Short Story

Kurzgeschichten mit Links

„Nur die Schmetterlinge im Bauch haben überlebt“ Teil 2

Von Biggi42 am 9. Juli 2011 veröffentlicht

Als wir uns physisch näher kamen, verschwanden seine zwei Freunde heimlich und wir standen allein an der Bar.

Mir machte es auch gar nichts mehr aus, dass meine Freundin bis jetzt noch nicht aufgetaucht war. Hatte ich doch einen wunderbaren, amüsanten und intelligenten Gesprächspartner an meiner Seite! Den Umstand, dass er verheiratet war, verschwieg er. Er trug auch keinen Ehering am Finger. Doch er roch förmlich nach Trauschein! Außerdem hatte er das passende Alter, um schon Ehemann und Vater zu sein. Geschieden ist er sicher nicht, welche Frau lässt schon so einen Mann freiwillig laufen, dachte ich mir.

Man könnte meinen, ich hätte mit Mitte Dreißig auch schon das Alter gehabt, mein Dasein als Ehefrau zu fristen. Aber ich hatte mich immer davor gedrückt. Irgendwie konnte ich es mir kaum vorstellen, ein Leben lang nur mit einem Mann zusammen zu sein. Mir genügten schon meine verflossenen Lebensabschnittspartner. Diese Abschnitte beliefen sich immer auf ungefähr fünf Jahre. Dann hatte ich die Nase voll. Ich wollte nicht immer nur die perfekte Hausfrau sein. Das war ja nicht alles, was die Männer verlangten. Nein, ich musste ja neben Haushalt und Job die verständnisvolle Geliebte spielen. Also, was zuviel ist, ist zuviel. Irgendwo musste man Abstriche machen. Die Konsequenz daraus war, dass ich die Rolle als Geliebte einfach weg ließ. Was wiederum nicht gerade auf Verständnis des männlichen Gegenübers stieß. Aber mein Bedürfnis nach Sex schlief nach dem leidigen Alltagsstress einfach ein. Das Ergebnis war die Trennung. Dieser letzte Schritt tat mir nie besonders weh, da ich mich im Laufe der Jahre „entliebt“ hatte. Die kleinen Unarten der Männer, die im anfänglichen Liebestaumel als liebenswürdige persönliche Eigenheit ausgelegt wurden, entpuppten sich während der Jahre als nervenaufreibende Alltagstorturen. Ich sage ja gar nichts mehr von der klassischen offenen Zahnpastatube. Aber auf diese Biertrinkenden, Füße auf den Tisch lümmelnden, zwischendurch an den Genitalien kratzenden Ungeheuer, die mir nächtens schnarchend den Schlaf raubten, konnte ich verzichten. So gesehen war ich eine glückliche Single-Mama, die plötzlich unverhofft auf ihren Traumprinzen stieß.

Die Stunden mit Peter vergingen wie im Flug. Da meine Freundin Nina sicher irgendwo mit ihren Arbeitskollegen versumpft war, wechselten er und ich das Lokal. In einer Bar mit intimer Atmosphäre verdrückten wir uns in einen Winkel. Da wir uns schon sehr viel erzählt hatten, kamen wir nun zum wesentlichen. Der Körperkontakt wurde zunehmend inniger. Plötzlich streichelte er an meinen Armen entlang, seine Finger berührten meinen Hals und wanderten weiter zu meinem Kinn. Er hob es sanft in die Höhe, schaute mir in die Augen und fing an mich zu küssen. Ich ließ mich einfach fallen und genoss seine innigen Küsse. Diese Intensität elektrisierte mich, seine Berührungen raubten mir den Verstand. Sein Körper war der pure Luxus! Ich konnte nicht genug davon bekommen, seine muskulösen Oberarme und seinen Waschbrettbauch zu streicheln. Ist dieser Mann eigentlich echt, fragte ich mich. So ein gut aussehendes, intelligentes, witziges und erfolgreiches Exemplar war mir bisher noch nie über den Weg gelaufen.

Die Nacht ging rasend schnell zu Ende. Peter begleitete mich noch zu meinem Auto. Der Abschied fiel sehr emotional aus, eigentlich hemmungslos. Ich spürte seine Erregung. Ich will mehr von dir, hier und jetzt, hauchte ich ihm in sein Ohr. Plötzlich hielt er inne. Heute nicht mehr, es ist schon spät, ich muss nach Hause, erklärte er mir. Er wünschte mir noch ein schönes Wochenende und weg war er. Ich stand da wie paralysiert. Starker Auftritt, niveauloser Abgang, dachte ich mir. Ich hatte nicht mal seine Telefonnummer.

Auf dem Nachhauseweg ließ ich diese Nacht Revue passieren. Ich glaube, ich hab mich in den Typen verknallt, schoss es mir durch den Kopf. Und das am ersten Tag, das so was mir passiert! Aber meine Erfahrung mit vergangenen Affären ließ mich hoffen, dass dieses Gefühl genauso schnell wieder verschwinden würde. Liebe auf den ersten Blick ist beim zweiten Blick gleich wieder Vergangenheit, erinnerte ich mich. Vielleicht war es auch nur ein schöner Traum, eine Nacht mit dem Cola Light Man verbracht zu haben, redete ich mir ein.

Die folgenden Tage erlebte ich wie in einer anderen Welt. Eine Welle kam auf mich zu und überschüttete mich mit Gefühlen, die ich bisher noch nie erlebt hatte. Die Begegnung mit Peter hatte mich ungemein beflügelt und schlug sich auch positiv in meiner Umgebung nieder. Ich schmunzelte in den Tag hinein und war energiegeladen wie schon lange nicht mehr. Die Wochentage waren ausgefüllt mit viel Arbeit, die Abende verbrachte ich mit meinem Sohn.

Natürlich hatte ich Nina schon von Peter erzählt. Sie wollte dieses Prachtexemplar auch so bald als möglich kennen lernen. Nina war das komplette Gegenteil von mir, äußerlich wie auch emotional. Wahrscheinlich waren wir deshalb so gute Freundinnen. Wir verabredeten uns wieder in unserem Stammlokal. Nina sah sehr gut aus mit ihren rot gefärbten Haaren, die kurz geschnitten doch den gewissen weiblichen Touch nicht verloren hatten. Außerdem besaß sie eine Traumfigur mit vielen Rundungen an den Stellen, die die Männer so lieben. Sie verstand es auch, sich vorteilhaft zu kleiden und ihren Busen perfekt in Szene zu setzen. Daneben sah ich ziemlich flachbrüstig aus. Aber zu mir passte es irgendwie, da ich allgemein ein zierlicher Typ war. Nina war zwei Jahre älter als ich, seit einigen Jahren geschieden und noch nicht wieder vergeben. Dabei sehnte sie sich so nach einem Mann, den sie umsorgen konnte. Wie gesagt, das komplette Gegenteil von mir.

Wir saßen wie immer an der Bar und ließen unsere Arbeitswoche Revue passieren. Einige Bekannte gesellten sich zu uns um Neuigkeiten auszutauschen. Doch mein Traumtyp tauchte nicht auf, auch seine Freunde konnte ich nicht finden. Irgendwie hatte sich dieser Freitag für mich erledigt. Insgeheim hoffte ich darauf, dass er doch noch kommen würde. Aber es war schon sehr spät und meine Hoffnung schwand dahin. Die Männer, die uns an diesem Tag über den Weg liefen, waren keine intensivere Auseinandersetzung wert. Größtenteils schöne Fassade, aber nicht mehr dahinter. Im Klartext: kaum machten sie den Mund auf, verging es mir, die Konversation aufrecht zu halten. Dementsprechend früh war ich daheim und schlief mit den Gedanken an Peter ein.

