpfel und schaue sie an.Faltig,alt,einsam und irgendwie gehetzt wirkt sie.

“SchöneWetter,nicht wahr?” Sie lächelt und ich grinse zurück,nicke.Ach due liebermeinvater.Nicht das jetzt.Jede Konversation über das Wetter sollte besser gleich aufgegeben werden.Man ödet sich an und hofft auf ein paar nette Worte,aber bleibt traurig mit seinen meteorologischen Kenntnissen allein.Ich sage es ja:Einsiedelei.Eine Insel,Palmen und…Ich nicke also,aus Höflichkeit und mit Abstand.

“Ich komme oft hierher,aber sie traf ich noch nicht.”

Na,mein Glück,denke ich und schiebe den Stuhl nach hinten.Ich strecke die Beine in die Länge und greife zur Tasse.Der Kaffee ist die einzige Genugtuung für diese Zweisamkeit.Ich erniedrige mich und lächle.Jetzt schaue ich genauer auf sie.Was bleibt mir übrig?Zerknautschtes Gesicht,etwa fünfundsechzig Jahre oder älter.Immer dieser Milchblick.Verschlierte Augen und lippenloser Mund.Große Nasenlöcher,die vibrieren,wenn sie atmet.Lianenhals und altersbefleckt.Gehetzt.Sie unterbricht mein Schauen und meint:”

Ich bin ja jetzt Witwe.Mein Mann ist letztes Jahr gestorben,hatte Krebs.Ein Jahr habe ich ihn gepflegt,dann schlief er ein.Naja,er hatte große Schmerzen.Hinter dem Bett fand ich haufenweise Packungen von Schmerztabletten.Der muß sich totgeschluckt haben.”

Ich nicke,suche,bleibe stumm.

“Ach,wissen sie,ich will nicht aufdringlich sein,aber man hat ja niemanden mehr.Ich gehe jeden Tag hierher,um zu reden.Wenn ich sie störe,müssen sie das sagen.”

Ich nicke.Will etwas sagen und mache:jumm,jumm…

“Wir haben uns im Harz kennengelernt.Kennen sie den Harz?”fragte sie mich.Ich schüttele den Kopf,sage:”Ich war an den Sonntagen mit den Eltern dort,Okertalsperre,St.Andresberg und so…ich ging mit meinem Vater in Bächen umher und sammelte Kieselsteine.”

“Eine schöne Gegend,Und ruhig.Man lebt nur in der Natur richtig,stimmt´s?”

“Und in der Einsamkeit!” behapute ich.

“Ich war selten allein.Nun muß ich mich erst daran gewöhnen.”

“Eine Chance vielleicht mit sich ins Reine zu kommen.”

Ich beiße in mein Rosinenbrötchen,um die Antwort hinaus zu zögern,weil ich weiß,dass sie mich nicht versteht.

“Im Harz haben wir viele Monate verbracht.Wir hatten eine Hütte dort,mit kleinem See zum Angeln,für meinen Mann,Rosenbüsche,alles ohne Strom.”

Sie knabberte an ihrem Tortenstück und schlürfte dazu Tee.Ich wippte mit dem Fuß und besah mir die Ruhe meiner Kaffeetasse.Ruhe,die jetzt auch auf die Dame übersprang,sobald sie zu reden anfangen durfte.Alle Nervosität ging dahin wie ein sich lösender Krampf in der Wade.Na schön,sie lernt laufen.

“Es war Sommer und wir lagen in der Sonne,kannten uns mal ein halbes Jahr,da machte er mir den Antrag und ich willigte ein.Und soll ich ihnen was sagen?”Sie wurde unruhiger wieder,Gebissklappernd spie sie kleine Bröckchen aus und redete sich in Wallung.Ich nickt nur.Ich brauchte nichts anderes zu tun,als zuhören.

