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21. November 2009 veröffentlicht
Exposee: „Verdächtige und andere Katastrophen“
von Susanne Ulrike Maria Albrecht
Der ehrgeizige Hauptkommissar Gregor Brandolf, genannt Kommissar „Eifer“ und sein stressgeschädigter Assistent Paul Maurus tappen im Dunkeln.
Ihr neuester Fall, der Mord an der Klavierlehrerin Rosamunde Stichnote lässt sie auf der Stelle treten. Zuerst ist Kommissar „Eifer“ nur mit einem Hauptverdächtigen konfrontiert, den er in Windeseile der Tat überführen will. Aber es tauchen immer mehr obskure Gestalten auf, die alle mehr als nur ein Motiv für den Mord haben.
Während der laufenden Ermittlungen geraten die beiden immer tiefer in die Spirale des Wahnsinns. Kommissar „Eifer“ steht kurz davor, den Verstand zu verlieren. Daraufhin muss sein neurotischer Gehilfe die Sache selber in die Hand nehmen …
Leseprobe:
„Ich kann nicht gestehen, was ich nicht getan habe!“ Jürgen Stein war verärgert. Er blickte abwertend zu seinem Scharfrichter, der so hässlich war, dass sich abermals sein sensibler Magen regte. Dieses Ekel konnte sich glücklich schätzen, dass er nichts Essbares mehr zu sich genommen hatte. Dann betrachtete er eingehend dessen Helfershelfer, der offenbar genauso irre war wie er selber. Keiner hätte das besser beurteilen können. Nicht umsonst sagte man: Nur ein Irrer erkennt einen Irren. Und der hier schien ihm sogar um einige Ticks voraus zu sein.
„Sehen Sie mal, was ich hier habe! Diese anonymen Drohbriefe habe ich heute bei Ihnen sichergestellt!“ Kommissar „Eifer“ öffnete siegessicher die grüne Mappe und breitete die Briefe auf seinem Schreibtisch aus.
„Was?! Sie waren in meiner Wohnung?“
„Wenn Sie das Dreckloch, in dem Sie hausen, als Wohnung bezeichnen wollen, ja! Übrigens, hier ist der Durchsuchungsbeschluss. Alles ganz legal!“ Er schob ihm das Schriftstück hin. „Außerdem sollten Sie mir dankbar sein, dass ich Ihren Saustall sozusagen einmal gründlich ausgemistet habe. Wo Sie doch bald in Untersuchungshaft sitzen werden!“ Kommissar „Eifer“ warf ihm einen verächtlichen Blick zu.
„Sie scheinen sich Ihrer Sache sehr sicher zu sein, Herr Hauptkommissar.“
„Oh, ja! Das bin ich in der Tat. Worauf Sie sich verlassen können. Wie heißt es doch gleich?“ Er wandte sich an seinen Assistenten und schnipste auffordernd mit den Fingern. „Wie heißt es doch so schön, Maurus?“
Der fühlte sich überrumpelt und wusste nichts weiter als „Chef?“ zu erwidern.
„Nun mal raus mit unseren Wahlsprüchen, Maurus!“
Paul konterte zögernd: „Ohne Fleiß kein Preis, Chef?!“
„Bingo, Maurus! Tun Sie sich keinen Zwang an, weiter im Text!“ beharrlich schnalzte er mit den Fingern.
„Chef, Sie meinen bestimmt: Nichts ist wie es scheint. Vertraue niemandem!“
„Unbestreitbar, unsere oberste Prämisse, um die tägliche Arbeit hier bewältigen zu können! Jeder ist eine denkbar kriminelle Kreatur, und in jedem Keller stößt man irgendwann auf eine Leiche …“
„Ich habe keinen Keller!“ entgegnete Jürgen Stein beherzt.
