Short Story

Kurzgeschichten mit Links

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Die Stadtvilla

Von miri1990 am 18. Mai 2011 veröffentlicht
Thema: Krimis

Das sonnige Wetter ohne jede Wolke und die angenehmen 25 C° luden ein den Tag im Garten zu verbringen. Dieser Einladung folgten auch Tanja und Philipp. Ihr schnuckeliges Einfamilienhaus am Rande Braunschweigs verfügte über eine Parkähnliche Gartenanlage, welche Tanja täglich pflegte. Beide verzichteten seit Jahren auf Angestellte, die Nähe der fremden Personen gefiel ihnen beiden nicht. Stattdessen bemühte Tanja sich, den Haushalt und die Gartenanlage allein in Schuss zu halten. Philipp hatte mit einem Schulfreund Braunschweigs größte Werbeagentur aufgebaut und konnte sich mittlerweile den Luxus gönnen von zuhause zu arbeiten. Alles schien perfekt und die 5 Kinder gediehen prächtig.

Wie sollte es auch anders sein, wenn etwas so perfekt ist, dann trügt der Schein oder etwas grausames passiert während der nächsten 5 Zeilen. Anderenfalls macht eine solche Geschichte wenig Sinn! Und genauso verhält es sich in diesem Fall.

Eines Morgens erwachte Philipp neben seiner langjährigen Freundin und mittlerweile Ehefrau Tanja. Die Kinder schliefen noch, es war ein angenehmer Sonntagmorgen doch Philipp fand keine Ruhe, er hatte dies ungute Gefühl. Es war wie damals, als sein guter Freund Birger eines Abends ohne jede Vorwarnung vor seiner Tür stand und den Familienhund Bennitack erschoss. (Ann jenem Tag litt Philipp schon seit den frühen Morgenstunden unter diesem schrecklichen Gefühl.) Philipp war fassungslos und schockiert. Tanja weinte und die die Kinder waren traurig. Es dauerte ein paar Tage ehe sich Birger und Philipp wieder vertrugen und Birger einen neuen Familienhund für Tanja und Philipp kaufte. Diesmal war es, wie Birger fand, ein besserer und treuerer Hund als beim letzten Mal. Er sollte Webspace heißen.

Das alles war schon 1,5 Jahre her. Mittlerweile gibt es keinen Familienhund mehr, da der Letze einen Ausflug ins Hochgebirge nicht überlebte. Wie dem auch sei, Philipp hatte dies ungute Gefühl und sollte schon bald erfahren aus welchen Grund.

Tanja konnte, wie immer, sehr gut schlafen, auch das vom stöhnen begleitete herumgewältze von Philipp veranlasste bei ihr keine Regung. So kam es, dass Philipp das gemeinsame Bett verließ und sich ins Bad begab. (Wäre dies ein Fernsehfilm würde an dieser Stelle eine schauderhafte Musik einspielen, das es sich um eine schriftliche Ausgabe handelt, bitte ich die Leser sich diese Musik selber zu denken…) Im Waschbecken lag ein halb aufgegessenes Brot. Wem mochte das gehören? Die Kinder hatten im Westflügel des Hauses doch jedes sein eigenes Bad und Angestellte gab es nicht. Sollte es etwa möglich sein und in diesem Haus gab es Geister? Philipp stockte das Blut in den Adern. Es handelte sich um ein Marmeladenbrot und das konnte nur eins bedeuten. Es gehörte Tanja. Sie war die einzige in der Familie, die Zucker aß. Entgegen aller Verbote von Philipp tat sie dies heimlich. Zu gut wusste sie, dass es ihrer schlanken Figur schadete und schon 3 Kilo eine Scheidung verursachen konnten. Dennoch schaffte sie es nicht, sich von diesem Laster zu trennen.

Was wird nun passieren? Wird Philipp sich vergessen und Tanja bestrafen? Lassen die beiden sich nun scheiden? Und welche Rolle übernimmt Birger weiterhin?

Tanja hatte großes Glück, Philipp nahm noch einmal all seine Kraft zusammen und unterdrückte die Wut, die sich in ihn breit gemacht hatte. Er spülte das zuckerige Brot die Toilette hinunter und tat, als wäre nichts gewesen. Nur dieses eine Mal wollte er noch stark sein, nur dies eine Mal. Aber er schwor bei allem was ihm heilig war, noch ein solcher Vorfall und die Konsequenzen für Tanja wären schwer. So konnte und wollte er nicht weiter leben, die Sucht nach Zucker musste ein Ende haben. Endgültig! Er fragte Birger um Rat und beide fanden schnell eine gute Lösung. Sollte Tanja noch einmal heimlich ein Brot mit Marmelade essen würde sie zur Strafe wieder arbeiten gehen müssen. Tanja war, was die normale Arbeit betraf, äußerst faul muss man wissen. Die Strafe sollte jedoch hart sein und so kam es, dass der Plan geschmiedet und abgemacht wurde. Um Tanja bei ihren heimlichen Fressattacken erwischen zu können versprach Birger aufmerksam zu sein und sie, wann immer er konnte, zu beschatten.

Birger und Philipp waren glücklich, was weiterhin geschehen wird, bleibt vorerst abzuwarten.