Fortsetzung folgt!

„Nur die Schmetterlinge im Bauch haben überlebt“

Von Biggi42 am 15. Juni 2011 veröffentlicht

Peter sagte kürzlich zu mir, dass es ein großer Fehler war, sich wegen mir scheiden zu lassen und somit seine drei Kinder verlassen zu haben. Ich habe es nie von ihm verlangt. Die Zeit als seine Geliebte war die Wunderbarste in meinem Leben.

Ich sehe ihn vor mir, als wir uns das erste Mal begegneten. Ich saß an einem frühsommerlichen Freitagabend in meinem Stammlokal an der Bar und wartete auf meine Freundin Nina. Sie hatte Betriebsausflug und wollte mich danach noch treffen, um ein wenig um die Häuser zu ziehen. Zwei Single-Mamas auf der Pirsch. Man gönnt sich ja sonst nichts. Im Lokal war wenig los. Die Hoffnung, einige Bekannte zu treffen, verlief im Sand. Die Uhr tickte unermüdlich und machte mich deprimiert. Ich hoffte, dass Nina bald kommt, damit ich nicht wie bestellt und nicht abgeholt hier herum hängen musste.

Eigentlich hatte ich nie ein Problem damit, abends allein weg zu gehen. Doch an diesem Tag sah es trist aus, meine kommunikative Ader auszuleben zu können. Es waren keine Bekannten unterwegs, um einen gepflegten Plausch zu führen. Ich schlürfte an meinem Getränk, als plötzlich zwei Männer im Lokal auftauchten und auf mich zusteuerten. Optisch gefielen mir die beiden überhaupt nicht, doch der Blonde hatte wenigstens ein schelmisches Grinsen im Gesicht, welches viel versprechend aussah. Die Auswahl an weiblichen Gästen war ziemlich eingeschränkt und so stand ich als Zielscheibe an der Bar genau richtig. Ich strich mir meine langen blonden Haare aus dem Gesicht, rückte meine Brille zurecht, setzte mein Wochenend-Lächeln auf und wartete auf eine müde Anmache. Doch anstatt banale Sprüche wie „wartest du auf jemanden“ oder „hast du mal Feuer“ ging der Blonde stichgerade auf mich zu und fragte mich auf kumpelhafte Art „Hallo, wie geht’s dir denn so?“ Ich war einigermaßen perplex und durchforstete mein Gehirn, ob ich diesen Typen schon mal begegnet war und in welchem Zustand. Doch ich erkannte ihn auch nach intensivem Nachdenken nicht. Ich antwortete ihm mechanisch, dass es mir gut gehe und ich auf eine Freundin warten würde. Plötzlich machte er meine Handtasche auf und befüllte sie mit dem ganzen Inhalt eines Zuckerl-Glases, das auf der Bar stand. „Für deine Kinder daheim, ich bring auch immer was mit“, meinte er mit einem Lachen. Ich war sehr belustigt über diesen Typen und es entwickelte sich ein amüsantes Gespräch.

Plötzlich trat er auf. Nein, er erschien. 1,90m geballte Manneskraft. Die Haare sehr kurz, braune Augen in einem attraktiven Gesicht, den Mund zu einem umwerfenden Strahler 80er Lächeln geformt. Er stieß als letzter zu seinen Freunden und empfing auch mich sofort mit großem Hallo. Mir war, als fing der Boden zu tanzen an. Sofort fand ich Gefallen an diesem Typen und ernannte ich heimlich zu meinem zukünftigen Ex-Liebhaber.

Ich hatte nie ein Problem damit, Männer kennen zu lernen. Aber im Laufe der Zeit gingen sie mir ziemlich auf die Nerven. Besonders die, die eine richtige Beziehung mit mir wollten. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits seit vier Jahren ohne fixen Partner. Ich genoss diese Zeit, tun und lassen zu können was ich wollte. Und keinen nach seiner Meinung zu fragen. Oder gar zu betteln, einmal allein weg gehen zu dürfen und danach einen Bericht über den vergangenen Abend abzuliefern. Außerdem hatte ich wochentags keine Zeit für einen Mitbewohner. Mein Sohn Stefan und mein Job vereinnahmten mit voll und ganz.

Stefan war gerade 6 Jahre alt und wir genossen den letzten Sommer vor Schulbeginn. Damals arbeitete ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem Wiener Museum, wo ich mir meine Zeit sehr gut einteilen konnte, um mich auch auf Stefan konzentrieren zu können. Ich hatte Theaterwissenschaft zu studieren begonnen, nachdem ich meinen Sohn auf die Welt gebracht hatte. Das Studium hatte mir sehr großen Spaß gemacht und ich widmete mich jeder freien Minute der Uni. Das hatte mein damaliger Freund und Erzeuger von Stefan nicht so gerne gesehen. Es war einer der Gründe warum unsere Beziehung zu Ende ging. Als ich dieses private Kapitel hinter mich gebracht hatte, ging es mir wesentlich besser. Ich absolvierte in Rekordzeit mein Studium und knüpfte zugleich Kontakte zum zukünftigen beruflichen Umfeld. So kam ich schlussendlich zu meinem Traumjob. Ich konnte somit meinem Sohn und mir ein unbeschwertes Leben bieten.

Ich brauchte keinen Mann, mein Leben war voll und ganz ausgelastet. Abends war ich froh, wenn mein Kleiner im Bett war und ich es mir vor dem Computer gemütlich machen konnte. Oder ich hüpfte mit meinen Gewichtsmanschetten vor dem Fernseher herum, damit meine Figur männertauglich blieb. Da brauchte ich schon gar keine Zuschauer. Da kam mir ein verheirateter Mann gerade richtig. Der Kontakt beschränkt sich in so einem Fall auf einige Stunden in der Woche, vorzugsweise Freitagabend. Das ließ sich bei mir immer gut einrichten, da Stefan die Wochenenden bei seinem Erzeuger verbrachte. Diese Stunden mit einem Liebhaber waren sehr intensiv und romantisch. Der Alltagstrott blieb vermieden und so konnte ich immer nur auf schöne Zeiten zurück blicken. Die ideale Lebensform für mich!

Und dieser Typ schien prädestiniert dafür, mir meine Freitagabende zu versüßen. Wir kamen sofort ins Gespräch. Seine kokette Bemerkung, für eine Blondine wäre ich ja ziemlich schlagfertig, störte mich nicht im Geringsten. Im Gegenteil, er forderte mich nur dazu heraus, mich zu noch mehr geistigen Höhenflügen hinreißen zu lassen. Endlich ein Mann, der gut aussieht und mich sogar intellektuell herausfordert, dachte ich mir.

