Short Story

Kurzgeschichten mit Links

Der Alltag überlistete mich

Von Hickey1 am 2. September 2009 veröffentlicht

Der Wecker klingelte Punkt 6Uhr morgens. Ich musste mich diesmal wieder richtig aus dem Bett rausqüälen. Mir kam es so vor als wäre ich gerade erst eingeschlafen und ich hätte noch ein paar Stunden zu schlafen. Ich war noch total benebelt, als hätte ich gestern Abend ein paar Bier getrunken. Aber die Nacht war schon wieder vorbei. Ich arbeitete in der letzten Zeit sehr hart, weiß manchmal gar nicht mehr wo ich anfangen soll, wo vorne und hinten ist. Ich stand auf und ging ins Bad, schaute in den Spiegel und sah wie fertig ich aussah. Ich nahm meine Hände voll kaltem Wasser und rieb sie mir ins Gesicht, um versuchen etwas frischer auszusehen. Aber es half nichts. Ich zog mich an und musste auch sofort los, da ich diesmal zur Arbeit laufen musste, da mein Fahrrad einen Platten hatte und ich seit Tagen zu faul bin diesen zu flicken. Außerdem habe ich dafür gar keine Zeit. Davor gab ich aber wie jeden Tag Futter in mein Aquarium zu den Fischen. Die Fische waren in der letzten Zeit meine einzigen Freunde, mehr Zeit hatte ich einfach nicht für jemand anderen. Ich ging aus dem Haus und wollte schnell noch auf dem Weg zu meinem Bäcker, um wenigstens etwas kleines zu essen. Denn erst gegen Mittag hätte ich wieder die Möglichkeit gehabt etwas zu essen. Und bis dahin kommt es mir oft wie eine ewigkeit vor. Komischerweise war es diesmal gar nicht voll beim Bäcker, denn sonst stehen um diese Zeit eine Menge Leute an, die auch noch schnell etwas kaufen möchten, bevor sie sich hektisch weiter zu ihrem Job machen. Ich fand es gut und war sofort an der Reihe und hatte somit wieder Fünf Minuten gut gemacht. Ich lief weiter zur Arbeit und es fiel mir auf, dass die Straßen ziemlich leer waren, sonst ist hier an den Kreuzungen doch immer reger Verkehr, die ganzen Pendler die aus den Nachbarstädten kommen. Aber daran hielt ich ich mich nicht lange auf, ich war immernoch dabei erstmal wach zu werden. Ich dachte eher an die Stellenanzeigen die ich neulich in der Zeitung laß, weil mir der Job doch etwas über den Kopf wächst. Denn momentan gibt der Stellenmarkt einiges für mich und meine Qualikationen her. Ich lief weiter und überlegte in der Zeit weiter welche Aufgaben ich die letzten Tage alles nicht geschafft habe und noch beenden muss. Der Chef wird wohl wieder Stunk machen und den ganzen Tag schlechte Laune haben. So wie ich, denn wenn er am Tag zehnmal zu mir ins Büro kommt und ständig neue Aufgaben und Prioriäten erklärt sehe ich auch kein Land in Sicht und habe wie jeder sicherlich verstehen kann nicht die beste Laune. Wenn ich da meine Mitarbeiter beobachte, die zwischenzeitlich noch 20 Minuten mit der Freundin telefonieren und zigmal zum Rauchen gehen kommt mir das schon etwas spanisch vor. Wenn ich mich nicht täusche haben die sich doch auf das gleiche Stellenangebot beworben wie ich. Nur kam es mir noch nie so vor, als ob diese Leute den gleichen Stress wie ich haben oder so viele Überstunden machen wie ich. Mit ihnen macht der Chef sogar ab und zu Witze und das vor meiner Anwesenheit. Sie lachen zusammen und haben einen lockeren Umgangston. Hinzukommt, dass der Chef selbst oft von seinem Privatleben erzählt und mir dieses immer vorenthält. Wenn er zu mir kommt hat er immer nur negative Nachrichten für mich oder eben neue Aufgaben, die so schnellst wie möglich zu bearbeiten sind. Was er den Kollegen erzählt erfahre ich immer erst viel später von den anderen Kollegen. Diese meinen aber, er verhält sich doch zu jedem Mitarbeiter gleich. Aber so ist es nicht. Manchal denke ich auch, dass einige Mitarbeiter gegen mich sind und mich nicht ganz ernst nehmen, obwohl ich von allen als erster hier angefangen habe zu arbeiten. Normalerweise müssten ja alle neuen Mitarbeiter vor den bereits Arbeitenden Respekt haben. Aber hier läuft einiges anders so wie ich mir das eigentlich vorstelle. Viele solcher Gedanken schwirrten in meinem Kopf umher, dazu musste ich noch immer mit meiner Müdigkeit kämpfen. Ich träumte sogar diese Nacht wieder über meine Arbeit, da mich das wohl so sehr beschäftigt. Der Traum spiegelte sogar die Realität wieder. Ich musste als einziger Überstunden machen und bis Mitternacht im Büro bleiben. Dazu alterte ich in diesem Abend körperlich um 10 Jahre, ich bekam einen grauen Bart und bekam einen dicken Bierbauch. Ich selbst bekam dieses gar nicht mit. Am nächsten Tag lachten mich alle aus wie ich aussah und ich wurde durch einen jüngeren neuen Mitarbeiter ersetzt und wurde einfach so rausgeschmissen. Es war ein schlimmer Traum. Ich kam nun endlich nach einem langen und schnellen Fussmarsch am Bürogebäude an, total durchgeschwitzt und abgekämpft. Für Sport hatte ich auch keine Zeit mehr, denn sonst bin ich eigentlich ganz fit. Auf dem Parkplatz vor dem Gebäude stand aber noch nicht auf dem fest reservierten Parkplatz das Auto von meinem Chef. So dachte ich mir, er wird wohl schon wieder außer Haus sein, um zu einem Meeting zu fahren. Obwohl es für die Zeit nun wirklich zu früh war. Ich ging zu der Tür des Bürokomplexes und klingelte, sodass mir unsere Sekretärin die Tür aufmacht. Aber da tat sich nichts. Ich klingelte und klingelte aber keiner machte auf. Darauf kam mir urplötzlich ein Blitzgedanke, ich schaute auf meine Uhr auf das Datum und sah dass heute Samstag ist. Ich konnte es nicht fassen, jetzt erklärten sich auch alle Dinge, die mir auf dem Weg bisher komisch vorkamen. Es ist Wochenende. Durch meinen Trott wusste ich schon gar nicht mehr welcher Tag es ist, da ich so gestresst von Tag zu Tag von früh bis abends arbeitete. In dieser Situation wusste ich, so kann es nicht weiter gehen. Auf dem Heimweg kaufte ich mir noch eine Tageszeitung mit neuen Jobangeboten, um nun endlich einen Neuanfang zu wagen. Als ich zu Hause war fühlte ich mich richtig schlecht und ich legte mich wieder in mein Bett und schlief bis in die Mittagsstunden durch.