Von engel am
4. Juli 2010 veröffentlicht
Kurzgeschichte Christliche Partnersuche
Ich war ungefähr 2 Jahre Single und habe mich immer mehr nach einem neuen Partner gesehnt. Ich mich auf christliche Partnersuche begeben, da ich der Meinung bin, dass die Religionszugehörigkeit in einer Beziehung eine große Rolle spielt.
Mit meinem Ex – Partner habe ich schlechte Erfahrungen gemacht, ganze 3 Jahre waren wir zusammen, aber es gab häufig Streit. Ich selbst bin deutsche und christlich erzogen wurden, bereits mit 2 Jahren wurde ich getauft. Später folgte dann der Konfirmandenunterricht u regelmäßige Kirchengänge am Sonntag. Als ich meinen damaligen Freund kennenlernte, verbrachten wir sehr wir Zeit miteinander, sodass ich meine religiösen Pflichten vernachlässigte. Hinzukommt das er türkischer Herkunft war und demnach dem moslemischen Glauben angehörte. Am Anfang haben wir gar keine Probleme damit gehabt, doch umso länger wir zusammen waren, umso mehr standen wir mit den verschiedenen Wertevorstellungen in einem Konflikt. Häufig fingen wir an zu streiten, weil jeder eine andere Vorstellung von den gemeinsamen Lebensweisen und auch von einer Partnerschaft hatte. Es fing schon an mit der Kleidung, seiner Meinung nach kleidete ich mich zu freizügig.
In der Partnerschaft mussten wir viele Kompromisse eingehen, damit jeder auf seine Art wenigstens relativ zufrieden mit dem Anderen ist. Da wir beide vollzeitig berufstätig waren hatten wir nur am Wochenende Zeit für uns. Doch eigentlich nie wirklich ein ganzes Wochenende für uns alleine. Jeden Freitag besuchte er die Moschee und ich am Sonntag die Kirche, der einzige freie Tag, war der Samstag. Die mangelnde Zeit, die uns dann noch blieb, nutzen wir natürlich zum Streiten, meistens über religiöse Themen. Es vorabzusehen nach kurzem folgte die Trennung. Es war eine sehr schmerzhafte Zeit für mich, denn trotz allem liebte ich ihn noch. Doch fest stand, dass wir getrennt bleiben müssen! Die ethnische Herkunft und die damit verbundenen kulturellen Hintergründe waren einfach zu verschieden und sorgten häufig für Probleme.
Nachdem ich die Trennung vorüber war, habe ich mir eine genaue Vorstellung von meinem Partner gemacht. Da es mir sehr wichtig ist, dass wir die gemeinsamen Interessen und Wertevorstellungen teilen, sollte mein neuer Partner Christ sein. Eine christliche Partnerschaft, das ist das was ich wollte. Gemeinsame Feste feiern, in die Kirche gehen und gemeinsam über die Religion sprechen zu können und das alles ohne davor streiten zu müssen, wäre fantastisch! Also begann ich mit meiner christlichen Partnersuche, doch wo ich anfangen sollte, war mit nicht ganz klar. In meiner Gemeinde waren bereits alle vergeben oder sogar verheiratet und eine andere Möglichkeit ist mir nicht eingefallen. Bis zu dem Tag als ich im Fernsehen eine Werbung über eine christliche Partnervermittlung sah. Ich setze mich an den Computer und meldete mich sofort da an. Eine gewisse Skepsis war schon vorhanden, aber nur so lange bis mir ein attraktiver Mann schrieb. Ein christlicher Single aus meiner Nähe und er war einfach etwas Besonderes. Nach einigen Online Dates haben wir ein Treffen vereinbart, ich war total aufgeregt! Schon bei dem ersten Date wusste ich, dass Gott mir ein Engel geschickt hat! Wir trafen uns immer öfter und so entwickelte sich eine liebevolle Partnerschaft. Inzwischen ist das über ein Jahr und ich bin sehr glücklich mit meinem neuen Partner.
Endlich habe ich jemanden gefunden, der mit mir zusammen, nach den christlichen Werten lebt und mit mir die Liebe zur Religion teilt.
Von Bigmul am
20. Januar 2010 veröffentlicht
Taschentücher habe ich mir gekauft. Gleich eine ganze Familienpackung. Dazu einen Liter Schokoladeneis, die traurigsten Liebesfilme aller Zeiten und eine Flasche des besten französischen Rotweins, den ich je besessen habe. Eigentlich hatte ich die Flasche für ein besonderes Abendessen mit Mark vorgesehen, aber nun ist alles anders. Mark ist weg, ich sitze allein in unserer Wohnung und das einzige, was von ihm übrig geblieben ist, sind Umzugskartons, die sich im Flur aufeinander stapeln. Jedes Mal, wenn ich in die Küche gehe, um mir Seelennahrung zu holen, muss ich an ihnen vorbei. Jedes Mal könnte ich bei ihren Anblick zusammenbrechen, mich auf den Boden legen und verzweifeln. Mark bedeutet mir alles. Er war einst meine Vergangenheit, meine Gegenwart und meine Zukunft. Nun mache ich Planungen, wie ich die Wochenenden ohne Arbeit am besten überstehe und vor allem, wie ich nachts schlafen kann. Die Nächte: Sie sind überhaupt das Schlimmste für jeden, der an Liebeskummer leidet. In unserem gemeinsamen Bett kann ich ohnehin nicht mehr schlafen, denn es ist so leer und kalt ohne ihn. Meistens liege ich auf der Couch und schaue mir alte „Friends“ Folgen im Rotationsmodus an. Oft frage ich mich, wie lange dieser Zustand noch anhält. Wie lange dauert es, bis man den einstigen Traumpartner aus seinem Herzen verbannt hat? Noch versinke ich in Selbstmitleid und bin mir bewusst, dass ich auf diese Art und Weise keinen Weg aus meinem persönlichen Unheil finden werde. Meine besorgten Freunde raten mir Ablenkung und mein Verstand sagt mir, dass sie Recht haben, aber ich nähre meinen Körper lieber mit dem, was er verlangt: Ruhe, Abgeschiedenheit und Betäubung. Das Selbstmitleid zu überwinden, würde bedeuten, dass eine Veränderung eingetreten wäre. Noch bin ich dazu nicht bereit, noch will ich Mark und mein altes Leben zurück. Früh genug wird das Erwachen kommen – und die Veränderung.
