Von Koppensteiner am
20. Oktober 2011 veröffentlicht
Die kleine Susi war doch erst neun Jahre alt, fühlte sich aber so, als müsse sie nicht mehr mit Puppen und sonstigem Spielzeug spielen. Das kleine Mädchen wurde schon längst auf die Vorzüge von Konsolen- und PC-Spielen aufmerksam, mit ihrem jungen Alter fehlte es Susi aber an Argumenten, um ihren Vater Rüdiger vom Kauf eines solchen Spiels zu überzeugen.
Doch an jenem Tag sollte sich das Leben dieses Mädchens drastisch ändern, als Rüdiger plötzlich mit einer in einem schmuddeligen Karton verpackten Box nach Hause kam. “Das ist unsere neue hochmoderene Internet-Box”, meinte er voller Stolz. Als Rüdiger wieder auf die Arbeit musste, setzte sich die kleine Susi vor den Computer und surfte mit dem neu erworbenen Internetzugang. Schnell stieß sie über eine Suchmaschine, wo sie direkt nach Alternativen zu herkömmlichen PC- und Konsolen-Games suchte.
Das Mädchen war gewitzt, denn schon kurze Zeit später fand sie einige Webseiten mit Möglichkeiten, kostenlose Spiele direkt online zu spielen, ohne auch nur einen Cent dafür bezahlen zu müssen. Nun war es endgültig aus mit dem Spielen von Puppen und Susi war nun vollkommen von der modernen Welt angetan. Seither schlich sie sich jeden Tag in Rüdigers Arbeitszimmer, wenn dieser wieder einen Einsatz hatte, und spielte jeden Tag ein neues Onlinespiel.
Von SonOfAGun am
28. Januar 2011 veröffentlicht
von Andre Jürgens
Rotzikus war ein Mann, dem immer die Nase lief. Er konnte machen was er wollte: Er nahm sämtliche apothekenpflichtige Erkältungsmittel, ließ sich Antibiotika verschreiben, versuchte Homöopathie, Phytotherapie, Telepathie, Autopsie… zwecklos. Die Nase lief weiter.
Wenn sonst nix lief, lief immerhin Rotzikus’ Nase. Darauf war Verlass!
Die laufende Nase war so ungefähr die einzige Konstante in Rotzikus’ Leben, alles andere war ständigen Veränderungen unterworfen. Das traf auf seine Arbeit, seine Beziehungen, seinen Wohnort und auf den Rest seines bedeutungslosen Daseins zu. Wenn Rotzikus abends schniefend und schnoddernd vor seinem Bier saß, war er oft sehr traurig. Mit steigendem Pegel besserte sich dies zwar und manchmal stellte sogar seine Nase für ein paar Stunden das Tropfen ein, aber der nächste Tag war dafür umso grausamer. Dann holte die Nase innerhalb kürzester Zeit alles nach, wozu sie am Vorabend nicht mehr gekommen war. Eine regelrechte Temposchlacht war das dann!
Eigentlich hieß Rotzikus Jakob Fischer, aber so nannte man ihn nur auf dem Amt. Seine Familie sowie alle übrigen Bekanntschaften in seinem Leben nannten ihn Rotzikus- so hatte man ihn schon als kleinen Jungen gerufen, denn seine Nase lief ihm schon seit dem Tag seiner Geburt. Noch bevor er den aufrechten Gang erlernte wusste Rotzikus schon, in welchen Geschäften es die günstigsten Taschentücher zu kaufen gibt und wie sich die Papierqualität der einzelnen Marken voneinander unterschieden. Wer schon einmal eine wundgeschnaubte Nase hatte, wird verstehen, warum das so war.
So schniefte und schnaubte sich Rotzikus durch sein Leben, allzeit bewaffnet mit einem kleinen Rucksack, in dem Wund-und-Heilsalbe sowie ein Jahresvorrat Taschentücher griffbereit lagen, als er eines Tages unfreiwillig Zeuge einer verstörenden Begebenheit wurde:
Er ging an einem Schrebergarten vorbei, in welchem vier super coole, laut grölende Jugendliche in einem aufblasbaren Minipool badeten. Sie tranken Bier aus Dosen, und als sie Rotzikus, der sich ängstlich um Unauffälligkeit bemühte, entdeckten, fingen sie lautstark an, sich über ihn lustig zu machen. Wetter und Alkohol hatten die Jungs angestachelt, denn es war heiß und die Sonne gab sich alle Mühe, sämtliche Lebewesen auf der Erde mindestens „Medium“ durchzubraten. Rotzikus flüchtete in solchen Situationen gerne und regelmäßig in Tagträume oder Erinnerungen. Diesmal dachte er an seine eigene Jugend – nicht unbedingt eine angenehme Erinnerung. Er hatte andere Kinder immer gemieden, und zwar in erster Linie deswegen, weil man ihn mied. Den Eltern der meisten Kinder war seine ewig laufende Nase nicht geheuer und irgendwann griff das Gerücht um sich, dass Rotzikus an einer gefährlichen, sicher unheilbaren Krankheit leide. Heute konnte Rotzikus die Mütter auf gewisse Weise sogar verstehen, was den Schmerz über die verpasste Jugend natürlich nicht schmälerte. Insgeheim gab er diesen Leuten die Schuld daran, noch heute ein einsamer Mensch mit nur wenigen sozialen Kontakten zu sein. Freunde kannte Rotzikus nur aus der Theorie und aus Büchern, denn er las viel und gerne. Lesen war ein Hobby, welches keine Gesellschaft voraussetzte, und ohne Bücher wäre Rotzikus als Kind wohl zu Hause eingegangen wie eine welke Blume. Unterdes schritt er zügigen Schrittes an den planschenden Schreihälsen vorbei, doch leider war er nicht zügig genug: In der nächsten Sekunde traf ihn, völlig unverhofft, eine halbleere Bierdose am Kopf. Rotzikus quiekte gekränkt auf – doch ihm blieb der Schrei im Halse stecken. Ein seltsames, pfeifendes Geräusch durchschnitt ganz plötzlich die schwülwarme Luft, welches gleichzeitig eine sonderbare, unheilbringende Vorahnung mit sich brachte. Selbst die Jugendlichen verstummen augenblicklich. Einer der Quarkköpfe fragte dann noch: „Ey Alda, ischwöa wasn das fürn Piepn mann?!“, als es im nächsten Moment auch schon fürchterlich krachte! Das Wasser des Beckens spritzte zu allen Seiten davon, und Rotzikus faltete seinen Körper postwendend vor Schreck in Fötusstellung zusammen.
