Short Story

Kurzgeschichten mit Links

Schlacht um Exa-Nano

Von eftos am 11. Mai 2010 veröffentlicht

Tunnel Sci-Fi Trilogy -I- Das Königreich der Tausend
(XXIX) Schlacht um Exa-Nano
Leise, in Maschinensprache kommunizierend, schleicht eine Spähtruppe Exa-MIL Bots durch die karge Landschaft. Diese Quadriga befindet sich etwas außerhalb Machine City II in der Steppe auf dem Trabanten Exo des Pak Prime im Indi System.
Vorrangiges Ziel der Mission ist die Selbstständigkeit der Roboter zu verbessern um auf unvorhergesehenes Eigenverantwortlich zu reagieren. Technisch gesehen huscht also ein bewegliches Neuronales Netzwerk durch die Gegend.
Ihre Köpfe kreisen. Sie scannen das Umland. Jeden Springbeutler den sie entdecken, jeder Etto in der Luft ist ein Nutzdatum, bringt Gewinn in Ihre Matrix. Freilich sind sie weit entfernt davon zu sagen wie langweilig es eigentlich hier außen zugeht, im Gegenteil: Genau das haben sich die Techniker für diese Mission gewünscht.
Keiner weiß so richtig wie sie auf erheblich überraschendes reagieren würden beziehungsweise ob Ihr Neuronalspeicher dann eine kognitive Handlung parat hätte. Aber was soll schon großartig passieren? Ein Angreifender Etto? Ein Springbeutler der ‚Hallo‘ ruft?
Derweil bricht für unsere jungen Helden der erste Morgen in der Steppe an. Svinenysh der Ruba gähnt wie ein Weltmeister, biegt sich durch und springt quasi aus dem Schlaf in den Stand. Neugierig schleicht er rüber zum gekaperten Rocktar der Lundbardens. Er kreischt:
„Aufgelöffelt, losgesperrt, heraus mit den Wheelers klopfklopfklopf!“ Dabei umgarnt er das blanke Titanium wie ein Schmusetier. „Flitzen sausen, aber schnell!“ gibt er außerdem zum Besten.
Henley reibt sich die Augen. Irgendwie muss man ja geweckt werden. Gibt schlimmeres. Aber so früh? Gerade eben erhebt sich erst der Indi vom Horizont.
„Svino, es gibt süße Stückchen mit heißem Tee. In einer Minute“ meint er deshalb zu seinem Freund.
„Soooo? Hem schnalz gut. Flitzen warten, aber dann!“ Und Tatsächlich: Patchara serviert die Speisen um festzustellen das die Draufgänger diese wohl im Sattel verdauen wollen.
Henley öffnet die Luke und holt die strahlenden Stahlrenner raus. Svinenyshs Klappe steht offen. Er quiekt unübersetzbar auf Rubsch und schüttelt sich dabei vor Glück.
„Helme aufsetzen!“ meint der junge Prinz und gibt die High-Tech-Bedeckungen aus. Um optimale Sicht und Spaß zu gewährleisten benötigen diese eleganten Rennhelme kein Visir. Sie verfügen stattdessen über einen Chemischen Airbag inklusive Vernetzung zum Wheeler. Ab einem gewissen Einschlag bzw. bei Sturz mit entsprechender Geschwindigkeit wird er ausgelöst.
Die Flüssigkeit im Helm sprießt in einem gipsartigen Schaum aus. Kopfverletzungen werden somit fast ausgeschlossen. Man reißt sich nach dem Crash einfach den Helm mitsamt Gips vom Kopf.
„Nehmt auch eure Colts mit.“ Patchara macht große Augen, Henley fährt kleinlaut fort: „Ich weiß wie unwahrscheinlich es ist, aber wir sind immerhin in Feindesland! Also bitte, Tut mir den Gefallen.“
Svino ist als erster startklar. In einer Art Rockerpose sitzt er da, bereit den Startknopf zu drücken. Henley gibt das Signal, sie flitzen los.
Meine Fresse, was für eine Power ist das denn? Den Gashebel darf man allerhöchstens streicheln. Dann dieses Design. Man bildet einfach eine Einheit mit seinem Renner. Svinenysh der Ruba ist zu übermütig. Er dreht ruckartig auf.
„Waaaah“ Sein Körper hebt ab, er klammert sich nur noch mit seinen Händen am Lenker fest. Unmöglich für einen Menschen so durchzuhalten doch Svino hat erheblich mehr Kraft in den Händen seine Knochen sind quasi eingefroren. Mit Mühe schafft er es den Gashahn zuzudrehen. Er schüttelt sich und beklopft seinen Helm.
Henley und Patchara schließen zu Ihm auf: „Sei vorsichtig Svino!“ meint die junge Diplomatentochter. „Das ist kein Spiel.“
Ja, selbst der draufgängerische Ruba merkt dass bei diesen Raketen Vorsicht angesagt ist. Er nickt Ihr zu.
Henley gibt die Richtung vor. Da vorne, das sieht aus wie ein kleiner flacher See. Er nimmt sofort Kurs darauf.
Kurz darauf flutschen alle drei übers glatte Wasser. Der Wheeler erhöht Softwaregesteuert die Drehzahl, unmöglich unterzugehen. Was für ein Rennen!
Henleys Navi zeigt in einiger Entfernung den Desapir-Canyon an. Diese Sehenswürdigkeit will er natürlich sofort seinen Freunden zeigen. Was ein Fehler. Ein Canyon hat eben die Eigenschaft hunderte von Meter abzufallen. Freilich ist er unter normalen Umständen völlig ungefährlich. Aber hier, im Kriegsgebiet?