Von Poesie am
6. Januar 2010 veröffentlicht
Es ging die Liebe in die Stadt, nahm einen kleinen Korb mit um Früchte zu kaufen. Der Weg zur Stadt war nicht sehr weit entfernt, etwa zwei oder drei steinige Meilen. Der Boden wurde auch immer trockener je näher die Liebe den großen Toren kam. Endlich erreicht, marschierte sie geradewegs auf den Hauptplatz zu. Dieser mit Marmor und Glas überwachsen, spiegelte wärmend das Sonnengrell vom weiten Blau des Himmels.
„Wo ist denn die Lyrik, das Warten ist so heiß“ dachte die Liebe, ihren Arm um die Stirn reibend. Schwitzende Stunden vergingen, der Vormittag ging in den späten Nachmittag über,
die Liebe war zornig. „Wie kann mich die Lyrik nur warten lassen ?“ Ungeduldig stieß sie vor in den kühlenden Tempel dessen Wandschmuck aus Mobiltelefonen und Sonderangebote von Urlaubsreisen bestand. „Solchen Durst habe ich, entschuldigen Sie, edler Herr, wo finde ich ein Lokal oder eine Lounge. Ich hätte so gerne einen eisigen Schluck Zitronenlimonade. Hallo…Hallo…Hört mich niemand?“ Die Leute gingen an der Liebe vorbei, kalt und von willkürlichen Einflüssen gesteuert. Wie vom Wind getrieben. Niemand hörte sie rufen und fragen. Keiner spürte sie auf die Schulter klopfen.
Weinend saß sie auf den Stufen einer Seitengasse, hindurchgegangen und ignoriert. Da endlich klopft ihr jemand auf die Schulter. „Hallo Liebe, es tut mir leid, dass ich dich so lange hab warten lassen.“ „Lyrik! Na endlich. Wo warst du denn?“ Die Lyrik sah nachdenklich zu Boden. „Die Leute habe mich unnutz gebraucht. In sinnlosen leeren Gedichten war ich aufgehalten und eingesperrt.“ Die Liebe und die Lyrik hielten sich in Händen und strahlten.
Der Nachmittag kühlte merklich in den späten Abend über.
„Lass uns Liebesgedichte machen“ flüsterten sie sich gegenseitig zu, mit einem Zwinkern. Sie küssten sich und verließen die Stadt umarmt, etwa zwei bis drei Meilen zu Hütte wo alles seinen Anfang nahm.
Von sonnenschein am
2. Oktober 2009 veröffentlicht
eine reale geschichte aus der heutigen singlewelt
es war herbst 2007……
die blätter fielen,die abende wurden immer länger.
eine für singles nicht sehr prickelnde jahreszeit brach heran,in der sich die frage stellte wie man denn die nun vielen langen abende sinnvoll füllen könnte,ohne ständig vor dem TV zu verkümmern.
jeder wusste die dunkle jahreszeit ist lang,sämtliche befreundete paare beschätitgen sich nun mehr innerhalb der familie,hatte somit weniger zeit für gemeinsame aktivitäten.
für paare brach die kuschelzeit an,verständlich,auch für singles.
zum glück hatte die moderne zeit das internet geschaffen,mit vielen kontakt+singlebörsen,chats und gesprächsforen – eine beliebte abwechslung für singles,vor allem in den herbst und wintermonaten.
in einer kleinen stadt NRW`s saß K.-H. in seiner kleinen dachgeschosswohnung,er,48 und single,war nach über 1 jahr solo-dasein das alleinsein satt.
mit seinem ehrlichen wesen hatte er dennoch bisher nicht geschafft,auf abendlichen unternehmungen eine frau kennenzulernen,die er sich als partnerin vorstellen konnte,oder eine die interesse ihrerseits erwiderte.
auch wenn er samstags abends in die in der nachbarstadt gelegene disco ging,kam er nur einsam nach hause zurück.
zur gleichen zeit,etwas 40km entfernt,saß daggi,49 jahe alt,mit ihrem studierenden sohn in einem großen haus lebend,auch allein auf dem sofa.wie an so vielen abenden zuvor.
sie hatte sich nach einer gescheiterten beziehung erst einmal in ihre 4 wände eingegraben.
sie ging zum job,verbrachte zeit mit ihren kids,enkelkind und ab und an mit freunden.
ansonsten hielt ie sich dem leben da draussen mehr fern,sie hatte beschlossen nun erstmal solo zu bleiben.
ihre letzte beziehungspleite lernte sie geanu auf dieser singlebörse kennen.
sie zog sich dort zurück nach aussen,war nur noch für dort auch vertretene bekannte online.
an einem abend im september ging sie wie häufig abends an den pc,um nachzuschauen ob einer ihrer bekannten online sei.
im TV lief eh nichts gescheites,also lieber ein bißchen unterhaltung per mail.
ups-da hatte sie ja eine zuschrift von einem ihr unbekannten!wieder einer dieser hier reichlich vertretenen baggertypen ?
der nickname sagte ihr nichts,nun,dann war er bisher zumindest noch nicht unangenehm aufgefallen.-))
sie dachte:mal schaun was er so schreibt?
eine sehr nette,unaufdringliche mail war in ihrem postfach.
eine rarität hier!
sie hatte hier nie jemanden verletzt,zumindest immer freundlich und höflich ablehnend geantwortet.
diese mail beantwortete sie freundlich und zurückhaltend,sie hatte das gefühl dort hatte ihr ein zurückhaltender und ehrlicher mann geschrieben.
kein schönling,kein charmeur,kein aufdringling wie sonst meistens….
aber sehr sympathisch.
vom text wie vom foto.
daraus ergab sich in den folgenden tagen und wochen eine beständige hin+hermailerei.
in der kleinen dachgeschosswohnung saß k.-h. am pc,traurig über das alleinsein…..ups-eine antwort!
die ersten mails wurden ausgetauscht,er fragte zurückhaltend nach einem foto von ihr.