Als er seine Augen wieder öffnete, wollte er sie direkt wieder schließen- denn er war nicht sicher, ob er ihnen trauen konnte: Genau an der Stelle, wo gerade noch ein Planschbecken voller Halbwüchsiger gestanden hatte, befand sich nun ein rauchendes, großes, weißes Etwas mit rotem Schriftzug. Die Jugendlichen und der Pool waren verschwunden – zerquetscht… von einer, dessen war sich Rotzikus nach dem zweiten Blick sicher, großen Turbine. ‘Ein Flugzeug muss sie verloren haben’ schlussfolgerte er, während er den roten Schriftzug las und mit zittrigen Händen einen Schluck aus der Bierdose nahm, die sein Kopf abgefangen hatte. „Edelweiß… so so…“ sagte er laut, als wäre damit alles geklärt. Sein Herz raste noch immer. Er schaute verängstigt nach oben in den Himmel, um das zur Turbine passende Flugzeug auszumachen- doch da war nichts. Kein Kondensstreifen, keine aufgrund eines verlorenen Triebwerks trudelnde Flugmaschine- nichts. ‘Obwohl…’ überlegte Rotzikus, während er sich schnäuzte, ‘hinterlassen normale Flugzeuge überhaupt Kondensstreifen am Himmel – waren das nicht doch Düsenjets… oder Raketen? Oder malen beide einen solchen Kondensstreifen in den Himmel?!’
Er grübelte noch eine Weile vor sich hin, bevor er einsah, dass dies wohl grad’ der völlig falsche Zeitpunkt war, sich über Kondensstreifen Gedanken zu machen. Trotzdem nahm er sich vor, zu einem geeigneteren Zeitpunkt mal bei Google sein Wissen in Bezug auf Kondensstreifen aufzufrischen. Man konnte nie wissen, ob man es nicht doch mal brauchen würde. Sicher würde ihn die Polizei bei seiner Zeugenaussage fragen, ob er nicht einen Kondensstreifen am Himmel gesehen hätte… sofern das normale Standardflugzeug überhaupt solche Kondensstreifen produzierte… ‘Hmmm…’ machte Rotzikus, denn ein gebrummtes ‘Hm’ beruhigte ihn immer. Kondensstreifen… Kondensierte Milch… Hatte das nicht auch was mit einem Kondensator zu tun? ‘Verflixt, ich tu’s schon wieder…!“ maßregelte er sich nun streng, ‘Jetzt ist aber Schluss- ich muss die Herren Polizisten rufen!’ Obwohl… waren die für so was überhaupt zuständig? Rotzikus war sich da nicht ganz sicher. Wie doof würde er denn nur dastehen, wenn er jetzt bei der Polizei anriefe und die ihm, natürlich unter schallendem Gelächter, erzählen würden, dass sie für derartige Triebwerksunfälle gar nicht zuständig waren? Rotzikus hasste es zutiefst, ausgelacht zu werden. Niemand kannte dieses Gefühl besser als er; man hatte ihm bereits ausreichend Gelegenheit gegeben, davon zu kosten. Damals, auf seiner Konfirmation zum Beispiel- mitten in der Kirche, vor allen Leuten und, noch um einiges schlimmer: vor seinen Eltern und den Großeltern- entglitt ihm ein ca. 30 cm langer, grün-gelber Schnodderfaden, der mit einem durch die akustischen Bedingungen der Kirche gut vernehmbaren „Pflatsch!“ zielsicher auf den Schuhen des Pastors landete. Die halbe Gemeinde lachte damals über diese ekelige Situation, und Rotzikus hätte viel Geld (das er damals schon nicht hatte) dafür gegeben, sich auf der Stelle in Luft aufzulösen.