Vier metallische Köpfe rotieren. Was ist das? Es ist schnell, aber fehlt in Ihrer Memory. Sie sehen den Wheelers hinterher und rechnen. Sie Kalkulieren Ihre Befehle durch, danach setzen Sie sich in Bewegung.
Möglichst im Schatten, hinter den Büschen in Deckung springen Sie dem neuen Ziel hinterher. Freilich ist Henleys Truppe schneller, doch schon längst haben die Bots die neuen Energiesignaturen angenavt. Die Verfolgung ist im Gange.
Eine Tatsache die unseren Helden inklusive Bordcomputer der Wheelers unbekannt ist. Auch wenn die Software der Renner ausgeklügelt ist. Eine Verfolgung durch vier Kampfroboter der Exaklasse fehlt.
Gerade ist der Rand des Plateaus erreicht. Alle drei springen von Ihren Motorrädern. Der Anblick ist überwältigend. Hinter Ihnen die karge Steppe, vor Ihnen dieser gewaltige, Millionen Jahre alte Canyon mit einem kleinen Rinnsal in der Mitte, einige hundert Meter tiefer. So klein dieser Bach auch ist: Er hat Ihn gegraben, den Desapir Cannion auf dem Exo des Pak Prime im Indi System.
Auch die Quadriga der Kampfroboter ist nun vor Ort. Versteckt hinter einem Busch sondieren Sie die Lage. Noch komplizierter ist Sie geworden. Drei bewegliche Passagiere. Klein sind sie. Menschen? Angreifer mit Kampfmaschinen?
„Wir sind MIL, wir klären und schalten aus.“ Rattert es in Ihren künstlichen Hirnen. Die Vernetzung funktioniert. Zugriff!
Vier glänzende Eisengesellen sind nun vom Stapel gelassen. Abgelenkte Sonnenstrahlen, Aufruhr in der kargen Steppe und Staubwolken begleiten das Schwadron, kündigen Sie an.
Patchara sieht die anstürmende Kampftruppe als erste. Sie schreit wie am Spieß, in Todesangst. Henley greift seinen Colt. RRRRRRRRRRRRt. Die ersten Hundert Schuss sind Geschichte. Optimales Aufpilzen schön und gut. Bei Menschen sind die Waffen verehrend! Aber bei Bots?
Zack das nächste Magazin. Der erste der Angreifer strauchelt. Nach dreihundert Schuss ist er endlich erledigt. Nun ändern die Exa-MILs die Strategie, Sie ziehen Ihre Waffen. Maschinengewehre die an Ihrem Rücken befestigt sind.
Patchara Petch-a-boon verfeuert eine hunderter nach der anderen. Wie lange reicht der Vorrat noch? Da, sie wird am Kopf getroffen, der Airbag löst aus. Keine drei Sekunden später reist sie sich Ihren nun unbrauchbaren Schutz vom Kopf, steht verwundbar da in voller Pracht.
Svinenysh wie wild agierend, überall gleichzeitig, erkennt die Gefahr. Er gibt eine Salve auf den Angreifer ab, mit wenig Wirkung. Der Bot nimmt Maß und Trifft seine Freundin am Oberarm. Zum Glück nur ein Streifschuss. Sie fängt an zu bluten.
Der junge Ruba ist nun dermaßen außer Rand und Band das er zumindest eines erreicht: Die zwei Bots konzentrieren sich auf Ihn. Svinenysh feuert wie wild hunderte, tausende Schuss auf die Angreifer und es gelingt Ihm Tatsächlich einen weiteren Aggressor auszuschalten.
Einer weniger, zwei noch aktive, ein hoher Preis. Sie haben Ihn vor sich hergetrieben. Er steht jetzt fast am Abgrund. Der zweite Exa Mil nimmt Maß, Treffer, ein schrecklicher Aufschrei, dann fällt er. In die Tiefe. Irgendwann später dann der dumpfe Aufprall unten.
Seltsam, genau im Moment von Svino’s Tod steht auch die Schlacht für eine Sekunde still. Patchara sieht mit leeren Augen zur Absturzstelle. Henley bekämpft den vierten Bot.
Die Welt bricht zusammen, das unmögliche ist Passiert. Keine Patronen mehr, zwei Bots noch am Leben. Das absolute Ende? Jetzt schon?
Es kommt anders! In Menschensprache, auf Deutsch, wie auch immer man will rattert Henleys Gegner los: „Nein, es ist Unsinn, TOTAL FALSCH!“ und er nimmt Maß. Er metzelt Svino’s Mörder von hinten nieder. Dann sackt er zusammen.
Die Schlacht ist vorbei, die absolute Leere kehrt zurück, das unaussprechliche ist passiert. Henley’s Blick sucht Svinenysh, er findet Patchara. Nun weiß er es auch.
Patchara Petch-a-boon steht da, blutend, den Colt in der Hand. Sie weint. So wie es nur die Asiaten können. Es läuft einfach aus Ihren Augen, wie Wasser. Keine Regung im Gesicht, außer ab und zu einem Blinzeln.
Henley rennt auf Sie zu, hüpft über den zerstörten Roboter vor Ihr und nimmt Sie in den Arm. Auch er weint nun bitterlich.
Sekunden oder Minuten? Keiner weiß es genau, irgendwann jedoch sehen Sie sich um. Ihre Blicke schweifen über das Schlachtfeld. Alle ausgeschaltet, bis auf Ihren Retter.
Da hinten kauert er. Jeder der beiden hatte nahezu alle Munition bereits aufgebraucht. Hätte dieser Stahlhaufen da hinten in der Sonne, weitergemacht, währen Henley und Patchara nun ebenfalls tot.
Sie wischen sich die Tränen aus den Gesichtern und machen sich auf zu Ihrem Retter.