Wie es mit mir und Peter weiterging erfährt ihr im nächsten Teil…

Eine Reise, Ein Traum

Von Surfcamp-online am 9. November 2010 veröffentlicht

Es waren noch 3 Tage. 3 Tage bis zu ihrer Hochzeit. Anna war 30, arbeitete als Sekretärin und würde in 3 Tagen ihren Freund Marc heiraten. Darauf freute sie sich schon seit Monaten. Aber gerade war sie noch dabei zu packen. Wofür? Anna wollte gleich mit ihren beiden besten Freundinnen nach Gran Canaria fliegen, um dort ihren Junggesellinnen Abschied zu feiern und gleich müssten sie kommen, um sie abzuholen. Und schon klingelte es an der Tür. Die Verabschiedung von ihrem Zukünftigen fiel sehr spärlich aus, sie waren etwas in Zeitnot und mussten sich beeilen. Also drückte Anna ihrem Marc einen dicken Kuss auf die Backe und sagte: „ Bis in 3 Tagen Schatz, ich freue mich schon.“ Marc hatte ein seltsames Gefühl dabei, aber er dachte sich nichts weiter…
Angekommen auf der Insel freuten sich die 3 Freundinnen über den Sonnenschein. Bei ihnen Zuhause waren es gerade einmal 5°C, denn es war schon Ende Oktober. Schnell brachten sie ihr Gepäck auf das Hotelzimmer und dann ging es direkt an den Strand. Als sie dort lagen beobachtete Anna das Meer und dachte sich, wie schön es hier ist… Die Sonne scheint, das Meer rauscht und die Temperatur ist so angenehm, dass man sich fast vorkommt wie im Paradies. Dann fielen ihr die vielen Surfer im Meer auf. Surfen lernen, das wollte sie auch immer. Früher als sie noch zur Schule ging. Doch leider fehlten ihr damals die Möglichkeiten und das Geld. Nun fiel ihr ein Surfer ganz besonders auf. Er stand jede Welle, auch wenn sie noch so hoch war, während alle anderen wie Steine ins Wasser fielen. Er hatte schwarze Haare und einen braungebrannten gut trainierten Körper. Sie starrte ihn eine Weile an, bis ihre Freundinnen sie an stupsten und sie wieder aus ihren Träumereien aufwachte. Am Abend machten sich die drei ganz schick und zogen von Bar zu Bar und später von Club zu Club. Sie tranken jede Menge Alkohol und irgendwann kurz bevor sie wieder zu ihrem Hotel gehen wollten sah Anna einen Mann, der aussah wie der Surfer vom Strand. Sie starrte ihn wieder an und diesmal merkte er es. Er war es und schenkte ihr ein verschmitztes Lächeln zurück. Dann gingen sie. Am nächsten Tag am Strand sah sie ihn wieder. Sie beobachtete ihn die ganze Zeit und irgendwann hatte sie ein ganz schlechtes Gewissen. Sie würde in 2 Tagen ihren Freund heiraten. Warum beobachtet sie ununterbrochen diesen fremden Mann? Sie versuchte nun ihn zu ignorieren und sich auf das zu konzentrieren wozu sie auf die Insel gekommen waren: Spaß mit ihren Freundinnen haben! Am Abend gingen sie wieder aus. Und wieder tranken sie eine Menge Alkohol. Doch dann kamen sie auf eine fatale Idee. Sie wollten ans Meer und schwimmen gehen. Keine von Ihnen war mehr nüchtern und so taten sie es. Doch in dieser Nacht war das Meer besonders tückisch. Die Wellen kamen mit einer enormen Kraft und waren sehr hoch. Sie schlugen gewaltig auf die groben Steine, die sich im Meer befanden und welche man vom Strand aus nicht sehen konnte. Plötzlich erwischte eine Welle Anna und sie wurde unter Wasser hin und her geschleudert und wusste nicht mehr wo unten und oben ist. Ihre Freundinnen waren schon wieder aus dem Wasser gekommen und alberten herum, bis sie bemerkten, dass Anna gar nicht nachkam. Sie hielten Ausschau nach ihr, konnten sie aber nirgendwo sehen. Aufgeregt rannten sie am Strand herum und suchten nach Hilfe. Zur selben Zeit rannte ein Mann ins Meer, er hatte von der Promenade aus die Frauen beobachtet und gesehen, dass eine von ihnen nicht wieder auftauchte. Also rannte er ins Meer, er schwamm und schwamm und dann fand er Anna. Sie war bewusstlos und so zog er sie sicher an den Strand. Er führte alle erste Hilfe Maßnahmen durch die er gelernt hatte während seiner Ausbildung zum Surflehrer. Nach kurzer Zeit öffnete Anna ihre Augen wieder und da sah sie ihn; den Surfer vom Strand, den Mann aus der Disko. Und sie lächelte. Zusammen machten sie sich auf den Weg zu ihrem Hotel und dabei unterhielten sie sich. Er war aus der Schweiz, konnte deswegen deutsch und war schon mit 13 Jahren mit seiner Mutter nach Gran Canaria gekommen. Er erzählte ihr wie es ist da zu leben wo andere Urlaub machen und sie geriet ins Schwärmen. War das nicht genau das Leben, welches sie sich immer gewünscht hatte, damals mit 18 nach der Schule? Doch damals entschloss sie sich ja für die Ausbildung und danach arbeitete sie fleißig Tag für Tag, von der Welt hatte sie noch nicht viel gesehen. Er erzählte ihr auch, dass die Surfschule für welche er arbeitete, nach einer Mitarbeiterin für die Büroarbeiten suchte. Dann begann sie wieder zu träumen. Sie malte sich aus wie es wohl wäre, wenn sie alles in Deutschland stehen und liegen ließe und auf Gran Canaria ihren Traum verwirklichen würde. Doch dann bekam sie wieder ein schlechtes Gewissen, in weniger als 2 Tagen würde sie schließlich in Deutschland ihren Freund heiraten…
Auf dem Weg zum Hotel trafen die beiden auf Annas Freundinnen, die nun froh waren, dass es Anna gut ging. Dann bedankten sie sich bei dem Fremden und gingen schlafen. Am nächsten Tag mussten sie schon wieder packen, sich auf den Weg zum Flughafen machen. Anna war den ganzen Tag still, sie dachte nach über ihr Leben und alles was ihr gerade in den Kopf kam, auch noch einmal über die freie Stelle in der Surfschule und ganz besonders an den schwarzhaarigen Fremden, den sie letzte Nacht nicht einmal nach seinem Namen gefragt hatte. Angekommen am Flughafen wollten die drei gerade ihr Gepäck aufgeben, als plötzlich hinter ihnen der fremde Mann wieder auftauchte. Anna war sprachlos und die anderen beiden schauten sich verwirrt an. Dann sagte er: „Ich bin hier um dir zu sagen, dass du die schönste Frau bist, die ich in meinem Leben gesehen habe und dass es mir letzte Nacht, als wir uns unterhalten haben, vorkam als würden wir uns schon ewig kennen. Bitte halte mich jetzt nicht für verrückt, aber ich glaube ich habe mich in dich verliebt und deshalb bin ich hier. Bitte fliege nicht! Bitte bleibe hier, ich kann dir diesen Job besorgen, von dem ich dir gestern erzählt habe! Du könntest deinen Traum wahr machen!“ Die anderen beiden Freundinnen lachten ihn aus und warfen ihr Gepäck auf das Band, aber Anna nicht. Anna nahm ihren Koffer, ging zu dem fremden Mann, nahm in an die Hand und sie gingen fort. Sie arbeite in der Surfschule, lernte surfen und verliebte sich unsterblich in den fremden Mann, dessen Name Lucas war, und sie lebte einfach ihren Traum…

Christliche Partnersuche

Von engel am 4. Juli 2010 veröffentlicht

Kurzgeschichte Christliche Partnersuche

Ich war ungefähr 2 Jahre Single und habe mich immer mehr nach einem neuen Partner gesehnt. Ich mich auf christliche Partnersuche begeben, da ich der Meinung bin, dass die Religionszugehörigkeit in einer Beziehung eine große Rolle spielt.
Mit meinem Ex – Partner habe ich schlechte Erfahrungen gemacht, ganze 3 Jahre waren wir zusammen, aber es gab häufig Streit. Ich selbst bin deutsche und christlich erzogen wurden, bereits mit 2 Jahren wurde ich getauft. Später folgte dann der Konfirmandenunterricht u regelmäßige Kirchengänge am Sonntag. Als ich meinen damaligen Freund kennenlernte, verbrachten wir sehr wir Zeit miteinander, sodass ich meine religiösen Pflichten vernachlässigte. Hinzukommt das er türkischer Herkunft war und demnach dem moslemischen Glauben angehörte. Am Anfang haben wir gar keine Probleme damit gehabt, doch umso länger wir zusammen waren, umso mehr standen wir mit den verschiedenen Wertevorstellungen in einem Konflikt. Häufig fingen wir an zu streiten, weil jeder eine andere Vorstellung von den gemeinsamen Lebensweisen und auch von einer Partnerschaft hatte.  Es fing schon an mit der Kleidung, seiner Meinung nach kleidete ich mich zu freizügig.