‘Vielleicht sollte ich sicherheitshalber erstmal im Internet nachgucken, welche Behörde sich um lockere oder abstürzende Flugzeugteile kümmert… Ach was, so ein Unsinn – so eine Behörde gibt es gar nicht!’ Die ganze Situation war Rotzikus nicht geheuer, sie verwirrte ihn zusehends. Er fühlte sich überfordert und kurz meldete sich ein Gedanke in ihm, dass er auch gerade bei „Verstehen Sie Spaß?“ zum Narren gehalten werden könnte. Aber das wäre dann wohl doch zu makaber für die öffentlich Rechtlichen, also verwarf er das auch. Vielleicht musste ja auch erstmal der Poolhersteller benachrichtigt und zur Verantwortung gezogen werden… Ob der TÜV oder die Leute vom GS-Siegel bei den vorgeschriebenen Sicherheitsüberprüfungen auch abstürzende Flugzeugteile berücksichtigt hatten? War für Poolunfälle nicht der ortsansässige Bademeister zuständig?! Aber woher sollte man nun die Telefonnummer dieses Mannes nehmen? ‘Ich sollte vielleicht einfach nach Hause gehen, mich schön aufs Sofa setzen und in Ruhe eine Doppelfolge „Gilmore Girls“ gucken’ sprach er mit sich selbst. Ja, so würde er es machen! Offenbar hatte ja auch niemand sonst diesen Unfall mitbekommen, denn bisher war kein einziger Gaffer herbeigeeilt. Aber wenn er jetzt einfach ging, war er dann nicht sowas wie ein Fahrerflüchtiger? Und was war mit unterlassener Hilfeleistung?! Und wenn das Ganze gar kein Unfall gewesen war…? Vielleicht war es ja Mord?! Nun bekam es Rotzikus mit der Angst zu tun. Sicher waren das genau die gleichen Leute, die damals die Flugzeuge in das World Trade Center gelenkt hatten! Was, wenn die gesehen hatten, dass er Zeuge dieses feigen Poolanschlags war? Rotzikus wurde Angst und Bange. In solche Sachen konnte er sich immer gut hineinsteigern.
Eine Schweißperle rann über sein Gesicht, und die nun folgenden Geschehnisse passierten in einer Art Kettenreaktion, der er sich machtlos ausgeliefert fühlte. Offenbar brannte gerade die letzte, noch einigermaßen funktionierende Sicherung in Rotzikus’ Kopf durch. Mit einer durch Mark und Bein gehenden, hysterischen und viel zu hohen Quietschstimme schrie er laut „Hngtzihualabft!!“
Genau das schrie er, und es war ihm bitterernst damit. Und dann schrie er noch: „Oh mein Gott! Terroristeeeeen!!“ Anschließend rannte er Haken schlagend in nackter Todesangst los, so als wäre der Teufel hinter ihm her.
Rotzikus war außer Kontrolle. Eine amoklaufende, sekretschleudernde Tropfnase, die über sämtliche Schrebergärten hinwegpflügte wie ein Traktor auf Kerosin, unablässig „Terroristen!!! Rette sich, wer kann!“ krakeelend. Als er schließlich an der Hauptverkehrsstraße der Stadt ankam und diese ungebremst im Schweinsgalopp zu überqueren versuchte, machte ein Omnibus dem Wahnsinn ein Ende.
Noch Tage später lachte das Pflegepersonal der städtischen Kliniken über den „zermatschten Irren, der halb bewusstlos in den letzten Minuten seines Lebens unaufhörlich von Terroristen phantasierte, die ihn mit Flugzeugteilen zerquetschen wollten“. Derart pietätlos machte man sich noch nach seinem Tod über den Mann mit der chronischen Erkältung lustig, wobei keinem dieser Menschen bewusst war, dass ihr überlegenes Gelächter nur eine unbequeme Wahrheit vertuschte: Ihr gedankenloses Verbrechen an einem unschuldigen Mann.
Es waren Menschen wie diese, die aus dem sensiblen, kränklichen Jungen eine verunsicherte, ängstliche Witzfigur gemacht haben, welche sich am Ende nur ihrer Rolle entsprechend verhielt. Eine Rolle, die Jakob Fischer niemals spielen wollte, die man ihm aufgebürdet hatte. Was hätte aus diesem Mann alles werden können, hätte man ihn mit dem gleichen Respekt behandelt, den er seinen Mitmenschen entgegenbrachte?
Die Turbine blieb natürlich nicht lange unentdeckt. Allerdings ist bis heute ungeklärt, welches Flugzeug sie verlor. Die Jugendlichen wurden in mühevoller Arbeit sorgfältig von dem Bauteil abgekratzt – auf der Trauerfeier wurde dann allerdings (aus nachvollziehbaren Gründen) auf einen offenen Sarg verzichtet.
ENDE
Weitere Geschichten, Gedichte und Hörbücher gibts unter: www.andre-juergens.de.ki
Von tigerchen am
3. März 2010 veröffentlicht
Mein erstes (und hoffentlich letztes) Praktikum habe ich mir bei einer Werbeagentur ausgesucht. Werbung und Marketing ist immer gut und weil die Agentur gut läuft, wird es nicht nur Kaffeekochen sein. Ich meine, da gibt es halt ganz viele kleine Arbeiten, durch die man sich in den Arbeitsalltag hineinarbeiten kann.
