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Der Zinsvergleich und die Rückkehr der Aliens

Von Jenny am 27. März 2012 veröffentlicht

Am Montagmorgen wachte ich schweißgebadet auf, dafür verantwortlich war mein liebreizender Wecker. Dem ich übrigens den zutreffenden Namen “Nervi” verlieh. Jetzt fiel es mir wie Schuppen von den Augen, da waren wieder diese seltsamen Bilder. Zunächst sah ich sie nur verschwommen vor mir. Dann wurden sie deutlicher, es waren Aliens. Seltsame Kreaturen, die ich bisher nur aus Hollywood kannte. Die Bilder machten mir Angst, jetzt brauchte ich erst einmal einen starken Drink. Ungewöhnlich für meine Verhältnisse, gerade so früh am Morgen. Normalerweise trinke ich um die Zeit einen aufgebrühten Kaffee. Aber die Bilder in meinem Kopf musste ich erst einmal verarbeiten.

Nachdem ich mich auf meinem Sofa niederließ und meinen Drink zu mir nahm, ging es mir besser. Ich sagte mir einfach “Auf in den Tag und keinen Gedanken mehr an den Alptraum”. Das funktionierte auch ganz gut, der Tag muss schließlich erfolgreich bestritten werden. Also schaute ich auf meinen Spickzettel nach, was ich mir für den Tag so vorgenommen hatte. Der Zettel erinnerte mich wieder daran. Ich wollte heute noch zu Großmutter, denn sie wollte mit mir ein paar gemeinsame Erledigungen machen. Auch wollte ich mir im Internet noch einen Zinsvergleich für Festgeldkonten und Tagesgeldkonten suchen, da ich etwa 15.000,- Euro gewinnbringend anlegen wollte. Zum Glück war heute mein freier Tag und ich musste nicht ins Büro fahren. Sonst hätte ich gar keine Zeit gehabt, mich um Großmutter und den Zinsvergleich zu kümmern.

Ich entledigte mich also schnell meines Schlafanzugs und sprang schnell unter die Dusche. Ich wusch gerade meine Haare, als ich ein merkwürdiges Geräusch vernahm. Es hatte den Anschein, als käme dieses Geräusch direkt aus meiner Küche. Ich dachte mir nur, dass wohl meine Katze Mausi wieder mal ein Glas zu Boden geworfen hat. Als ich fertig war, hörte ich plötzlich ein weiteres Geräusch aus der Besenkammer. Jetzt hatte ich aber genug von Mausis nervigem Versteckspiel. Ich zog mich an und machte mich auf den Weg in die Küche. Was ich dort sah, ließ mir das Blut in den Adern gefrieren. Nasse Spuren führten von meinem zerstörten Küchenfenster direkt in die Besenkammer. Die Fußspuren waren riesengroß und sie konnten unmöglich von einem Menschen stammen. Ich mochte es mir nicht eingestehen, doch ich musste wieder an die Aliens aus meinen Träumen denken. Doch das konnte doch gar nicht sein? Ich dachte einfach an Großmutter und den Zinsvergleich für Tagesgeldkonten bzw. Festgeldkonten, den ich noch vor mir hatte. Einfach an etwas ganz normales denken dachte ich, in der Besenkammer kann doch nur meine Katze Mausi sein. Obwohl, diese Spuren können doch gar nicht von meiner Katze stammen, vielleicht ein Streich von Felix dem Nachbarsjungen?

Ich genehmigte mir noch einen Drink, bevor ich den Mut fand, die Besenkammer zu öffnen. Ich fasste mir ein Herz und zog ruckartig die Tür zur Besenkammer auf. Ich fand keine Worte dafür, was ich sah. Seltsam leuchtende Augen sahen mich an, sie lagen nur zur Hälfte in Augenhöhlen. Ein übler Geruch stieg in meine Nase, es sah aus wie eine Mischung aus Tintenfisch und Alien. Da war es wieder, das Wort zu den Bildern aus meinen Träumen. Das Wesen schien nicht bösartig zu sein, es hielt eine Kiste in den Tentakeln. Was da wohl drin ist? Nein, ich wollte es gar nicht wissen. Plötzlich sprang meine Katze Mausi das merkwürdige Wesen an, sie sprang dem Alien ins Gesicht. Schlagartig veflüssigte sich das Wesen zu einer klebrigen Masse. Ich hatte keine Ahnung, was das für eine Substanz ist. Alles war schmutzig und dann blieb da noch die Kiste. Ich machte die Kiste auf und fand einen Stein, auf dem Stand etwas geschrieben. Ich konnte es sogar lesen, da stand in den Stein gemeißelt “Die Rückkehr der Aliens, wir benötigen dringend Treibstoff und diplomatischen Austausch mit euch Erdbewohnern”. Ich war geschockt und beschloß, die Vorkommnisse vorerst für mich zu behalten. Es würde mir ja eh keiner glauben, selbst Großmutter würde mich wohl auslachen. Also machte ich mich gleich nach der Putzorgie auf den Weg zu meiner Großmutter. Den Zinsvergleich für Tagesgeld und Festgeld hatte ich zum Glück auch noch nicht vergessen. Den Zinsvergleich werde ich später bei meiner Großmutter suchen, sie hat ja auch einen Internetanschluss. Ich ließ mir nichts anmerken, als ich endlich Großmutters Wohnung betrat…