In der Partnerschaft mussten wir viele Kompromisse eingehen, damit jeder auf seine Art wenigstens relativ zufrieden mit dem Anderen ist. Da wir beide vollzeitig berufstätig waren hatten wir nur am Wochenende Zeit für uns. Doch eigentlich nie wirklich ein ganzes Wochenende für uns alleine. Jeden Freitag besuchte er die Moschee und ich am Sonntag die Kirche, der einzige freie Tag, war der Samstag. Die mangelnde Zeit, die uns dann noch blieb, nutzen wir natürlich zum Streiten, meistens über religiöse Themen.  Es vorabzusehen nach kurzem folgte die Trennung. Es war eine sehr schmerzhafte Zeit für mich, denn trotz allem liebte ich ihn noch. Doch fest stand, dass wir getrennt bleiben müssen! Die ethnische Herkunft und die damit verbundenen kulturellen Hintergründe waren einfach zu verschieden und sorgten häufig für Probleme.

Nachdem ich die Trennung  vorüber war, habe ich mir eine genaue Vorstellung von meinem Partner gemacht. Da es mir sehr wichtig ist, dass wir die gemeinsamen Interessen und Wertevorstellungen teilen, sollte mein neuer Partner Christ sein. Eine christliche Partnerschaft, das ist das was ich wollte. Gemeinsame Feste feiern, in die Kirche gehen und gemeinsam über die Religion sprechen zu können und das alles ohne davor streiten zu müssen, wäre fantastisch! Also begann ich mit meiner christlichen Partnersuche, doch wo ich anfangen sollte, war mit nicht ganz klar. In meiner Gemeinde waren bereits alle vergeben oder sogar verheiratet und eine andere Möglichkeit ist mir nicht eingefallen. Bis zu dem Tag als ich im Fernsehen eine Werbung über eine christliche Partnervermittlung sah. Ich setze mich an den Computer und meldete mich sofort da an. Eine gewisse Skepsis war schon vorhanden, aber nur so lange bis mir ein attraktiver Mann schrieb. Ein christlicher Single aus meiner Nähe und er war einfach etwas Besonderes. Nach einigen Online Dates haben wir ein Treffen vereinbart, ich war total aufgeregt! Schon bei dem ersten Date wusste ich, dass Gott mir ein Engel geschickt hat! Wir trafen uns immer öfter und so entwickelte sich eine liebevolle Partnerschaft. Inzwischen ist das über ein Jahr und ich bin sehr glücklich mit meinem neuen Partner.

Endlich habe ich jemanden gefunden, der mit mir zusammen, nach den christlichen Werten lebt und mit mir die Liebe zur Religion teilt.

Verlassen

Von Bigmul am 20. Januar 2010 veröffentlicht

Taschentücher habe ich mir gekauft. Gleich eine ganze Familienpackung. Dazu einen Liter Schokoladeneis, die traurigsten Liebesfilme aller Zeiten und eine Flasche des besten französischen Rotweins, den ich je besessen habe.  Eigentlich hatte ich die Flasche für ein besonderes Abendessen mit Mark vorgesehen, aber nun ist alles anders. Mark ist weg, ich sitze allein in unserer Wohnung und das einzige, was von ihm übrig geblieben ist, sind Umzugskartons, die sich im Flur aufeinander stapeln. Jedes Mal, wenn ich in die Küche gehe, um mir Seelennahrung zu holen, muss ich an ihnen vorbei. Jedes Mal könnte ich  bei ihren Anblick zusammenbrechen, mich auf den Boden legen und verzweifeln. Mark bedeutet mir alles. Er war einst meine Vergangenheit, meine Gegenwart und meine Zukunft. Nun mache ich Planungen, wie ich die Wochenenden ohne Arbeit am besten überstehe und vor allem, wie ich nachts schlafen kann. Die Nächte: Sie sind überhaupt das Schlimmste für jeden, der an Liebeskummer leidet. In unserem gemeinsamen Bett kann ich ohnehin nicht mehr schlafen, denn es ist so leer und kalt ohne ihn. Meistens liege ich auf der Couch und schaue mir alte „Friends“ Folgen im Rotationsmodus an. Oft frage ich mich, wie lange dieser Zustand noch anhält. Wie lange dauert es, bis man den einstigen Traumpartner aus seinem Herzen verbannt hat?  Noch versinke ich in Selbstmitleid und bin mir bewusst, dass ich auf diese Art und Weise keinen Weg aus meinem persönlichen Unheil finden werde. Meine besorgten Freunde raten mir Ablenkung und mein Verstand sagt mir, dass sie Recht haben, aber ich nähre meinen Körper lieber mit dem, was er verlangt: Ruhe, Abgeschiedenheit und Betäubung. Das Selbstmitleid zu überwinden, würde bedeuten, dass eine Veränderung eingetreten wäre. Noch bin ich dazu nicht bereit, noch will ich Mark und mein altes Leben zurück.  Früh genug wird das Erwachen kommen – und die Veränderung.

Die Liebe und die Lyrik

Von Poesie am 6. Januar 2010 veröffentlicht

Es ging die Liebe in die Stadt, nahm einen kleinen Korb mit um Früchte zu kaufen.  Der Weg zur Stadt war nicht sehr weit entfernt, etwa zwei oder drei steinige Meilen. Der Boden wurde auch immer trockener je näher die Liebe den großen Toren kam. Endlich erreicht, marschierte sie geradewegs auf den Hauptplatz zu. Dieser mit Marmor und Glas überwachsen, spiegelte wärmend das Sonnengrell vom weiten Blau des Himmels.

„Wo ist denn die Lyrik, das Warten ist so heiß“ dachte die Liebe, ihren Arm um die Stirn reibend. Schwitzende Stunden vergingen, der Vormittag ging in den späten Nachmittag über,

die Liebe war zornig. „Wie kann mich die Lyrik nur warten lassen ?“  Ungeduldig stieß sie vor in den kühlenden Tempel dessen Wandschmuck aus Mobiltelefonen und Sonderangebote von Urlaubsreisen bestand. „Solchen Durst habe ich, entschuldigen Sie, edler Herr, wo finde ich ein Lokal oder eine Lounge. Ich hätte so gerne einen eisigen Schluck Zitronenlimonade. Hallo…Hallo…Hört mich niemand?“ Die Leute gingen an der Liebe vorbei, kalt und von willkürlichen Einflüssen gesteuert. Wie vom Wind getrieben. Niemand hörte sie rufen und  fragen. Keiner spürte sie auf die Schulter klopfen.

