Von engel am
4. Juli 2010 veröffentlicht
Kurzgeschichte Christliche Partnersuche
Ich war ungefähr 2 Jahre Single und habe mich immer mehr nach einem neuen Partner gesehnt. Ich mich auf christliche Partnersuche begeben, da ich der Meinung bin, dass die Religionszugehörigkeit in einer Beziehung eine große Rolle spielt.
Mit meinem Ex – Partner habe ich schlechte Erfahrungen gemacht, ganze 3 Jahre waren wir zusammen, aber es gab häufig Streit. Ich selbst bin deutsche und christlich erzogen wurden, bereits mit 2 Jahren wurde ich getauft. Später folgte dann der Konfirmandenunterricht u regelmäßige Kirchengänge am Sonntag. Als ich meinen damaligen Freund kennenlernte, verbrachten wir sehr wir Zeit miteinander, sodass ich meine religiösen Pflichten vernachlässigte. Hinzukommt das er türkischer Herkunft war und demnach dem moslemischen Glauben angehörte. Am Anfang haben wir gar keine Probleme damit gehabt, doch umso länger wir zusammen waren, umso mehr standen wir mit den verschiedenen Wertevorstellungen in einem Konflikt. Häufig fingen wir an zu streiten, weil jeder eine andere Vorstellung von den gemeinsamen Lebensweisen und auch von einer Partnerschaft hatte. Es fing schon an mit der Kleidung, seiner Meinung nach kleidete ich mich zu freizügig.
In der Partnerschaft mussten wir viele Kompromisse eingehen, damit jeder auf seine Art wenigstens relativ zufrieden mit dem Anderen ist. Da wir beide vollzeitig berufstätig waren hatten wir nur am Wochenende Zeit für uns. Doch eigentlich nie wirklich ein ganzes Wochenende für uns alleine. Jeden Freitag besuchte er die Moschee und ich am Sonntag die Kirche, der einzige freie Tag, war der Samstag. Die mangelnde Zeit, die uns dann noch blieb, nutzen wir natürlich zum Streiten, meistens über religiöse Themen. Es vorabzusehen nach kurzem folgte die Trennung. Es war eine sehr schmerzhafte Zeit für mich, denn trotz allem liebte ich ihn noch. Doch fest stand, dass wir getrennt bleiben müssen! Die ethnische Herkunft und die damit verbundenen kulturellen Hintergründe waren einfach zu verschieden und sorgten häufig für Probleme.
Nachdem ich die Trennung vorüber war, habe ich mir eine genaue Vorstellung von meinem Partner gemacht. Da es mir sehr wichtig ist, dass wir die gemeinsamen Interessen und Wertevorstellungen teilen, sollte mein neuer Partner Christ sein. Eine christliche Partnerschaft, das ist das was ich wollte. Gemeinsame Feste feiern, in die Kirche gehen und gemeinsam über die Religion sprechen zu können und das alles ohne davor streiten zu müssen, wäre fantastisch! Also begann ich mit meiner christlichen Partnersuche, doch wo ich anfangen sollte, war mit nicht ganz klar. In meiner Gemeinde waren bereits alle vergeben oder sogar verheiratet und eine andere Möglichkeit ist mir nicht eingefallen. Bis zu dem Tag als ich im Fernsehen eine Werbung über eine christliche Partnervermittlung sah. Ich setze mich an den Computer und meldete mich sofort da an. Eine gewisse Skepsis war schon vorhanden, aber nur so lange bis mir ein attraktiver Mann schrieb. Ein christlicher Single aus meiner Nähe und er war einfach etwas Besonderes. Nach einigen Online Dates haben wir ein Treffen vereinbart, ich war total aufgeregt! Schon bei dem ersten Date wusste ich, dass Gott mir ein Engel geschickt hat! Wir trafen uns immer öfter und so entwickelte sich eine liebevolle Partnerschaft. Inzwischen ist das über ein Jahr und ich bin sehr glücklich mit meinem neuen Partner.
