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Kurzgeschichten mit Links

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Düstere Legenden

Von babsi am 16. Juni 2010 veröffentlicht
Thema: Horror

An einem verregneten Tag im November spätabends fuhr Neyla mit ihrem Auto alleine nach Hause. Sie hatte es an diesem Abend besonders eilig nach Hause zu kommen. Gerade heute hatte ihr Chef verlangt, dass sie Überstunden macht, genau an ihrem 2. Jährigen Jubiläum mit Mark. Und das, wo es eh gerade nicht besonders gut zwischen den beiden lief und Mark ihr bei jeder Gelegenheit die Schuld an ihrer Misere gab. Der Weg nach Hause kam ihr heute auch noch doppelt so lang vor wie sonst…plötzlich fiel ihr der unbeleuchte Schleichweg ein. Ein Weg mit dem sie mindestens 5 Kilometer sparen konnte. Der Feldweg war nicht sonderlich gut beleuchtet aber das was Neyla egal. Um Mark nicht wieder zu verärgern und wenigstens noch ein bis zwei Stunden mit Mark verbringen zu können nahm sie den kürzeren Weg auf sich.

Ein paar Kilometer weiter bog Neyla auch schon in den Feldweg ein. Viele Sterne leuchteten am Himmel und somit war es nicht ganz so finster. Aber rechts und links neben dem Weg sah Neyla nichts. Die Bäume standen im Wald viel zu dicht beieinander. Aber die nächsten paar Meter konnte sie dank ihren Nebelscheinwerfern gut überblicken. Plötzlich wurde Neyla ein wenig mulmig und sie beschloss alle Türen zu verriegeln. Mit geschlossenen Türen fühlte sie sich gleich viel sicherer. Wieso sollte sie auch Angst haben nur weil es dunkel war? Sie ist eine erwachsene und emanzipierte Frau und dank der Abkürzung würde sie Mark schon in spätestens 20 Minuten in die Arme schließen können.

Plötzlich erblickte Leyla einige Meter vor sich einen Baumstamm der quer über dem Weg lag. Die Bäume waren am linken und rechten Wegrand so nah dran, dass sie unmöglich vorbeifahren konnte. Neyla blieb stehen. Plötzlich fand sie ihre Idee die Abkürzung zu nehmen gar nicht mehr so gut. Wieso hatte sie das getan? Sollte sie jetzt wirklich aussteigen und den Stamm wegräumen? Er sah nicht sonderlich schwer aus aber Neyla bekam ein Ungutes Gefühl…

Nach einigen Minuten beschloss Neyla so schnell wie möglich auszusteigen und zum Baumstamm zu rennen in nur soweit beiseite zu schieben, dass sie gerade daran vorbeifahren konnte und dann wieder zurück ins Auto zu rennen und die Türen zu verriegeln. Plötzlich hörte Neyla in der Ferne ein weiteres Fahrzeug. Konnte es wirklich sein, dass jemand zufällig auch heute die Abkürzung nahm? Nein! Noch ein Grund für Neyla schnell den Stamm wegzuschieben. Sie stieg aus dem Wagen und räume den Stamm so schnell sie konnte beiseite. Der andere Wagen kam immer näher. Neyla rannte zurück zum Auto. Auf halbem Wege brach Ihr Absatz ab aber das war ihr egal, Sie zog schnell die Schuhe aus rannte zum Wagen, sprang rein und verriegelte die Türen. Sie erkannte hinter sich die Lichter eines großen Wagens. Der Fahrer begann plötzlich wie wild zu hupen. Wollte es, dass Neyla losfuhr? Da hatte es wohl jemand genauso eilig wie Neyla.

Neyla drückte barfuss aufs Gas und fuhr so schnell sie konnte los. Nur noch wenige Meter und sie würde auf einer helleren und mehr befahreneren Straße ankommen. Doch der Fahrer des Wagens hinter ihr fuhr immer dichter auf. Er hupte immer noch wie wild und blinkte mehrfach auf. Neyla verstand nicht, was er wollte aber ihr wurde wieder unwohl. Plötzlich hörte der Fahrer auf zu hupen aber versuchte nun scheinbar sie zu überholen. Endlich war Neyla auf der etwas mehr befahrenen Straße angekommen. Nur noch 5 km bis zuhause. Wahrscheinlich wollte der Fahrer durch das Überholen Neyla zum Bremsen bringen. Jetzt bekam Neyla Angst. Sie gab Vollgas und ließ nicht zu, dass der Fahrer sie überholt. Aber er folgte ihr immer noch.

Plötzlich sah Neyla das gelbe Ortschild ihrer Stadt. Sie war daheim. Der Spuk war zu Enden. Die erste Straße bog sie rechts ab. Doch der Fahrer folgte ihr immer noch. Neyla bekam Angst, dass er sie wohlmöglich überfallen wollte. Voller Unsicherheit rief Neyla Mark an und bat ihn, unten vor der Haustür aus sie zu warten. Sie wollte nicht aus dem Auto steigen wenn der Wahnsinnige hinter ihr ihrem Wagen immer noch folgte…

Als sie ihr Haus erblickte hielt sie direkt vor Marks Nase den Wagen an und rannte auf ihn zu. Plötzlich hörte sie eine Autotür knallen und wenig später eine weiteres Auto bremsen und noch eine Autotür zuknallen. Der Fahrer des anderen Autos rannte auf Neyla zu. Neyla griff Marks Hand und drückte sie ganz fest.

“Mädchen, wieso haben Sie denn nicht angehalten,” fragte der Unbekannte. “Ich habe gesehen, wie sie auf dem Weg einen Baumstamm weggeräumt haben und in dieser Zeit hat sich jemand durch ihre rechte Hintertür in ihr Auto geschlichen. Haben Sie denn nicht bemerkt, dass jemand auf ihrem Rücksitz lag? Ich wollte sie doch nur warnen…Lassen sie uns am besten gleich die Polizei rufen. Da scheint jemand mit Absicht den Baumstamm platziert zu haben um…”

Die letzten Worte des Mannes hörte Neyla schon gar nicht mehr. Sie sah die offene Hintertür ihres Wagens. Wie in Trance ging sie zu ihrem Auto. Als sie durch die offene Tür auf den Rücksitz sah, erblickte sie dort ein großes silbernes Küchenmesser