und?-er bekam es auch einige tage später.
schon vom profil und mailen her,hatte er das gefühl am pc gegenüber säße eine besondere frau?!
zurückhaltend,vorsichtig und dennoch sehr ehrlich und herzlich wirkend.
als das foto eintraf war er irgendwie sofort wie “verzaubert” von ihr.
ab da war er fest entschlossen diese frau auch real kennenzulernen!
doch sobald er in mails auf ein telefonat oder sogar persönliches treffen zu sprechen kam,merkte er wie sie sich wieder zurückzog!
für ihn jedoch keinesfalls eine motivation seine bemühungen dahingehend einzustellen!
steinböcke sind hartnäckig!
die mails gaben ihm sehr viel-dort war eine frau die ihm zuhörte,ihn als mensch akzeptierte.
genauso ging es ihr.
erstaunt darüber das es wirklich noch männer gab,die trotz einiger vergeblicher versuche die tel.-nr. zu erringen,nicht aufgaben,freute sich abend für abend darüber von ihm zu lesen.
so vergingen einige wochen.
jeder für sich abends allein am pc – und doch irgendwie gemeinsam,keiner fühlte sich mehr soo sehr allein.
k.-h. hatte sein ziel fest vor augen : ich muss sie persönlich kennenlernen,ihr in die augen sehen!
und dieses ziel verfolgte er langsam stück für stück jeden tag aufs neue.
nach ein paar wochen war es soweit!
das erste telefonat stand bevor,er hatte sie mit seiner beharrlichkeit,auf unaufdringliche art,überzeugt!
aufgeregtheit bei ihm-skepsis bei ihr.
und doch ,dieses erste telefonat wurde sehr lang…..
die sympathie der vorherigen mails wurde in dem telefonat bekräftigt.
so wurden aus den abendlichen mails,nun immer öfter ein persönliches gespräch am telefon.
gut das beide eine flat hatten.-))
denn finaziell ging es beiden aus gründen vorheriger arbeitslosigkeit nicht gerade rosig.
sie hatten viele geminsamkeiten bezüglich ihrer lebenserfahrung-situation und auch interessen.
musik und tanzen liebten sie beide sehr.
nach und nach versuchte k.-h. nun auch ein persönliches treffen zu vereinbaren.
doch daggi ging diesem nach wie vor aus dem weg.
aus feigheit?aus angst vor neuer enttäuschung?
je mehr er darauf zu sprechen kam.desto mehr zog sie sich wieder zurück hinter ihre mauer.
so kam es das auch zeitweise die liebgewonnen telefonate wieder weniger wurden.
die weihnachtszeit stand nun bevor.
die frage für jeden single:wie verbringe ich diese tage der besinnlichkeit?allein?
mit wem?
als fünftes rad am wagen in befreundeten familien?
gut,der 24.12. gehört auch bei sinles meist der familie,eltern und kindern.
die kennen einen ja solo!denen macht es auch nichts aus!
und der 1.+2.feiertag?
k.-h. versuchte sie zu einem treffen zu überrreden.
sie sagte sogar zu…….doch kurz vor knapp versagte daggi`s courage!
sie sagte ab!
in der kleinen dachgeschoßwohnung kehrte die enttäuschung zurück……wieder allein an weihnachten.
und doch hatte er das gefühl,er wüßte das diese absage aus angst geschehen war.
also,nicht verzagen-weiter fragen!
silvester stand nun unmittelbat bevor.
die gleiche frage wie eine woche zuvor……wo?mit wem?……
er fragte sie erneut: gehst du mit mir aus?zum tanzen vielleicht?
sie erwiderte : nein,ich habe meine enkelin am 31.12. über nacht,damit die kids feiern können.
k.-h. dachte:muss die frau immer so für andere da sein?kann sie nicht mal an sich selbst denken,ausgehen und einfach fröhlich sein?
aber er war auch da sehr verständnisvoll!
er erzählte daggi das er dann mit bekannten im cafe zentral abends feiern wolle,ob er ihr denn um 0.00uhr eine sms schicken dürfe?
da hatte sie nicht gegen- sie saß ja sicher daheim,mit enkelin und einer bekannten die versuchte ihr alleinsein bei daggi zu vergessen an diesem abend.
um punkt null uhr kam diese sms,und einige mehr flogen daraufhin hin + her!
später in der nacht,k.-h. war inzwischen zuhause,klingelte das tel bei daggi.
er wollte ihre stimme hören-hatte kurz nach dem jahreswechsel keine lust mehr “allein” in dem lokal mit seinen bekannten zu bleiben.
ihre stimme war ihm wichtiger!
die chance das sie auch noch wach war,er mit ihr telefonieren könnte…….
auch diese gespräch dauerte wieder recht lange – beide waren froh,wieder hatte jeder das gefühl nicht alleine zu sein……..
an einem abend der für die meisten menschen am schwersten allein zu überstehen ist.
und er rang ihr in dieser nacht das versprechen ab,am nächsten WE tanzen zu gehen-endlich ein persönliches treffen.real und live!
war der sekt schuld??- dachte sie am nächsten morgen.
nein,spürte sie,der war es nicht.
und doch blieb diese unsicherheit ob sie es wagen sollte!
so auch bei ihm : sagt sie wieder ab?
doch daggi war ne frau die hielt was sie versprach,sie dachte: nocheinmal absagen geht nicht,das wäre mehr als unfair!
und k.-h. fieberte dem WE entgegen,mit der ungewissheit ob sie diesmal wort hielt?
der samstag abend kam.
ziel war eine beiden aus früheren zeiten bekannte tanzlokalität in dortmund.
gegenüber dem HBF.
dort ,wo einer frau bei dem menschenzulauf eigentlich nichts an risiko entsteht bei einem treffen mit einem relativ fremden mann.
sie erkannten sich auf anhieb-ohne die manchmal üblichen erkennungszeichen bei so einem ersten date.
nervös,aber dennoch irgendwie vertraut ,begrüssten sie sich.
und mit jeder minute verlor sich jede fremdheit zwischen ihnen.
der abend war schön und lang.