Weinend saß sie auf den Stufen einer Seitengasse, hindurchgegangen und ignoriert. Da endlich klopft ihr jemand auf die Schulter. „Hallo Liebe, es tut mir leid, dass ich dich so lange hab warten lassen.“ „Lyrik! Na endlich. Wo warst du denn?“ Die Lyrik sah nachdenklich zu Boden. „Die Leute habe mich unnutz gebraucht. In sinnlosen leeren Gedichten war ich aufgehalten und eingesperrt.“ Die Liebe und die Lyrik hielten sich in Händen und strahlten.

Der Nachmittag kühlte merklich in den späten Abend über.

„Lass uns Liebesgedichte machen“ flüsterten sie sich gegenseitig zu, mit einem Zwinkern. Sie küssten sich und verließen die Stadt umarmt, etwa zwei bis drei Meilen zu Hütte wo alles seinen Anfang nahm.

freundschaft oder liebe

Von sonnenschein am 2. Oktober 2009 veröffentlicht

eine reale geschichte aus der heutigen singlewelt

es war herbst 2007……
die blätter fielen,die abende wurden immer länger.
eine für singles nicht sehr prickelnde jahreszeit brach heran,in der sich die frage stellte wie man denn die nun vielen langen abende sinnvoll füllen könnte,ohne ständig vor dem TV zu verkümmern.
jeder wusste die dunkle jahreszeit ist lang,sämtliche befreundete paare beschätitgen sich nun mehr innerhalb der familie,hatte somit weniger zeit für gemeinsame aktivitäten.
für paare brach die kuschelzeit an,verständlich,auch für singles.
zum glück hatte die moderne zeit das internet geschaffen,mit vielen kontakt+singlebörsen,chats und gesprächsforen – eine beliebte abwechslung für singles,vor allem in den herbst und wintermonaten.
in einer kleinen stadt NRW`s saß K.-H. in seiner kleinen dachgeschosswohnung,er,48 und single,war nach über 1 jahr solo-dasein das alleinsein satt.
mit seinem ehrlichen wesen hatte er dennoch bisher nicht geschafft,auf abendlichen unternehmungen eine frau kennenzulernen,die er sich als partnerin vorstellen konnte,oder eine die interesse ihrerseits erwiderte.
auch wenn er samstags abends in die in der nachbarstadt gelegene disco ging,kam er nur einsam nach hause zurück.
zur gleichen zeit,etwas 40km entfernt,saß daggi,49 jahe alt,mit ihrem studierenden sohn in einem großen haus lebend,auch allein auf dem sofa.wie an so vielen abenden zuvor.
sie hatte sich nach einer gescheiterten beziehung erst einmal in ihre 4 wände eingegraben.
sie ging zum job,verbrachte zeit mit ihren kids,enkelkind und ab und an mit freunden.
ansonsten hielt ie sich dem leben da draussen mehr fern,sie hatte beschlossen nun erstmal solo zu bleiben.
ihre letzte beziehungspleite lernte sie geanu auf dieser singlebörse kennen.
sie zog sich dort zurück nach aussen,war nur noch für dort auch vertretene bekannte online.
an einem abend im september ging sie wie häufig abends an den pc,um nachzuschauen ob einer ihrer bekannten online sei.
im TV lief eh nichts gescheites,also lieber ein bißchen unterhaltung per mail.
ups-da hatte sie ja eine zuschrift von einem ihr unbekannten!wieder einer dieser hier reichlich vertretenen baggertypen ?
der nickname sagte ihr nichts,nun,dann war er bisher zumindest noch nicht unangenehm aufgefallen.-))
sie dachte:mal schaun was er so schreibt?
eine sehr nette,unaufdringliche mail war in ihrem postfach.
eine rarität hier!
sie hatte hier nie jemanden verletzt,zumindest immer freundlich und höflich ablehnend geantwortet.
diese mail beantwortete sie freundlich und zurückhaltend,sie hatte das gefühl dort hatte ihr ein zurückhaltender und ehrlicher mann geschrieben.
kein schönling,kein charmeur,kein aufdringling wie sonst meistens….
aber sehr sympathisch.
vom text wie vom foto.
daraus ergab sich in den folgenden tagen und wochen eine beständige hin+hermailerei.
in der kleinen dachgeschosswohnung saß k.-h. am pc,traurig über das alleinsein…..ups-eine antwort!
die ersten mails wurden ausgetauscht,er fragte zurückhaltend nach einem foto von ihr.
und?-er bekam es auch einige tage später.
schon vom profil und mailen her,hatte er das gefühl am pc gegenüber säße eine besondere frau?!
zurückhaltend,vorsichtig und dennoch sehr ehrlich und herzlich wirkend.
als das foto eintraf war er irgendwie sofort wie “verzaubert” von ihr.
ab da war er fest entschlossen diese frau auch real kennenzulernen!
doch sobald er in mails auf ein telefonat oder sogar persönliches treffen zu sprechen kam,merkte er wie sie sich wieder zurückzog!
für ihn jedoch keinesfalls eine motivation seine bemühungen dahingehend einzustellen!
steinböcke sind hartnäckig!
die mails gaben ihm sehr viel-dort war eine frau die ihm zuhörte,ihn als mensch akzeptierte.
genauso ging es ihr.
erstaunt darüber das es wirklich noch männer gab,die trotz einiger vergeblicher versuche die tel.-nr. zu erringen,nicht aufgaben,freute sich abend für abend darüber von ihm zu lesen.
so vergingen einige wochen.
jeder für sich abends allein am pc – und doch irgendwie gemeinsam,keiner fühlte sich mehr soo sehr allein.
k.-h. hatte sein ziel fest vor augen : ich muss sie persönlich kennenlernen,ihr in die augen sehen!
und dieses ziel verfolgte er langsam stück für stück jeden tag aufs neue.
nach ein paar wochen war es soweit!
das erste telefonat stand bevor,er hatte sie mit seiner beharrlichkeit,auf unaufdringliche art,überzeugt!
aufgeregtheit bei ihm-skepsis bei ihr.
und doch ,dieses erste telefonat wurde sehr lang…..
die sympathie der vorherigen mails wurde in dem telefonat bekräftigt.
so wurden aus den abendlichen mails,nun immer öfter ein persönliches gespräch am telefon.
gut das beide eine flat hatten.-))
denn finaziell ging es beiden aus gründen vorheriger arbeitslosigkeit nicht gerade rosig.
sie hatten viele geminsamkeiten bezüglich ihrer lebenserfahrung-situation und auch interessen.
musik und tanzen liebten sie beide sehr.
nach und nach versuchte k.-h. nun auch ein persönliches treffen zu vereinbaren.
doch daggi ging diesem nach wie vor aus dem weg.
aus feigheit?aus angst vor neuer enttäuschung?
je mehr er darauf zu sprechen kam.desto mehr zog sie sich wieder zurück hinter ihre mauer.
so kam es das auch zeitweise die liebgewonnen telefonate wieder weniger wurden.
die weihnachtszeit stand nun bevor.
die frage für jeden single:wie verbringe ich diese tage der besinnlichkeit?allein?
mit wem?
als fünftes rad am wagen in befreundeten familien?
gut,der 24.12. gehört auch bei sinles meist der familie,eltern und kindern.
die kennen einen ja solo!denen macht es auch nichts aus!
und der 1.+2.feiertag?
k.-h. versuchte sie zu einem treffen zu überrreden.
sie sagte sogar zu…….doch kurz vor knapp versagte daggi`s courage!
sie sagte ab!
in der kleinen dachgeschoßwohnung kehrte die enttäuschung zurück……wieder allein an weihnachten.