Nun, ganz ehrlich, war auch ein bisschen Glück und noch mehr Geschick dabei: Da ich ganz genau weiß, dass die geisteswissenschaftliche Ecke, aus der ich herkomme, nicht so ein Renner ist und weil ich niemals an Soft-Skills-Gerede richtig geglaubt hatte, habe ich mir auf einer Messe-Exkursion im letzten Semester die ausgefeiltesten Firmenpräsentationen angesehen und dann die Macher im Internet ausgefischt. Und danach meine Bewerbungsanschreiben mit einer konkreten-Impression aufgebohrt. Ich denke, das zählt.
Geantwortet hat gleich eine Werbeagentur, ich habe „nur“ 10 Anschreiben verschickt, die weitere Messeauftritte ihrer Kunden in kommenden Monaten vorbereitet. Da sollte ich wohl mitmachen, nicht schlecht für einen Geisti. Ich werde wohl, abgesehen von den Kaffeepausen …, mir die Projektskizzen mit ansehen dürfen. Ebenso, wenn wir Messestand mieten oder leasen, sowas gibt es auch, wie ich erfahren habe, werde ich meinen Chef begleiten. Und noch viel mehr. Das nennt sich wechselnde Zuständigkeiten.
Nett ist auf jeden Fall eine zwanglose und ungebundene Stimmung in der Agentur, obwohl man mir schon etwas über die Horrorstunden vor den absoluten Deadlines erzählt hatte. Angeblich eine Deadline ist dann nur zur Probe und immer etwas zeitlich vorgeschoben, weil die Verspätungen einprogrammiert sind. Da bin ich schon gespannt.
Von sonnenschein am
2. Oktober 2009 veröffentlicht
eine reale geschichte aus der heutigen singlewelt
es war herbst 2007……
die blätter fielen,die abende wurden immer länger.
eine für singles nicht sehr prickelnde jahreszeit brach heran,in der sich die frage stellte wie man denn die nun vielen langen abende sinnvoll füllen könnte,ohne ständig vor dem TV zu verkümmern.
jeder wusste die dunkle jahreszeit ist lang,sämtliche befreundete paare beschätitgen sich nun mehr innerhalb der familie,hatte somit weniger zeit für gemeinsame aktivitäten.
für paare brach die kuschelzeit an,verständlich,auch für singles.
zum glück hatte die moderne zeit das internet geschaffen,mit vielen kontakt+singlebörsen,chats und gesprächsforen – eine beliebte abwechslung für singles,vor allem in den herbst und wintermonaten.
in einer kleinen stadt NRW`s saß K.-H. in seiner kleinen dachgeschosswohnung,er,48 und single,war nach über 1 jahr solo-dasein das alleinsein satt.
mit seinem ehrlichen wesen hatte er dennoch bisher nicht geschafft,auf abendlichen unternehmungen eine frau kennenzulernen,die er sich als partnerin vorstellen konnte,oder eine die interesse ihrerseits erwiderte.
auch wenn er samstags abends in die in der nachbarstadt gelegene disco ging,kam er nur einsam nach hause zurück.
zur gleichen zeit,etwas 40km entfernt,saß daggi,49 jahe alt,mit ihrem studierenden sohn in einem großen haus lebend,auch allein auf dem sofa.wie an so vielen abenden zuvor.
sie hatte sich nach einer gescheiterten beziehung erst einmal in ihre 4 wände eingegraben.
sie ging zum job,verbrachte zeit mit ihren kids,enkelkind und ab und an mit freunden.
ansonsten hielt ie sich dem leben da draussen mehr fern,sie hatte beschlossen nun erstmal solo zu bleiben.
ihre letzte beziehungspleite lernte sie geanu auf dieser singlebörse kennen.
sie zog sich dort zurück nach aussen,war nur noch für dort auch vertretene bekannte online.
an einem abend im september ging sie wie häufig abends an den pc,um nachzuschauen ob einer ihrer bekannten online sei.
im TV lief eh nichts gescheites,also lieber ein bißchen unterhaltung per mail.
ups-da hatte sie ja eine zuschrift von einem ihr unbekannten!wieder einer dieser hier reichlich vertretenen baggertypen ?
der nickname sagte ihr nichts,nun,dann war er bisher zumindest noch nicht unangenehm aufgefallen.-))
sie dachte:mal schaun was er so schreibt?
eine sehr nette,unaufdringliche mail war in ihrem postfach.
eine rarität hier!
sie hatte hier nie jemanden verletzt,zumindest immer freundlich und höflich ablehnend geantwortet.
diese mail beantwortete sie freundlich und zurückhaltend,sie hatte das gefühl dort hatte ihr ein zurückhaltender und ehrlicher mann geschrieben.
kein schönling,kein charmeur,kein aufdringling wie sonst meistens….
aber sehr sympathisch.
vom text wie vom foto.
daraus ergab sich in den folgenden tagen und wochen eine beständige hin+hermailerei.