gemeinsame tänze,lange gesrpäche,lachen und sogar so etwas wie flirt erfüllte den abend.
selbst auf der tanzfläche waren sie nach den ersten 2 tänzen fast vertraut in ihren schritten.
es wurde morgen……die lokalität würde bald schliessen,und sie beschlossen aufzubrechen.
k.-h. brachte daggi zu ihrem aut,das nebenan auf dem parkülatz stand-ganz gentlemen.
es war anfang januar und bitterkalt.
doch das zittern der beiden rührte nicht nur von der kälte dieser winternacht!
aufregung,nervösität…….nun DIE frage – sehen wir uns wieder???
k.-h. nahm daggi in den arm – und stellte diese frage mit viel unsicherheit?
wie hatte sie den abend empfunden?genauso wie er?
war sie genauso “verzaubert”von ihm wie er von ihr?
er konnte es zuerst nicht fassen-sie sagte ja!
er küsste sie zart auf die wange,wartete bis sie sicher in ihrem alten auto saß,sagte : fahre vorsichtig!und winkte ihr nocheinmal zu.
in dieser nacht gingen noch ein paar sms hin und her…….
und in der dachgeschoßwohnung wie in dem großen haus war an schlaf noch lange nicht zu denken.
etwas war geschehen in dieser nacht!?
zwei recht einsame menschen dachten darüber nach ob dieses ein anfang für eine zweisamkeit sein könnte?
und so begann das neue jahr.
schon tags darauf ein erneutes treffen.
er holte sie an einem vereinbarten treffpunkt ab – einem parkplatz.
daggi war noch immer sehr vorsichtig – zu ihr nach hause kam niemand,auch der so sehr solide k.h. nicht.
er fragte wohin sie wolle,ob sie einen kaffee bei ihm trinken würde?
sie war erstaunt über ihren mut!
sie sagte ja,zu einem mann den sie erst wenige stunden real kannte.
in ihrem kopf rotierte es : das alles hatte sie schon mal erlebt…….warum war sie wieder so unvorsichtig?
doch seltsam : sie vertraute ihm auf anhieb.
zog gar nicht in erwägung das er irgendetwas tun würde was sie in bedrängnis bringen würde!
so fuhren sie zu seiner wohnung,klein,gemütlich – und halt jungesellenlike.-))
wieder unterhielten sie sich,mal ernsthaft ,mal lustiger……
und die zaghaft entstandenen “schmetterlinge” bewirkten erste zaghafte annäherungen …….
küsse und umarmungen.
k.-h.`s unsicherheit in solchen dingen war nicht zu übersehen……ein baggertyp war er bestimmt nicht.
das stand nun feste für daggi!
sie genoß diese ihr fremde zurückhaltung eines mannes.
die anderen gingen ran wie hacke!
eben verführungskünstler wie sie im buche stehn,doch rein menschlich die allergrößten nieten!
und hier war plötzlich ein sehr unsicherer und doch anziehender mann.
spät in der nacht brachte k.-h. sie zu ihrem auto zurück – sichtlich verliebt…..verknallt ,verzaubert von ihr.
und sie ähnlich : sie konnte nicht fassen das ihr nach all den 2gleisig fahrenden typen so ein mann begegnet war,einer der ihr auch noch zeigte wieviel ihm an ihr lag!
konnte das sein?
ausgerechnet ihr passieren?
daggi-die in den letztenjahren bewies das sie großes talent hatte sich die A..löcher rauszusuchen?
die die nur auf das eine aus waren?
nein-so einer war ER nicht!!!
er lud sie für die nächste woche gleich ein – sein geburtstag stand an!
mit allen freunden,und seinen kids,seiner family!
gab es sowas noch heutzutage?
ein mann der nach so kurzer zeit allen denen er kannte seine “traumfrau”vorstellen wollte?
schon vor der ersten gemeinsamen nacht??
nach ein paar küssen…….ohne zu wissen was daraus wird?
ja-er tat genau das!
und daggi dachte : das überrollt mich nun……macht mir angst,geht alles sooo sehr schnell?
am nächsten tag machte sich die grippewelle bei daggi breit……war der geburtstag damit gegessen?
nein,auch sie wollte ihn nicht wieder enttäuschen!
denn auch bei ihr hatten sich die schmetterlinge niedergelassen……
also,medikamente gegen grippe einwerfen – es wird schon gehen!
was schenkt man einem fast fremden mann,ohne geld zu haben……..?
eine kleinigkeit und etwas was man nicht kaufen kann in der form : einen selbstgebackenen käsekuchen.-))
kochen und backen ist schließlich eine der stärken von daggi………sooo viele hat sie nicht.-))
sie freute sich auf den nachmittag und abend bei ihm!
obwilh gut ging es ihr wirklich nicht – verdammte grippeviren,warum kommen die immer so sehr unpassend??
unpassendes timing!!
Von smallone am
15. September 2009 veröffentlicht
Liebe ist kein Dauerbrenner. Liebe ist auch kein Kinofilm. Liebe ist eine Momentaufnahme. Drei Sätze, die zum weiterlesen motivieren. Denn Magowan musste feststellen, dass er zwar verliebt war und Liebe spürte. Insbesondere in den Momenten, in denen er um die Liebe kämpfte. Magowan bemühte sich, genoß das Gefühl, etwas für die junge Beziehung zu tun. Das einzige was ihm blieb, war durch Liebessprüche und Versprechen die Flamme am brennen zu erhalten. Das Ziel war eine weite Reise. Weite Reise und ein großes Risiko, viel Geld – spielte keine Rolle, um sich der Liebe hinzugeben, die er haben wollte. Nun ist Magowan in einer perfekten Beziehung. Es ist jene Frau, um die er vor paar Monaten kämpfte. Aber von Liebe zu sprechen fällt nun schwer.