„Gutes Argument, aber leider wenig überzeugend!“ Kommissar „Eifer“ wandte sich an seinen Gehilfen. „Sehen Sie mal, Maurus, wir haben es hier mit einem Komiker zu tun. Und er ist beinahe so witzig wie Sie …“
Rasch fiel ihm Paul ins Wort. „Da wir gerade beim Thema sind, fällt mir ein: Neugier bringt die Katze um, Chef!“
„Volltreffer, Maurus!“ hochmütig wiederholte er das Sprichwort. „Neugier bringt die Katze um, … hält aber den Kriminalisten am Leben! Wie Sie sehen, Herr Stein, habe sogar ich einen gewissen Sinn für Humor. Widmen wir uns also wieder den ernsten Dingen. Dieses halbe Dutzend Drohbriefe wurde mittels Zeitungsbuchstaben erstellt, wie unschwer zu erkennen ist. Genau wie die Botschaft, die wir neben dem Mordopfer gefunden haben. Allerdings sind diese Schreiben hier weniger poetischen Tenors.“
Autorin:

Susanne Ulrike Maria Albrecht
geboren im November 1967 in Zweibrücken, absolvierte eine Ausbildung zur Gestalterin für visuelles Marketing und eine private Schauspielausbildung. Von ihr erschien bereits der Band „Umkehr ausgeschlossen“ sowie einige weitere Werke in Anthologien und Literaturzeitschriften.
Veröffentlichungen in der Literaturzeitschrift „Veilchen“, „DIE BRÜCKE – Forum für antirassistische Politik und Kultur“, „Holunderground“, „Glarean Magazin – Das Online-Kultur-Magazin“, „LYRIKwelt“, „untergrund-blättle“ …
Auswahl von Veröffentlichungen in Printmedien:
„Die Werbelüge“ in der Literaturzeitschrift „DIE BRÜCKE – Forum für antirassistische Politik und Kultur“ Ausgabe 4/2005
„Umkehr ausgeschlossen“ Rezension in der Literaturzeitschrift „Veilchen“ 11.Ausgabe/Oktober 2005
„Eine fixe Idee“ in der Literaturzeitschrift „Veilchen“ 12.Ausgabe/Januar 2006
„Frühlingserwachen“ und „Sonnenaufgang“ als Wettbewerbsbeiträge für Kosmopolitania SaarLorLux in der Literaturzeitschrift „DIE BRÜCKE – Forum für antirassistische Politik und Kultur“ Ausgabe 1/2006
„Frühlingserwachen“ in der Literaturzeitschrift „Veilchen“ 13.Ausgabe/April 2006
„Hab eine Blume gefunden“ in der Literaturzeitschrift „DIE BRÜCKE – Forum für antirassistische Politik und Kultur“ Ausgabe 2/2006
„Kosmopolitania SaarLorLux“ – „Frühlingserwachen“ und „Sonnenaufgang“ Kategorie Prosa: achter Platz und für die Kategorie Poesie: neunter Platz in der Literaturzeitschrift „DIE BRÜCKE – Forum für antirassistische Politik und Kultur“ Ausgabe 3/2006
„Exposee und Leseprobe“ des Manuskripts „Verdächtige und andere Katastrophen“ in der Literaturzeitschrift „Veilchen“ 17.Ausgabe/April 2007
„Farben“ in der Literaturzeitschrift „Holunderground“ Ausgabe Frühling 2007
„Nachthimmel“, „Schnee“, „Zeit“ in der Literaturzeitschrift „Veilchen“ 19.Ausgabe/Oktober 2007
„Wo sind all die Menschen hin?“ und „Weiße Hochzeit“ in der Literaturzeitschrift „Veilchen“ 20.Ausgabe/Januar 2008
„Hast du schon das Neueste gehört von Hans?“ in der Literaturzeitschrift „Veilchen“ 21.Ausgabe/April 2008
„Joachim hat schon wieder einen anonymen Drohbrief erhalten“ in der Literaturzeitschrift „Veilchen“ 22.Ausgabe/Juli 2008
„Aufruhr in Niemandsland“ in der Literaturzeitschrift „BLATT VÖSLAU“ – Die Allianz der Künste – für bewegende statt bewegte Kunst“ (Februar 2009)
„Der Mond“ in der Literaturzeitschrift „DIE BRÜCKE – Forum für antirassistische Politik und Kultur (151-2/2009) im Mai 2009
„So sieht man sich wieder …“ in der Literaturzeitschrift „WORTSCHAU Ausgabe Nr.7 /Liebesgrüße aus Wortschau“ (Mai 2009)
„Farben“, „Zeit ist nur eine Melodie“ in der Literaturzeitschrift „MONDSTAUB“ 11.Ausgabe/Sommer 2009
„Weiße Hochzeit“ in „COGNAC & BISKOTTEN – Das Tiroler Literaturmagazin/Der literarische Starschnitt/ COGNAC & BISKOTTEN – Ausgabe Nr. 29 (24-seitiges Heft zum Thema „Pop“)“ im Juli 2009
„Aufruhr in Ägypten“ in der Literaturzeitschrift „Das Dosierte Leben“ – Das Avantgarde – Magazin / 14.Jahrgang/60.Ausgabe im August 2009