“Nachdem er mich gefragt hatte,hielten wir uns in den Armen und sahen zum Himmel hinauf.ich stubste ihn leicht an und fragte,ob er auch das sehe,was ich sehe und er nickte.Wir waren fassungslos.Dort oben am Himmel flog ein Blauer Fisch.Der Fisch begleitete uns ein Leben lang.Unsere Ehe stand unter einem guten Stern oder Fisch…” Sie kicherte und verlor fast ihre Zähne.Dann räusperte sie sich und kramte ein Taschtuch hervor,spuckte das lose,gelbe Lungenzeugs hinein und knüddelte das Tuch zusammen,um es in die Tasche zu stopfen.Wahrscheinlich Raucherin oder die Bronchien,dachte ich.

Ich bedankte mich für das Gespräch,was sie sehr erfreute und sie sagte:”Die jungen Leute haben ja keine Zeit mehr.Alle hetzen irgendwo hin.Meine Kinder leben im Ausland und ich sehe sie mal zu Weihnachten.Aber ich halte sie auf,entschuldigen sie!”

Ich machte einen Diener,hatte eine gute Tat hinter mir und rannte eilends nach hause.Das Rudel war mir auf den Fersen,heulte und umkreiste mich,aber heute würden sie mich nicht kriegen.Jumm,jumm…jumm,jumm,machten die Autos und ich flog n ihnen vorbei.

Fliegender,blauer Fisch?

Mit dem Alter lernt man laufen…und zu plappern…

Vibrierendes Parkett

Von megaphon am 15. Februar 2009 veröffentlicht

Die Musik wummerte laut aus den Lautsprechern in Philipps Arbeitszimmer. Der Parkettboden vibrierte unter den Bässen und Philipp fühlte sich wohl. Er fühlte sich immer wohl, wenn die Musik laut war. Anders hört man keine Musik, sagte er immer. Jetzt gerade saß Philipp am Schreibtisch und las ein Buch über Genetik – sein Biologie-Diplom stand vor der Tür. Eigentlich brannte er darauf, alles über Biologie zu wissen, doch jetzt, an diesem Sonntagabend langweilte ihn das alles. Seine Freundin saß drüben im Wohnzimmer und sah sich Tatort an. Er konnte das nicht mehr haben – die Drehbücher sind in den letzten Jahren zu schlecht geworden, entgegnete er seiner Freundin immer, wenn sie ihn zum Mitglotzen überreden wollte.
Ihn kribbelte etwas im großen Zeh seines rechten Fußes.
Gerade als er sich entschlossen hatte, kurz rüber ins Wohnzimmer zu gehen, klingelte das kabellose Telefon, das neben ihm auf der Glas-Schreibtischplatte lag. Er nahm ab, stand auf – und fiel sofort seine ganzen einssiebenachtzig-Meter Länge auf den vibrierenden Parkettboden.
Philipp?
Verdammt, meine Füße sind eingeschlafen, dachte er sich, es kribbelte an seinen Waden und es kam ihm etwas seltsam vor. Mühsam griff er nach dem Telefon, das einige wenige Zentimeter weg von ihm lag.
Hallo?
Natürlich – die Musik war zu laut, er konnte zwar feststellen, das seine Mutter am anderen Ende der Leitung ihren obligatorischen Sonntags-Familienschwall vollführen wollte, doch er verstand nichts, was sie sagte.
Philipp spürte seine Beine komplett nicht mehr und versuchte vergeblich zur Stereoanlage zu robben, um diese verdammte, verdammt laute Musik leise zu drehen. Nun bekam er einen furchtbaren Schock, schrie in das Telefon, schrie in Richtung Wohnzimmer, seinen Bauchnabel spürte er nicht mehr.
Hallo, Philipp? Mach die Musik leiser!
Langsam wurde ihm schwarz vor Augen, er verstand es nicht, lag auf dem vibrierenden Parkettboden und dachte noch in seinen letzten Momenten an eine biologisch begründete Lösung dieses rätselhaften Todes.
Hallo?
piep piep piep piep.

(mehr? www.megaphon.wordpress.com)