Short Story

Kurzgeschichten mit Links

Die Shoppingfee

Von MJ am 4. November 2010 veröffentlicht

Rote Zahlen wohin das Auge blickt. An diesen Anblick hat sich Estelle schon lange gewöhnt. Sie kann sich kaum daran erinnern, ihren Kontostand einmal im Plus gesehen zu haben. Zu verführerisch die Verlockungen der Innenstadt, zu anziehend die Angebote der Internetshops. Kein Trend geht an Ihr vorüber, egal ob nun angesagte Clogs, teure Jeans oder ein schimmerndes Schmuckstück – Estelle kann ohne nicht leben. Doch als Studentin und ohne festes, geregeltes Einkommen ist es nicht einfach, mit dieser Shoppingsucht zu leben. Fast schon verzweifelt liegt die 23-Jährige daher auf der Couch und kontrolliert Kontoauszüge, Rechnungen und Belege. Aber egal wie man das Blatt auch wendet: So kann es nicht weiter gehen. Gefesselt von den vielen Zahlen überhört Estelle auch beinahe die Türglocke. Im letzten Moment erreicht sie daher erst den Postboten, der schon die erste Treppenstufe nach unten nehmen will. „Frau Moser, ein Paket für Sie“, trällert der stets gut gelaunte Postbote ihr Entgegen. Estelle unterschreibt schnell das elektronische Formular und legt das Päckchen zunächst bei Seite und widmet sich weiter ihrem Papierchaos, das Sie bis zum Abend beheben will. Schließlich haben sich ein paar Freunde zum Besuch angekündigt und die wollen höchst ungerne auf alten Rechnungen Platz nehmen.

In diesem Durcheinander vergisst Estelle daher auch zunächst das kleine Päckchen, das neben der Couch beinahe unter einem großen Haufen an Papier und Zetteln verschwindet. Erst ein Anruf ihrer Mutter ruft Estelle wieder die Postsendung vor Augen. Was hat ihre Mutter am Telefon gesagt? Ein Erbstück von Tante Josephine, der Verwandten, die Estelle nur einmal vor 15 Jahren begegnet ist und die danach zu einer Weltreise aufgebrochen ist, aus der sie nie wieder zurückkehrte? Hastig öffnet Estelle daher das Paket und hält schließlich ganz erstaunt eine Karaffe aus dunklem Glas in Händen, an der ein Zettel befestigt ist. „Nur im Notfall öffnen“ steht auf dem kleinen Stück Papier. „Na wenn das kein Notfall ist“, denkt sich Estelle und zieht den Verschluss aus der Karaffe. Ein Plopp und…..nichts! Vorsichtig blickt sie mit einem Auge ins Innere und erkennt dort….nichts. Immerhin was für die Fensterbank, denkt sich Estelle und lässt so verträumt beinahe die Karaffe aus der Hand fallen, als ein unerklärlicher Nebel aus der Öffnung empor steigt. Ein Flaschengeist erscheint aus diesem Dampf und lässt Estelle das Blut in den Adern gefrieren. Bevor Sie aber um Hilfe schreien kann, öffnet der Geist seinen Mund und spricht in einer hellen Frauenstimme. „Hallo Estelle, deine Großtante hat mir schon von dir erzählt. Ich bin eine Shoppingfee und kann deine Träume war werden lassen.“ „Ich sollte früher zu Bett gehen“, sagt Estelle leise zu sich selbst und reibt sich verwundert die Augen.

„Keine Sorge“, lacht die Shoppingfee. „Ich werde dir kein Leid zufügen.“ Du hast ab heute jeden Tag einen Einkaufswunsch frei. Du sagst mir, was du gerne möchtest und ich zaubere es dir herbei.“ Estelle glaubt nicht das, was sie da hört. Jeden Tag ein Wunsch? Jeden Tag ein paar neue Tops? Eine neue Tasche oder gar ein neues Auto? „Also, was ist dein erster Wunsch?“ „Wie wäre es mit einer neuen Winterjacke? Es ist schon kalt draußen.“ „Dein Wunsch sei mir Befehlt“, entgegnet die Fee und zaubert aus dem nichts einen wunderschönen Mantel hervor, der Estelle auf Anhieb passt. Ist das die Lösung für die Probleme der jungen Studentin?

Fortsetzung folgt…

BH-Shopping Extase

Von Miss-BH am 17. September 2009 veröffentlicht

Meine kleine Kurzgeschichte beginnt an einem sonnigen Samstagmorgen. Ich bin noch am frühstücken und meine Freundin klingelt gerade an der Tür. „So früh?“ rief ich ihr zu und öffnete dabei die Tür. Sie grinste mich an und kam herein. Sie setzte sich noch kurz zu mir an den Frühstückstisch. Als ich fertig war ging ich mich schnell umziehen. Einfach schnell den auf dem Boden liegenden Passionata Dessous angezogen, Madonna top, Jeans, Socken und los geht’s.

Wir machten unsere monatliche Shopping-Tour durch die Stadt. Wir klapperten alle große Geschäfte der Stadt ab. In dem einen gab es so viele tolle BHs. Die Hälfte unserer Einkäufe waren BHs, Dessous, also allgemein gesagt Unterwäsche.

Es hat tierischen Spaß gemacht mit ihr. Leider habe ich erst die Wochen danach bemerkt, dass die BHs die wir gekauft haben mir gar nicht richtig passen. Fast alle BHs drückten oder zwickten irgendwo oder waren zu groß oder zu klein :( Wir waren wohl so in Shopping-Extase, dass uns das beim Anprobieren gar nicht aufgefallen ist… Naja aber zum Glück ist eine Freundin von uns Schneiderin. Sie hat uns dann zumindestens ein paar BHs retten können und sie uns zurechtgeschneidert. Es hat uns zwar im Endeffekt ein bisschen geärgert, aber ein lustiges Erlebnis war es trotzdem.