und doch hatte er das gefühl,er wüßte das diese absage aus angst geschehen war.
also,nicht verzagen-weiter fragen!
silvester stand nun unmittelbat bevor.
die gleiche frage wie eine woche zuvor……wo?mit wem?……
er fragte sie erneut: gehst du mit mir aus?zum tanzen vielleicht?
sie erwiderte : nein,ich habe meine enkelin am 31.12. über nacht,damit die kids feiern können.
k.-h. dachte:muss die frau immer so für andere da sein?kann sie nicht mal an sich selbst denken,ausgehen und einfach fröhlich sein?
aber er war auch da sehr verständnisvoll!
er erzählte daggi das er dann mit bekannten im cafe zentral abends feiern wolle,ob er ihr denn um 0.00uhr eine sms schicken dürfe?
da hatte sie nicht gegen- sie saß ja sicher daheim,mit enkelin und einer bekannten die versuchte ihr alleinsein bei daggi zu vergessen an diesem abend.
um punkt null uhr kam diese sms,und einige mehr flogen daraufhin hin + her!
später in der nacht,k.-h. war inzwischen zuhause,klingelte das tel bei daggi.
er wollte ihre stimme hören-hatte kurz nach dem jahreswechsel keine lust mehr “allein” in dem lokal mit seinen bekannten zu bleiben.
ihre stimme war ihm wichtiger!
die chance das sie auch noch wach war,er mit ihr telefonieren könnte…….
auch diese gespräch dauerte wieder recht lange – beide waren froh,wieder hatte jeder das gefühl nicht alleine zu sein……..
an einem abend der für die meisten menschen am schwersten allein zu überstehen ist.
und er rang ihr in dieser nacht das versprechen ab,am nächsten WE tanzen zu gehen-endlich ein persönliches treffen.real und live!
war der sekt schuld??- dachte sie am nächsten morgen.
nein,spürte sie,der war es nicht.
und doch blieb diese unsicherheit ob sie es wagen sollte!
so auch bei ihm : sagt sie wieder ab?
doch daggi war ne frau die hielt was sie versprach,sie dachte: nocheinmal absagen geht nicht,das wäre mehr als unfair!
und k.-h. fieberte dem WE entgegen,mit der ungewissheit ob sie diesmal wort hielt?
der samstag abend kam.
ziel war eine beiden aus früheren zeiten bekannte tanzlokalität in dortmund.
gegenüber dem HBF.
dort ,wo einer frau bei dem menschenzulauf eigentlich nichts an risiko entsteht bei einem treffen mit einem relativ fremden mann.
sie erkannten sich auf anhieb-ohne die manchmal üblichen erkennungszeichen bei so einem ersten date.
nervös,aber dennoch irgendwie vertraut ,begrüssten sie sich.
und mit jeder minute verlor sich jede fremdheit zwischen ihnen.
der abend war schön und lang.
gemeinsame tänze,lange gesrpäche,lachen und sogar so etwas wie flirt erfüllte den abend.
selbst auf der tanzfläche waren sie nach den ersten 2 tänzen fast vertraut in ihren schritten.
es wurde morgen……die lokalität würde bald schliessen,und sie beschlossen aufzubrechen.
k.-h. brachte daggi zu ihrem aut,das nebenan auf dem parkülatz stand-ganz gentlemen.
es war anfang januar und bitterkalt.
doch das zittern der beiden rührte nicht nur von der kälte dieser winternacht!
aufregung,nervösität…….nun DIE frage – sehen wir uns wieder???
k.-h. nahm daggi in den arm – und stellte diese frage mit viel unsicherheit?
wie hatte sie den abend empfunden?genauso wie er?
war sie genauso “verzaubert”von ihm wie er von ihr?
er konnte es zuerst nicht fassen-sie sagte ja!
er küsste sie zart auf die wange,wartete bis sie sicher in ihrem alten auto saß,sagte : fahre vorsichtig!und winkte ihr nocheinmal zu.
in dieser nacht gingen noch ein paar sms hin und her…….
und in der dachgeschoßwohnung wie in dem großen haus war an schlaf noch lange nicht zu denken.
etwas war geschehen in dieser nacht!?
zwei recht einsame menschen dachten darüber nach ob dieses ein anfang für eine zweisamkeit sein könnte?
und so begann das neue jahr.
schon tags darauf ein erneutes treffen.
er holte sie an einem vereinbarten treffpunkt ab – einem parkplatz.
daggi war noch immer sehr vorsichtig – zu ihr nach hause kam niemand,auch der so sehr solide k.h. nicht.
er fragte wohin sie wolle,ob sie einen kaffee bei ihm trinken würde?
sie war erstaunt über ihren mut!
sie sagte ja,zu einem mann den sie erst wenige stunden real kannte.
in ihrem kopf rotierte es : das alles hatte sie schon mal erlebt…….warum war sie wieder so unvorsichtig?
doch seltsam : sie vertraute ihm auf anhieb.
zog gar nicht in erwägung das er irgendetwas tun würde was sie in bedrängnis bringen würde!
so fuhren sie zu seiner wohnung,klein,gemütlich – und halt jungesellenlike.-))
wieder unterhielten sie sich,mal ernsthaft ,mal lustiger……
und die zaghaft entstandenen “schmetterlinge” bewirkten erste zaghafte annäherungen …….
küsse und umarmungen.
k.-h.`s unsicherheit in solchen dingen war nicht zu übersehen……ein baggertyp war er bestimmt nicht.
das stand nun feste für daggi!
sie genoß diese ihr fremde zurückhaltung eines mannes.
die anderen gingen ran wie hacke!
eben verführungskünstler wie sie im buche stehn,doch rein menschlich die allergrößten nieten!
und hier war plötzlich ein sehr unsicherer und doch anziehender mann.
spät in der nacht brachte k.-h. sie zu ihrem auto zurück – sichtlich verliebt…..verknallt ,verzaubert von ihr.
und sie ähnlich : sie konnte nicht fassen das ihr nach all den 2gleisig fahrenden typen so ein mann begegnet war,einer der ihr auch noch zeigte wieviel ihm an ihr lag!
konnte das sein?
ausgerechnet ihr passieren?
daggi-die in den letztenjahren bewies das sie großes talent hatte sich die A..löcher rauszusuchen?
die die nur auf das eine aus waren?
nein-so einer war ER nicht!!!
er lud sie für die nächste woche gleich ein – sein geburtstag stand an!
mit allen freunden,und seinen kids,seiner family!
gab es sowas noch heutzutage?
ein mann der nach so kurzer zeit allen denen er kannte seine “traumfrau”vorstellen wollte?
schon vor der ersten gemeinsamen nacht??
nach ein paar küssen…….ohne zu wissen was daraus wird?
ja-er tat genau das!
und daggi dachte : das überrollt mich nun……macht mir angst,geht alles sooo sehr schnell?
am nächsten tag machte sich die grippewelle bei daggi breit……war der geburtstag damit gegessen?
nein,auch sie wollte ihn nicht wieder enttäuschen!
denn auch bei ihr hatten sich die schmetterlinge niedergelassen……
also,medikamente gegen grippe einwerfen – es wird schon gehen!
was schenkt man einem fast fremden mann,ohne geld zu haben……..?
eine kleinigkeit und etwas was man nicht kaufen kann in der form : einen selbstgebackenen käsekuchen.-))
kochen und backen ist schließlich eine der stärken von daggi………sooo viele hat sie nicht.-))
sie freute sich auf den nachmittag und abend bei ihm!
obwilh gut ging es ihr wirklich nicht – verdammte grippeviren,warum kommen die immer so sehr unpassend??
unpassendes timing!!

