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Eine Reise, Ein Traum

Von Surfcamp-online am 9. November 2010 veröffentlicht
Thema: Romantik

Es waren noch 3 Tage. 3 Tage bis zu ihrer Hochzeit. Anna war 30, arbeitete als Sekretärin und würde in 3 Tagen ihren Freund Marc heiraten. Darauf freute sie sich schon seit Monaten. Aber gerade war sie noch dabei zu packen. Wofür? Anna wollte gleich mit ihren beiden besten Freundinnen nach Gran Canaria fliegen, um dort ihren Junggesellinnen Abschied zu feiern und gleich müssten sie kommen, um sie abzuholen. Und schon klingelte es an der Tür. Die Verabschiedung von ihrem Zukünftigen fiel sehr spärlich aus, sie waren etwas in Zeitnot und mussten sich beeilen. Also drückte Anna ihrem Marc einen dicken Kuss auf die Backe und sagte: „ Bis in 3 Tagen Schatz, ich freue mich schon.“ Marc hatte ein seltsames Gefühl dabei, aber er dachte sich nichts weiter…
Angekommen auf der Insel freuten sich die 3 Freundinnen über den Sonnenschein. Bei ihnen Zuhause waren es gerade einmal 5°C, denn es war schon Ende Oktober. Schnell brachten sie ihr Gepäck auf das Hotelzimmer und dann ging es direkt an den Strand. Als sie dort lagen beobachtete Anna das Meer und dachte sich, wie schön es hier ist… Die Sonne scheint, das Meer rauscht und die Temperatur ist so angenehm, dass man sich fast vorkommt wie im Paradies. Dann fielen ihr die vielen Surfer im Meer auf. Surfen lernen, das wollte sie auch immer. Früher als sie noch zur Schule ging. Doch leider fehlten ihr damals die Möglichkeiten und das Geld. Nun fiel ihr ein Surfer ganz besonders auf. Er stand jede Welle, auch wenn sie noch so hoch war, während alle anderen wie Steine ins Wasser fielen. Er hatte schwarze Haare und einen braungebrannten gut trainierten Körper. Sie starrte ihn eine Weile an, bis ihre Freundinnen sie an stupsten und sie wieder aus ihren Träumereien aufwachte. Am Abend machten sich die drei ganz schick und zogen von Bar zu Bar und später von Club zu Club. Sie tranken jede Menge Alkohol und irgendwann kurz bevor sie wieder zu ihrem Hotel gehen wollten sah Anna einen Mann, der aussah wie der Surfer vom Strand. Sie starrte ihn wieder an und diesmal merkte er es. Er war es und schenkte ihr ein verschmitztes Lächeln zurück. Dann gingen sie. Am nächsten Tag am Strand sah sie ihn wieder. Sie beobachtete ihn die ganze Zeit und irgendwann hatte sie ein ganz schlechtes Gewissen. Sie würde in 2 Tagen ihren Freund heiraten. Warum beobachtet sie ununterbrochen diesen fremden Mann? Sie versuchte nun ihn zu ignorieren und sich auf das zu konzentrieren wozu sie auf die Insel gekommen waren: Spaß mit ihren Freundinnen haben! Am Abend gingen sie wieder aus. Und wieder tranken sie eine Menge Alkohol. Doch dann kamen sie auf eine fatale Idee. Sie wollten ans Meer und schwimmen gehen. Keine von Ihnen war mehr nüchtern und so taten sie es. Doch in dieser Nacht war das Meer besonders tückisch. Die Wellen kamen mit einer enormen Kraft und waren sehr hoch. Sie schlugen gewaltig auf die groben Steine, die sich im Meer befanden und welche man vom Strand aus nicht sehen konnte. Plötzlich erwischte eine Welle Anna und sie wurde unter Wasser hin und her geschleudert und wusste nicht mehr wo unten und oben ist. Ihre Freundinnen waren schon wieder aus dem Wasser