„Wundersame Weihnacht“ von Susanne Ulrike Maria Albrecht in „Papierfresserchens MTM-Verlag GbR-Die Bücher mit dem Drachen. Von der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft für innovative Ideen im Bereich Kultur und Bildung ausgezeichnet:“ – Titel „Wünsch dich in Wunder-Weihnachtsland-Band 2
„Aufruhr in Niemandsland“ von Susanne Ulrike Maria Albrecht / eBook / „Fantasia“ / Fantasy Magazin/ Fantasia 247e-Phantastische Erzählungen, zu beziehen unter: „Fantasia“ (17.Oktober 2009)
„Die Brücke-Nur das Beste sehen“ von Susanne Ulrike Maria Albrecht
Chaotic Revelry Verlag / Anthologie „Agoraphobia“/ Die besten Einsendungen des Literaturwettbewerb mit dem Thema „Angst“ (19.Oktober 2009)
Neuerscheinungen:
Verdächtige und andere Katastrophen
Nordmann-Verlag
ISBN: 978-3-941105-11-9
11,80 EURO
Weiße Hochzeit
Diskurs-Verlag
Lyrikband, illustriert
ISBN: 978-3-9812590-7-0
EURO 9,90
Von eftos am
28. September 2009 veröffentlicht
(X) Ich-Transportik
Draußen angekommen standen Koldrust und Abendroth mehr oder weniger dumm herum obwohl beide mit Ihren Comms beschäftigt waren.
Dr. Abendroths Comm surrte. „Besprechung Noktios bezgl. Rebelkov“ wurde angezeigt. Somit ist er, ab diesen Zeitpunkt, exakt zehn Uhr, zum ersten Mal aufnahmebereit.
„Sie sind aber auf Zack, mein lieber Abenroth“ sagte Noktios, „ja, es ist genau zehn, Zeit für die eigentliche Besprechung. Wenn Sie mir bitte folgen wollen.“ So machte sich die Kompetenztruppe inklusive Generalmajor auf Ihren Weg rüber in den Konferenzsaal.
„Ich schlage vor“ begann Noktios “Kollege Koldrust beginnt mit dem was wir vorhaben, später ziehen wir dann Ihre Expertise bezüglich der Technik hinzu Dr. Abendroth“.
Dr. Septimus Koldrust begann sofort ohne jegliches Palaver oder Gedöns. Er fiel sozusagen mit der Tür ins Haus:
„Früher versuchte man in Tierversuchen eine Gehirn-Transplantation indem man das Gesamthirn oben am Rückenmark abtrennte. Mit fatalen Folgen.“
„Die Nervenfasern wachsen falsch zusammen und von daher ist im Optimal fall das Denken im fremden Körper zwar noch möglich, aber es kommt fast kein Input mehr außer die kompletten Augen und Ohren würden anstatt abgetrennt mit übertragen, was nie gelungen ist.“
„ Output, also die Organsteuerung, das Atmen und Sprechen, das Bewegen oder den Gleichgewichtssinn zu erhalten ist aber unmöglich. Man erhält höchstens eine Art locked-in Syndrom, dann lieber tot.“
„Das ist immer die bessere Alternative“ So Dr. Theoplus Noktios, wobei er schmunzelte.
Septimus fuhr fort: „Die OP an sich ist höchst kompliziert. Man braucht eine Herz-Lungen Maschine, da das Herz zwar weiterschlägt, weil es seine Erregung selbst produziert, aber der restliche Kreislauf zusammenbricht, da zu viele Gefäße dilatieren, durch die fehlende neuronale Kontrolle nach Unterbrechung der entsprechenden Nerven vom Gehirn ausgehend.“
„Um diesen aufwendigen Eingriff durchzuführen muss zuerst der Schädel geöffnet werden. Das kann jeder Neurochirurg nach dem ersten Weiterbildungsjahr. Das alte Gehirn kann man bequem an der Schädelbasis ablösen. Dabei gehen dann schon mal die 12 Hirnnervenpaare kaputt. Danach den Hirnstamm im Bereich der Verbindung zum Rückenmark durchtrennen. Das bedeutet eine komplette hohe Querschnittslähmung.“
„Dann müsste man die großen Blutgefäße durchtrennen und mit denen des neuen Gehirns neu vernähen, technisch fast undenkbar. Selbst wenn das überstanden sein sollte, kann der Patient nie mehr selbstständig atmen oder sich bewegen. Er hat keinerlei Empfinden mehr. Darm- und Blasenentleerung ist unmöglich und so weiter. Kurz: das ist der falsche Weg.“
Er sah sich um: Rebelkov war irgendwie abwesend. Tilon Abendroth schien gelangweilt, Noktios sah ihn aufmerksam an.