Denn der Alltag ist schon nach der ersten Woche eingebrochen, indem Magowan zu seiner Geliebten gereist ist. Wie lange dauerte diese Verliebtheit, diese Liebe? Wann hat sie aufgehört? Hat die Verliebtheit aufgehört, nachdem klar war, dass er in einer Beziehung ist? Magowan ist eigentlich kein Beziehungsmensch. Er sehnt sich zwar nach Nähe, Zuneigung und Aufmerksamkeit. Dennoch ist für ihn eine Beziehung ein aufwendiger und anstrengender Akt. Wenn eine Beziehung scheitert, bedeutet das für Magowan eine schwere Niederlage. Es folgt eine lange Zeit des Single-Daseins, der Sehnsucht nach einer glücklichen Beziehung. Eigentlich ist Magowan mehr single als vergeben. Doch dafür ist keine Zeit, es ist nicht wichtig, zu dieser sentimentalen Zeit zurückzukehren.
Magowan hat genug gelitten und genug Zeit gehabt, sich über gescheiterte Beziehungen Gedanken zu machen. Die aktuelle Beziehung scheint perfekt zu sein: Wenig Konflikte, einige Gemeinsamkeiten, weitreichende Zukunft. Doch die Zeiten, während Magowan die Beziehung aufbaute, sind eindeutig vorbei. Die Freude, die Schmetterlinge. Die vielen Dinge, die man sich leidenschaftlich erzählte, ja es kaum abwarten konnte, wieder zu Wort zu kommen, weil man das Gefühl hatte, von der Welle getragen werden. Ihr Resonanz zu verpassen und maximale Leidenschaft zu spüren. Das Gefühl, den Deckel für den Topf gefunden zu haben. Schweigen. Kühle Mimik. Sekunden die in Stunden ticken. Manchmal auch bisschen Zweifel. Manchmal auch ein bisschen Selbstaufgabe, um Liebe zu erhalten. Das ist Liebe.
*Magowan ist ein Fantasiename. Der Autor wurde von wahren Begebenheiten inspiriert.
Von RobertN am
2. September 2009 veröffentlicht
Er war ein etwa 1.80m großer, graumelierter, Mitvierziger, der gerade eben dabei beobachtet wurde, wie er mit seiner 9 jährigen Tochter Frisbee auf der Wiese des kleinen Stadtparks spielte; einer der wenigen Orte, wo man noch einigermaßen entspannen konnte.
Und trotz der vielen Strapazen der vergangenen Jahre, trotz der Verluste und der vielen Mühseeligkeiten vergaßen sie hier für ein paar Stunden all den Stress und lachten und hatten Spaß, als ob all das nicht gewesen wäre.
Als die kleine Laura damals vor 9 Jahren zur Welt kam, war das Glück der beiden perfekt. Simone und Jan lebten damals schon viele Jahre zusammen, waren glücklich, hatten ihr Studium beendet und bewohnten ein Reihenhaus in einem Randbezirk der Stadt.
Als Laura 2 war und Simone schon wieder eine Zeit arbeitete wurde sie immer häufiger krank. Häufiges Unwohlsein mit Schwindelgefühlen und einem Überlkeitsgefühl waren an der Tagesordnung. Kurz darauf dann die Diagnse des Arztes: Tumor im Pankreas, Bauchspeicheldrüsenkrebs, der nicht operabel sei.
Der Schock saß tief und obwohl das Paar sich schwor zu kämpfen fiel Simone bald in ein tiefes emotionales Loch. Nach etwa 3 Jahren konnte sie nicht mehr arbeiten. Die einzige Hoffnung, die die drei noch hatten, war ein Spender, eine Hoffnung, an die sich vor allem Jan zu klammern schien, der regelmäßig recherchierte und alles für seine Frau tat. Diese schien jedoch innerlich schon zerbrochen zu sein, hat die psychologische Beratung aufgegeben.
Als Jan im März des darauffolgenden Jahres nach Hause kam, nachdem er seine Tochter aus dem Kindergarten abholte, fand er seine große Liebe tot im Bett.
“Mami schläft jetzt für immer” sagte er seiner Tochter, als der Krankenwagen sein halbes Leben mitnahmen. Die andere Hälfte seines Lebens stand neben ihm und weinte nicht.
Er glaubte, dass sie es noch nicht verstand, was da passiert ist, dass Mami tot ist und nicht wieder kam. Er verstand es ja nicht mal selbst, dass all das, was sie erlebt hatten, in den verganenen 15 Jahren, jetzt vorbei sein sollte. Dabei hatte er sich in den letzten Wochen immer wieder ausgemalt, dass der Tag bis zu ihrem Tod nicht mehr weit sein würde, dass sich alle irgendwie damit zurechtfinden müssten. 2 tage bevor er sie fand sagte sie ihm noch, dass er sich keine Sorgen machen brauche, und dass es nunmal so komme, was aber nicht schlimm sei, da sie ein schönes Leben mit ihm hatte. Das war im Gegensatz zu all den anderen Wochen ein ganz anderes bild von ihr, das komplette Gegenteil ihrer sonstigen Gemütszustände und er dachte, dass es jetzt vielleicht nochmal besser werden würde.
Nun lebt er schon mehrere Jahre alleine mit seiner Tochter und hat sich geschworen sie gut zu erziehen, hat sich geschworen nie wieder einen Fehler zu machen und immer einen Platz für Simone in seinem herzen zu behalten.
Von Nismion am
10. August 2009 veröffentlicht
Überweisung
Ich öffnete die Tür. Ging nach links, zum ersten Terminal. Das einzige hier, so wie es aussieht. Ansonsten gab es hier nur noch zwei Automaten zum Geld abheben. Vor einem stand ein Mann. Er guckte gespannt auf den Monitor. Drückte eine Taste. Eine Schweissperle rann ihm die Stirn herunter. Er wischte sie weg. Es war eigentlich nicht zu warm hier. “Vielleicht hatte er nicht genug Geld für diesen Monat? Zwei Wochen waren noch zu überstehen. Er bangte sicher darum, wie er die nächsten Wochen aushalten sollte. Zu Hause wartete bestimmt seine Frau, vielleicht mit zwei Kindern?
Hatte sie ihn hierher geschickt? Wie würde sie reagieren, wenn er ohne Euros oder mit zu wenig zurückkam? Ich konnte mir das Theater, die Vorhaltungen gut vorstellen. Da schien der Geldautomat sein einziger Rettungsanker, das Ziel seiner Hoffnung zu sein.”