Die Liebe ist eine Gratwanderung

Von smallone am 15. September 2009 veröffentlicht

Liebe ist kein Dauerbrenner. Liebe ist auch kein Kinofilm. Liebe ist eine Momentaufnahme. Drei Sätze, die zum weiterlesen motivieren. Denn Magowan musste feststellen, dass er zwar verliebt war und Liebe spürte. Insbesondere in den Momenten, in denen er um die Liebe kämpfte. Magowan bemühte sich, genoß das Gefühl, etwas für die junge Beziehung zu tun. Das einzige was ihm blieb, war durch Liebessprüche und Versprechen die Flamme am brennen zu erhalten. Das Ziel war eine weite Reise. Weite Reise und ein großes Risiko, viel Geld – spielte keine Rolle, um sich der Liebe hinzugeben, die er haben wollte. Nun ist Magowan in einer perfekten Beziehung. Es ist jene Frau, um die er vor paar Monaten kämpfte. Aber von Liebe zu sprechen fällt nun schwer.

Denn der Alltag ist schon nach der ersten Woche eingebrochen, indem Magowan zu seiner Geliebten gereist ist. Wie lange dauerte diese Verliebtheit, diese Liebe? Wann hat sie aufgehört? Hat die Verliebtheit aufgehört, nachdem klar war, dass er in einer Beziehung ist? Magowan ist eigentlich kein Beziehungsmensch. Er sehnt sich zwar nach Nähe, Zuneigung und Aufmerksamkeit. Dennoch ist für ihn eine Beziehung ein aufwendiger und anstrengender Akt. Wenn eine Beziehung scheitert, bedeutet das für Magowan eine schwere Niederlage. Es folgt eine lange Zeit des Single-Daseins, der Sehnsucht nach einer glücklichen Beziehung. Eigentlich ist Magowan mehr single als vergeben. Doch dafür ist keine Zeit, es ist nicht wichtig, zu dieser sentimentalen Zeit zurückzukehren.

Magowan hat genug gelitten und genug Zeit gehabt, sich über gescheiterte Beziehungen Gedanken zu machen. Die aktuelle Beziehung scheint perfekt zu sein: Wenig Konflikte, einige Gemeinsamkeiten, weitreichende Zukunft. Doch die Zeiten, während Magowan die Beziehung aufbaute, sind eindeutig vorbei. Die Freude, die Schmetterlinge. Die vielen Dinge, die man sich leidenschaftlich erzählte, ja es kaum abwarten konnte, wieder zu Wort zu kommen, weil man das Gefühl hatte, von der Welle getragen werden. Ihr Resonanz zu verpassen und maximale Leidenschaft zu spüren. Das Gefühl, den Deckel für den Topf gefunden zu haben. Schweigen. Kühle Mimik. Sekunden die in Stunden ticken. Manchmal auch bisschen Zweifel. Manchmal auch ein bisschen Selbstaufgabe, um Liebe zu erhalten. Das ist Liebe.

*Magowan ist ein Fantasiename. Der Autor wurde von wahren Begebenheiten inspiriert.

Große Liebe

Von RobertN am 2. September 2009 veröffentlicht

Er war ein etwa 1.80m großer, graumelierter, Mitvierziger, der gerade eben dabei beobachtet wurde, wie er mit seiner 9 jährigen Tochter Frisbee auf der Wiese des kleinen Stadtparks spielte; einer der wenigen Orte, wo man noch einigermaßen entspannen konnte.

Und trotz der vielen Strapazen der vergangenen Jahre, trotz der Verluste und der vielen Mühseeligkeiten vergaßen sie hier für ein paar Stunden all den Stress und lachten und hatten Spaß, als ob all das nicht gewesen wäre.

Als die kleine Laura damals vor 9 Jahren zur Welt kam, war das Glück der beiden perfekt. Simone und Jan lebten damals schon viele Jahre zusammen, waren glücklich, hatten ihr Studium beendet und bewohnten ein Reihenhaus in einem Randbezirk der Stadt.

Als Laura 2 war und Simone schon wieder eine Zeit arbeitete wurde sie immer häufiger krank. Häufiges Unwohlsein mit Schwindelgefühlen und einem Überlkeitsgefühl waren an der Tagesordnung. Kurz darauf dann die Diagnse des Arztes: Tumor im Pankreas, Bauchspeicheldrüsenkrebs, der nicht operabel sei.

Der Schock saß tief und obwohl das Paar sich schwor zu kämpfen fiel Simone bald in ein tiefes emotionales Loch. Nach etwa 3 Jahren konnte sie nicht mehr arbeiten. Die einzige Hoffnung, die die drei noch hatten, war ein Spender, eine Hoffnung, an die sich vor allem Jan zu klammern schien, der regelmäßig recherchierte und alles für seine Frau tat. Diese schien jedoch innerlich schon zerbrochen zu sein, hat die psychologische Beratung aufgegeben.

Als Jan im März des darauffolgenden Jahres nach Hause kam, nachdem er seine Tochter aus dem Kindergarten abholte, fand er seine große Liebe tot im Bett.

“Mami schläft jetzt für immer” sagte er seiner Tochter, als der Krankenwagen sein halbes Leben mitnahmen. Die andere Hälfte seines Lebens stand neben ihm und weinte nicht.

Er glaubte, dass sie es noch nicht verstand, was da passiert ist, dass Mami tot ist und nicht wieder kam. Er verstand es ja nicht mal selbst, dass all das, was sie erlebt hatten, in den verganenen 15 Jahren, jetzt vorbei sein sollte. Dabei hatte er sich in den letzten Wochen immer wieder ausgemalt, dass der Tag bis zu ihrem Tod nicht mehr weit sein würde, dass sich alle irgendwie damit zurechtfinden müssten. 2 tage bevor er sie fand sagte sie ihm noch, dass er sich keine Sorgen machen brauche, und dass es nunmal so komme, was aber nicht schlimm sei, da sie ein schönes Leben mit ihm hatte. Das war im Gegensatz zu all den anderen Wochen ein ganz anderes bild von ihr, das komplette Gegenteil ihrer sonstigen Gemütszustände und er dachte, dass es jetzt vielleicht nochmal besser werden würde.

Nun lebt er schon mehrere Jahre alleine mit seiner Tochter und hat sich geschworen sie gut zu erziehen, hat sich geschworen nie wieder einen Fehler zu machen und immer einen Platz für Simone in seinem herzen zu behalten.

Überweisung

Von Nismion am 10. August 2009 veröffentlicht

Überweisung

Ich öffnete die Tür. Ging nach links, zum ersten Terminal. Das einzige hier, so wie es aussieht. Ansonsten gab es hier nur noch zwei Automaten zum Geld abheben. Vor einem stand ein Mann. Er guckte gespannt auf den Monitor. Drückte eine Taste. Eine Schweissperle rann ihm die Stirn herunter. Er wischte sie weg. Es war eigentlich nicht zu warm hier. “Vielleicht hatte er nicht genug Geld für diesen Monat? Zwei Wochen waren noch zu überstehen. Er bangte sicher darum, wie er die nächsten Wochen aushalten sollte. Zu Hause wartete bestimmt seine Frau, vielleicht mit zwei Kindern?

