Die Abenteuer der kleinen Mausi – Der Feuerteufel
Von Judith Schomaker am 22. Dezember 2009 veröffentlichtDa habe ich euch jetzt aber ordentlich an der Nase herumgeführt! Ich heiße zwar Mausi, aber in Wirklichkeit bin ich eine Katze, meine Menscheneltern haben mich nur so genannt. Warum, das weiß ich auch nicht so genau, denn eigentlich verstehe ich mich mit Mäusen nicht so gut, ich fange sie viel lieber. Dazu müsst ihr wissen, dass ich auf einem großen Bauernhof lebe. Hier gibt es allerhand Tiere. Pferde, Hühner und Gänse, Schweine, Schafe und natürlich einen Hofhund. Der ist aber ganz lieb und lässt uns Katzen in Ruhe. Mit uns meine ich mich und die anderen 5 Katzen auf dem Hof. Eine, Mia, könnte meine Oma sein, so alt ist sie schon. Dann sind da noch Kascha, eine Katze, die den ganzen Tag nichts besseres zu tun hat, als zu schlafen, Peter, der uns nur ab und zu einmal einen Besuch abstattet, weil er sich auch bei den Nachbarn durchfuttert und Matscho. Der ist genauso alt wie ich, nämlich ein halbes Jahr und mit dem kann man toll spielen und spannende Abenteuer erleben.
Heute möchte ich euch einmal erzählen, was mir passiert ist, als ich wieder einmal mit Matscho zusammen den Hof unsicher gemacht habe. Eigentlich fing der Tag wie jeder andere an. Früh morgens hat unserer Menschenmama uns unser Futter in den Napf gefüllt und ein Schälchen Katzenmilch gab`s auch noch dazu. Wir stehen dann schon immer ganz ungeduldig vor der Tür und warten, denn manchmal können wir ins Haus huschen und dort ein bisschen toben oder es uns vor dem Kamin gemütlich machen – natürlich nur so lange, bis wir entdeckt werden. Aber irgendwas lief an diesem Tag gehörig schief.
Nachdem wir uns eine ordentliche Portion Futter abgeholt hatten, man muss immer schnell sein, denn die anderen Katzen sind ganz schon gefräßig, sind Matscho und ich auf Streifzug gegangen. Es schneite draußen wie verrückt, super Wetter also zum Schneeflocken jagen. Das wurde dann langsam ganz schön kalt unter den Pfoten und so haben wir uns lieber zu den Pferden ins Stroh gesellt.
Komisch, irgendwie war es heut anders im Stall und der Geruch war auch nicht so, wie er eigentlich sein sollte. Es roch genauso, wie am Kamin. Oh nein, wie am Kamin! Das konnte nichts Gutes bedeuten, denn eigentlich riecht es hier nur nach frischem Heu. Jetzt viel uns auch auf, dass die Pferde viel unruhiger waren als sonst und wir ganz schön aufpassen musst, dass sie uns nicht auf die Pfoten treten. Das mussten erst einmal genauer erforschen. Schließlich ist unsere Nase ganz hervorragend und so erschnupperten wir uns den Weg, um dem Ursprung des merkwürdigen Geruches auf den Grund zu gehen.
Unterwegs lief uns Bobby der Hofhund über den Weg, auch er hatte etwas bemerkt und gemeinsam folgten wir dem seltsamen Kamin-Geruch. Da war es, das Übel! In einer Ecke der Diele entdeckten wir Feuer, das konnte nur eine Katastrophe geben. Das ganze Stroh und Heu, das Holz – das Feuer war nicht mehr weit von alledem entfernt. Wir mussten etwas tun. Gemeinsam mit Bobby alarmierten wir Kascha und Mia. Die sonst so verschlafene Katze war im Nu hellwach. Peter war mal wieder nicht da. Typisch, immer, wenn man ihn brauchte, war er unterwegs. Gut, dass Bobby da war, denn er konnte Türen öffnen und hatte noch so einige nützliche Tricks mehr auf Lager. Wir mussten das Feuer löschen, aber wie? Doch da hatte Bobby die rettende Idee.
Zusammen mit den anderen beiden Katzen schnappten Matscho und ich uns den Wasserschlauch, der zusammengerollt an der Dielenwand hing. Das war gar nicht so einfach, aber mit vereinten Kräften schafften wir es, ihn von seiner Halterung zu werfen. Zusammen mit Bobby schleppten wir ihn dann direkt zum Feuer. Man was war das heiß hier, wir mussten aufpassen, dass wir uns nicht die Pfoten verbrannten. Doch was nützte uns der Schlauch, ohne Wasser lässt sich schließlich kein Feuer löschen. Aber wir hatten Bobby unterschätzt. Der konnte nämlich den Hebel vom Wasserhahn mit der Schnauze zur Seite drücken – welch ein Glück. Jetzt mussten wir nur noch den Schlauch näher an das Feuer bekommen. Wir wollten gerade zurück zum Feuer, als wir plötzlich ein grässliches Miau hörten. Es kam aus der Richtung, wo das Feuer mittlerweile schon recht großflächig wütete.
Da stand Peter, sein Fell war zum Teil verbrannt und es roch fürchterlich nach verkohltem Haar, doch der Schlauch lag nun fast in den Flammen und das sprudelnde Wasser brachte die heiße Glut ordentlich zum Zischen. Peter hatte die Gefahr wohl gespürt und war von seinen täglichen Wanderungen vorzeitig zurückgekehrt. Mit aller Kraft hatte er den Wasserschlauch näher zum Feuer gezogen und sich dabei das Fell an Rücken und Schwanz verbrannt – daher auch sein schmerzliches Miau. Wir hatten es geschafft, langsam aber sicher erlosch der Brand und Bobby konnte den Hebel des Wasserhahns wieder in die andere Richtung drücken. Peter hingegen konnte man noch lange ansehen, was passiert war und auch sonst hielt er sich seither oft in der Nähe des Hofes auf.