„Soviel zur Geschichte“ sagte er schließlich „aber Sie haben da ja was neues entwickelt, mein Lieber Koldrust.“ Dieser nickte.
Noktios hob abwehrend die Hand und fuhr fort:“Bevor wir auf Ihre neue Methode zu sprechen kommen, Herr Kollege, fasse ich hier nochmal den derzeitigen Stand der Technik, genauer gesagt die vier Möglichkeiten der Bewusstseinsübertragung zusammen.“
„Wie Ihnen bekannt, gibt es genau vier Möglichkeiten der Ich-Transportik, wie es so schön neusprachlich heißt.“
„Die beste währe sicherlich man löscht erstens den Speicher des neuen Gehirns. Danach liest man die in Chemischer Form vorliegende Information des alten Hirns aus und überträgt drittens diesen Inhalt auf das neue Gehirn.“
„Leider ist dies derzeit noch Science-Fiction. Ich glaube die Technik-Abteilung sagt da später noch mehr als genug dazu.“
Er sah kurz rüber zu Tilon Abendroth, dieser jedoch schüttelte den Kopf. „Ah richtig, das soll ja ich machen.“
„In aller Kürze: Das Hauptproblem ist die Löschung. Es handelt sich halt um ein Organ und langsam gewachsene, hochdifferenzierte Strukturen. Man kann diese zwar auslesen aber die Rücksetzung aller Synapsen in einen hypothetischen Leerzustand ist derzeit reine Theorie. Selbst wenn dies gelänge so ist es fast ausgeschlossen das Neuronale Netz des Althirns mittels Lese- und Schreibapparatur ins neue Großhirn zu übertragen.“
„Lesen ist kein Problem, aber das Schreiben. Auch hier verhindern die komplex verwobenen, über einen langen Zeitraum ausgewucherten Nervenbahnen im Zielhirn eine Übertragung.“
„Diese Krankheit benötigt eben seine Zeit“ warf der Kybernetiker ein. Schmunzelnd fuhr Noktios fort:
“Die zweite Möglichkeit währe das Gehirn zu entnehmen und an die Mechanik eines Roboters anzuschließen. Nun, ums kurz zu machen, dies ist die schlechteste der denkbaren Möglichkeiten. Zwei Sätze, Abendroth?“
Der angesprochene antwortete „Ja, unmöglich. Das Gehirn stirbt ruck zuck ab. Unsere im Baukastenprinzip aufgebauten, multi-Schicht prioritätsgesteuerten 4D-Temporalspeicher, zusammen mit diesem verwucherten, analogen, unflexiblen, organischen Klumpen? Dieses verwachsene Geschwür, das geht nie mit der modernen Technik einher.“
„Mechanisch betrachtet bräuchte man einen eigenen Biokreislauf nur um diesen leistungsschwachen Rechner mit Energie zu versorgen. Dazu müsste man dann quasi einen Wirt hinten auf den Roboter drauf schnallen. Trotz dieser Klimmzüge lebt das abgetrennte Gehirn übrigens keine Sekunde länger. Das ist eine totale Sackgasse.“
„Wie Sie schon eingangs erwähnten, Herr Professor, ist es besser man liest die Chemische Information aus und überträgt diese dann in die Maschine. Mit allen Problemen. Ich komme später noch einmal darauf zurück.“
„Damit sind wir bereits bei der Dritten Möglichkeit der Bewusstseinsübertragung angekommen.“ Antwortete Noktios mit erhobenen Zeigefinger: “Die Ich-Transportation mittels Auslesen des Gehirns und der Übertragung in assemblierter Form auf eine Maschine. Dies wollen wir am Schluss verhandeln.“
„Jetzt kommen wir zur vierten und letzten Möglichkeit: der Transplantation organisch-organisch. Sie haben erneut das Wort, Dr. Koldrust. Was haben Sie auf der Platte?“
Dieser begann ohne Umschweife: „Die Intensivmedizinische Betreuung werde ich aus Trivialitätsgründen weglassen. Ich denke allen ist klar wie durch Intubation, Kreislaufmedikation etc. Hirntote am Leben gehalten werden. Ich gehe deshalb nun gleich zum eigentlichen Eingriff über.“
„Wie bereits angesprochen habe ich einen Oberflächensensitiven Laser entwickelt der hierbei zum Einsatz kommt. Die Technischen Spezifikationen sind an anderer Stelle veröffentlicht, glauben Sie mir, der Teufel liegt im Detail, es ist eine recht komplizierte Apparatur. Im Folgenden werde ich nur darauf eingehen wie dieser beim Eingriff fachgerecht eingesetzt wird.“
Selbst Abendroth nickte hier kurz, der Laser schien Ihn milde zu Interessieren.