in der kleinen dachgeschosswohnung saß k.-h. am pc,traurig über das alleinsein…..ups-eine antwort!
die ersten mails wurden ausgetauscht,er fragte zurückhaltend nach einem foto von ihr.
und?-er bekam es auch einige tage später.
schon vom profil und mailen her,hatte er das gefühl am pc gegenüber säße eine besondere frau?!
zurückhaltend,vorsichtig und dennoch sehr ehrlich und herzlich wirkend.
als das foto eintraf war er irgendwie sofort wie “verzaubert” von ihr.
ab da war er fest entschlossen diese frau auch real kennenzulernen!
doch sobald er in mails auf ein telefonat oder sogar persönliches treffen zu sprechen kam,merkte er wie sie sich wieder zurückzog!
für ihn jedoch keinesfalls eine motivation seine bemühungen dahingehend einzustellen!
steinböcke sind hartnäckig!
die mails gaben ihm sehr viel-dort war eine frau die ihm zuhörte,ihn als mensch akzeptierte.
genauso ging es ihr.
erstaunt darüber das es wirklich noch männer gab,die trotz einiger vergeblicher versuche die tel.-nr. zu erringen,nicht aufgaben,freute sich abend für abend darüber von ihm zu lesen.
so vergingen einige wochen.
jeder für sich abends allein am pc – und doch irgendwie gemeinsam,keiner fühlte sich mehr soo sehr allein.
k.-h. hatte sein ziel fest vor augen : ich muss sie persönlich kennenlernen,ihr in die augen sehen!
und dieses ziel verfolgte er langsam stück für stück jeden tag aufs neue.
nach ein paar wochen war es soweit!
das erste telefonat stand bevor,er hatte sie mit seiner beharrlichkeit,auf unaufdringliche art,überzeugt!
aufgeregtheit bei ihm-skepsis bei ihr.
und doch ,dieses erste telefonat wurde sehr lang…..
die sympathie der vorherigen mails wurde in dem telefonat bekräftigt.
so wurden aus den abendlichen mails,nun immer öfter ein persönliches gespräch am telefon.
gut das beide eine flat hatten.-))
denn finaziell ging es beiden aus gründen vorheriger arbeitslosigkeit nicht gerade rosig.
sie hatten viele geminsamkeiten bezüglich ihrer lebenserfahrung-situation und auch interessen.
musik und tanzen liebten sie beide sehr.
nach und nach versuchte k.-h. nun auch ein persönliches treffen zu vereinbaren.
doch daggi ging diesem nach wie vor aus dem weg.
aus feigheit?aus angst vor neuer enttäuschung?
je mehr er darauf zu sprechen kam.desto mehr zog sie sich wieder zurück hinter ihre mauer.
so kam es das auch zeitweise die liebgewonnen telefonate wieder weniger wurden.
die weihnachtszeit stand nun bevor.
die frage für jeden single:wie verbringe ich diese tage der besinnlichkeit?allein?
mit wem?
als fünftes rad am wagen in befreundeten familien?
gut,der 24.12. gehört auch bei sinles meist der familie,eltern und kindern.
die kennen einen ja solo!denen macht es auch nichts aus!
und der 1.+2.feiertag?
k.-h. versuchte sie zu einem treffen zu überrreden.
sie sagte sogar zu…….doch kurz vor knapp versagte daggi`s courage!
sie sagte ab!
in der kleinen dachgeschoßwohnung kehrte die enttäuschung zurück……wieder allein an weihnachten.
und doch hatte er das gefühl,er wüßte das diese absage aus angst geschehen war.
also,nicht verzagen-weiter fragen!
silvester stand nun unmittelbat bevor.
die gleiche frage wie eine woche zuvor……wo?mit wem?……
er fragte sie erneut: gehst du mit mir aus?zum tanzen vielleicht?
sie erwiderte : nein,ich habe meine enkelin am 31.12. über nacht,damit die kids feiern können.
k.-h. dachte:muss die frau immer so für andere da sein?kann sie nicht mal an sich selbst denken,ausgehen und einfach fröhlich sein?
aber er war auch da sehr verständnisvoll!
er erzählte daggi das er dann mit bekannten im cafe zentral abends feiern wolle,ob er ihr denn um 0.00uhr eine sms schicken dürfe?
da hatte sie nicht gegen- sie saß ja sicher daheim,mit enkelin und einer bekannten die versuchte ihr alleinsein bei daggi zu vergessen an diesem abend.
um punkt null uhr kam diese sms,und einige mehr flogen daraufhin hin + her!
später in der nacht,k.-h. war inzwischen zuhause,klingelte das tel bei daggi.
er wollte ihre stimme hören-hatte kurz nach dem jahreswechsel keine lust mehr “allein” in dem lokal mit seinen bekannten zu bleiben.
ihre stimme war ihm wichtiger!
die chance das sie auch noch wach war,er mit ihr telefonieren könnte…….
auch diese gespräch dauerte wieder recht lange – beide waren froh,wieder hatte jeder das gefühl nicht alleine zu sein……..
an einem abend der für die meisten menschen am schwersten allein zu überstehen ist.