Ich-Transportik

Von eftos am 28. September 2009 veröffentlicht

(X) Ich-Transportik

Draußen angekommen standen Koldrust und Abendroth mehr oder weniger dumm herum obwohl beide mit Ihren Comms beschäftigt waren.

Dr. Abendroths Comm surrte. „Besprechung Noktios bezgl. Rebelkov“ wurde angezeigt. Somit ist er, ab diesen Zeitpunkt, exakt zehn Uhr, zum ersten Mal aufnahmebereit.

„Sie sind aber auf Zack, mein lieber Abenroth“ sagte Noktios, „ja, es ist genau zehn, Zeit für die eigentliche Besprechung. Wenn Sie mir bitte folgen wollen.“ So machte sich die Kompetenztruppe inklusive Generalmajor auf Ihren Weg rüber in den Konferenzsaal.

„Ich schlage vor“ begann Noktios “Kollege Koldrust beginnt mit dem was wir vorhaben, später ziehen wir dann Ihre Expertise bezüglich der Technik hinzu Dr. Abendroth“.

Dr. Septimus Koldrust begann sofort ohne jegliches Palaver oder Gedöns. Er fiel sozusagen mit der Tür ins Haus:

„Früher versuchte man in Tierversuchen eine Gehirn-Transplantation indem man das Gesamthirn oben am Rückenmark abtrennte. Mit fatalen Folgen.“

„Die Nervenfasern wachsen falsch zusammen und von daher ist im Optimal fall das Denken im fremden Körper zwar noch möglich, aber es kommt fast kein Input mehr außer die kompletten Augen und Ohren würden anstatt abgetrennt mit übertragen, was nie gelungen ist.“

„ Output, also die Organsteuerung,  das Atmen und Sprechen, das Bewegen oder den Gleichgewichtssinn zu erhalten ist aber unmöglich. Man erhält höchstens eine Art locked-in Syndrom, dann lieber tot.“

„Das ist immer die bessere Alternative“ So Dr. Theoplus Noktios, wobei er schmunzelte.