Der Automat spuckte die Karte aus. Der Mann nahm sie, verließ den Vorraum und ging zu den Schaltern.
Jetzt bat er um Vorschuss. Ich konnte meine Schadenfreude nicht verbergen. Ich musste böse grinsen.
In meiner Vorstellung war der Mann gefangen in einem Los, aus dem es ihm nicht gelingen konnte, unbeschadet herauszukommen. Außer, die Bankangestellte zeigte Nachsicht. Aber ich wünschte mir, dass dem nicht so sei. Ich hatte ihm ein Schicksal zugespielt, aus dem er nicht mehr herauskommen sollte.
Ich hätte ihn noch gerne weiter beobachtet. Aber deswegen war ich nicht hier. Ich kramte den Überweisungsauftrag aus meiner Tasche, steckte meine Karte ins Terminal.
Ich hatte gut geplant diesen Monat. Es musste dicke reichen. Ende des Monats würde ich mich belohnen. Das hatte ich mir selber versprochen. Ich freute mich drauf. Was es sein sollte, wusste ich noch nicht. Aber was besonderes. So viel war klar.
Ich ging im Menü auf Überweisung, gab die erforderlichen Daten ein.
“Einen Beleg ausdrucken?” “Nein.”
Dann wählte ich Kontostand abfragen.
Und als ich es sah traf mich der Schlag.
Dort stand eine riesige Summe.
Ich hatte geplant, gut sogar, aber vermehren konnte ich es noch nicht.
Ich ging auf Kontobewegungen, guckte da.
Eine riesige Summe war mir überwiesen worden.
5 Millionen Euro.
Ich konnte es nicht glauben. Ich druckte es mir aus. Das musste ich schwarz auf weiss haben. Als ich den Ausdruck betrachtete, war ich in meiner Vorstellung schon reich. In meinem eigenem Haus, ein Flitzer davor, vielleicht ein Porsche?
Und arbeiten müsste ich auch erstmal nicht. Ein unbeschreibliches Gefühl. Alle Träume zum Greifen nah. Aber leider nagte die Wirklichkeit, mein Verstand an mir.
Es klopfte an. Erst noch leiser und dann kam auch noch mein Gewissen dazu. Echt nervig.
Ich versuchte es bei Seite zu schieben, aber es funktionierte nicht. Und so musste ich die Träumerei unterbrechen.
Ich spielte kein Lotto, hatte nichts gewonnen. Leider.
Also konnte es nur ein Fehler sein. Und der würde schnell bereinigt werden. Es würde auffallen, so oder so.
Ich konnte es auch selber tun. Ich konnte mit einem guten Gefühl aus der Sache herauskommen. Ich ging zum Schalter.
Ich hasste meine Ehrlichkeit. Ein Anderer hätte bestimmt versucht, das Geld irgendwie abzuheben. Es überwiesen? An eine andere Kontonummer? Die meiner Schwester?
Sollten die es zurückbuchen, wäre mein Konto 5 Millionen im minus. Wahrscheinlich, sehr wahrscheinlich sogar, würde es gesperrt werden. Aber vielleicht kam ich vorher an das Geld ran? Und wozu brauchte ich dann ein Konto? Es gäbe bestimmt eine Möglichkeit. Auf irgendeine Weise, vielleicht nicht legal, aber was sollte es. Keiner würde es sehen. Aber ich wusste es. Und bei diesen Gedanken bekam ich schon ein schlechtes Gewissen. Ich war echt zu gut erzogen. Aber ich wusste, dass ich das richtige tat, als ich am Schalter wartete.
Dort stand immer noch der Mann von eben. Er diskutierte mit der Angestellten.
Mitlerweile schwitzte er richtig. Sein Gesicht war von Feuchtigkeit bedeckt. Mit dem Hemdärmel wischte er es weg.
Und langsam bekam ich mit, was ihn beschäftigte.
Die ganze Bank anscheinend auch, denn alle guckten her, als er lauter wurde.
Er hatte wohl einen Auftrag, den er abwickeln musste. In spätestens einer Stunde müsste es gelaufen sein, sonst wären die Vertragspartner weg, wieder auf dem Weg ins Ausland.
Und er konnte das nicht unter Dach und Fach bringen, wenn das Geld nicht kam. Er wartete wohl seit einer Woche da drauf.
Aber es tat sich nichts. Seine Firma hatte das Geld überwiesen und so konnte es nur an der Bank liegen.
Als die Bankangestellte sagte, sie gucke noch einmal im Computer, vielleicht sei ein Fehler unterlaufen, explodierte der Mann.
“Wie zur Hölle können fünf Millionen Euro verschwinden? Ein paar Cent, ein Euro vielleicht, aber keine fünf Millionen. Wie schlampig wird hier gearbeitet? Das kann ich echt nicht glauben, beim besten Willen nicht. Ein Drecksladen ist das.”
Da wusste ich wovon er sprach. Ich ging nach vorne.
“Entschuldigen sie.” “Was,” funkelte er mich an, bereit auch an mir seine Wut rauszulassen.
“Jetzt aber mal ganz ruhig, Tiger. Ich weiss wo ihr Geld ist, denke ich, “ sagte ich und reichte der Angestellten den Ausdruck.
Sie blickte drauf und sah mich danach erleichtert an. Ein junges Ding. Müsste aber mein Alter sein. Sicher etwas überfordert mit der Situation.
“Fehler können passieren, kein Grund so ein Theater zu machen. Und sie kann bestimmt nichts dafür.”
Dankbarkeit blitzte aus ihren Augen zu mir herüber, als sie am Computer arbeitete.
Der Mann sagte nichts, stierte nur die junge Frau an. “Ja, es ist gelaufen,” verkündete sie nach ein paar Minuten. Da beruhigte er sich anscheinend, er gab ihr den Überweisungsbeleg und bekam sogar ein “Danke” zustande.
Ich hätte das Geld nehmen können, sicher. Aber das wäre nicht ich gewesen. Ich hätte es nicht mit mir vereinbaren können. Die Geschichte habe ich später noch oft erzählt. Unzählige Male.
Zu jedem meinem Hochzeitstag kramte ich sie aus. Mitlerweile sind es schon sechs geworden.