Endlich habe ich jemanden gefunden, der mit mir zusammen, nach den christlichen Werten lebt und mit mir die Liebe zur Religion teilt.
Von GabiEP am
22. Mai 2008 veröffentlicht
Ich glaubte, als ich träumte, dachte ich, dass ich ihren schlanken, warmen Körper in mich eingerollt atmen spürte, indem sich Brustkorb sanft ausdehnte und wieder in sich zusammenfiel. Ich tat alles, um nicht doch in betrügerischen Schlaf zu fallen, da ich keine Nanosekunde des Spürens dieses atmenden Fleisches versäumen wollte, dachte ich, als ich glaubte, dass ich träumte. Ich glaubte, als ich träumte, dass ich mich frug, ob es mir gelänge, unseren Herzschlag willentlich zu synchronisieren, indem ich meinen Atem anhielt oder in kürzerer Frequenz kleine Atemstöße einsog und ausspieh.
Ich glaubte, als ich träumte, dachte ich, ich hätte sie nicht verdient und man würde mich deshalb strafen, hart bestrafen, weil ich sie geschändet, ihr meine ganze Liebe geschenkt und die ihrige anzunehmen gewagt hatte. Man müsste sie noch weitaus stärker lieben als die stärkste Liebe, dachte ich, als ich glaubte, dass ich träumte. Ich glaubte, als ich träumte, dass ich mich frug, ob Liebe gesättigt sein könne, bis hin zum Überdruss und Ekel. Darüber schlief ich ein, dachte ich, als ich träumte.
Als ich aufwachte, dachte ich, ich glaubte, dass jeder Mensch einen anderen Menschen brauche, erst zweisam menscht der Mensch, könnte man meinen, als ich träumte. Nur die Liebe existiert auf allen Bewusstseinsebenen gleichermaßen, gleichzeitig, gleichgültig. Ich glaubte, ich dachte, dass ich aufgewacht war, als ich meine Einsamkeit spürte, zunächst als kalten, immer eisiger werdender Lufthauch, dann als Dekonstruktion der Differenz zwischen Mensch und Tier, als antiintelligible, reine Sorge um sich selbst. Was stellt das Alleinsein mit dir bloß an, fragte ich mich weinerlich selbstbesorgt, als ich dachte, ich glaubte, ich sei aufgewacht. Könnte man doch nur schlafen, seine eigene Einsamkeit verschlafen, forderte ich, bevor ich entschlief.
Ich glaubte, als ich träumte, dachte ich, kein Wort, das je über Mann und Frau gesprochen wurde, sei wahr – nicht gelogen, aber auch nicht wahr. Die Liebe ist ganz anders, sie bedarf nicht einmal eines Selbstzweckes, sie ist einfach und begründet damit alles Seiende, spekulierte ich, als ich träumte, dass ich denke.
Ich glaubte, als ich träumte, sie läge atmend bei mir, dass ich dachte, es bestünde die Gefahr, sich auszulieben, sich zu überlieben, doch dehnt sich der heterotopische Raum der Liebe umso stärker aus, je tiefer man in ihn eindringt. Als verorteter Nicht-Ort verbleibt die Liebe immer, was sie ist, ohne Selbstzweck, ohne Sinn, ziellos, erfüllt, ganz sich selbst, träumte ich, als ich glaubte, dass ich dachte. Die Liebe eines anderen Menschen ist der einzige Weg für ein holistisches, wahrhaftiges Kennenlernen der Welt, alles andere bleibt Fragment, Rudiment.
Während ich träumte, überlegte ich mir, dass ich mich frug, welche eine Kraft das Verlieben eigentlich darstelle, ja, es müsse doch eine Kraft sein oder so etwas, eine Kraft, welche die Welt im Innersten … nein, das wohl doch nicht, dachte ich mir, als ich glaubte, dass ich träumte. Sich ganz an ihr festzulieben, sich in sie hineinzulieben – das müsste das größte Glück sein.