Septimus fuhr fort: „Die OP an sich ist höchst kompliziert. Man braucht eine Herz-Lungen Maschine, da das Herz zwar weiterschlägt, weil es seine Erregung selbst produziert, aber der restliche Kreislauf zusammenbricht, da zu viele Gefäße dilatieren, durch die fehlende neuronale Kontrolle nach Unterbrechung der entsprechenden Nerven vom Gehirn ausgehend.“

„Um diesen aufwendigen Eingriff durchzuführen muss zuerst der Schädel geöffnet werden. Das kann jeder Neurochirurg nach dem ersten Weiterbildungsjahr. Das alte Gehirn kann man bequem an der Schädelbasis ablösen. Dabei gehen dann schon mal die 12 Hirnnervenpaare kaputt. Danach den Hirnstamm im Bereich der Verbindung zum Rückenmark durchtrennen. Das bedeutet eine komplette hohe Querschnittslähmung.“

„Dann müsste man die großen Blutgefäße durchtrennen und mit denen des neuen Gehirns neu vernähen, technisch fast undenkbar. Selbst wenn das überstanden sein sollte, kann der Patient nie mehr selbstständig atmen oder sich bewegen. Er hat keinerlei Empfinden mehr. Darm- und Blasenentleerung ist unmöglich und so weiter. Kurz: das ist der falsche Weg.“

Er sah sich um: Rebelkov war irgendwie abwesend. Tilon Abendroth schien gelangweilt, Noktios sah ihn aufmerksam an.

„Soviel zur Geschichte“ sagte er schließlich „aber Sie haben da ja was neues entwickelt, mein Lieber Koldrust.“ Dieser nickte.

Noktios hob abwehrend die Hand und fuhr fort:“Bevor wir auf Ihre neue Methode zu sprechen kommen, Herr Kollege, fasse ich hier nochmal den derzeitigen Stand der Technik, genauer gesagt die vier Möglichkeiten der Bewusstseinsübertragung zusammen.“

„Wie Ihnen bekannt, gibt es genau vier Möglichkeiten der Ich-Transportik, wie es so schön neusprachlich heißt.“

„Die beste währe sicherlich man löscht erstens den Speicher des neuen Gehirns. Danach liest man die in Chemischer Form vorliegende Information des alten Hirns aus und überträgt drittens diesen Inhalt auf das neue Gehirn.“

„Leider ist dies derzeit noch Science-Fiction. Ich glaube die Technik-Abteilung sagt da später noch mehr als genug dazu.“

Er sah kurz rüber zu Tilon Abendroth, dieser jedoch schüttelte den Kopf. „Ah richtig, das soll ja ich machen.“

„In aller Kürze: Das Hauptproblem ist die Löschung. Es handelt sich halt um ein Organ und langsam gewachsene, hochdifferenzierte Strukturen. Man kann diese zwar auslesen aber die Rücksetzung aller Synapsen in einen hypothetischen Leerzustand ist derzeit reine Theorie. Selbst wenn dies gelänge so ist es fast ausgeschlossen das Neuronale Netz des Althirns mittels Lese- und Schreibapparatur ins neue Großhirn zu übertragen.“

„Lesen ist kein Problem, aber das Schreiben. Auch hier verhindern die komplex verwobenen, über einen langen Zeitraum ausgewucherten Nervenbahnen im Zielhirn eine Übertragung.“

„Diese Krankheit benötigt eben seine Zeit“ warf der Kybernetiker ein. Schmunzelnd fuhr Noktios fort:

“Die zweite Möglichkeit währe das Gehirn zu entnehmen und an die Mechanik eines Roboters anzuschließen. Nun, ums kurz zu machen, dies ist die schlechteste der denkbaren Möglichkeiten. Zwei Sätze, Abendroth?“

Der angesprochene antwortete „Ja, unmöglich. Das Gehirn stirbt ruck zuck ab. Unsere im Baukastenprinzip aufgebauten, multi-Schicht prioritätsgesteuerten 4D-Temporalspeicher, zusammen mit diesem  verwucherten, analogen, unflexiblen, organischen Klumpen? Dieses verwachsene Geschwür, das geht nie mit der modernen Technik einher.“

„Mechanisch betrachtet bräuchte man einen eigenen Biokreislauf nur um diesen leistungsschwachen Rechner mit Energie zu versorgen. Dazu müsste man dann quasi einen Wirt hinten auf den Roboter drauf schnallen. Trotz dieser Klimmzüge lebt das abgetrennte Gehirn übrigens keine Sekunde länger. Das ist eine totale Sackgasse.“

„Wie Sie schon eingangs erwähnten, Herr Professor, ist es besser man liest die Chemische Information aus und überträgt diese dann in die Maschine. Mit allen Problemen. Ich komme später noch einmal darauf zurück.“

„Damit sind wir bereits bei der Dritten Möglichkeit der Bewusstseinsübertragung angekommen.“ Antwortete Noktios mit erhobenen Zeigefinger: “Die Ich-Transportation mittels Auslesen des Gehirns und der Übertragung in assemblierter Form auf eine Maschine. Dies wollen wir am Schluss verhandeln.“