Hatte sie ihn hierher geschickt? Wie würde sie reagieren, wenn er ohne Euros oder mit zu wenig zurückkam? Ich konnte mir das Theater, die Vorhaltungen gut vorstellen. Da schien der Geldautomat sein einziger Rettungsanker, das Ziel seiner Hoffnung zu sein.”

Der Automat spuckte die Karte aus. Der Mann nahm sie, verließ den Vorraum und ging zu den Schaltern.

Jetzt bat er um Vorschuss. Ich konnte meine Schadenfreude nicht verbergen. Ich musste böse grinsen.

In meiner Vorstellung war der Mann gefangen in einem Los, aus dem es ihm nicht gelingen konnte, unbeschadet herauszukommen. Außer, die Bankangestellte zeigte Nachsicht. Aber ich wünschte mir, dass dem nicht so sei. Ich hatte ihm ein Schicksal zugespielt, aus dem er nicht mehr herauskommen sollte.

Ich hätte ihn noch gerne weiter beobachtet. Aber deswegen war ich nicht hier. Ich kramte den Überweisungsauftrag aus meiner Tasche, steckte meine Karte ins Terminal.

Ich hatte gut geplant diesen Monat. Es musste dicke reichen. Ende des Monats würde ich mich belohnen. Das hatte ich mir selber versprochen. Ich freute mich drauf. Was es sein sollte, wusste ich noch nicht. Aber was besonderes. So viel war klar.

Ich ging im Menü auf Überweisung, gab die erforderlichen Daten ein.

“Einen Beleg ausdrucken?” “Nein.”

Dann wählte ich Kontostand abfragen.

Und als ich es sah traf mich der Schlag.

Dort stand eine riesige Summe.

Ich hatte geplant, gut sogar, aber vermehren konnte ich es noch nicht.

Ich ging auf Kontobewegungen, guckte da.

Eine riesige Summe war mir überwiesen worden.

5 Millionen Euro.

Ich konnte es nicht glauben. Ich druckte es mir aus. Das musste ich schwarz auf weiss haben. Als ich den Ausdruck betrachtete, war ich in meiner Vorstellung schon reich. In meinem eigenem Haus, ein Flitzer davor, vielleicht ein Porsche?

Und arbeiten müsste ich auch erstmal nicht. Ein unbeschreibliches Gefühl. Alle Träume zum Greifen nah. Aber leider nagte die Wirklichkeit, mein Verstand an mir.

Es klopfte an. Erst noch leiser und dann kam auch noch mein Gewissen dazu. Echt nervig.

Ich versuchte es bei Seite zu schieben, aber es funktionierte nicht. Und so musste ich die Träumerei unterbrechen.

Ich spielte kein Lotto, hatte nichts gewonnen. Leider.

Also konnte es nur ein Fehler sein. Und der würde schnell bereinigt werden. Es würde auffallen, so oder so.

Ich konnte es auch selber tun. Ich konnte mit einem guten Gefühl aus der Sache herauskommen. Ich ging zum Schalter.

Ich hasste meine Ehrlichkeit. Ein Anderer hätte bestimmt versucht, das Geld irgendwie abzuheben. Es überwiesen? An eine andere Kontonummer? Die meiner Schwester?

Sollten die es zurückbuchen, wäre mein Konto 5 Millionen im minus. Wahrscheinlich, sehr wahrscheinlich sogar, würde es gesperrt werden. Aber vielleicht kam ich vorher an das Geld ran? Und wozu brauchte ich dann ein Konto? Es gäbe bestimmt eine Möglichkeit. Auf irgendeine Weise, vielleicht nicht legal, aber was sollte es. Keiner würde es sehen. Aber ich wusste es. Und bei diesen Gedanken bekam ich schon ein schlechtes Gewissen. Ich war echt zu gut erzogen. Aber ich wusste, dass ich das richtige tat, als ich am Schalter wartete.

Dort stand immer noch der Mann von eben. Er diskutierte mit der Angestellten.

Mitlerweile schwitzte er richtig. Sein Gesicht war von Feuchtigkeit bedeckt. Mit dem Hemdärmel wischte er es weg.

Und langsam bekam ich mit, was ihn beschäftigte.

Die ganze Bank anscheinend auch, denn alle guckten her, als er lauter wurde.

Er hatte wohl einen Auftrag, den er abwickeln musste. In spätestens einer Stunde müsste es gelaufen sein, sonst wären die Vertragspartner weg, wieder auf dem Weg ins Ausland.

Und er konnte das nicht unter Dach und Fach bringen, wenn das Geld nicht kam. Er wartete wohl seit einer Woche da drauf.

Aber es tat sich nichts. Seine Firma hatte das Geld überwiesen und so konnte es nur an der Bank liegen.

Als die Bankangestellte sagte, sie gucke noch einmal im Computer, vielleicht sei ein Fehler unterlaufen, explodierte der Mann.

“Wie zur Hölle können fünf Millionen Euro verschwinden? Ein paar Cent, ein Euro vielleicht, aber keine fünf Millionen. Wie schlampig wird hier gearbeitet? Das kann ich echt nicht glauben, beim besten Willen nicht. Ein Drecksladen ist das.”

Da wusste ich wovon er sprach. Ich ging nach vorne.

“Entschuldigen sie.” “Was,” funkelte er mich an, bereit auch an mir seine Wut rauszulassen.

“Jetzt aber mal ganz ruhig, Tiger. Ich weiss wo ihr Geld ist, denke ich, “ sagte ich und reichte der Angestellten den Ausdruck.

Sie blickte drauf und sah mich danach erleichtert an. Ein junges Ding. Müsste aber mein Alter sein. Sicher etwas überfordert mit der Situation.

“Fehler können passieren, kein Grund so ein Theater zu machen. Und sie kann bestimmt nichts dafür.”

Dankbarkeit blitzte aus ihren Augen zu mir herüber, als sie am Computer arbeitete.

Der Mann sagte nichts, stierte nur die junge Frau an. “Ja, es ist gelaufen,” verkündete sie nach ein paar Minuten. Da beruhigte er sich anscheinend, er gab ihr den Überweisungsbeleg und bekam sogar ein “Danke” zustande.

 

Ich hätte das Geld nehmen können, sicher. Aber das wäre nicht ich gewesen. Ich hätte es nicht mit mir vereinbaren können. Die Geschichte habe ich später noch oft erzählt. Unzählige Male.

Zu jedem meinem Hochzeitstag kramte ich sie aus. Mitlerweile sind es schon sechs geworden.

Ich hätte damals alles kaufen können. Aber bekommen habe ich ohne es, viel mehr.

Etwas was nicht aufzuwiegen ist, meinen Schatz. Sie ist mittlerweile im dritten Monat schwanger. Und wäre das nicht alles passiert, hätte sie mir nie ihre Nummer gegeben, meine kleine Bankangestellte.

Der Kontoauszug steht eingerahmt bei den Hochzeitsfotos. Oft gucke ich ihn mir an und erinnere mich. Und jedes Mal erwärmt es mein Herz.

Sie kommt aus der Küche, mit ihrem schon dickeren Bauch. “Schatz, bist Du schon zu Hause?” Sie sieht mich vor dem Regal, sieht, was ich angucke und muss lächeln.

“Ich liebe Dich,” sagt sie.

 

Nismion