Ich hätte damals alles kaufen können. Aber bekommen habe ich ohne es, viel mehr.
Etwas was nicht aufzuwiegen ist, meinen Schatz. Sie ist mittlerweile im dritten Monat schwanger. Und wäre das nicht alles passiert, hätte sie mir nie ihre Nummer gegeben, meine kleine Bankangestellte.
Der Kontoauszug steht eingerahmt bei den Hochzeitsfotos. Oft gucke ich ihn mir an und erinnere mich. Und jedes Mal erwärmt es mein Herz.
Sie kommt aus der Küche, mit ihrem schon dickeren Bauch. “Schatz, bist Du schon zu Hause?” Sie sieht mich vor dem Regal, sieht, was ich angucke und muss lächeln.
“Ich liebe Dich,” sagt sie.
Nismion
Von Augur am
22. Juli 2009 veröffentlicht
Es gab einmal ein Land, in dem drei Prinzessinnen lebten. Ihr Alter lag nicht so weit auseinander, sodass alle drei von demselben Lehrer unterrichtet wurden. Dieser war ein sehr weiser Gelehrter, der sich in vielen Dingen auskannte. Gleichzeitig galt er als Hellseher und Prophet. Seine Vorhersagen waren stets gut durchdacht und beruhten selten auf reinem Bauchgefühl. Vielmehr versuche dieser Wahrsager, bei seinen Prophezeiungen stets die Vernunft einzuschalten. Das war auch dringend ratsam. Schließlich baute der König höchstpersönlich auf seine Meinung.
Die Schwestern vertrauten dem Gelehrten, ebenso wie der König. Als die drei Mädchen langsam in das heiratsfähige Alter kamen, wollten sie stets in Erfahrung bringen, wer ihr zukünftiger Gemahl sein könnte.
Der Wahrsager versuchte sein bestes, doch in Liebesdingen ward er nicht bewandert. So sehr er seine Quellen auch bemühte, das Einzige, was er vom zukünftigen Liebesleben seiner drei langsam erwachsen werdenden Prinzessinnen zu sehen bekam, war Dunkelheit. So traf er den Entschluss, allen Schestern das Gleiche zu für die Zukunft zu versprechen, nämlich die Erfüllung aller ihrer Wünsche. Im Zweifelsfall funktionierte das immer. Schließlich hatte er es mit richtigen Prinzessinnen zu tun. Natürlich würden alle ihre Wünsche erfüllt werden. So war das schon immer, in ihrem gesamten Leben.
Die Jüngste wünschte sich einen starken Krieger als Gemahl. Er sollte die Armeen des Landes anführen können und sie bei Gefahr beschützen.
Die Zweitjüngste wünschte sich einen Schönling, der gut reden und tanzen konnte. Sie hoffte, dass ein geselliger Prinz viel mehr Zeit für sie übrig hat.
Die Älteste wünschte sich einen reichen Kaufmann. Der würde ihr täglich Schmuck und andere Geschenke kaufen.
Wie das Schicksal es wollte, bekam jede der Prinzessinnen ihren gewünschten Verehrer. Schließlich wandte sich der König an den Wahrsager. Es sollte prüfen, unter welchem Stern diese sich anbahnenden Romanzen standen. Schließlich ging es um die Zukunft des Königreiches.
Der Gelehrte traute sich nicht, dem König auch nur das zu erzählen, was dieser hören wollte und machte sich auf dem Weg zu einem geheimen Liebesorakel. Dieses war nur wenigen Eingeweihten bekannt und sollte angeblich stets einen passenden Orakelspruch bereithalten.
Doch die Antworten des Liebesorakels waren gar nicht das, was der Wahrsager sich erhoffte. Er erhielt die widersprüchlichsten Prophezeiungen. Nur selten ergab die vorausgesehene Zukunft einen Sinn. Sie rannte regelrecht davon, wenn der Wahrsager sie zu erfassen versuchte.
Schließlich kehrte der Gelehrte heim zu dem König und den drei ungeduldig wartenden Prinzessinnen. Alle wollten sie wissen, was der kluge Hellseher in Erfahrung bringen konnte. Dieser dachte lange nach, bevor er den Prinzessinnen wie auch dem König seinen Segen gab. Und das tat er ohne Bedenken. Er hatte zwar keine Ahnung, wie sich die Ehen der Schestern entwickeln sollten, doch er wusste, dass Liebe im Spiel war. Denn nur diese konnten eine alte Einrichtung wie das Liebesorakel derart zum Rotieren bringen, wie es der Fall war, als der Wahrsager die Partnerschaften der drei Prinzessinnen vorhersehen wollte.
Von GabiEP am
22. Mai 2008 veröffentlicht
Ich glaubte, als ich träumte, dachte ich, dass ich ihren schlanken, warmen Körper in mich eingerollt atmen spürte, indem sich Brustkorb sanft ausdehnte und wieder in sich zusammenfiel. Ich tat alles, um nicht doch in betrügerischen Schlaf zu fallen, da ich keine Nanosekunde des Spürens dieses atmenden Fleisches versäumen wollte, dachte ich, als ich glaubte, dass ich träumte. Ich glaubte, als ich träumte, dass ich mich frug, ob es mir gelänge, unseren Herzschlag willentlich zu synchronisieren, indem ich meinen Atem anhielt oder in kürzerer Frequenz kleine Atemstöße einsog und ausspieh.
Ich glaubte, als ich träumte, dachte ich, ich hätte sie nicht verdient und man würde mich deshalb strafen, hart bestrafen, weil ich sie geschändet, ihr meine ganze Liebe geschenkt und die ihrige anzunehmen gewagt hatte. Man müsste sie noch weitaus stärker lieben als die stärkste Liebe, dachte ich, als ich glaubte, dass ich träumte. Ich glaubte, als ich träumte, dass ich mich frug, ob Liebe gesättigt sein könne, bis hin zum Überdruss und Ekel. Darüber schlief ich ein, dachte ich, als ich träumte.