und er rang ihr in dieser nacht das versprechen ab,am nächsten WE tanzen zu gehen-endlich ein persönliches treffen.real und live!
war der sekt schuld??- dachte sie am nächsten morgen.
nein,spürte sie,der war es nicht.
und doch blieb diese unsicherheit ob sie es wagen sollte!
so auch bei ihm : sagt sie wieder ab?
doch daggi war ne frau die hielt was sie versprach,sie dachte: nocheinmal absagen geht nicht,das wäre mehr als unfair!
und k.-h. fieberte dem WE entgegen,mit der ungewissheit ob sie diesmal wort hielt?
der samstag abend kam.
ziel war eine beiden aus früheren zeiten bekannte tanzlokalität in dortmund.
gegenüber dem HBF.
dort ,wo einer frau bei dem menschenzulauf eigentlich nichts an risiko entsteht bei einem treffen mit einem relativ fremden mann.
sie erkannten sich auf anhieb-ohne die manchmal üblichen erkennungszeichen bei so einem ersten date.
nervös,aber dennoch irgendwie vertraut ,begrüssten sie sich.
und mit jeder minute verlor sich jede fremdheit zwischen ihnen.
der abend war schön und lang.
gemeinsame tänze,lange gesrpäche,lachen und sogar so etwas wie flirt erfüllte den abend.
selbst auf der tanzfläche waren sie nach den ersten 2 tänzen fast vertraut in ihren schritten.
es wurde morgen……die lokalität würde bald schliessen,und sie beschlossen aufzubrechen.
k.-h. brachte daggi zu ihrem aut,das nebenan auf dem parkülatz stand-ganz gentlemen.
es war anfang januar und bitterkalt.
doch das zittern der beiden rührte nicht nur von der kälte dieser winternacht!
aufregung,nervösität…….nun DIE frage – sehen wir uns wieder???
k.-h. nahm daggi in den arm – und stellte diese frage mit viel unsicherheit?
wie hatte sie den abend empfunden?genauso wie er?
war sie genauso “verzaubert”von ihm wie er von ihr?
er konnte es zuerst nicht fassen-sie sagte ja!
er küsste sie zart auf die wange,wartete bis sie sicher in ihrem alten auto saß,sagte : fahre vorsichtig!und winkte ihr nocheinmal zu.
in dieser nacht gingen noch ein paar sms hin und her…….
und in der dachgeschoßwohnung wie in dem großen haus war an schlaf noch lange nicht zu denken.
etwas war geschehen in dieser nacht!?
zwei recht einsame menschen dachten darüber nach ob dieses ein anfang für eine zweisamkeit sein könnte?
und so begann das neue jahr.
schon tags darauf ein erneutes treffen.
er holte sie an einem vereinbarten treffpunkt ab – einem parkplatz.
daggi war noch immer sehr vorsichtig – zu ihr nach hause kam niemand,auch der so sehr solide k.h. nicht.
er fragte wohin sie wolle,ob sie einen kaffee bei ihm trinken würde?
sie war erstaunt über ihren mut!
sie sagte ja,zu einem mann den sie erst wenige stunden real kannte.
in ihrem kopf rotierte es : das alles hatte sie schon mal erlebt…….warum war sie wieder so unvorsichtig?
doch seltsam : sie vertraute ihm auf anhieb.
zog gar nicht in erwägung das er irgendetwas tun würde was sie in bedrängnis bringen würde!
so fuhren sie zu seiner wohnung,klein,gemütlich – und halt jungesellenlike.-))
wieder unterhielten sie sich,mal ernsthaft ,mal lustiger……
und die zaghaft entstandenen “schmetterlinge” bewirkten erste zaghafte annäherungen …….
küsse und umarmungen.
k.-h.`s unsicherheit in solchen dingen war nicht zu übersehen……ein baggertyp war er bestimmt nicht.
das stand nun feste für daggi!
sie genoß diese ihr fremde zurückhaltung eines mannes.
die anderen gingen ran wie hacke!
eben verführungskünstler wie sie im buche stehn,doch rein menschlich die allergrößten nieten!
und hier war plötzlich ein sehr unsicherer und doch anziehender mann.
spät in der nacht brachte k.-h. sie zu ihrem auto zurück – sichtlich verliebt…..verknallt ,verzaubert von ihr.
und sie ähnlich : sie konnte nicht fassen das ihr nach all den 2gleisig fahrenden typen so ein mann begegnet war,einer der ihr auch noch zeigte wieviel ihm an ihr lag!
konnte das sein?
ausgerechnet ihr passieren?
daggi-die in den letztenjahren bewies das sie großes talent hatte sich die A..löcher rauszusuchen?
die die nur auf das eine aus waren?
nein-so einer war ER nicht!!!
er lud sie für die nächste woche gleich ein – sein geburtstag stand an!
mit allen freunden,und seinen kids,seiner family!
gab es sowas noch heutzutage?
ein mann der nach so kurzer zeit allen denen er kannte seine “traumfrau”vorstellen wollte?
schon vor der ersten gemeinsamen nacht??
nach ein paar küssen…….ohne zu wissen was daraus wird?
ja-er tat genau das!
und daggi dachte : das überrollt mich nun……macht mir angst,geht alles sooo sehr schnell?