gekommen und alberten herum, bis sie bemerkten, dass Anna gar nicht nachkam. Sie hielten Ausschau nach ihr, konnten sie aber nirgendwo sehen. Aufgeregt rannten sie am Strand herum und suchten nach Hilfe. Zur selben Zeit rannte ein Mann ins Meer, er hatte von der Promenade aus die Frauen beobachtet und gesehen, dass eine von ihnen nicht wieder auftauchte. Also rannte er ins Meer, er schwamm und schwamm und dann fand er Anna. Sie war bewusstlos und so zog er sie sicher an den Strand. Er führte alle erste Hilfe Maßnahmen durch die er gelernt hatte während seiner Ausbildung zum Surflehrer. Nach kurzer Zeit öffnete Anna ihre Augen wieder und da sah sie ihn; den Surfer vom Strand, den Mann aus der Disko. Und sie lächelte. Zusammen machten sie sich auf den Weg zu ihrem Hotel und dabei unterhielten sie sich. Er war aus der Schweiz, konnte deswegen deutsch und war schon mit 13 Jahren mit seiner Mutter nach Gran Canaria gekommen. Er erzählte ihr wie es ist da zu leben wo andere Urlaub machen und sie geriet ins Schwärmen. War das nicht genau das Leben, welches sie sich immer gewünscht hatte, damals mit 18 nach der Schule? Doch damals entschloss sie sich ja für die Ausbildung und danach arbeitete sie fleißig Tag für Tag, von der Welt hatte sie noch nicht viel gesehen. Er erzählte ihr auch, dass die Surfschule für welche er arbeitete, nach einer Mitarbeiterin für die Büroarbeiten suchte. Dann begann sie wieder zu träumen. Sie malte sich aus wie es wohl wäre, wenn sie alles in Deutschland stehen und liegen ließe und auf Gran Canaria ihren Traum verwirklichen würde. Doch dann bekam sie wieder ein schlechtes Gewissen, in weniger als 2 Tagen würde sie schließlich in Deutschland ihren Freund heiraten…
Auf dem Weg zum Hotel trafen die beiden auf Annas Freundinnen, die nun froh waren, dass es Anna gut ging. Dann bedankten sie sich bei dem Fremden und gingen schlafen. Am nächsten Tag mussten sie schon wieder packen, sich auf den Weg zum Flughafen machen. Anna war den ganzen Tag still, sie dachte nach über ihr Leben und alles was ihr gerade in den Kopf kam, auch noch einmal über die freie Stelle in der Surfschule und ganz besonders an den schwarzhaarigen Fremden, den sie letzte Nacht nicht einmal nach seinem Namen gefragt hatte. Angekommen am Flughafen wollten die drei gerade ihr Gepäck aufgeben, als plötzlich hinter ihnen der fremde Mann wieder auftauchte. Anna war sprachlos und die anderen beiden schauten sich verwirrt an. Dann sagte er: „Ich bin hier um dir zu sagen, dass du die schönste Frau bist, die ich in meinem Leben gesehen habe und dass es mir letzte Nacht, als wir uns unterhalten haben, vorkam als würden wir uns schon ewig kennen. Bitte halte mich jetzt nicht für verrückt, aber ich glaube ich habe mich in dich verliebt und deshalb bin ich hier. Bitte fliege nicht! Bitte bleibe hier, ich kann dir diesen Job besorgen, von dem ich dir gestern erzählt habe! Du könntest deinen Traum wahr machen!“ Die anderen beiden Freundinnen lachten ihn aus und warfen ihr Gepäck auf das Band, aber Anna nicht. Anna nahm ihren Koffer, ging zu dem fremden Mann, nahm in an die Hand und sie gingen fort. Sie arbeite in der Surfschule, lernte surfen und verliebte sich unsterblich in den fremden Mann, dessen Name Lucas war, und sie lebte einfach ihren Traum…