Faszination K E N I A
Von Lo-Com am 7. Mai 2010 veröffentlicht
Es ist sehr schwer zu beschreiben, weshalb Kenia auf so viele Menschen diese unglaubliche Faszination ausübt.
Die meisten Kenia-Reisenden sagen: Entweder man liebt Kenia und kommt immer wieder oder man hasst es.
Die erste Reise nach Kenia, wir wissen über dieses Land recht wenig. Wilde Tiere wie der Löwe, Gnu’s, Giraffen und Zebra’s kennen wir nur vom Fernsehen.
Beim Landeanflug auf Mombasa sieht man eine grüne Hügellandschaft, einen Fluss und kleinere Dörfer. Es regnet, sanfter Nieselregen. Die Stewardess teilt mit, dass die Außentemperatur am frühen Morgen 28° C beträgt und die Luftfeuchtigkeit sehr hoch ist. Regen und Hitze – kaum vorstellbar – kurz verschlägt es beim Aussteigen aus dem Flugzeug einem den Atem. Die Kleidung beginnt am Körper zu kleben –es riecht sehr intensiv nach nassem Gras, Blüten und Kerosin der Maschinen.
Zollkontrolle – der erste kenianische Stempel im Reisepass.
Die Fahrt zum Hotel führt vorbei an den Hütten der Kenianer durch Mombasa. Dort herrscht bereits geschäftiges Treiben, überall Afrikaner, die zur Arbeit eilen. Dann führt die Fahrt durch ein Villenviertel – traumhaft schöne Häuser in wundervollen Gärten mit Palmen und Bougainville in allen Farben.
Ankunft im Hotel – ein Willkommensdrink wird gereicht – frischer Saft, gekühlt, das Glas mit Blüten verziert. Bezug des Zimmers, Frühstück, Koffer auspacken. Man ist müde, fühlt sich schmutzig und ausgelaugt nach dem langen Flug. Und trotzdem, nach einer Dusche spürt man die Neugier in sich aufsteigen, man geht los, die Umgebung erkunden.
Wunderschön die Grünanlage der Hotels. Der Weg führt über Natursteinplatten hinunter zum Strand – überwältigend der Anblick vom Indischen Ozean. Diese Farben, alle Variationen von Blau und das fast an Schnee grenzende Weiß des feinkörnigen Sandstrandes. Dann das Grün der Palmen, die fast bis ans Meer reichen.
Abends ist man erstaunt, wie schnell es dunkel wird. Es gibt keine richtige Dämmerung, die Sonne versinkt sehr rasch am Horizont. Aber auch der Sonnenuntergang ist ein Traum. Je nach Jahreszeit in den Farben völlig unterschiedlich – von tiefem Rot bis zu sanftem Blau.
Nachts die unbekannten Geräusche – laut zirpende Grillen, es raschelt im Gebüsch, die Palmblätter bewegen sich raschelnd im Wind, Nachtvögel rufen. Die Sterne scheinen näher und vielzähliger zu sein als in der schönsten Sternennacht im europäischen Sommer. Der Vollmond ist größer und nimmt in liegender Lage – umgekehrt als zuhause – zu. Fledermäuse fliegen lautlos umher.
Es entwickelt sich ein neues Bewusstsein für die Umgebung. Man beginnt eher auf die verschiedenen Geräusche zu hören, die Gerüche der Pflanzen, der Luft überhaupt scheint sich zu intensivieren. Die Sonne wird als wohltuender und wärmender empfunden, der Wind scheint sanfter zu wehen. Der Himmel ist blauer und niemals zuvor gesehene riesige, wunderschöne Wolkenformationen türmen sich am Horizont.
Dann die Safari. Wir sehen zum ersten Mal frei in der Natur lebende Löwen, Giraffen, Zebra’s, Gnu’s, Büffel – es scheint irreal und ist doch absolut überwältigend. Auch die grünen Weiten des Buschlandes – als ob dieses einen aufsaugt, man verliert sich – fühlt sich so unendlich frei – und erstaunlicherweise unsagbar geborgen.
Die Kenianer – man ist sich fremd, die andere Hautfarbe scheint eine Barrière aufzubauen. Wir werden anfangs gemustert, beobachtet und irgendwie auf Distanz gehalten. Doch dann kommt man ins Gespräch. Interessante Gespräche über das Leben, Gott und auch aktuelle Politik. Einladungen werden ausgesprochen, wir besuchen die Menschen in ihren Häusern. Sie leben ganz anders als wir, es entsteht der Eindruck ärmlicher. Nein, sie sind zufrieden mit dem, was sie haben – der Herr gibt und nimmt. Ist das nicht das, was sich jeder wünscht – das Leben bewusst zu leben?
Es ist, als ob man in Kenia endlich zur Ruhe kommt – das Eigentliche gefunden hat und dies, obwohl wir mit Laptop im Gepäck reisen um unseren Online Fachhandel für Hydraulikzylinder auch vom Urlaub aus weiterführen können, d. h. trotz Arbeit finden wir zu innerer Ruhe und Ausgeglichenheit. Auch treffen wir oft bekannte Gesichter am Flughafen – alles Menschen, auf die Kenia eine tiefe Faszination ausübt – und die, wie wir, immer wieder dorthin zurück gehen – in die zweite Heimat, nach Afrika, die Wiege der Menschheit.
All dies übt eben die Faszination Kenias aus.
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