am nächsten tag machte sich die grippewelle bei daggi breit……war der geburtstag damit gegessen?
nein,auch sie wollte ihn nicht wieder enttäuschen!
denn auch bei ihr hatten sich die schmetterlinge niedergelassen……
also,medikamente gegen grippe einwerfen – es wird schon gehen!
was schenkt man einem fast fremden mann,ohne geld zu haben……..?
eine kleinigkeit und etwas was man nicht kaufen kann in der form : einen selbstgebackenen käsekuchen.-))
kochen und backen ist schließlich eine der stärken von daggi………sooo viele hat sie nicht.-))
sie freute sich auf den nachmittag und abend bei ihm!
obwilh gut ging es ihr wirklich nicht – verdammte grippeviren,warum kommen die immer so sehr unpassend??
unpassendes timing!!
Von admin am
9. September 2009 veröffentlicht
Autor: A. K.
Veröffentlicht: workablogic.de
Diese Kurzgeschichte ist Teil einer Serie:
- Wenn der Postmann 2x klingelt
- Messer, Gabel, Schere, Licht, ist für diese Frisöse nicht
“Pfui Taxi, pfui!” Mein Hund hat irgendwie die Angewohnheit am liebsten gegen die Mauer unseres Nachbarwohnhauses zu machen. Es ist ja verständlich dass er den Druck sofort mal abbauen will sobald wir bei uns aus dem Haus sind aber muss es denn immer direkt an der nächstbesten Wohnhausmauer sein? Wie sieht das denn aus? Dann wird doch wieder sofort getuschelt: “Ah hier, die Frau Soundso, die läßt Ihren Hund wieder überall seine Geschäfte verrichten.” Es wäre ja nicht zum ersten Mal wo ich von einem Nachbarn bei der Gemeinde angeschwärzt werden würde. Jetzt kommt auch noch der Briefträger um die Ecke gefahren. “Taxi, komm weiter, komm…” und ich zwinker ganz verrucht meinem Lieblingspostboten entgegen. Ich wette ich komme gut bei dem an.
Voller Selbstbewusstsein stolziere ich also weiter den Bürgersteig entlang und sehe am Kirchenturm dass es bereits 8:27 ist. Bald muss ich also wieder zur Wohnung umkehren damit ich auch pünktlich um 9Uhr im Frisörladen stehe. Nicht dass es wieder einen Rüffel von der Chefin gibt.
Och man, Chefin… was wäre ich gerne selbst meine eigene Chefin, hätte meinen eigenen Frisörsalon und könnte den mal so richtig peppig einrichten wie es mir gerade gefällt. Nicht alles so grau in grau und langweilig wie es bei meiner Chefin der Fall ist. Aber nun gut… mein eigener Frisörsalon ist vermutlich noch Lichtjahre entfernt, 9Uhr allerdings rückt immer näher und somit heißt es bald wieder: Schnipp, Schnapp!
Auf der Arbeit angekommen bin ich zuerstmal froh dass es noch recht ruhig ist. Nicht nur von den Kunden her, sondern auch die anderen Frisösen sind noch nicht vollzählig erschienen und somit ist es um einiges ruhiger als wenn 4 Tratschweiber auf einem Haufen sind. Ich habe natürlich nichts gegen eine solche Kaffeekränzchen-Atmosphäre aber morgens früh kann es gerne etwas ruhiger zugehen.
Die ersten Kunden sind bereits überstanden. Einer Hausfrau aus der Gegend habe ich eine Dauerwelle verpasst, einem dicklichen Taxifahrer sein graues Haar mit neuer Farbe vertuscht und ich durfte sogar einem Piloten die Haare stutzen. Aufregend, aufregend. Nicht was sie jetzt denken, sondern seine Arbeit. Was muss es toll sein über den Wolken zu schweben…
Meine Chefin ruft mich mit ihrer schrillen Stimme allerdings wieder schnell auf den Boden der Tatsachen zurück, der nächste Kunde steht an. Oder besser, die nächste Kundin. Eine liebenswerte Omi, auf den ersten Blick.
Hier die Haare gestutzt, dort wieder ein bisschen Farbe in die Haare gebracht und zack unter die Haube. Während die alte Dame also nun gemütlich Zeitung liest und die Haube ihre Arbeit verrichtet, kümmere ich mich um einen Jungen im Teenager Alter, der mir das Leben sehr einfach macht. “Einmal bitte rundum auf 10mm gestutzt” sagte der kleine Mann. Wow, sogar ein Bitte habe ich gerade bekommen. Da soll mal einer sagen die Jugend von heute wäre nicht mehr das was sie mal war?!
Ich habe also mal alles mit der Schere schon etwas ausgedünnt und kurzgeschnitten ehe ich die Haarschneidemaschine ansetze, alles bis auf 10mm abrasiert habe und vor lauter Rasieren habe ich doch glatt unsere liebe Omi vergessen, die mittlerweile fast unter der Haube dahin geschmolzen wäre, wäre sie nicht so tief in Ihre Zeitschriften versunken. Es roch sogar schon etwas komisch aus ihrer Gegend, ob es aber nun der Apparat oder doch schon ihre Haare sind, sei mal lieber dahin gestellt. Nur gut dass die älteren Mitmenschen wohl nicht mehr den besten Riecher haben und gottseidank fiel der guten Dame mein Malheur auch nicht auf und als die geschätzte 80jährige den Salon verlassen hatte, musste ich erst einmal gut durchpusten. Uffh, nichts passiert.