Jeder glaubt, wenn er träumt, dass er glaubt, er habe unglaublich viel Liebe zu geben, die nur von irgendjemandem abgerufen werden müsse, quasi wie einen sehr großen Lagerbestand, luxuriös zwar in Zeiten des Just-in-time, doch nicht verringerbar ohne eine feste Partnerschaft, eine Partnerschaft, die jeder erträumt, wenn er glaubt, was er sich wünscht, wenn er denkt.
Ich glaubte, als ich träumte, dachte ich, dass kein größeres Glück denkbar sei als einen Menschen zu lieben, so sehr zu lieben, dass man auch den Menschen liebt, den dieser Mensch aus einem selbst gemacht hat durch seine Liebe und dadurch, dass er sich lieben lässt. Die translatorischen Verluste sind erheblich zu hoch, wenn man die Liebe sprachlich zu fassen sucht, da sie ein ganz eigenes Zeichensystem darstellt, das sich gewaltsam gegen jede Entzifferung zu sperren sucht, dachte ich, als ich glaubte, dass ich träumte. Wie eine Krypta, die als solche nur im Verborgenen existiert, wie ein Mythos, der nur in der Vorgeschichte leben kann, wie das Nichts, das niemals Bedeutung erlangen können wird, bleibt die Liebe so sehr rätselhaft, dass man ihr mit keiner Kryptonymie ihr näher kommen kann, verglich ich, als ich träumte, dass ich dachte. Die Liebe ist hermetisch und doch für alle offen, sie überkommt alles und jeden, macht farbloses bunt, verleiht Sinn und Bedeutung zugleich, ist also zugleich Referent und dessen Bezeichnung.
Ein Traum hat nicht dieselbe Bedeutung wie die Realität, dachte ich, als ich realisierte, dass ich glaubte, dass ich träume. Wie aber kann Bedeutung hierarchisiert oder sonstwie bewertet werden, wenn die Bewusstseinsebenen gar nicht mehr bewertbar, untrennbar verschmolzen sind, frug ich mich, als ich träumte, dass ich dachte. Das Verlieben ist eine Art Dating mit der Unendlichkeit, mit dem ganz Großen, dessen man niemals gewachsen sein könnte, das man aber dennoch, Sisyphos gleich, unablässig sich einzuverleiben sucht. Der größte Feind der Liebe, träumte ich, als ich glaubte, ich denke, ist keineswegs der Hass. Die Liebe und der Hass sind einfach sehr verschiedene Brüder, die sich nicht mögen aber unabhängig voneinander existieren können: Man kann also sowohl gleichzeitig lieben als auch hassen, Hass und Liebe haben den gemeinsamen Feind, dachte ich, dass ich träumte, dass ich glaubte: die Gleichgültigkeit, nur die Gleichgültigkeit kann die Liebe besiegen und auch den Hass, unmöglich kann man nur die Liebe oder nur den Hass besiegen, nein, man kann nur beides gleichzeitig zerstören, das ist ja das Schlimme, beklagte ich, als ich träumte, dass ich dachte.
Und dann plötzlich drehte sich alles: Ich glaubte, dass ich träumte, dass ich dachte, der Traum sei vorbei. Eine Sekunde lang, hoffte ich, dass ich glaubte, ich selbst könne über die Beendigung des Traums bestimmen oder seine Dauer zumindest etwas beeinflussen, nur ein Weilchen noch, bitte, bitte, nur eine Minute. Aber ich war mir gar nicht sicher, ob ich weiterträumen wollte, dachte ich, als ich träumte, dass ich glaubte. Ich meinte, es sei die reine Liebe, welche mich als einzige es vermöchte, mich aus dem Traum zu wecken, aus einem Traum der Einsamkeit und der Kälte, während einem der Alb auf der Brust das Leben allmählich ausdrückt, die Animierte entgleitet, der letzte Hauch schwindet, dachte ich, während ich träumte, dass ich glaubte, dass ich stürbe.