„Zuerst Schnitt von oben durch das Großhirn. Aufklappen und ablösen der beiden Hemisphären um den Corpus callosum auf dem Grund der großen Hirnlängsspalte. Danach Zellgenaues Ausschalen um den Nucleus caudatus, dem Stria terminalis et Vena thalamostriata superior, dem Thalamus, Substantia nigra und dem Tractus cerebellorubralis mittels der struktursensiblen Multispektralstrahlen.“
„Nun splicen der beiden abgelösten Hälften auf den Zielorganismus unter Einsatz von Neurozellstimulatoren aus gezüchteten Nervenkeimen und neuralen Stammzellen. Zur Synaptogenese Laser-Transplantation von embryonalen Nervengewebe auf die Schnittflächen. Danach Applikation neurotropher Nervenwachstumfaktoren z.B. NGF unter Ausschaltung der Nogo-Inhibitoren zur Aggregation der Neuro-Angio-genese.“
Anerkennendes nicken seitens Prof. Dr. Theoplus Noktios. Rebelkov war jetzt nur noch körperlich anwesend, den Techniker Abendroth interessierten diese Details wenig. Koldrust fuhr fort:
„Für die Synapsen-Engergieversorgung des Gewebes wird selfish-brain, also die Potentialerhaltung ausgenutzt. Synapsen werden aktiviert durch die neu aussprossenden Axome in die Leitschienen. Das alte Stammhirn verwebt durch die künstliche Anregung, der Membrankompatibilität des Klons und aufgrund der Energieerhaltung on-demand innerhalb kürzester Zeit.“
„Astrozyten rufen Blutenergie ab. Neue Nervenfasern übernehmen Kommunikationsfunktionen hin zum Hirnstamm. Die Nerven-Neuralkommunikation setzt ein, dadurch ist Großhirnfunktionalität auf der Zielperson nun hergestellt.“
Theoplus Noktios hielt sich nun die Hand ans Kinn, er sah rüber zum Generalmajor, dieser schluckte leicht. Der Assistenzarzt schloss wie folgt seinen Vortrag:
„Obwohl es sich beim Menschen um eine Proto-Operation handelt die zum ersten Mal ausgeführt wird, haben Tierversuche den Erfolg obiger Vorgehensweise bereits bestätigt. Man kann schon sagen dass sich bei den Alt-Tieren, meistens Schimpansen, eine deutliche Verbesserung Ihrer Situation eingestellt hat. Man muss bedenken, diese alten Affen waren normalerweise am Ende. Durch den neuen Rumpf haben Sie ein Stückweit an Qualität gewonnen.“
Pause. Die Zuhörer, eigentlich war es nur Noktios, ließen all dies ein paar Sekunden sacken. Dann sagte der Professor:
„Danke für diesen beeindruckenden Vortrag, mein lieber Koldrust. Wie immer eine zielgenaue Landung. Nun haben wir genau drei Jahre Zeit dieses Verfahren an den Primaten zu testen und Echtdaten zu sammeln. Ihnen steht ein ganzer Zoo zur Verfügung.“ Dabei lächelte er.
„Kommen wir nun noch einmal zurück zur Möglichkeit drei. Der Gehirninhaltsübertragung auf eine Maschine. Hierbei kommt erschwerend hinzu dass leider noch weniger Nutzdaten vorliegen. Es läuft wohl auf einen ‚freiwilligen‘ hinaus… Ihnen ist somit das Wort erteilt, Herr Kollege Abendroth“
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