Ordentliches Trinkgeld bekam ich ebenfalls von ihr – danke gnädige Frau. Bestimmt war sie froh dass ich ihr mehr als genügend Zeit gegeben hatte um die Klatsch&Tratsch Zeitschriften in Ruhe fertig zu lesen.
Nun ging es auch schon zielsicher in Richtung Feierabend und dort wartet mein kleiner Vierbeiner auch sicherlich schon auf seine nächste Portion im Fressnapf. Vielleicht lache ich mir ja auch mal endlich wieder einen Zweibeiner an, doch vom Letzten ist halt nur der kleine Taxi geblieben. Meinem Ex selbst, dem waren seine Tüfteleien und sein Tuning an seinem Manta halt wichtiger als ich und somit war dieser Lebensabschnitt auch wieder schnell beendet.
Von admin am
22. August 2009 veröffentlicht
Autor: A. K.
Veröffentlicht: workablogic.de
Diese Kurzgeschichte ist Teil einer Serie:
- Wenn der Postmann 2x klingelt
- Messer, Gabel, Schere, Licht, ist für diese Frisöse nicht
Ich drehe mich um, schlage auf den Wecker und denke wie jeden Morgen: “Jetzt schon aufstehen!?” Doch ich kratze all meine Kraft zusammen die man morgens früh schon um vier Uhr in seinem Körper vorfinden kann und gehe schlaftrunken ins Bad. Ich schaue aus dem Fenster und sehe dass die Autos zugefroren sind. Scheisse… wieder einmal heißt es kratzen, kratzen, kratzen ehe ich mit meinem Auto zur Arbeit fahren kann. So langsam bin ich das kalte Wetter wirklich satt. Das hält nun schon mehrere Wochen an. Dreck!
Nach dem Frühstück steht dann auch wie erwartet 10-minütiges Kratzen an und um 4:27 bin ich unterwegs zur Arbeit. Nach einer halben Stunde Fahrt über größtenteils leere Straßen bin ich im Postamt angekommen. Zuerst gönne ich mir mal einen guten, tiefen Schluck Kaffee und fange an mich um meine Postkörbe zu kümmern.
Als die letzten Briefe und Zeitungen sortiert sind, gehts ab Richtung quitschgelbes Auto wo ich alles brav auf dem Beifahrersitz nach Straßen sortiere und die Fahrt kann beginnen.
Ich kann es Euch sagen, das ewig frühe Aufstehen kann schon schlauchen, aber ich will mich hier keinesfalls beklagen denn ich kann froh sein in der heutigen Zeit überhaupt einen mehr oder minder sicheren Arbeitsplatz zu haben.
Unterwegs kann ich mich natürlich wieder gut über all die Leute aufregen, die vor Ihrem Haus rechts wie links meterweise Platz hätten um Ihr Auto zu parken, aber natürlich müssen diese genau vor dem Briefkasten stehen. Wäre ja auch zu schön und einfach, wenn mal jemand an den Briefträger denken würde, der sonst schön gemütlich bis zum Briefkasten vorfahren, das Fenster runterdrehen und die Post einwerfen könnte. Gerade jetzt wäre es für mich ein richtiger Genuss bei der Kälte im Auto sitzen bleiben zu können und nicht alle 30m immer wieder in die Kälte raus zu müssen. Aber nein, die meisten Menschen denken halt genau so bequem wie ich.
Die Straßen werden voller und das arbeitende Volk verstopft allmählich die Strecken. Nur gut dass ich in rund 2 Stunden wieder im Büro sitze und mal wieder Post sortieren kann – im Warmen!
Sonst ist heute nicht viel passiert, abgesehen von der drallen Blondine die mir abermals mit einem Auge zugezwinkert hat, als sie mit Ihrem kleinen Kläffer an meinem Auto vorbei kam. Geschmeichelt fühle ich mich dabei allerdings nicht. 1. passt die Frau frisurtechnisch besser zu Ihrem Hund als zu mir und 2. kommt sie von Ihrem Kleidungsstil auch eher an den Stil meines quitschgelben Autos heran als an meinen.
Natürlich könnte ich noch einige Geschichten von älteren Damen und Herren vom Stapel reißen aber die sind meist so langweilig, dass ich selbst mit mir kämpfen muss nicht über den Diskussionen mit ihnen einzuschlafen. Es ist ja verständlich dass die Leute froh sind wenn sie mal einen Gesprächspartner finden den sie vollmüllen können, doch muss es denn immer ich sein?!
So ging es nach einigen, sinnlosen Konversationen, unzähligen Posteinwürfen und stundenlangem Sortieren im Laufe des Nachmittags wieder zurück in meine 4 Wände und a propos 4… morgen früh ist es wieder soweit!
Und nächstes Mal bitte dran denken wo man parkt. Danke, Euer Postmann