Als ich aufwachte, dachte ich, ich glaubte, dass jeder Mensch einen anderen Menschen brauche, erst zweisam menscht der Mensch, könnte man meinen, als ich träumte. Nur die Liebe existiert auf allen Bewusstseinsebenen gleichermaßen, gleichzeitig, gleichgültig. Ich glaubte, ich dachte, dass ich aufgewacht war, als ich meine Einsamkeit spürte, zunächst als kalten, immer eisiger werdender Lufthauch, dann als Dekonstruktion der Differenz zwischen Mensch und Tier, als antiintelligible, reine Sorge um sich selbst. Was stellt das Alleinsein mit dir bloß an, fragte ich mich weinerlich selbstbesorgt, als ich dachte, ich glaubte, ich sei aufgewacht. Könnte man doch nur schlafen, seine eigene Einsamkeit verschlafen, forderte ich, bevor ich entschlief.
Ich glaubte, als ich träumte, dachte ich, kein Wort, das je über Mann und Frau gesprochen wurde, sei wahr – nicht gelogen, aber auch nicht wahr. Die Liebe ist ganz anders, sie bedarf nicht einmal eines Selbstzweckes, sie ist einfach und begründet damit alles Seiende, spekulierte ich, als ich träumte, dass ich denke.
Ich glaubte, als ich träumte, sie läge atmend bei mir, dass ich dachte, es bestünde die Gefahr, sich auszulieben, sich zu überlieben, doch dehnt sich der heterotopische Raum der Liebe umso stärker aus, je tiefer man in ihn eindringt. Als verorteter Nicht-Ort verbleibt die Liebe immer, was sie ist, ohne Selbstzweck, ohne Sinn, ziellos, erfüllt, ganz sich selbst, träumte ich, als ich glaubte, dass ich dachte. Die Liebe eines anderen Menschen ist der einzige Weg für ein holistisches, wahrhaftiges Kennenlernen der Welt, alles andere bleibt Fragment, Rudiment.
Während ich träumte, überlegte ich mir, dass ich mich frug, welche eine Kraft das Verlieben eigentlich darstelle, ja, es müsse doch eine Kraft sein oder so etwas, eine Kraft, welche die Welt im Innersten … nein, das wohl doch nicht, dachte ich mir, als ich glaubte, dass ich träumte. Sich ganz an ihr festzulieben, sich in sie hineinzulieben – das müsste das größte Glück sein.
Jeder glaubt, wenn er träumt, dass er glaubt, er habe unglaublich viel Liebe zu geben, die nur von irgendjemandem abgerufen werden müsse, quasi wie einen sehr großen Lagerbestand, luxuriös zwar in Zeiten des Just-in-time, doch nicht verringerbar ohne eine feste Partnerschaft, eine Partnerschaft, die jeder erträumt, wenn er glaubt, was er sich wünscht, wenn er denkt.
Ich glaubte, als ich träumte, dachte ich, dass kein größeres Glück denkbar sei als einen Menschen zu lieben, so sehr zu lieben, dass man auch den Menschen liebt, den dieser Mensch aus einem selbst gemacht hat durch seine Liebe und dadurch, dass er sich lieben lässt. Die translatorischen Verluste sind erheblich zu hoch, wenn man die Liebe sprachlich zu fassen sucht, da sie ein ganz eigenes Zeichensystem darstellt, das sich gewaltsam gegen jede Entzifferung zu sperren sucht, dachte ich, als ich glaubte, dass ich träumte. Wie eine Krypta, die als solche nur im Verborgenen existiert, wie ein Mythos, der nur in der Vorgeschichte leben kann, wie das Nichts, das niemals Bedeutung erlangen können wird, bleibt die Liebe so sehr rätselhaft, dass man ihr mit keiner Kryptonymie ihr näher kommen kann, verglich ich, als ich träumte, dass ich dachte. Die Liebe ist hermetisch und doch für alle offen, sie überkommt alles und jeden, macht farbloses bunt, verleiht Sinn und Bedeutung zugleich, ist also zugleich Referent und dessen Bezeichnung.
Ein Traum hat nicht dieselbe Bedeutung wie die Realität, dachte ich, als ich realisierte, dass ich glaubte, dass ich träume. Wie aber kann Bedeutung hierarchisiert oder sonstwie bewertet werden, wenn die Bewusstseinsebenen gar nicht mehr bewertbar, untrennbar verschmolzen sind, frug ich mich, als ich träumte, dass ich dachte. Das Verlieben ist eine Art Dating mit der Unendlichkeit, mit dem ganz Großen, dessen man niemals gewachsen sein könnte, das man aber dennoch, Sisyphos gleich, unablässig sich einzuverleiben sucht. Der größte Feind der Liebe, träumte ich, als ich glaubte, ich denke, ist keineswegs der Hass. Die Liebe und der Hass sind einfach sehr verschiedene Brüder, die sich nicht mögen aber unabhängig voneinander existieren können: Man kann also sowohl gleichzeitig lieben als auch hassen, Hass und Liebe haben den gemeinsamen Feind, dachte ich, dass ich träumte, dass ich glaubte: die Gleichgültigkeit, nur die Gleichgültigkeit kann die Liebe besiegen und auch den Hass, unmöglich kann man nur die Liebe oder nur den Hass besiegen, nein, man kann nur beides gleichzeitig zerstören, das ist ja das Schlimme, beklagte ich, als ich träumte, dass ich dachte.
Und dann plötzlich drehte sich alles: Ich glaubte, dass ich träumte, dass ich dachte, der Traum sei vorbei. Eine Sekunde lang, hoffte ich, dass ich glaubte, ich selbst könne über die Beendigung des Traums bestimmen oder seine Dauer zumindest etwas beeinflussen, nur ein Weilchen noch, bitte, bitte, nur eine Minute. Aber ich war mir gar nicht sicher, ob ich weiterträumen wollte, dachte ich, als ich träumte, dass ich glaubte. Ich meinte, es sei die reine Liebe, welche mich als einzige es vermöchte, mich aus dem Traum zu wecken, aus einem Traum der Einsamkeit und der Kälte, während einem der Alb auf der Brust das Leben allmählich ausdrückt, die Animierte entgleitet, der letzte Hauch schwindet, dachte ich, während ich träumte, dass ich glaubte, dass ich stürbe.