„Jetzt kommen wir zur vierten und letzten Möglichkeit: der Transplantation organisch-organisch. Sie haben erneut das Wort, Dr. Koldrust. Was haben Sie auf der Platte?“

Dieser begann ohne Umschweife: „Die Intensivmedizinische Betreuung werde ich aus Trivialitätsgründen weglassen. Ich denke allen ist klar wie durch Intubation, Kreislaufmedikation etc. Hirntote am Leben gehalten werden. Ich gehe deshalb nun gleich zum eigentlichen Eingriff über.“

„Wie bereits angesprochen habe ich einen Oberflächensensitiven Laser entwickelt der hierbei zum Einsatz kommt. Die Technischen Spezifikationen sind an anderer Stelle veröffentlicht, glauben Sie mir, der Teufel liegt im Detail, es ist eine recht komplizierte Apparatur. Im Folgenden werde ich nur darauf eingehen wie dieser beim Eingriff fachgerecht eingesetzt wird.“

Selbst Abendroth nickte hier kurz, der Laser schien Ihn milde zu Interessieren.

„Zuerst Schnitt von oben durch das Großhirn. Aufklappen und ablösen der beiden Hemisphären um den Corpus callosum auf dem Grund der großen Hirnlängsspalte. Danach Zellgenaues Ausschalen um den Nucleus caudatus, dem Stria terminalis et Vena thalamostriata superior, dem Thalamus, Substantia nigra und dem Tractus cerebellorubralis mittels der struktursensiblen Multispektralstrahlen.“

„Nun splicen der beiden abgelösten Hälften auf den Zielorganismus unter Einsatz von Neurozellstimulatoren aus gezüchteten Nervenkeimen und neuralen Stammzellen. Zur Synaptogenese Laser-Transplantation von embryonalen Nervengewebe auf die Schnittflächen. Danach Applikation neurotropher Nervenwachstumfaktoren z.B. NGF unter Ausschaltung der Nogo-Inhibitoren zur Aggregation der Neuro-Angio-genese.“

Anerkennendes nicken seitens Prof. Dr. Theoplus Noktios. Rebelkov war jetzt nur noch körperlich anwesend, den Techniker Abendroth interessierten diese Details wenig. Koldrust fuhr fort:

„Für die Synapsen-Engergieversorgung des Gewebes wird selfish-brain, also die Potentialerhaltung ausgenutzt. Synapsen werden aktiviert durch die neu aussprossenden Axome in die Leitschienen. Das alte Stammhirn verwebt durch die künstliche Anregung, der Membrankompatibilität des Klons und aufgrund der Energieerhaltung on-demand innerhalb kürzester Zeit.“

„Astrozyten rufen Blutenergie ab. Neue Nervenfasern übernehmen Kommunikationsfunktionen hin zum Hirnstamm. Die Nerven-Neuralkommunikation setzt ein, dadurch ist Großhirnfunktionalität auf der Zielperson nun hergestellt.“

Theoplus Noktios hielt sich nun die Hand ans Kinn, er sah rüber zum Generalmajor, dieser schluckte leicht. Der Assistenzarzt schloss wie folgt seinen Vortrag:

„Obwohl es sich beim Menschen um eine Proto-Operation handelt die zum ersten Mal ausgeführt wird, haben Tierversuche den Erfolg obiger Vorgehensweise bereits bestätigt. Man kann schon sagen dass sich bei den Alt-Tieren, meistens Schimpansen, eine deutliche Verbesserung Ihrer Situation eingestellt hat. Man muss bedenken, diese alten Affen waren normalerweise am Ende. Durch den neuen Rumpf haben Sie ein Stückweit an Qualität gewonnen.“

Pause. Die Zuhörer, eigentlich war es nur Noktios, ließen all dies ein paar Sekunden sacken. Dann sagte der Professor:

„Danke für diesen beeindruckenden Vortrag, mein lieber Koldrust. Wie immer eine zielgenaue Landung. Nun haben wir genau drei Jahre Zeit dieses Verfahren an den Primaten zu testen und Echtdaten zu sammeln. Ihnen steht ein ganzer Zoo zur Verfügung.“ Dabei lächelte er.

„Kommen wir nun noch einmal zurück zur Möglichkeit drei. Der Gehirninhaltsübertragung auf eine Maschine. Hierbei kommt erschwerend hinzu dass leider noch weniger Nutzdaten vorliegen. Es läuft wohl auf einen ‚freiwilligen‘ hinaus… Ihnen ist somit das Wort erteilt, Herr Kollege Abendroth“

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